Kompletträder für das eigene Auto kaufen

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Kompletträder für das eigene Auto kaufen

Das Komplettrad besteht aus einer bereits montierten Kombination aus Felge und Reifen. Die Felge ist der Außenring eines Rades, der über den Radflansch die Verbindung des Reifens mit dem Fahrwerk herstellt. Felgen sorgen für einen festen Reifenhalt und verhindern das Entweichen der Luft aus dem Reifen.

Bei einem Kauf separater Reifen oder Felgen müssen Fachkräfte erst noch das Aufpumpen und Auswuchten vornehmen. Auch wenn nur eine Felge vorhanden ist, gestaltet sich jeder Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen sehr aufwändig. Weil der Reifen bei einem Komplettrad bereits auf die Felge aufgezogen ist, spart sich der Käufer eines Komplettrades die Werkstattkosten für die Montage.

Die Betriebserlaubnis eines Kraftfahrzeuges ist an die im Fahrzeugschein genannten Felgen- und Reifenmaße gebunden. Nicht im Fahrzeugschein aufgeführte Felgen oder Reifen bedürfen einer TÜV-Begutachtung und eines Eintrags in den Fahrzeugpapieren.

Die benötigten Felgen- und Reifenmaße

Die Betriebskennung

Die zu einem Fahrzeug passende Felgen- und Reifengröße ergibt sich aus dem Fahrzeugschein. Bei der Angabe 200/53R15 89H muss der Reifen beispielsweise 200 mm breit sein. Außerdem ist ein Höhen-/Breitenverhältnis von 53 %, ein radialer Reifen (R) und ein 15-Zoll-Felgendurchmesser erforderlich. 89 weist als Tragfähigkeitskennziffer auf die maximale Reifenbelastung und H auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit hin.

Weitere Felgendaten sind in der Kennzeichnung der Form 9 x 19 ET 36 LK 5/100 enthalten. In diesem Beispiel hat die Felge eine Breite von 9, einen Durchmesser von 19 Zoll, eine Einpresstiefe von 36 mm und 5 Befestigungsschreiben, die sich auf einem Lochkreis von 100 mm Durchmesser befinden. Auf Reifen, die zu Winter- und Schlechtwegefahrten geeignet sind, ist zudem die für Matsch und Schnee stehende Kennzeichnung M+S angegeben.

Die Einpresstiefe

Die Einpresstiefe gibt Auskunft über den Abstand zwischen Radmitte und Auflagefläche der Felge auf der Radnabe. Sie zeigt an, ob das Rad unter den Kotflügel passt. Bei zu breiter Felge ist eine Kotflügelverbreiterung erforderlich.

Auswahl des Komplettrades

Sicherheit und Funktionsfähigkeit, aber auch die optische Erscheinung bestimmen die Auswahl des Komplettrades. Autofelgen werden aus Stahl oder aus Leichtmetallen hergestellt. Umso leichter das Komplettrad ist, desto sicherer wird das Fahrverhalten des Fahrzeugs.

Felgen

Stahlfelgen

Die gewöhnlich zur Grundausstattung gehörenden Stahlfelgen sind Scheibenräder, die aus einem Felgenband und einer Radscheibe bestehen. Im Vergleich zu Leichtmetallfelgen lassen sich Stahlfelgen preisgünstiger und leichter instand setzen.

Das Aussehen von Stahlfelgen wird meist jedoch als weniger ansprechend empfunden, weshalb sie oft mit Radkappen verdeckt werden.

Grundsätzlich ist die ungefederte Masse bei Verwendung von Stahlfelgen größer als bei Leichtmetallfelgen, sodass sich ein ungünstigeres Federungsverhalten einstellt. Nachdem jedoch Stahlfelgen mit geringeren Wanddecken entwickelt wurden, verfügen heutige Stahlfelgen zum Teil über ein geringeres Gewicht als Leichtmetallfelgen.

Leichtmetallfelgen

Meistens sind Leichtmetallfelgen Bestandteil der Sonderausstattung und daher teurer als Stahlfelgen. Leichtmetallfelgen führen gewöhnlich nicht zu mehr Fahrkomfort, zu verbesserter Fahrleistung oder zu größerer Fahrsicherheit, sondern bezwecken die Verbesserung des Erscheinungsbildes des Fahrzeugs.

Nur besonders große Leichtmetallfelgen können bei entsprechender Luftdurchlässigkeit die Bremskühlung erhöhen, weshalb einige Automobilhersteller ihren Einbau für die Sommer- und teilweise auch für die Winterbereifung vorsehen.

Aluminiumfelgen

Die meisten Leichtmetallfelgen bestehen aus Aluminium, das nur ein Drittel des Stahlgewichts aufweist. Aluminium zeichnet sich durch eine optisch auffallende Lichtreflexion aus.

Überwiegend werden Aluminiumfelgen im Gussverfahren hergestellt. Geschmiedete Aluminiumfelgen können aufgrund höherer Werkstofffestigkeit aus noch dünnerem und damit leichterem Material produziert werden.

Aluminiumfelgen werden zunächst mit einem matt-silbrigen Grundierungslack und anschließend mit klarem oder farbigem Lack überzogen.

Magnesiumfelgen

Bei Sportfahrzeugen werden (wegen des gegenüber Aluminium um etwa ein Drittel verringerten Gewichts) Magnesiumfelgen verwendet, woraus sich eine weitere Reduzierung der ungefederten Masse ergibt.

Chromfelgen

Die glänzende Oberfläche der besonders bei Lichteinfall strahlenden und sehr edel wirkenden Chromfelgen ist allerdings gegenüber winterlichen Witterungsverhältnissen empfindlich. Daher werden Chromfelgen zumeist in der warmen Jahreszeit eingesetzt.

Nur mit regelmäßiger Pflege lässt sich das Aussehen der Chromfelgen bewahren. Zu starkes Polieren kann ihren Glanz jedoch ebenfalls beeinträchtigen. Chromfelgen werden zudem schon durch leichtere äußere Krafteinwirkungen beschädigt. Zum Schutz der hochwertigen Chromfelgen gegen Diebstahl werden Felgenschlösser eingesetzt.

Konstruktionsarten von Leichtmetallfelgen

Ein einzelnes Metallstück kennzeichnet einteilige Leichtmetallfelgen, während mehrteilige Felgen aus einem Innen- und Außenteil sowie aus einem Felgenstern bestehen.

Korrosionsgefahr

Sand-, Salz- oder Splittpartikel verletzen leicht die Lackschicht der Leichtmetallfelgen und können damit Korrosion hervorrufen. Deshalb werden besondere Winteralufelgen verwendet, die eine widerstandsfähigere Lackierung besitzen.

Die Reparatur von Leichtmetallfelgen

Bei schwerwiegenden Beschädigungen wie z. B. Rissen können einteilige Leichtmetallfelgen nicht repariert werden, sodass sie ausgewechselt werden müssen. Dagegen lassen sich mehrteilige Felgen durch Austausch des beschädigten Teilelements instand setzen.

Reifen

Um bei eBay die passenden Kompletträder zu finden, müssen neben der Entscheidung über die Felgenart natürlich auch einige Aspekte bezüglich der Reifen selbst beachtet werden.

Reifenqualität

Auf der Reifenaußenwand befinden sich die sog. UTCQ-Daten (Uniform Tire Quality Grade), die eine Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Reifen ermöglichen.

Die Verschleißgeschwindigkeit eines Reifens wird durch den Tradewear-Wert ausgedrückt. Ein Tradewear von 250 besagt zum Beispiel, dass ein Reifen 2,5-fach langsamer als ein sogenannter Normreifen verschleißt. Pkw-Reifen weisen üblicherweise einen Tradewear zwischen 250 und 300 auf.

Der Traction-Wert trifft eine Aussage über die Bodenhaftung des Reifens auf nassem Untergrund. Die Traction-Kategorien AA, A, B und C beziehen sich auf die Länge des Bremsweges.

Aus dem nach A, B und C klassifizierten Erwärmungswiderstand (Temperature) lässt sich die Fähigkeit des Reifens zur Wärmeableitung ablesen. Bei schlechter Wärmeabführung können Reifenschäden auftreten.

Lebensdauer eines Reifens

Nach dem amerikanischen Verkehrsministerium Department of Transportation ist die sog. DOT-Nummer benannt, die über das Herstellungsdatum von Reifen informiert. Ist ein Reifen zum Beispiel mit 0610 markiert, so wurde er in der sechsten Woche des Jahres 2010 produziert.

Ungebrauchte Reifen werden, soweit sie sachgemäß gelagert wurden, bis zu fünf Jahre nach ihrer Herstellung als Neureifen verkauft. Von einer verschlechterten Bodenhaftung aufgrund des unelastischer werdenden Reifenmaterials wird ab einem Alter zwischen 6 und 10 Jahren ausgegangen.

Beim Erwerb eines Komplettrades sollte daher beachtet werden, dass ein Reifen auch unbenutzt altert und somit ein schon vor einiger Zeit hergestellter Reifen eine reduzierte Lebensdauer aufweist. Vor dem Jahrtausendwechsel produzierte Reifen, die eine dreistellige DOT-Nummer besitzen, sollten nicht mehr gekauft werden.

EU-Reifenlabel

Ab dem 1. November 2012 besteht eine erweiterte Kennzeichnungspflicht für Pkw- und Lkw-Reifen, die allerdings nicht für Oldtimerreifen und runderneuerte Reifen gilt. Auf einem gesonderten Etikett sind Daten zu den Auswirkungen auf den Kraftstoffverbrauch, zur Bodenhaftung auf nassem Untergrund und zu den Geräuschemissionen aufgeführt.

Die Energieeffizienz eines Reifens, die sich am Rollwiderstand misst, wird in die Kategorien A bis G unterteilt. Ein Fahrzeug, das mit einem Kategorie-A-Reifen 6,6 l/100 km verbraucht, benötigt bei einem B-Reifen 0,1 und bei einem G-Reifen über 0,15 Liter mehr Treibstoff.

Die Nasshaftung misst den Bremsweg bei 80 km/h Ausgangsgeschwindigkeit auf nasser Fahrbahn. Kategorie-A-Reifen haben gegenüber Kategorie B einen um 3 m und gegenüber Kategorie F einen um 6 m kürzeren Bremsweg.

Die nach drei Klassen eingeteilten Geräuschemissionen der Reifen nehmen Bezug auf EU-Grenzwerte. Ein aus drei Schallwellen bestehendes Symbol bezeichnet einen Reifen, der die aktuellen EU-Grenzwerte erfüllt. Zwei Schallwellen erhalten Reifen, die die ab 2016 gültigen EU-Grenzwerte um bis zu 3 Dezibel unterschreiten. Eine Kennzeichnung mit einer Welle ist Reifen vorbehalten, die den EU-Standard 2016 um mehr als 3 Dezibel unterschreiten.

Profiltiefe

In allen EU-Ländern sind Mindestprofiltiefen von 1,6 mm vorgeschrieben. In Österreich existiert darüber hinaus eine allgemeine Winterrad-Mindestprofiltiefe von 4 mm.

Bei Unterschreiten der in der Laufflächenmitte gemessenen Mindestprofiltiefe muss der Reifen ausgetauscht werden. Wird ein Verkehrsunfall durch zu geringe Profiltiefen verursacht, kann die Kfz-Haftpflichtversicherung Regress nehmen.

Winter- und Sommerreifen oder Ganzjahresreifen?

Bei einem Kauf von Kompletträdern ist auch zu entscheiden, ob Winter- und Sommerreifensätze oder Ganzjahresreifen erworben werden sollen.

Für schneefreien Untergrund geeignete Sommerreifen nutzen sich langsamer ab und weisen auch bei höheren Temperaturen eine gute Festigkeit auf.

Winterreifen, deren Gummi auch bei Kälte ausreichend elastisch ist, tragen das M+S-Zeichen. Einige Reifenhersteller verwenden auch das dreizackige Alpine Symbol. In Österreich und Deutschland besteht eine Winterreifenpflicht. In der Schweiz existiert dagegen nur eine allgemeine Betriebssicherheitspflicht. Auf eBay können Sie sich die passenden Winterreifen und Felgen unkompliziert anschaffen.

Ganzjahresreifen eignen sich, wenn das Fahrzeug nur in flacheren Regionen ohne starke jahreszeitliche Temperaturschwankungen gefahren wird. Sie ersparen dann den Zeit- und Kostenaufwand eines zweimal jährlich durchzuführenden Reifenwechsels sowie die Kosten eines zweiten Reifensatzes. Bei eBay kann man unkompliziert auch Ganzjahresreifen kaufen.

Ganzjahresreifen führen jedoch zu einem im Vergleich zu Sommerreifen und Sommerrädern größeren Treibstoffverbrauch und Verschleiß und erreichen nicht die Leistungen eines Winterreifens bei kalten Witterungsverhältnissen.

Auch sehr interessant ist die Technologie des Runflat Reifen, die auch unter der Bezeichnung Self Supporting Tires bekannt sind und bei einer Reifenpanne durch verstärkte Flanken auch ohne Luft eine Strecke von etwa 80 Kilometern bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zurücklegen können. Dadurch vermeiden Sie riskante Aktionen am Seitenstreifen und haben gegebenenfalls noch die Möglichkeit zur Werkstatt Ihres Vertrauens zu fahren.

Breitreifen oder Normalreifen?

Mit geringerer Profiltiefe und weicherem Gummi versehene Breitreifen ermöglichen kräftigere Beschleunigungs- und Bremsmanöver und zeigen in Kurven eine erhöhte Haftreibung. Bei trockenen Straßenbedingungen ermöglichen Breitreifen höhere Geschwindigkeiten. Normalreifen sind hingegen wegen ihrer besseren Wasserverdrängung auf nassen Fahrbahnen überlegen.

Breitreifen, die eine ideale Bodenhaftung erst zwischen 60 und 90 °C erreichen, können wegen der eher unbeständigen Witterungsverhältnisse in Mitteleuropa das Unfallrisiko erhöhen. Daher werden Fahrzeuge gewöhnlich nicht serienmäßig mit Breitreifen ausgestattet.

Neue oder gebrauchte Reifen?

Gebrauchtreifen sind zwar kostengünstiger als Neureifen, doch lässt sich meist die Art ihrer Vorbenutzung schwer einschätzen. Zudem verfügen sie gewöhnlich über recht geringe Profiltiefen. Die Qualität neuer Reifen kann demgegenüber zweifelsfrei eingeschätzt werden.

Gebrauchtreifen müssen besonders sorgfältig auf ihre Qualität geprüft werden. Vorsicht ist bei Rädern geboten, die in ein Unfallgeschehen einbezogen waren, da sich Felgen bei einem Unfall verziehen und Reifen nicht sichtbare Schäden davontragen können. Sicherheitshalber sollte ein Sachverständiger das Rad begutachten. Bei verbleibenden Zweifeln sollte ein Kauf nicht getätigt werden.

Dagegen lassen sich kleinere Kratzer an einer Felge mit Spezialpolituren entfernen. Ebenso können Beschädigungen mehrteiliger Felgen durch Teileaustausch repariert werden.

Ein Kauf von Kompletträdern mit einer Leichtmetallfelge sollte nur bei Unversehrtheit der Lackschicht und auch nur dann erfolgen, wenn keine anderen größeren Schäden vorliegen, da diese oft zu erheblichen Instandsetzungskosten führen.

Runderneuerte Reifen

Runderneuerte Reifen werden aus Altreifen durch Belegung mit einer neuen Lauffläche hergestellt. Ihre Produktionskosten betragen nur ungefähr ein Drittel der Kosten neuer Reifen. Ihre nur seltene Verwendung als Pkw-Bereifung ist auch auf die herstellerseitige Rückstufung ihres Geschwindigkeitsindexes zurückzuführen, sodass sie sich nicht als Hochgeschwindigkeitsreifen verwenden lassen. Außerdem tritt bei runderneuerten Reifen gelegentlich eine Unwucht auf.

Preisunterschiede

Während sich die Preise von Stahl- und einteiligen Leichtmetallfelgen angenähert haben, wird für Kompletträder mit mehrteiligen Leichtmetallfelgen ein höherer Preisaufschlag verlangt.

Wegen der Sicherheitsrelevanz der Felgen, die das Fahrzeuggewicht dauerhaft und zuverlässig tragen müssen, sollte nicht allein ein günstiger Preis die Kaufentscheidung bestimmen. Markenprodukte, die einen Qualitätsstandard gewährleisten, sind zu bevorzugen. Um sich bei der Anschaffung bares Geld zu sparen, ist es auch eine Option sich runderneuerte Reifen zu kaufen.

Betriebserlaubnis für Kompletträder

Kompletträder dürfen dann ohne TÜV-Prüfung montiert werden, wenn ihre Eintragungsfreiheit durch den Radhersteller bestätigt wurde. Die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) ist den Fahrzeugpapieren beizufügen.

Liegt jedoch nur ein Teilegutachten vor oder wird in den ABE auf eine Eintragungspflicht hingewiesen, muss eine TÜV-Prüfung auch dann durchgeführt werden, wenn die Daten des neuen Komplettrades bereits zutreffend in den Fahrzeugpapieren enthalten sind. Soweit von den Kompletträdern keine Gefahr für die Verkehrssicherheit ausgeht, erfolgt nach Erteilung der Betriebserlaubnis die Eintragung in die Fahrzeugpapiere.

Gewährleistungsrechte

Komplettreifen, die über Werkstätten oder gewerbliche Reifenhändler bezogen werden, sind meistens etwas teurer als bei Privathändlern. Bedenken sollte man, dass dem Käufer neuer Kompletträder bei einem gewerblichen Händler, auch bei einem Kauf über das Internet, ein zweijähriges Gewährleistungsrecht zusteht. Bei gebrauchten Kompletträdern kann dieses Recht vertraglich auf ein Jahr begrenzt werden.

Fazit

Beim Kauf von Kompletträdern ist unbedingt auf Qualität und vollständige Unversehrtheit der Reifen zu achten. Andernfalls können sie schnell ein Sicherheitsrisiko darstellen. Der bequemste Weg zur neuen Autobereifung führt über eBay.

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