Kommentar Ratgeber RC-Hubschrauber

Aufrufe 3 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

.. ja, dass die Rotorblätter in der Horizontalen mehr oder weniger beweglich sind IST gewollt, hat mit der Flugphysik des Hubschrauberprinzips zu tun, und nennt sich 'Schwenkgelenk' bzw. '-bewegung'. Ein Rotorblatt hat weniger, eines mehr Geschwindigkeit gg.über Grund in schnellem Vorwärtsflug, d.h. auch mehr bzw. weniger Auftrieb. Das in Fahrtrichtung vorwärts drehende Blatt hat durch den höheren Auftrieb auch gleichzeitig mehr Widerstand, und die Schwenkbewegung ermöglicht hier einen Geschwindigkeitsausgleich, sonst würde eine Seite des Helikopters quasi immer 'nach oben weg wollen', das gilt aber nur für das (schnell) fliegende Fluggerät, beim Schweben bzw. in langsamer Vorwärtsfahrt merkt man nichts oder kaum etwas von der Schwenkbewegung, trotzdem sollte man die Rotorblätter auch als Anfänger nie zu fest 'anknallen', immer ungefähr nach folgendem Prinzip: Dreht man den Rotorkopf und bremst ihn mit der 'Daumenbremse' (dem Knopf auf dem Rotorkopf, dieser dient zum Abbremsen der Auslaufbewegung des Kopfes nach Gaswegnahme z.B. nach dem Landen), sollten die Blätter nie ganz bis zum Anschlag (massenträgheitsbedingt) bis zu ihrem Anschlag in den Blatthaltern weiterlaufen sondern nach einer kurzen Auslaufstrecke von selbst anhalten. Sind sie zu lose, besteht die Möglichkeit, je nach Ausführung der Blatthalter, dass die Kontrollierbarkeit der Blätter in ihrer eigentlich gewollten, axialen Verstellrichtung gg.über dem Rotorkopf, abnimmt, also der Helikopter nicht mehr exakt genug auf Cyclic und/oder Collective Pitch (Gas bzw. Nick/Roll) reagiert, also ungenau wird und sich damit die Absturzgefahr erhöht.

Bei älteren realen Hubschraubern wie z.B. dem 'Huey' UH-1D/H sind außer den Schwenk- auch noch sog. Schlaggelenke vorhanden, die zusätzlich zum Vor- bzw. Nacheilen der unterschiedlich angeströmten Blätter auch noch ein Ausweichen nach oben ermöglichen, bei (mittlerweile den meisten) neueren Hubschraubern wie auch den Modellen geschieht dies einfach durch ihre eigene Flexibilität, meist fallen bei den neueren Helikoptern (BK-117 etc.) auch schon die Schwenkgelenke weg und sind ganz durch z.B. elastomere Verbindungen zw. Blatt und Kopf ersetzt.

Ansonsten kann ich meinem Vorredner erfahrungsbedingt nur beipflichten, GEDULD, am Anfang ABSOLUTE Windstille -wenn möglich und verfügbar eine Turnhalle, Platz, Tauschakkus, zu empfehlen wäre noch ein 'Crashkit' mit den allernötigsten Teilen zum schnellen Austauschen und Reparieren, auch, wenn's sein muß, mal auf dem Übungsgelände, nichts ist lähmender als die ewigen (langen) Unterbrechungen beim Lernen durch Crashs und das damit verbundene Warten auf die nötigen Ersatzteile.

Mir hat es sehr geholfen den Gyro fast bis zum Anschlag aufzudrehen, bis an die Stabilitätsgrenze, an der das Heck anfängt zu 'tanzen', das geht natürlich nur wenn man den Heli sehr sorgfältig aufgebaut hat und er weitestgehend vibrationsfrei ist, sonst interpretiert der Gyro die Bewegungen als 'Ausbrechen' und fängt an zu korrigieren, zu 'tanzen', also z.B. Blattlauf sehr penibel einstellen und bei Testläufen mögliche Vibrationsquellen herausfinden und ausmerzen, oft ist eine (teilweise von Werk aus) krumme Hauptwelle schuld an zu starken Vibrationen. Eine Edelstahlwelle (Sonderzubehör) kann hier Abhilfe schaffen. Überprüfen Sie auch die Heckabstrebungen auf festen Sitz und Verbindung zum Heckrohr, oft ist die Verbindungsschelle nur lose auf den Tailboom (des Heckrohr) aufgeschoben und bringt somit kaum eine Wirkung.

Viel Spaß ansonsten bei diesen wunderschönen Hobby!

P.S.: Die schon vom Vorredner erwähnte 'helischool' ist auch nur wärmstens zu empfehlen!

 

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden