Kleinhebeanlagen – Abwasser-Entsorgungsprobleme ade!

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Spülbecken im Partyraum? Fitnessraum mit Dusche und WC im Keller? Kleinhebeanlagen entsorgen Abwässer - aus Badezimmern und Toiletten ebenso wie aus Geschirr- oder Waschmaschinen, die nicht direkt an das Abwassersystem angeschlossen und nur mit technischen Hilfsmittel abgeleitet werden können. Häufig werden Sie daher in Räumen im Untergeschoss eingesetzt, die unter dem Niveau des Abwasserkanals liegen. Aber wie?

Abwasser-Entsorgungsprobleme? Kleinhebeanlagen erledigen die Drecksarbeit

Gut zu wissen vor dem Kauf einer Kleinhebeanlage

 Das Funktionsprinzip ist einfach: Verschmutztes Wasser wird in die Kleinhebeanlage eingeleitet. Ein Reibesystem zerkleinert die Feststoffe. Von dort gelangt das Wasser in eine Pumpkammer und wird ins Abwassersystem eingespeist. Dabei ist vor allem eine Frage zu klären: Welche Höhe bzw. Strecke muss überwunden werden? Denn Sie müssen dafür sorgen, dass es zu keinem Rückfluss kommt. Dazu wird entweder eine Rückstausicherung eingesetzt oder das Abwasser wird über die Rückstauebene gehoben: Das ist nach DIN die höchste Ebene, bis zu der das Wasser, etwa durch Hochwasser, in einer Entwässerungsanlage ansteigen kann. Oder einfacher gesagt: Meistens die Straßenoberkante.

Ganz wichtig: Kleinhebeanlagen gelten als Bauprodukte und müssen der Bauproduktenrichtlinie, der Landesbauordnung und der DIN 1986-100 entsprechen. Die Installation sollten Sie daher besser Fachleuten überlassen. Die lesen dann auch für Sie in der Baugenehmigung nach, wie hoch die Rückstauebene ist.


Woher kommt das Abwasser?

 
Welche Art von Abwasser soll entsorgt werden: Schwarzwasser (fäkalienhaltig) oder Grauwasser (fäkalienfrei)? Dementsprechend benötigen Sie eine Fäkalien-Hebeanlage oder einee Abwasser-Hebeanlage.

An Toiletten werden Fäkalien-Hebeanlagen angeschlossen. Sie verfügen über ein Reibewerk oder einen Schredder, der Fäkalien und Toilettenpapier vor dem Abpumpen zerkleinert.

Waschmaschinen, Badewannen, Geschirrspüler oder Kondensat sind über eine Abwasser-Hebeanlage zu entwässern. Sie ist für entsprechende Temperaturen, Mengen und mögliche Chemikalien ausgelegt.


Welche Anbieter und Geräte gibt es?

 

Ein wichtiger Faktor bei der Auswahl der passenden Kleinhebenanlage ist die Leistungskraft. Neben Höhenunterschied und Strecke stellt sich noch eine andere Frage: Welches Volumen soll das Gerät fördern können und wie oft kommt es zum Einsatz?

Namhafte Hersteller wie Jung, SFA-Sanibroy oder Setma bieten leistungsstarke Geräte für unterschiedliche Anforderungen in verschiedenen Preisklassen an. Die SFA Sanibroy Sanipro XR etwa ist 400 Watt stark und in der Lage eine Höhe von 5 Metern oder eine Strecke von 90 Metern zu überwinden.


Fäkalien-Hebeanlage: Was darf entsorgt werden?


Fäkalien-Hebeanlagen sind primär für das Entsorgen von Abwasser, Fäkalien und Toilettenpapier gedacht. Andere Fremdkörper wie Windeln, Tampons, Hygieneartikel, Feuchttücher oder auch Wattestäbchen können nicht nur das Gerät nachhaltig beschädigen. Sie gehören auch grundsätzlich nicht in den Abwasserkreislauf.

Zu Geruchsbildung kommt es bei Kleinhebeanlagen übrigens nicht, solange sie korrekt installiert sind. Dafür sorgt die Menge Restwasser, die immer in der Anlage stehenbleibt.
Tipp: Betreiben Sie Fäkalienentsorger immer mit einer Spülwassermenge von mindestens 6 bis 9 Litern. Der Einsatz von Spartasten ist an dieser Stelle eher ungeeignet.


Abwässer aus unterschiedlichen Quellen: Zusammenführen erlaubt?

 

Die klare Antwort lautet: Nein. Die EU-Norm EN 12050-3 schreibt vor, dass zusammen mit einer Toilette höchstens ein Waschtisch, eine Dusche und ein Bidet angeschlossen werden dürfen. Das Fördern von Heißwasser in Verbindung mit fäkalienhaltigem Abwasser ist nicht zulässig.
Installationhinweis: Laut EU-Norm müssen sich Kleinhebeanlagen direkt hinter der Toilette befinden, also auf jeden Fall im selben Raum installiert werden.


Welche Rohre sind für den Anschluss geeignet?

 

Die Entsorgung von Schmutzwasser kann über Druckleitungen in den Nennweiten DN 20 bis DN 40, handelsüblich auch DN 80, erfolgen. Sie können sowohl Kunststoffrohren aus PVC, PP oder PE als auch Kupferrohre verwenden.

Sollen Kunststoffrohre zum Einsatz kommen, darf die Leitung keine "Durchhänger" haben: Dort könnten sich Ablagerungen bilden.
Der Mindest-Innendurchmesser muss laut DIN EN 12050-3 bei Anlagen mit einer Zerkleinerungsvorrichtung mindestens 20 mm betragen, bei Anlagen ohne Schneidwerk mindestens 25 mm.


Tipps zu Pflege und Wartung

 

Kleinhebeanlagen sind Geräte, die ebenso verkalken können wie Haushaltsgeräte. Daher ist eine regelmäßige Entkalkung mit speziellen Entkalkern empfehlenswert. Beim WC funktioniert das so: Nehmen Sie das Gerät vom Strom. Schütten Sie die Menge Entkalker nach Gebrauchsanweisung in die Toilettenschüssel. Von da findet die Flüssigkeit ihren Weg in die Hebeanlage. Benutzen Sie die Toilette mindestens zwei Stunden nicht und spülen Sie dann gut nach.

Die Wartung sollten Sie Fachfirmen überlassen. Sie raten zur Kontrolle in festen Intervallen. Dabei sollten gewerbliche Anlagen öfter auf Funktionstüchtigkeit geprüft werden: Anlagen im häuslichen Bereich einmal im Jahr.

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