Komplett-Bausätze für Lautsprecher-Teile

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Komplett-Bausätze für Lautsprecher-Teile

Weich im Klang, harmonischer Frequenzgang, zarte Höhen und wuchtige Tiefen – die Beschreibungen von Lautsprechern lesen sich zuweilen wie Weinbeschreibungen. Kein Wunder, denn schließlich ist der Audio-Bereich vor allem eines: ein klanglicher Genuss. Liebhaber investieren viel Zeit und Geld in die Zusammenstellung der optimalen Hi-Fi-Anlage. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, der wagt sich selbst an den Bau von dem gewünschten Lautsprecher-Set.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Sie müssen sich in Sachen Form, Größe, Farbe und Klang nicht mit dem zufriedengeben, was der Markt Ihnen anbietet. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick und vor allem viel Geduld können Sie sich Ihre individuellen Lautsprecher selbst gestalten und bauen. So können Sie nicht nur die Optik, sondern auch den ganz individuellen Klang Ihrer Lautsprecher selbst bestimmen. Der einfachste Weg zu den neuen Wunschlautsprechern führt über Komplett-Bausätze. Diese bieten Ihnen den Vorteil, dass alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind und Ihnen so einen großen Teil der Arbeit abnehmen.

Vom Profi bis zum Einsteiger: Komplett-Bausätze für Lautsprecher bieten das Richtige für jeden

Es gibt Lautsprecher-Bausätze in unterschiedlichen Ausführungen, sodass sowohl Anfänger als auch erfahrene Boxenbauer auf ihre Kosten kommen. So gibt es Bausätze, die nur auf das Gehäuse ausgelegt sind. Diese Sets sind in den unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich, sodass die Individualität nicht zu kurz kommt.

Bausätze für das Gehäuse

Der Vorteil liegt darin, dass Sie weder teures Holzwerkzeug beschaffen müssen, noch einen Schreiner zu konsultieren haben. Hier sind alle Teile von professionellen Lautsprecherbauern entworfen und von Holzfachleuten zugeschnitten worden. Daher können Sie sich sicher, sein, dass ein Teil zum anderen passt. Bei der Wahl der sogenannten Chassis, der Soundquelle an sich, haben Sie hier die freie Auswahl. Die weitere Elektronik, zum Beispiel Frequenzweichen, können hier auch individuell von Ihnen ausgewählt werden.

Bausätze für Gehäuse und Elektronik

Eine zweite Variante bilden Bausätze, die vom Gehäuse bis hin zur Elektronik alles beinhalten und nur noch von Ihnen zusammengebaut werden müssen. Hier liegen Ihre Freiheiten in der individuellen Gestaltung des Gehäuses, das Sie so bemalen und lackieren können, wie es Ihnen gefällt. Diese Sets bieten gerade Anfängern den Vorteil, dass alle Komponenten miteinander harmonieren. So sind Sie als Neuling in der Self-Made-Audiowelt garantiert auf der sicheren Seite.

In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen mit einigen Tipps und Tricks dabei helfen, Ihre eigenen Lautsprecher zu bauen. Welches Werkzeug wird benötigt? Welche Lautsprecherarten gibt es überhaupt? Und welches Gehäuse eignet sich am besten? Auf diese und viele weiteren Fragen soll dieser Ratgeber antworten geben.

Checkliste vorab: Diese Werkzeuge benötigen Sie, um mit einem Komplettbausatz Lautsprecher zu bauen

Ziel ist es, beim Bau von Lautsprechern ein ansprechendes Ergebnis zu erzielen, auf das Sie lange stolz sein können. Die Lautsprecher können zwar durchaus eine individuelle Note enthalten, dafür sind sie schließlich selbst gebaut. Letzten Endes geht jedoch nichts über einen professionellen Anblick und einen einwandfreien Sound. Lautsprecher sind empfindliche und höchst komplexe technische Geräte, bei denen kleinere Fehler schon zu großen Störungen im Klang führen können. Aus diesem Grund ist beim Bau Präzision gefragt. Die ist nur dann möglich, wenn Sie professionelles Werkzeug zur Verfügung haben. Ein Lautsprecher besteht grob gesagt aus drei Komponenten:

  • dem Gehäuse
  • den Chassis
  • der Elektronik

Diese gilt es, optimal miteinander zu kombinieren.

Stichsäge, Holzfräse, Lötkolben & Co

Haben Sie sich für einen bereits zugeschnittenen Bausatz entschieden fallen bereits einige teure Werkzeuge, wie eine hochwertige Holzsäge und eine Fräse zur Erstellung der Nuten, weg. Möchten Sie die Chassis selbst in den Lautsprecher einfügen, benötigen Sie eine feine Stichsäge, um das dafür vorgesehene Loch in den Korpus zu sägen. Da das Chassis im Idealfall plan eingebaut werden soll, benötigen Sie hier ebenfalls eine Holzfräse mit einem Winkelschleiferaufsatz. Wenn Sie sich an die Elektronik wagen möchten und zum Beispiel eine eigene Frequenzweiche kreieren möchten, benötigen Sie neben Platinen, Kondenstoren und Spulen ebenfalls einen Lötkolben, um die Teile auf der Platine zu befestigen.

Leim & Schraubzwingen

Bevor Sie sich an die Anbringung der Chassis und Elektronik machen, wird das Gehäuse komplett aufgebaut. Hierfür benötigen Sie Leim und Schraubzwingen, die das geleimte Holz zum Trocknen auf Spannung in der richtigen Position halten. Achten Sie dabei darauf, an allen Stellen den gleichen Druck aufzubauen, damit sich das Holz nicht verzieht.

Schwingschleifer & Lack

Um das Gehäuse im Anschluss daran nach Ihrem individuellen Geschmack farblich zu gestalten, empfiehlt sich Lack. Dieser wird entweder mit Sprühdosen oder mit einer Farbrolle appliziert. Davor sollte das Gehäuse am besten mit einem Schwingschleifer aufgeraut werden, um ein gleichmäßiges Farbergebnis zu gewährleisten. Wer hier auf absolute Perfektion Wert legt, sollte einen Lackierer zurate ziehen. Diese haben besondere Möglichkeiten, Holzflächen professionell zu veredeln.

Hochtöner, Mitteltöner, Tieftöner: Diese Chassis-Arten gibt es

Chassis sind die Elemente des Lautsprechers, die von einem Verstärker mit elektronischen Signalen versorgt werden. Über einen sogenannten Wandler wird innerhalb des Chassis das Wechselstromsignal in Schwingungen der Lautsprechermembran umgesetzt. Diese Schwingung erzeugt Schallwellen in der Luft, die in unserem Gehör als Klang, Ton oder Musik wahrgenommen werden. Chassis sind daher bei der Klangerzeugung zentral.

Je nach Bauweise eignen sich Chassis für unterschiedliche Frequenzbereiche. Große Chassis mit großen Membranen eignen sich eher für druckvolle Bässe, da hier mehr Luft verdrängt werden kann. Hohe Frequenzen bestehen aus schnellen und kurzwelligen Schallwellen, daher eignen sich hier, kleine und sensible Membranen optimal. Man unterscheidet in der Regel zwischen drei Arten von Chassis:

Um den gesamten Frequenzbereich optimal wiedergeben zu können, wird das Signal in verschiedene Bereiche aufgeteilt, die je einem Chassis zugeordnet werden. Oft werden mehrere Chassis verschiedener Arten in einem Gehäuse verbaut. Man spricht dann von 2- bzw. 3-Wege-Lautsprechern.

Bändchen, Folie oder dynamisch - der Klang entsteht innerhalb der Chassis

Man unterscheidet zwischen dynamischen Lautsprechern und magnetostatischen Lautsprechern, zu denen Bändchen- und Folienlautsprecher gezählt werden. Der Unterschied der einzelnen Systeme liegt in der Übertragung des elektronischen Wechselstromsignals auf die Membran. So eignen sich die verschiedenen Bauweisen für unterschiedliche Frequenzbereiche.

Bei dynamischen Schwingspulenlautsprechern ist der Wandler eine zu einer Spule aufgewickelte elektrische Leitung. Diese wird von dem Verstärker mit schnellen Wechselstromsignalen versorgt. Dadurch entsteht um die Spule herum ein Magnetfeld, das im Takt des Wechselstromsignals seine Richtung wechselt. Um die Spule herum sind zwei Dauermagneten angebracht. Durch das sich ändernde Magnetfeld der Spule beginnt diese zwischen den Dauermagneten zu schwingen. Die Membran des Lautsprechers ist an einer Stelle mit dieser Spule verbunden, sodass sich die Schwingung auf die Membran überträgt. Dadurch, dass hier ein großer Druck erzeugt werden kann, eignen sich Schwingspulenlautsprecher vor allem für Basslautsprecher mit einer großen Membran.

Bei Folien- und Bändchenlautsprechern wird das Signal direkt auf die Membran übertragen. Im Falle von Bändchenlautsprechern bildet die Membran selbst den Leiter und wird direkt von Verstärkersignal in Schwingung versetzt. Beim Folienlautsprecher besteht die Membran aus einem feinen Kunststoffmaterial, das mit Leiterbahnen durchzogen ist. Diese bringen die Membran direkt zum Schwingen. Die Membranen dieser Lautsprecher können aufgrund der Bauweise nur recht klein gehalten werden. Durch die direkte Schallabgabe und eine besonders schnelle Reaktionszeit eignen sich die Magnetostaten für die Wiedergabe von Höhen besonders gut.

Elektronik Marke Eigenbau: Frequenzweichen können selbst hergestellt werden

Damit die einzelnen Lautsprecherchassis immer die richtigen Frequenzbereiche wiedergeben, werden Frequenzweichen eingesetzt. Diese sorgen dafür, dass nur die Frequenzen an das jeweilige Chassis durchgelassen werden, für die es designt wurde. Es gibt unterschiedliche Arten von Frequenzweichen, in der Regel sind sie jedoch in das Lautsprechergehäuse integriert und zwischen den Verstärker und das jeweilige Chassis geschaltet.

Frequenzweichen bestehen aus verschiedenen Komponenten und werden auf Platinen gelötet. Wer sich für den Bereich Elektroakustik interessiert, der kann sich mithilfe einschlägiger Anleitungen und Schaltplänen selbst eine Frequenzweiche bauen. Hierfür ist jedoch ein wenig Erfahrung nötig – auch der Umgang mit einem Lötkolben sollte nicht fremd sein.

Generell gesprochen bestehen Frequenzweichen aus Spulen und Kondensatoren. Hier macht man sich die physikalischen Eigenschaften von Spulen und Kondensatoren zunutze. Spulen lassen tiefe Frequenzen passieren und blockieren hohe Frequenzbereiche (Tiefpass), während Kondensatoren tiefe Frequenzen aussperren und hohe Frequenzen zur Chassis durchlassen (Hochpass). Durch die Kombination der beiden Elemente und der richtigen Schaltung kann so eine Frequenzweiche gebaut werden, die genau den Frequenzbereich für ein bestimmtes Chassis passieren lässt.

Die Platinen werden in der Regel auf der Rückseite des Lautsprechergehäuses montiert.

Diese Gehäusearten bieten sich zum Selberbau an

Das Gehäuse spielt bei der Klangerzeugung ebenfalls eine zentrale Rolle. Dabei ist es besonders wichtig, dass das Volumen des Gehäuses optimal auf die gewählten Chassis abgestimmt ist.

Ein Gehäuse wird vor allem dafür benötigt, um den physikalischen Effekt des akustischen Kurzschlusses zu verhindern. Da eine Membran in beide Richtungen Schallwellen abstrahlt, kann es passieren, dass sich Wellen mit der gleichen Amplitude und der gleichen Frequenz gegenseitig auslöschen. Um das zu verhindern, müssen die beiden Schallbereiche vor und hinter der Membran voneinander getrennt werden.

Die einfachste Art dies zu tun, besteht in einem geschlossenen Gehäuse, in dem an einer Seite alle gewünschten Chassis eingelassen werden. Das Gehäuse verhindert, dass die Schallwellen vor und hinter der Membran miteinander interferieren. Der Vorteil der geschlossenen Gehäuse liegt in der relativ einfachen Bauart, die auch von Anfängern einfach nachgebaut werden kann. Es kann außerdem ein hervorragendes Impulsverhalten der Membranen vorweisen.

Der rückwärtige Schall wird bei dieser Lautsprechervariante nicht genutzt, was gerade bei Basslautsprechern klangliche Nachteile mit sich bringen kann.

Um dieses Problem zu lösen, wurden Bassreflexrohre entwickelt Diese werden in ein Loch in der Vorderseite des Lautsprechers eingelassen. Durch das Bassreflexrohr können auch dir rückwärtigen Schallwellen genutzt werden, um den Klang zu intensivieren. Durch Die Öffnung des Bassreflexrohrs strömen die Wellen nicht einfach hinaus, sondern schwingen im Rohr weiter. So wird das Rohr als eine eigene Schallquelle für die rückwärtig abgestrahlten Schallwellen optimal genutzt.

Wie bei allen Teilen des Lautsprechers gilt auch hier, dass die einzelnen Komponenten optimal zusammenpassen müssen. Ein unpassendes Reflexrohr kann, ebenso wie ein falsch berechnetes Gehäuse, die Akustik des Lautsprechers stark beeinflussen. Softwares und Internetportale bieten die Möglichkeit, die perfekte Größe für Ihr Bassreflexrohr zu berechnen.

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