Kommunikation/Beschwichtigung: Hund/Hund + Mensch/Hund

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Beginnen möchte ich diesen Ratgeber mit einem Zitat:

"Gewalt bewirkt niemals etwas Gutes,

weder bei Menschen noch bei Hunden" 

- Turid Rugaas 1999 -

Calming Signals

In der Literatür über Wölfe findet man bestimmte Merkmale iher Körpersprache beschrieben, die als "cut off signals" bezeichnet werden, weil die Beobachter gesehen haben, wie der Gebrauch dieser Signale Aggressionen stoppte. Diese Signale sind seit vielen Jahren bekannt und in zahlreichen Büchern geschildert worden.

Hunde haben - entgegen einiger Fachmeinungen - dieselben sozialen Fähigkeiten, Konflikte abzuwehren, wie Wölfe, wobei der einzige Unterschied darin besteht, dass Wölfe meist viel intensiver und direkter miteinander kommunizieren als Hunde. Unsere domestizierten Hunde können zwar ebenfalls sehr deutlich und direkt sein, aber sie haben eine unauffälligere und feinere "Sprache".  

Wer Hunde als treue Kameraden ansieht, denen man "blind" vertrauen lernen muss, der versteht, wovon ich an dieser Stelle berichte!

"Der Hund ist Dir im Sturme treu,

der Mensch nicht mal im Winde" -

das ist meine Lebensphilosophie geworden, ergo würde ich meinen Hunden bedingungslos mein eigenes Leben anvertrauen wollen und so musste ich irgendwann begreifen lernen, meine Hunde "richtig" lesen und verstehen zu können (diese Lebensversicherung gilt umgekehrt natürlich ebenso, auch meine Hunde sollten mir in vollem Umfang vertrauen dürfen).

Unsere gemeinsame Aufgabe setzt eine konsequente Teamarbeit voraus und das erfordert nun einmal eine harte Disziplin im Mit- und Untereinander, wobei jeder sich auf jeden verlassen muss.

Oftmals werden "beschwichtigende Signale" der Hunde als Stoppsignale bezeichnet, weil sie sie in der Regel bereits einsetzen, bevor es etwas zu stoppen gibt, als reine Vorbeugungsmaßnahme eben, um Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen, Bedrohungen und Probleme zu vermeiden, Streß und Unruhe, Nervosität, laute Geräusche und andere unangenehme Dinge zu beschwichtigen.  Die Hunde benutzen sie meistens in einem frühen Stadium des Geschehens, um so zu verhindern, dass eine Situation eskaliert. 

Hunde sind schlicht und einfach ein Wunder an Kommunikation und Kooperation, Rudeltiere nämlich, deren Sozialverhalten zu einem wesentlichen Teil durch Konfliktvermeidung bestimmt ist.

Wir können viel von ihnen lernen, wenn wir die "Sprache der Hunde" erforschen und allmählich all die ausgefeilten Techniken zur Konfliktlösung erkennen, über die Hunde verfügen und wie tüchtig sie darin sind, Signale einzusetzen, einander zu helfen, wie rasch sie reagieren.

Das Erstaunliche daran ist wirklich, für sich selbst zu erkennen, wie diese Beschwichtigungssignale funktionieren und wie man sie für sich selbst einsetzen kann.

 

Oft helfen dabei schon minimale Veränderungen, wie beispielsweise bei den Begrüßungsritualen (um nur einige zu nennen):

Die Annäherung von Unbekannten sollte keinesfalls stürmisch, spontan, anstarrend und frontal auf den anderen ausgerichtet sein, das löst nur Angst, manchmal auch manchmal auch Aggression aus. Dennoch ist die Angst für den Hund (gilt gleichermaßen für jedes Lebenwesen!) ein wichtiges Element, um zu überleben und gefährliche Situationen zu vermeiden. Gerät ein Hund in Panik, kann er keine anderen Außensignale mehr aufnehmen, er sieht und hört nichts.  Ihn in dieser Situation belehren zu wollen, ist absolut sinnlos - hier bleibt abzuwarten, bis der Hund sich wieder beruhigt hat.  

Richtig wäre, in ruhigem, reduzierten Tempo - kurz fixieren, leicht wegschauen mit wenig abwendender Körperhaltung im kleinen Bogen aufeinander zu gehen. Das ist ein Hundesignal der freundlichen Absicht. In ähnlicher Weise sollte der Mensch vorgehen und dem Hund die Chance einer friedvollen Kontaktaufnahme lassen. 

Enge Umarmungen, festhalten, drücken, klammern sind ausschließlich im Kreise vertrauter Hunde/ Menschen eine echte Geste der Freundschaft und Verbundenheit, bei fremden hingegen löst das Verhalten Angst und Unterdrückung aus, ein Signal der Bedrohung.

"Bedrohung" in Situationen der Furcht und Unsicherheit, verursacht Stress - dazu mehr ein anderes Mal.

13.07.2007 - Ergänzung als Tipp: Klassische Beschwichtigungsgesten sind Gähnen, über-die-Lefzen-Lecken, Wegschauen und sich-Kleinmachen. Tut Ihr Hund das, sollten Sie ihn nicht auch noch schimpfen, er will doch gerade einlenken!

Dazu ein Beispiel: Ein hoch aufgerichteter Mensch, der starr seinen entfernten Hund fixiert, bedeutet diesem in "Hundesprache": Bleib bloß weg! Wenn er gleichzeitig "Hier" ruft, stürzt er den Hund in einen echten Konflikt, denn sein Führer, dem er vertraut, will nun Widersprüchliches von ihm. Die meisten Hunde versuchen dann, Zeit zu gewinnen und zögern zu kommen. Oder sie versuchen den Hund wie o.a. zu beschwichtigen. 

 

Diesen Ratgeber habe ich geschrieben als Hilfe, sich - hoffentlich! - wohler zu fühlen und als guten Start in ein neues Leben, das sich oft einfacher gestalten kann, als man glauben mag.

"Gib' dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund"

- überlieferter Ausspruch von Hildegard von Bingen -

 

In weiteren Ratgebern + Testberichten habe ich dazu mehr geschrieben und wem der Bericht zusagt, möge mir bitte eine Ja-Stimme geben!

DANKE!

 

 

 

 

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