Kontakt mit der Kripo - eBay macht's möglich !!

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da flattert mir doch vor kurzem ein Brief der Kripo ins Haus. Inhalt: ich möge mich doch umgehend als Zeuge zu einem Artikel äußern, den ich bei einer Auktion erstanden hatte. Gegen den "Verkäufer" wird wg. gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt.
Nachdem ich meine Angaben brav abgegeben hatte, hörte ich nichts mehr von dem Kommissariat. Ich fragte deshalb einige Zeit später nach.
Was ich dann über diverse Machenschaften mancher eBay-Verkäufer erfuhr, hat mich doch ziemlich ins Grübeln gebracht:
  1. Dass man die Zeugen bzw. Geschädigten dieses Falls nicht weiter informieren konnte, erklärte sich daraus, dass es sich hier allein um über 20000 (!) Personen handelte! (Dabei hatte der Verkäufer nur ca 300 Auktionen und  darunter keine 10 mit negativer Bewertung!)
  2. Der Verkäufer schien nicht mal ein Händler zu sein - er gab sich zumindest in seinen Auktionstexten als Privatverkäufer aus.
  3. Des Rätsels Lösung:  Dieser "Verkäufer" unterhielt parallel ein ganzes Account-Imperium! Unter ca. 120 verschiedenen Pseudonymen brachte er via eBay seine Fälschungen (hier: Herren-Markenkleidung) in beträchtlicher Stückzahl unter das Volk. Mir ist immer noch schleierhaft, wie so etwas passieren kann, ohne dass es einem Mitarbeiter der "Sicherheit" auffällt! Meine Meinung zu diesen eBay-Sheriffs war allerdings noch nie die beste - Sie können es nachlesen in meinem Ratgeber:   " Begriffstutzige oder Abwimmler in der Zentrale??"
  4. Schlusssatz des freundlichen Kripo-Beamten: Glauben Sie mir, das ist nur einer von unzählig vielen, gleichgelagerten Fällen, mit denen wir es zur Zeit zu tun haben....

Daraus lässt sich unschwer ableiten, dass die Kriminalitätsquote bei Internet-Auktionen inzwischen eine Dimension erreicht hat, die es sinnvoll erscheinen lässt, sich doch lieber wieder traditionellen Verkaufsformen zuzuwenden.

Auktionsbetrug scheint sich inzwischen zum weit verbreiteten Volkssport (mit stark wachsender Beliebtheit) entwickelt zu haben!

Das Risiko, bei eBay einem Betrüger aufzusitzen, wird zunehmend unkalkulierbar, wie auch die einschlägigen, fast wöchentlichen Beiträge in den als seriös anzusehenden Politmagazinen von ARD und ZDF belegen!!
Weder eBay selbst, noch die Polizei könnten - selbst beim besten Willen - zahlenmäßig die erforderliche Zahl an Mitarbeitern aufbieten, die nötig wäre, diesem ausufernden Phänomen "Auktionsbetrug " beizukommen.
Aus meinen Erfahrungen der Vergangenheit würde ich zudem - zumindest dem profitorientierten Unternehmen eBay selbst - den Willen dazu auch absprechen. Hier hat man primär andere Interessen!

Fazit: Doppelt Glück gehabt

Man muss einfach davon ausgehen, dass die Realität bei eBay inzwischen die schlimmsten Befürchtungen zu übertreffen scheint. Die Einstellung: "betrogen werden nur die anderen, ich passe da schon auf," kann man getrost vergessen.

Es stellt sich nicht die Frage "ob", sondern nur "wann" man bald selbst zu den Opfern zählt. Dabei ist der Begriff Opfer hier doppelsinnig:

1. Opfer eines Betrügers und

2. Opfer einer Anklage durch die Staatsanwaltschaft.

Laut Spiegel Nr 39 vom 24.9.07 hat das Problem eine neue - absolut irrwitzige - Dimension:
Hätte im vorliegenden Fall der Verkäufer  statt billiger Fälschungen
z.B. geklaute Orginalware vertickt - aus der Artikelbeschreibung für keinen Bieter erkennbar - dann könnte genau so gut eine Anzeige wg. Hehlerei ins Haus flattern! Dabei spielt es keine Rolle, ob man den Artikel nun ersteigert, oder nur ein 1€-Gebot dafür abgegeben hat.
Bei Hehlerei ist bereits der Versuch (das 1€ Gebot) strafbar!

Jetzt scheint der Spaß bei eBay erst richtig los zu gehen! Viel Vergnügen bei Ihren nächsten Geboten!

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