Klemmmarkisen: Sonnenschutz anbringen ohne Bohren und Dübeln

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Klemmmarkisen: Sonnenschutz anbringen ohne bohren und dübeln

Ein Balkon wird erst richtig wohnlich, wenn er bei nahezu jedem Wetter genutzt werden kann. Sonnenschein und Hitze im Sommer können allerdings auch schnell zu viel werden, besonders in der heißen Mittags- und Nachmittagssonne. Eine Markise ist dann die perfekte Lösung, um die Sonne zumindest temporär auszusperren, damit es nicht zu heiß wird und die Helligkeit nicht blendet. Doch insbesondere in Mietwohnungen oder bei der Nutzung von Gemeinschaftseigentum ist es häufig nicht erlaubt, eine herkömmliche Markise für den Sonnenschutz an den Hauswänden zu befestigen. Würde die Markise später entfernt, blieben Löcher und Rückstände zurück. Die perfekte Lösung ist deshalb insbesondere für Mieter die Nutzung eines Sonnensegels oder einer Klemmmarkise.

Einfache Montage ohne Bohren: Klemmmarkisen für den flexiblen Einsatz in der Mietwohnung

Klemmmarkisen werden mithilfe von Klemmstützen zwischen dem Boden und der Decke befestigt. Für ihre Stabilität sorgt der entstandene Druck, den die Klemmstützen auf ihre Kontaktpunkte ausüben. Deshalb muss die Klemmmarkise nicht zusätzlich verschraubt werden. Bohrlöcher sind nicht erforderlich und die Wände behalten auch nach der späteren Entfernung der Markise keine Schäden zurück. Die Bedienung hingegen unterscheidet sich nicht von der normalen Markise: Mithilfe einer Handkurbel wird der Markisenstoff ausgerollt. Gegen einen Aufpreis besteht häufig die Möglichkeit, einen Elektromotor nachzurüsten, sodass die Markise automatisch bzw. sogar mithilfe einer Fernbedienung ausgefahren werden kann.

Die größten Vorteile der Markise zum Einklemmen

Die Klemmmarkise weist eine Vielzahl von Vorteilen auf, die für ihre Anschaffung sprechen:

  • Keine Schäden am Mauerwerk: Da die Markisenstützen nicht mit der Wand verbunden werden müssen, ist es nicht erforderlich, Löcher zu bohren. Wird die Markise später wieder abgebaut, sind keine Rückstände oder Schäden zu befürchten.
  • Das Mitnehmen ist kein Problem: Wenn Sie zur Miete leben und später einmal umziehen möchten, können Sie Ihre Klemmmarkise einfach und schnell abbauen und auf Ihrem neuen Balkon erneut montieren. Sie sind völlig flexibel.
  • Aufbewahrung im Winter: Der Markisenstoff und auch die Konstruktion werden auf Dauer in Mitleidenschaft gezogen, wenn sie im Winter ständig der Witterung ausgesetzt werden. Sie können die Markise daher im Spätherbst ganz einfach abmontieren und im Keller oder auf dem Dachboden einlagern.
  • Verstellbarer Neigungswinkel: Der Neigungswinkel kann bei den meisten Klemmmarkisen mit nur wenigen Handgriffen individuell verstellt werden. So lässt sich auch auf kleineren Balkonen ein ganztägiger Sonnenschutz erreichen.
  • Flexibler Einbau: Die Standrohre, auf denen eine Klemmmarkise basiert, können dank Teleskopfunktion individuell an die vorhandene Deckenhöhe angepasst werden.
  • Selbstmontage möglich: Klemmmarkisen können problemlos auch von Laien aufgebaut werden. Eine ausführliche Aufbauanleitung ermöglicht es, Schritt für Schritt vorzugehen. Spezielles Werkzeug oder Know-how ist hierfür nicht erforderlich. Notwendiges Werkzeug ist meist bereits im Lieferumfang enthalten.
  • Kein Standfuß: Auf kleinen Balkonen sorgt ein Sonnenschirm aufgrund des klobigen Standfußes für beengte Platzverhältnisse. Bei einer Klemmmarkise, die ebenfalls dem Sonnenschutz dienen kann, gibt es hingegen keinen lästigen Standfuß mit breiter Basis.
  • Auch für den mobilen Einsatz: Selbst Camper können auf Klemmmarkisen zurückgreifen, sofern ihr Gefährt die Möglichkeit bietet, die Klemmstützen zu befestigen. Dank des einfachen Auf- und Abbaus und der kompakten Form der zusammengelegten Markisen sind sie die richtige Wahl für das mobile Camping.

Wann eine Klemmmarkise keine geeignete Lösung für den Sonnenschutz ist

Auch wenn eine Klemmmarkise in sehr vielen Situationen sinnvoll genutzt werden kann, kann dennoch nicht jeder Verbraucher von dem System profitieren. Der Einsatz einer Klemmmarkise ist ausgeschlossen, wenn nicht eine Decke, ein Dach oder ein Mauervorsprung mit einer Tiefe von mindestens 20 cm vorhanden sind. In diesem Fall ist es nämlich nicht möglich, die Klemmstützen einzuklemmen.

Auch hinsichtlich der Höhe gibt es Einschränkungen. Standard-Klemmmarkisen decken gewöhnlich eine Höhe zwischen 2,25 und 2,75 m ab, wobei sie in diesem Bereich frei verstellt werden können. Ist die Deckenhöhe allerdings größer als 2,75 m, muss im Regelfall auf eine Sonderanfertigung zurückgegriffen werden, was natürlich ungleich teurer ist als ein Standardprodukt.

Beim Kauf sollte sehr genau auf die Funktionen der gewählten Markise geachtet werden. Ein verstellbarer Neigungswinkel für die Anpassung der Neigung an den Sonnenstand ist zwar bei den meisten Markisenmodellen zum Einklemmen vorhanden, jedoch längst nicht bei jedem Anbieter.

Schritt für Schritt: Eine Klemmmarkise auf dem heimischen Balkon selbst aufbauen

Im Folgenden werden die wichtigsten Schritte beim Aufbau einer Klemmmarkise grob umschrieben. Beachten Sie, dass die genaue Vorgehensweise je nach Anbieter auch variieren kann. Befolgen Sie beim Aufbau folgende Schritte:

Schritt 1:

Nehmen Sie die zwei Teleskop-Klemmstützen zur Hand. Stellen Sie den Spannmechanismus auf die Höhe Ihres Balkons oder Ihrer Terrasse ein. Messen Sie hierzu den Abstand vom Boden bis zur Decke. Messen Sie an den Stellen, an denen Sie später auch die Klemmstützen anbringen werden.

Schritt 2:

Montieren Sie die Kopf- und Fußteile an die senkrechten Rohre. Passen Sie das Maß der gesamten Konstruktion an, indem Sie die Teleskopstange zusammenschieben oder auseinanderziehen.

Schritt 3:

Nun sollten Sie festlegen, an welcher Seite des Gestänges Sie das Getriebe anbringen möchten. Die meisten Klemmmarkisen sind darauf ausgerichtet, von links bedient zu werden. Sollte es erforderlich werden, dass das Getriebe rechts angebracht wird, beispielsweise weil die linke Teleskopstange später durch Tische und Stühle blockiert ist, wird es ein wenig komplizierter. In diesem Fall muss zunächst der gesamte Markisenstoff abgewickelt werden. Anschließend wird er rechtsläufig wieder aufgespult, sodass die Laufrichtung zum Antrieb passt.

Schritt 4:

Sobald Sie die Gummikappen, die Wand und Boden vor Kratzern und Abdrücken schützen, auf die Enden der Teleskopstützen aufgesetzt haben, können Sie die senkrechte und lotrechte Verspannung der Rohre vornehmen. Eine Stellschraube unterstützt Sie bei der exakten Arretierung.

Schritt 5:

Montieren Sie nun das Getriebe an der Klemmstütze.

Schritt 6:

Rollen Sie den Markisenstoff ein bis zwei Meter weit ab, damit Sie die Öffnungen für die Montage der Markisenarme besser erreichen können. Schrauben Sie die Arme in die Öffnungen. Achten Sie darauf, dass sich die Senklöcher innen befinden. Rollen Sie nun das Markisentuch wieder auf und befestigen Sie die Markisenarme an den Teleskopstangen.

Sicherheit bei der Nutzung einer Klemmmarkise auf dem Balkon

Wenn eine Klemmmarkise korrekt montiert ist, bietet sie ähnlich große Sicherheit wie eine normale Markise. Dennoch sollte hier auf einige wichtige Sicherheitshinweise geachtet werden:

  • Eine Klemmmarkise sollten Sie stets einfahren, wenn Sie nicht zu Hause sind und auf einen plötzlichen Wetterumschwung nicht reagieren können.
  • Wenn Winde auftreten oder ein Gewitter aufzieht, sollte die Markise eingezogen werden, um zu vermeiden, dass sie vom Wind angehoben wird.
  • Eine zusätzliche Windsicherung, die am Gestänge angebracht wird, kann Beschädigungen durch Winde vermeiden und sollte daher beim Einsatz in höheren Stockwerken eine Selbstverständlichkeit sein.
  • Vergewissern Sie sich vor dem Kauf, dass das gewählte Modell mit einer Absturzsicherung ausgestattet ist. Sie kann verhindern, dass die Markise nach vorne und in die Tiefe stürzt. Dabei könnten Passanten verletzt oder die Fassade beschädigt werden. Eine Lockerung der Markise kann beispielsweise durch Materialveränderungen bei Temperaturschwankungen entstehen.

Rechtliche Fallstricke: was hinsichtlich der Nutzung von Klemmmarkisen erlaubt ist

Auf dem ersten Blick drängt sich der Gedanke auf, dass die Anbringung einer Klemmmarkise den Vermieter oder die anderen Eigentümer in Wohnungseigentümergemeinschaften nicht zu kümmern hat. Schließlich kann man hier nicht von einer direkten baulichen Veränderung sprechen, die der Genehmigung der anderen Eigentümer unterliegen würde.

Problematisch wird es allerdings, wenn das Erscheinungsbild des gesamten Gebäudes negativ beeinflusst wird – und dies ist bei der Anbringung einer Markise nahezu immer der Fall. Bereits im Jahr 1981 entschied das Oberlandesgericht Köln, dass die Art der Befestigung keine Rolle spielt, wenn es um die Frage nach einer baulichen Veränderung geht. Lediglich die Optik ist entscheidend. Deshalb sollten Sie als Mieter auch bei einer Klemmmarkise stets den Vermieter vorab fragen, was im und am Haus erlaubt ist. Müssen Sie die Markise nachträglich wieder entfernen, ist dies umso ärgerlicher, zumal die Rückgabe nach dem Aufbau im Regelfall nicht mehr möglich sein dürfte.

Der Markisenstoff: die Auswahl aus hervorragenden Materialien

Markisentücher können aus verschiedensten Stoffen und Materialien bestehen. Häufig werden PVC- oder Acryl-Stoffe verwendet. Aber auch andere Materialien stehen zur Verfügung. Achten Sie bei Ihrer Auswahl auf die folgenden Eigenschaften:

  • UV-Beständigkeit: Viele Materialien, allen voran PVC, halten die gefährliche UV-Strahlung der Sonne ab, sodass Sie bei einem Aufenthalt auf Ihrem Balkon keine Gefahr für Ihre Haut fürchten müssen.
  • Selbstreinigung: Wenn von der Selbstreinigungsfunktion die Rede ist, geht es gewöhnlich um die Nano-Technologie. Durch eine spezielle Beschichtung perlen Wasser und Schmutzpartikel einfach vom Markisentuch ab. Eine Verschmutzung ist nicht möglich.
  • Waschbarkeit: Achten Sie darauf, ob ein Markisentuch in der Waschmaschine gewaschen werden kann. Hierfür sollte es natürlich vollständig abnehmbar sein.

Für eine besonders lange Haltbarkeit: die Einlagerung im Winter

Viele Markisenbesitzer nehmen das gute Stück im Herbst ab, um es vor den Einflüssen von Schnee und Eis zu schützen. Damit Sie auch im nächsten Jahr wieder viel Freude an Ihrer Markise haben, sollten Sie jedoch einige Grundregeln beachten. Bevor Sie die Markise abnehmen, müssen Sie sicherstellen, dass der Markisenstoff wirklich trocken ist. Rollen Sie sie an einem sonnigen, windstillen Herbsttag komplett aus, sodass der Stoff trocknen kann. Erst dann fahren Sie sie wieder ein und bauen die Markise ab. Anschließend können Sie sie in Folie einpacken und beispielsweise im Keller oder auf dem Dachboden lagern. Wichtig ist lediglich, dass am Lagerort Trockenheit gewährleistet werden kann.

Wenn im Markisentuch noch Restfeuchte vorhanden ist, wird das Tuch nach dem erneuten Aufspannen im Frühjahr höchstwahrscheinlich Stockflecken oder gar Schimmelbildung aufweisen. Diese Flecken wieder zu entfernen, kann bei einem Markisentuch eine anspruchsvolle Aufgabe sein.

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