Kleinmünzen & Teilstücke aus Altdeutschland kaufen

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Kleinmünzen & Teilstücke aus Altdeutschland kaufen

Wertanlage oder Sammelobjekt: altdeutsche Münzen

Wer sich schon immer für Münzen interessiert und schon eine Sammlung hat oder eine solche aufbauen möchte, der fragt sich oft, welche Münzen es gibt und welche Arten und Epochen interessant sind.
Neben den geschichtlichen Hintergründen spielen oft auch Ästhetik und Material der Münzen eine wichtige Rolle für Numismatiker, also Münzkenner und -sammler. Sehr beliebte Objekte sind gerade für deutschsprachige Sammler natürlich Kleinmünzen und Teilstücke aus Altdeutschland.
Doch wer sich nicht wirklich auskennt, wird wahrscheinlich vor den vielen Münzen und ihren Teilstücken zunächst sehr ratlos stehen, denn es gibt viele unterschiedliche Arten von Münzen dieser Zeit. Doch was genau sind eigentlich Kleinmünzen und was sind Teilstücke? Und worauf sollten Sie beim Kauf achten, damit Sie nicht aus Versehen minderwertige Ware zu einem überteuerten Preis kaufen?

Die Vorgeschichte der altdeutschen Münzen

Bevor im Deutschen Reich zur Zeit des Mittelalters Münzen geprägt wurden, gab es selbstverständlich schon Jahrtausende lang die unterschiedlichsten Münzprägungen, die einen großen Einfluss auf das deutsche Zahlungsmittel hatten.
Die allerersten Münzen wurden im Mittelmeerraum vor ungefähr 4.000 Jahren hergestellt und zeigten damals Haustiere von hochgestellten Persönlichkeiten, die diese in Bronze prägen ließen. Später nahmen erst die antiken Griechen und daraufhin auch bald die Römer diese Idee auf und ließen immer mehr Münzen herstellen, die sich dank regem Handel bald in der ganzen damals bekannten Welt wiederfinden lassen. Dort entstanden auch für die Zeit des Mittelalters relevante Münzen, wie zum Beispiel der Denar, der im Altertum eine der wichtigsten Münzen war und als der Vorgänger des Deutschen Pfennigs gilt.
Sogar in unserer Sprache lassen sich einige alte Münzen wiederfinden: Vor gut 1.700 Jahren wurde im Römischen Reich der Solidus geprägt, der nicht nur eine wichtige Goldmünze für die damalige Zeit war, sondern auch Namensgeber für Worte wie „Soldat“ und „Sold“ ist. Zur Zeit der großen Völkerwanderung und dem Untergang des westlichen Römischen Reiches waren Münzen fast gar nicht mehr gefragt, man beglich die Geschäfte lieber mit ungeprägtem Metall. Die paar Münzen, die sich im Umlauf befanden, waren erstens sehr regional genutzt und zweitens alle von römischen Münzen abgekupfert.
Erst im 12. Jahrhundert wurden Münzen wieder beliebter und die ersten deutschen Prägungen kamen in den Umlauf. Nun entstand eine eigene Münztradition, die sich bis heute durchgesetzt hat.

Kleinmünzen und Teilstücke

Doch was genau sind eigentlich „Kleinmünzen“ und was sind „Teilstücke“? Grundsätzlich handelt es sich um alle Münzen, die aus Silber, Kupfer oder Billon (dabei handelt es sich um eine Legierung aus Silber und Kupfer) hergestellt wurden, um Kleinmünzen mit geringem (Eigen-)Wert.
Ein Beispiel dafür wäre der bereits erwähnte Pfennig, der schon im 8. Jahrhundert das erste Mal auftauchte und bis zur Einführung des Euros in Deutschland eine der Hauptwährungen war. Als „Teilstück“ bezeichnet man dabei eine Münze, die einen Teil der eigentlichen Münze wert ist. Ein Beispiel wäre der Taler, sowie sein Teilstück der 1/3 Taler. Doch auch andere Münzen können Teilstücke einer größeren Münze sein. So ist zum Beispiel der Hellar eine Teilmünze des Pfennigs, da er genau einen halben Pfennig wert ist.

Die wichtigen Kleinmünzen und Teilstücke Altdeutschlands

Ein beliebtes Sammelobjekt ist der Kreuzer, der gerade in den südlichen Gefilden des deutschen Sprachraums anzutreffen war. Sein Wert lag bei dem Vierfachen eines Pfennigs und es wurden zahlreiche Varianten und Teilstücke von ihm geprägt. Sehr beliebt waren halbe Kreuzer, die sich hervorragend für die einfachen Geschäfte eigneten. Eine der wichtigsten Persönlichkeiten hinter der Verbreitung des Kreuzers ist Karl Theodor, der Kurfürst von der Pfalz und Bayern war und als solcher über das Recht verfügte, Münzen prägen zu lassen.
Unter seiner Führung wurden viele Münzen geprägt, so auch unter anderem Drei- und Fünf-Kreuzer-Münzen. Bis zur Einführung der Mark war der Kreuzer eine sehr beliebte Münze in den deutschen Regionen und existierte ebenfalls in der Schweiz und bei den Österreichern. Bei diesen wurde er auch als „Neukreuzer“ noch einmal aufgelegt. Sogar bis nach Brasilien fand er seinen Weg, denn die dort einst genutzte Währungen „Cruzeiro“ und „Cruzado“ sind ebenfalls Namensvetter des Kreuzers.

Der Schilling als wichtige Kleinmünze

Ein weiteres Objekt, das gerne den Weg in heimische Münzsammlungen findet, ist der Schilling. Was der Kreuzer für den süddeutschen Raum war, übernahm der Schilling in Norddeutschland: In Silber geprägt war er in etwa zwölf Pfennig wert und wurde zum Beispiel in Hamburg sehr gerne genutzt. Und auch er hatte einige Teilstücke, die sich enormer Beliebtheit erfreuten. Ein Beispiel wäre der Sechsling, der ein halber Schilling und damit sechs Pfennig wert war. Oder der Dreiling, der ein viertel Schilling und damit drei Pfennig wert war.
Auch heute noch ist der Schilling eine anerkannte Währung in einigen afrikanischen Ländern, wie zum Beispiel Kenia oder Tansania. Neben dem deutschen Schilling gab es jedoch auch früher noch andere Länder, die diese Währung benutzten: Neben Litauen und Dänemark sind vor allem die österreichischen und die britischen Schillinge bekannt.

Der Groschen als altdeutsche Kleinmünze

Eine weitere wichtige Münze aus dem Bereich „Kleinmünzen und Teilstücke“ ist auf jeden Fall der Groschen, der einen sehr großen Einfluss auf das deutsche Volk seiner Zeit hatte, wie noch in der heutigen Zeit festzustellen ist. So wurde zum Beispiel noch vor der Einführung des Euros das Zehn-Pfennig-Stück als Groschen bezeichnet, heutzutage ist diese Bezeichnung auch in manchen Teilen Deutschlands für die 10-Cent-Münze gebräuchlich.
Auch der „Notgroschen“ ist noch ein häufig verwendeter Begriff, genauso wie die Redewendung „der Groschen ist gefallen“. Neben dem normalen Groschen gab es auch Teilstücke, wie zum Beispiel den Zehn-Groschen, der auch als Neugroschen bezeichnet wird, und den Vier-Groschen. Vor allem in Österreich konnte sich der Groschen ebenfalls enormer Beliebtheit erfreuen und wurde sogar von den Polen als Währungseinheit übernommen.

Der Brakteat - eine der ersten Kleinmünzen Altdeutschlands

Bereits zur Zeit der großen Völkerwanderung wurden Münzen geprägt, die sich auch die nächsten Jahrhunderte halten sollten. Eine dieser Münzarten ist der Brakteat, der zumeist aus Silber oder Billon hergestellt worden ist und nur auf einer Seite geprägt wurde. Das Vorbild für das Design der Brakteaten sind alte Medaillons aus dem Römischen Reich, die meistens Kaiser und Götter zeigten. Gerade die alten Brakteaten sind sehr wertvoll, denn von ihnen sind nur sehr wenige erhalten geblieben.
Doch nicht nur in der Spätantike beziehungsweise im Frühmittelalter wurden diese Münzen als Währung genutzt, auch später wurden sie fast im gesamten deutschsprachigen Raum geprägt und genutzt. Die silbrigen Münzen waren dabei von einer Seite aus hohl, weshalb sie auch teilweise als Hohlpfennig bezeichnet wurden. Aus dieser Zeit sind sehr viele unterschiedliche Brakteaten zu finden, denn ungefähr jedes halbe Jahr musste man die alten Münzen gegen neue eintauschen. Für vier alte Münzen bekam man drei neue, was die damals einzige Art der Steuereinnahme darstellte.
Allerdings hatten die neuen Münzen mit der Zeit immer weniger Materialwert. Die alten Münzen wurden oft eingeschmolzen und mit weniger wertvollen Materialien versetzt, bevor sie dann zu neuen Münzen geprägt wurden.

Prägungen auf Kleinmünzen

Ständig wurden neue Münzen geprägt, und da es keine einheitliche Regelung gab, wurden diese Münzen nicht nur mit teilweise unterschiedlichen Größen geprägt, sondern natürlich gab es auch nicht wie heutzutage deutschlandweit immer die gleichen Prägungen. Stattdessen prägte jeder Kurfürst und sonstige Herrscher mit dem Recht zur Münzprägung die unterschiedlichsten Motive auf die Währung.
Beliebtes Motiv ist seit Julius Caesar vor über 2.000 Jahren der eigene Kopf auf der Münze. So zeigen zum Beispiel die Kleinmünzen von König Friedrich Wilhelm IV. sein Profil. Doch hat er auch gerne Pferde auf seine Groschen prägen lassen, genauso wie auch die königlichen und kaiserlichen Symbole wie zum Beispiel Krone und Reichsapfel. Andere Herrscher wiederum ließen ihre Wappen und Schilder auf Münzen prägen, was nicht nur Prestige, sondern auch Propaganda mit sich brachte.
Lassen Sie sich beim Kauf bei eBay ruhig etwas Zeit, denn manch schönes Motiv entgeht vielen Sammlern bei zu schnellem Durchsehen der Münzen.

Achtung beim Kauf von Kleinmünzen und Teilstücken

Das Wichtigste beim Kauf von Münzen ist immer das eigene Wissen. Machen Sie sich daher immer mit der internationalen Skala vertraut, die den Erhaltungsgrad regelt: Wird eine Münze zum Verkauf angeboten, beschreibt der Verkäufer die Münze anhand dieser Skala. Vergleichen Sie die Beschreibung mit der Skala, dann können Sie sich ungefähr ein Bild davon machen, wie gut die Münze erhalten ist.
Einer der häufigsten Verkaufstricks ist das Polieren und Restaurieren einer Münze, was jedoch keine Wertsteigerung, sondern eine Wertminderung darstellt. Gerade Laien sind meistens nicht in der Lage, den Unterschied zwischen dem ursprünglichen Prägungsglanz und dem sogenannten Katzenglanz, der durch Polieren entsteht, zu sehen.
Vergleichen Sie ruhig mehrere Angebote und achten Sie auf Unterschiede beim Glanz. Ein ebenfalls sehr beliebter Trick ist das Stopfen von Löchern bei Münzen, die früher einmal als Anhänger dienten. Natürlich ist eine Münze mit Loch weniger wert als eine Münze ohne. Auch ist das Stopfen an sich nicht verwerflich, doch muss das in der Verkaufsbeschreibung angegeben werden. Grundsätzlich müssen alle Mängel, die nicht durch die Skala des Erhaltungsgrads abgedeckt sind, gesondert genannt werden.

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