Kniegelenksoperationen

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Früher oder später bekommen die meisten Menschen Ärger mit den Gelenken. Wer im Beruf viel steht oder schleppt, wer sich viel sportlich betätigt, z.B. Fußball, Tennis, Squash etc. muß sich nicht wundern, wenn irgendwann die Knorpel abgenutzt sind. Auch Jogging geht gewaltig auf die Knie, speziell beim Laufen auf Asphalt. Gesund ist da eigentlich nur Radfahren, weil dadurch das Gewicht des Radfahrers nicht auf die Knie einwirkt und im Gegenteil sich genügend "Gelenkschmiere" aufbaut. Es gibt jedoch auch Spezialisten, die trotz Gangschaltung in bergigem Gelände durch übertriebenen Eifer ihre Knie ruinieren.
Wenn man erstmal eine Gonarthrose der Knie hat, helfen einige Zeit Salben oder Medikamente. Orthopäden geben auch gern teure Spritzen ins Knie, die sie natürlich nur privat abrechnen. Eine Spritze ins Knie sollte man nur unter Operationssaal-ähnlichen Bedingungen akzeptieren. Weil nämlich sonst die Infektionsgefahr sehr groß ist. Eine Infektion im Knie ist ein Mega-Gau!! Durch eine Arthroskopie im Krankenhaus kann der Orthopäde a) die vorhandene Schädigung genau erkennen und b) mittels eingeführter Instrumente Schädigungen glätten oder abgenutztes Material entfernen.
Eine wesentlich größeres Abenteuer ist ein neues Kniegelenk. Damit sollte man meiner Meinung nach warten, bis man wirklich nur noch unter Qualen laufen kann. Entgegen der gängigen Meinung, das sei inzwischen so etwas wie eine Standard-Operation, für die man sich getrost  in jedes Krankenhaus begeben könne, ist sie das eben nicht! Viele Chirurgen operieren rasend gerne, nicht jeder aber ist der Könner, dem
der Patient voreilig vertrauen sollte. Auch das "Ranking" von Kliniken ist da nicht immer hilfreich. Man sollte nur der Statistik glauben, die man selbst gefälscht hat. Was nützt die Aussage, Klinik XY hat pro Jahr 400 Kniegelenksoperationen gemacht, wenn man nicht weiß, wieviele Patienten Revisions-Operationen erleiden mussten, weil die erste Operation wegen Kunstfehlern verschlampt wurde? Eigentlich müssten die Krankenkassen ihren Mitgliedern auf Nachfrage mitteilen können, wie hoch die Trefferquote beim anvisierten Krankenhaus ist! Eine kleine Aufzählung von missglückten Kniegelenksoperationen in meinem Bekanntenkreis: Patientin erhält ein zu großes Kniegelenk-Implantat, mit dem sie ihr Knie weder beugen noch strecken konnte. Wusste der Professor (Privatpatientin!) nicht, daß es mittlerweile unterschiedlich große Prothesen für Männer und Frauen gibt? Nach einem Jahr voller Schmerzen musste sich die Patientin zum zweiten Mal ein neues, diesmal kleineres Gelenk einbauen lassen. Eine aufmerksame Krankenschwester bemerkt am Tag Vier bei einem Patienten nach einer Kniegelenks-Operation, daß sich eine Infektion im Knie gebildet hatte. Es war schon Gewebe abgestorben. Also, Prothese wieder heraus und spülen, spülen. spülen. Nebenbei gesagt, durch eine Infektion kann man auch das ganze Bein verlieren! Nach einem Jahr musste sich der Patient nochmal einer Revisions-Operation unterziehen: die Kniescheibe war zu tief angesetzt, er konnte damit nicht laufen. Einem anderen Patienten wurde ein zu grosser Kniescheibenrueckflaechen-Ersatz implantiert, aber lt. Klinik war alles normal. Inzwischen war dem Patienten eine chronische Nervenentzündung im Knie diagnostiziert  und die monatelange Einnahme von hochdosierten Schmerzmitteln mit vielen schädlichen Nebenwirkungen zugemutet worden. Das mit den zu tief gesetzten Kniescheiben ist ein Phänomen: trotz computerberechneten Operations-Voruntersuchungen habe ich das jetzt schon öfters gehört. Ein Wechsel des Kniegelenks ist keine leichte Operation, die man mal so eben an sich machen lässt! Da wird gesägt und gehämmert, das ist eine richtig große, schwere, langwierige Operation.  Hüftgelenksoperationen sind leichter verträglich, auch nicht so schwierig wie beim Knie.  Nach dem Krankenhaus-Aufenthalt verbringt man dann mindestens drei Wochen in einer Reha-Klinik, um wieder laufen zu lernen, oft recht mühsam. Die ganze Aktion dauert in der Regel mindestens drei Monate, oft auch länger.
Obwohl es immer wieder Patienten gibt, wo alles prima geklappt hat, sollte man sich vor Augen halten, daß es auch anders ausgehen kann.Wenn dann die Operation schiefgegangen ist, kann der geschädigte und schmerzgeplagte Patient sich um Rat wegen Schmerzensgeldforderungen an seine Krankenkasse wenden. Die hat ein vitales Interesse daran, der Klinik, die eine Operation verbockt hat, Regressforderungen zu stellen. Immerhin musste die Krankenkasse mit den Folgekosten insgesamt mehr bezahlen, als eine richtig ausgeführte Operation gekostet hätte. Das Ergebnis der Untersuchung wird in der Regel als Gutachtenkopie dem Patienten  k o s t e n l o s zur Verfügung gestellt. Sowas dauert ca. sechs Monate. Der zweite, ebenfalls   k o s t e n l o s e Weg führt über die Gutachterkommission der Ärztekammer. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer ist etwa eineinhalb Jahre. Das Ergebnis geht dem Patienten in Form eines Gutachtens zu. Prozesse dauern gewöhnlich jahrelang und kosten durch Antwaltsgebühren immens.. Mit einem Gutachten lässt sich die gegnerische Versicherung eher auf einen Vergleich mit dem Patienten ein.
Mit einem neuen Kniegelenk hat man ca. 15 Jahre Ruhe, beim weiteren Joggen, Marathon oder Tennisspielen etliche Jahre weniger.
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