Kopierschutz-Paranoia 1

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Es war einmal irgendwann in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, da begann der ganze Wahnsinn, der heute eskaliert.

Die Filmindustrie führte die Signal-Verschmutzung “Macrovision” auf VHS-Cassetten ein. Später  wurden Musik-CDs heimlich mit allerlei Kopierschutz-Gemeinheiten versehen. Das ging schließlich so weit, dass die Fa. SONY mit einem gefährlichen Rootkit verseuchte CDs verkaufte. Ein Rootkit ist dazu gedacht, schädlichen Programmcode (Kopierschutz, Viren, Würmer, Trojaner, Spyware usw.) vor dem Betriebssystem und den Antivirenprogrammen (und dem zahlenden Kunden!) zu verstecken. Nach meinem Wissenstand wurde Sony dafür in den USA mehrfach zu Schadenersatzzahlungen verurteilt. Hierzulande hat die Fa. Kinowelt Home Entertainment auf DVD ebenfalls destruktive Rootkits verbreitet (Spielfilm-DVD “Mr. + Mrs. Smith”) und inzwischen aber hoch und scheinheilig gelobt, nie wieder etwas so Schändliches zu tun. Kann man glauben - oder auch nicht.

Heute verkauft die Fa. SONY Film-DVDs, die mein normgerechter DVD-Player gar nicht mehr abspielen kann. Das sicher sehr gute Samsung-Gerät hat einmal 600,- DM gekostet und kommt mit allen normalen DVDs problemlos klar. Leider entsprechen die DVDs, die SONY verkauft, nicht mehr der allgemeingültig festgelegten Norm. Die sollten eigentlich also nur “Scheiben in DVD-Größe, die irgendwie auch einen Film enthalten” heißen, aber nicht einfach “DVD” - denn das ist dreist gelogen!

Ich habe es satt, teure Filme auf DVDs zu kaufen und mich anschließend darüber zu ärgern, dass ich sie auf meinem Player gar nicht abspielen kann. Ich will ganz bestimmt keine CDs oder DVDs kaufen, die irgendwelche verborgenen Programme enthalten, die ich nicht haben will und die mit kriminellen Viren, Trojanern oder Rootkits gleichzusetzen sind.

Leider haben wir Kunden praktisch keine Rechte, weil unsere Bundesministerin Brigitte Zypries in den letzten Jahren einzig die Vorgaben der Film- und Musiklobbyisten in Paragraphen gepresst hat. Sie wird schon wissen, was sie davon hat.

Die Waffen sind folglich sehr ungleich verteilt. Ein Kunde kann maximal eine nicht lesbare Scheibe an den Händler zurückgeben, der aber meist Theater macht, weil sie nicht mechanisch defekt und meist "entsiegelt" ist. Der Streitwert entspricht also dem Kaufpreis - und darüber lacht die Musik- und Filmindustrie lauthals. Wir verhöhnten Kunden dürfen bei jeder Gelegenheit (beim Kauf von Rohlingen, Magnetbändern und Geräten aller Art) deftige Kopierschutzgebühren bezahlen, nur um ausschließlich unsere eigenen Daten zu sichern - an denen wir ohnehin jedes Urheberrecht haben. Unser gesetzliches verbrieftes Recht auf Privatkopien wird durch vielfältige Kopierschutz-Perversionen und die willfährige Rechtsprechung völlig ausgehebelt. Einen technischen Kopierschutz dürfen wir nicht mehr umgehen. Sollte ein armes Schulkind irgendein belangloses Liedchen aus der Hitparade kopieren, so fallen sofort Horden von beutegierigen Abmahnanwälten mit völlig überzogenen Abmahnungen und wahnwitzigen Schadenersatzforderungen darüber her (dann lohnt es gar nicht mehr, die Schule noch zu beenden). Hier entspricht der Streitwert nämlich nicht nur dem Wert einer Kauf-CD oder -DVD, sondern einer unendlichen Vielzahl davon (denn theoretisch hätte dieses Schulkind ja schließlich ganz Europa, Asien und noch ein paar Kontinente mit Kopien beliefern können und damit die angenommenen Millionen Nutzer dieser rein theoretischen Kopien davon abgehalten, sich das überteuerte Original zu kaufen, was sie selbstverständlich alle getan hätten ...).

Für uns ist das Recht und Gesetz und wir haben uns gefälligst danach zu richten. Für die raffgierigen Anwaltsbanden ist das lediglich Knetmasse zur Profitmaximierung.

So ist es uns ja angeblich auch streng verboten, Musik im Ausland zu kaufen. Auf der ehemaligen Seite “allofmp3.com” oder den heutigen Nachfolgern, die in Russland völlig legal sind (!!!), kosten aktuelle Titel nur einen Bruchteil des hiesigen Preises. Jeder Unternehmer kauft gewohnheitsmäßig Rohstoffe, Betriebsmittel und Arbeitskräfte bevorzugt im Ausland ein - weil es billiger ist! Niemand fragt dabei, ob das der Volkswirtschaft oder wem auch immer schadet. Nur uns Endkunden will man verbieten, in Russland oder Spanien Musik zum rein privaten Gebrauch zu kaufen! Aufgrund dieser ekelhaften Heuchelei und der lächerlichen Rechts-Verrenkungen der Lobbyisten und ihrer willfährigen Politiker fällt es mir sehr schwer, hier ein Unrechtsbewusstsein zu entwickeln. Wäre die oben genannte Website (ich hatte einmal einen Test-Account) nur etwas komfortabler gestaltet, wäre ich dort sicher seit langem zufriedener Kunde. Man musste einen Titel erst in mieser Qualität herunterladen, um ihn hören zu können und danach den Download in einer hohen Auflösung nach Wahl vorzunehmen. Da ich mir keine Namen und Titel merken kann, war mir das viel zu umständlich und ich habe darauf verzichtet. Ich bin verwöhnt und bevorzuge deshalb das wesentlich komfortablere iTunes von Apple.

Die Musikindustrie will, dass ich mir CDs kaufe, die ich dann nicht duplizieren darf. Ich kaufe nicht den Datenträger, sondern die Lizenz, die darauf enthaltene Musik zu nutzen (zu hören). Das wäre völlig in Ordnung, wenn der Hersteller den Datenträger problemlos ersetze würde, falls das Original z.B. im Hochsommer im Auto den Hitzetod erleidet oder allgemein nicht viel aushält und irgendwie zerstört wird. So könnte die sauteuer bezahlte Lizenz legal weiter genutzt werden. Das wollen die Musikfritzen aber definitiv nicht. Die interessieren sich nicht für “mein Recht” und wollen nur eins: Sehr leicht und viel Geld scheffeln, ohne viel dafür zu bieten.

Mein Ausweg aus diesem Musikdilemma:  Ich habe seit vielen Jahren keine neue Musik-CD mehr gekauft und werde das auch künftig nicht mehr tun. Das bisschen neue Musik, das mich in meinem gesetzten Alter noch interessiert, kaufe ich viel preiswerter und bequemer bei iTunes. Das DRM-System von Apple ist mit Abstand das fairste und mit den Einschränkungen kann ich leben. Die sind z.B. bei WMA-Dateien von Musicload oder anderen Anbietern deutlich enger, willkürlicher und einfach nicht akzeptabel! Von den iTunes-Downloads brenne ich mir CDs fürs Auto und für die HiFi-Anlage (unbegrenzt möglich und erlaubt!). Die Dateien habe ich doppelt gesichert. Das reicht mir. Außerdem habe ich noch ca. 300 Musik-CDs aus dem vergangenen Jahrtausend - ohne lästigen Kopierschutz oder gefährliche Schadprogramme.

Seitdem ich kein Kind mehr bin, habe ich meine Musik immer bezahlt und lasse mich ungern veräppeln. Früher habe auch ich mit dem Tonbandgerät vor dem Radio gesessen und mitgeschnitten (in den 70er-Jahren, z.B. WDR 2, Mittwoch abends zwischen 19.oo und 20.oo Uhr - das weiß ich noch), ohne jemals an Lizenzgebühren zu denken. War ich ein Raubkopierer? Ja klar! (Hinweis an alle gierigen Rechtsverdreher: Mit Sicherheit ist das schon sehr, sehr lange verjährt!)

Nur dadurch habe ich damals meinen persönlichen Zugang zu Rock und Pop gefunden. In den folgenden Jahrzehnten (als ich es mir dann leisten konnte) habe ich seltsamerweise diese aufgenommene Musik noch nachträglich gekauft - erst auf LP und dann noch einmal auf CD. Am Prinzip hat sich seit dem letzten Jahrhundert gar nichts geändert, nur an den technischen Gegebenheiten. Der Unterschied ist, dass die Musikindustrie ihre potentiellen Kunden von morgen heute schon sehr frühzeitig verfolgt und verprügelt. Die werden nie kaufen, auch wenn sie später das Geld dafür haben!

Die raffgierige Musikindustrie klagt lauthals über sinkende Umsätze - angeblich ganz allein verursacht von kopierenden Schulkindern (Gibt es da möglicherweise noch andere Gründe? Schlechte Musik? Böse Kopierschutz-Gemeinheiten? Arroganz? Zu hohe Preise? Mangelnde Qualität? Dummheit der Anbieter?). Wenn die Umsätze noch weiter zurückgehen und Gewinne fehlen, kommt auch die arrogante Musikindustrie vielleicht zur Vernunft. Angeblich werden heute schon wieder viele CDs ohne Kopierschutz verkauft. Ich weiß es nicht. Aber ich kaufe so etwas nicht. Oder erst wieder, wenn die Musikindustrie öffentlich und vernehmbar jeder Schikane abschwört und die Verfolgung von Schulkindern einstellt. Erst, wenn man ganz sicher sein kann, mit der gekauften Ware nicht betrogen worden zu sein. Also voraussichtlich nie mehr.

Da SONY bekanntlich die übelsten Gemeinheiten auf CD oder DVD absondert, kaufe ich auch schon lange prinzipiell nichts mehr von SONY - keine Filme, keine Musik, keine Handys, keine Kameras, keine Unterhaltungselektronik, gar nix! Es gibt genug Alternativen. Früher - lang ist’s her - stand die Marke SONY einmal für hochwertige Technik und gutes Design, aber das ist schon sehr lange vorbei. Und der SONY-Kundendienst war immer schon mies. Wer mich schlecht behandelt, muss auf mein Geld verzichten. Basta.

Bei manchen Produkten (Handys) wird es nun langsam eng bei der Auswahl, nachdem auch andere Hersteller ihre Menschenverachtung so eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben. Siehe NOKIA und SIEMENS / BenQ. Ich hatte bisher 6 Handys von NOKIA und werde nun nie wieder etwas mit diesem Schriftzug kaufen. Aber es bleibt immer noch genügend Auswahl: Mein nächstes Handy wird dann eben Samsung oder Motorola oder anders heißen.

Aber zurück zum Thema:  Filme sind nach spätestens sechs Monaten auch im Free-TV zu sehen. Wer will, kann sie dann auch aufnehmen - idealerweise mit einem DVD-Recorder (kein SONY!), die Werbung herausschneiden und dann ggf. auf DVD-Rohlinge brennen. Noch geht das sehr gut und einfach. Und wie gesagt: Das Recht auf die private Kopie steht immer noch im Gesetz!

Ich habe nichts dagegen, dass die Film- und Musikindustrie versucht, ihre tatsächlichen Urheberrechte zu schützen. Leider wird das dermaßen dumm und stümperhaft übertrieben, dass einzig und allein die ehrlichen Kunden getroffen werden, die teuer bezahlte DVDs nicht einmal mehr abspielen können. Profi-Gangster lachen über den ganzen Kopierschutz-Humbug und verprügelt werden einzig die erwischten Schulkinder, die es auch einmal versucht haben und eben viel leichter zu fangen und abzukassieren sind als professionelle Raubkopierer. Die einzige Gegenwehr von ehrlichen Kunden kann nur im Boykott bestehen! Je mehr Leute das ebenso sehen, desto spürbarer wird es natürlich.

Iimmer, wenn es irgendwie im allerweitesten Sinn um Kopierschutz geht, melden sich schnell irgendwelche beutegierigen Anwälte, die aufgrund ihrer Qualifikationen keine richtigen Mandaten abbekommen haben! Vermeidet den Kontakt mit ihnen und füttert sie nicht! Das heißt besonders: Kinder, Finger weg von den Tauschbörsen, wenn es um Musik oder Filme geht! Da ist nichts anonym! Solche ehemaligen Werte wie das Fernmeldegeheimnis sind heute einfach nicht mehr in Mode. Eure Daten werden routinemäßig über den Umweg einer Strafanzeige an Anwälte und an die sog. "Ermittler" der Musikindustrie weitergeleitet, die dann auch gleich bei den Hausdurchsuchungen dabei sind, Eure Rechner mitnehmen und anschließend in Personalunion auch noch ganz dreist als "Sachverständige" auftreten und Abmahnungen und andere Gemeinheiten verschicken. Schon solche Tatsachen verdeutlichen, wie schnell sich diese Bundesrepublik Deutschland zur Zeit davon entfernt, ein Rechtsstaat zu sein.

Es bedarf übrigens auch nur einer Meldung eines irgendeines Anwalts und Ebay drängt ihm ohne die geringste Plausibilitätsprüfung oder Nachfrage sämtliche Mitgliedsdaten auf. Das steht so auch in der Datenschutzerklärung von Ebay (lesen!), obwohl das mit "Datenschutz" rein gar nichts zu tun hat!

Mein Rat:  Kauft CDs und DVDs - wenn überhaupt - nur gebraucht oder als Restposten preiswert ggf. auch über Ebay - und keinesfalls neu im Laden, wenn ihr nicht ganz sicher seid, dass sie der Norm entsprechen und demzufolge ohne Probleme lesbar sind! Man muss nicht jeden Film und jedes Liedchen sofort haben. Ein wenig Geduld zahlt sich immer aus!

Und auf Produkte von SONY, NOKIA, SIEMENS, BenQ und ähnlichen Banden kann jeder leicht verzichten - und sollte es angesichts der kunden- und menschenverachtenden Arroganz dieser Firmen auch tun! Mindestens für die nächsten 10 Jahre!
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