Kleines Nägel-Einmaleins für große Handwerker

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Kleines Nägel-Einmaleins für große Handwerker

Allgemeine Informationen zu Nägeln

Ein Nagel ist technisch gesehen ein Stift aus beispielsweise Metall oder Holz, bei dem das untere Ende in der Regel spitz und das obere Ende oft abgeplattet ist. Nägel werden zum Verbinden oder Fixieren verschiedener Elemente, meist Holzgegenstände, verwendet. Nägel zählen weltweit zu den ältesten Verbindungselementen, Holznägel wurden bereits 1501 v. Chr. in Sachsen gefunden und damals zum Vernageln eines Holzbrunnens verwendet. Die gebräuchlichsten Metalle, aus denen Nägel hergestellt werden, sind Stahl, Kupfer und Messing.  

Herstellung von Nägeln

Seit der Industrialisierung werden Nägel durch verschiedene Kaltumformungsverfahren aus Draht hergestellt, weshalb der Begriff „Drahtstifte“ auch sehr geläufig ist. Vorher wurden Nägel oftmals geschmiedet und hatten einen viereckigen Querschnitt. Hufeisennägel werden auch heute noch in mühseliger Handarbeit geschmiedet.  

Nageltypen

Es gibt sehr viele verschiedene Nageltypen, die sich in ihren Anwendungsbereichen unterscheiden. Ein paar der wichtigsten Typen sollen im Folgenden vorgestellt werden, aber die Vielfalt ist sehr groß.

Drahtstift

Der gewöhnlichste Nagel ist der sogenannte Drahtstift. Er wird standardmäßig dazu verwendet, um verschiedene Hölzer miteinander zu verbinden und ist in vielen verschiedenen Längen verfügbar. Gängige Varianten besitzen beispielsweise die Dimensionen 28/65, also einen Durchmesser von 2,8 Millimetern und eine Länge von 65 Millimetern. Das am meisten verwendete Material ist Eisen, die verzinkten Versionen dieser Nägel sind für den Einsatz in Außenbereichen gedacht.

Die Kopfform unterscheidet sich je nach Anwendung. Es gibt Nägel mit recht breiten Köpfen, die sich nicht versenken lassen, wodurch man einen besseren Halt bekommt. Wollen Sie die Fläche hinterher beispielsweise streichen, so eignen sich die Nägel mit den schmaleren Köpfen besser, da diese komplett ins Material eingeschlagen werden können und Sie eine glatte Oberfläche erhalten.  

Dachpappennagel

Diese Nägel werden, wie der Name bereits erahnen lässt, verwendet, um Dachpappe auf einem Holzuntergrund zu befestigen. Charakteristisch ist der breite Kopf, der die Dachpappe zuverlässig an Ort und Stelle halten kann. Dachpappennägel müssen sehr witterungsbeständig sein, weshalb sie oft feuerverzinkt oder verkupfert sind. Diese Nägel sind meist recht kurz, typische Längen sind 20 bis 30 Millimeter.  

Holznagel

Der Holznagel besteht komplett aus Holz und ist nicht sehr verbreitet, aber oftmals für bestimmte Verbindungen die beste Lösung. Er findet beispielsweise bei Fachwerkverbindungen Verwendung, wo zwei Holzteile elegant miteinander verbunden werden sollen. Bevor der Dübel vorsichtig ins Loch geschlagen werden kann, sollten Sie ihn mit Leim bestreichen, um einen festen Sitz zu garantieren. Diese Art des Nagels hat keinen Kopf.  

Messingnagel

Messingnägel unterscheiden sich eigentlich nur in ihrer Beschaffenheit von normalen Nägeln aus Stahl, dennoch bieten sie einige Vorteile. Messing ist nicht magnetisch und es rostet nicht, weshalb im Bootsbau oft Messingnägel eingesetzt werden. Auch wenn die Nägel später sichtbar sind, können Sie zu diesen Nägeln greifen, da Messing meist schöner aussieht als Stahl.  

Polsternagel

Der Polsternagel zeichnet sich durch die schöne Kopfform aus. Er wird dort verwendet, wo man Polsterbezüge sichtbar nageln will. Oft wird er auch als Ziernagel bezeichnet, da unter Umständen Verzierungen auf dem Kopf angebracht werden können und der Nagel somit zusätzlich als Schmuckelement dienen kann. Charakteristisch ist der recht breite Kopf, der den Polsterbezug durch die große Auflagefläche auf dem Gewebe zuverlässig halten kann.  

Reißnagel

Der Reißnagel ist eher unter dem Namen „Reißzwecke“ bekannt. Ob es sich wirklich um einen Nagel handelt, ist ein häufiger Streitpunkt. Wenn man jedoch die Definition eines Nagels genau betrachtet, erkennt man, dass es sich um einen sehr kurzen Nagel handelt, dessen Kopf oftmals mit Plastik überzogenen wird. Reißnägel werden dazu verwendet, um Poster oder Plakate auf Holzuntergründen zu fixieren, aber auch auf Pinnwänden erfüllen sie ihren Zweck. In der Regel können Sie diese Nägel einfach mit der Hand in den Untergrund treiben.  

Schraubnagel

Diesen Nagel zeichnet sein eingearbeitetes Gewinde aus, wodurch er sich mit jedem Hammerschlag, ähnlich wie eine Schraube, in das Holz dreht. Besonders gut kann man mit diesem Nagel trockene und harte Hölzer befestigen, weshalb sie bei der Holzpaletten-Herstellung gerne verwendet werden. Schraubennägel aus gehärtetem Stahl weisen bei Scherbelastungen weitaus bessere Festigkeit auf als Schraubennägel aus nicht gehärtetem Stahl und können sogar durch dünne Bleche getrieben werden.  

Stahlstift

Diesen Nagel sollten Sie wählen, wenn Sie beispielsweise Bilder an einer Putzwand aufhängen möchten. Durch den sehr feinen Schaft bohrt sich der Nagel gut in das Material und es kann ein ausreichender Halt gewährleistet werden. Stahlstifte haben in der Regel einen recht kurzen Schaft, weshalb sie das hinter der Putzwand liegende Mauerwerk nicht erreichen. Allerdings birgt das Einschlagen von Stahlstiften auch Gefahren und erfordert Geschick. Wenn Sie zu schräg auf den Kopf schlagen, kann es dazu führen, dass das Loch um den Nagel geweitet wird und der Nagel wackelt oder aber der spröde Schaft kann zerspringen.  

Ankernagel

Ankernägel sind auch bekannt unter den Namen Kamm-, Rillen- oder Ringnagel. Durch den mit Widerhaken profilierten Schaft weisen sie einen besonders guten Halt auf, da das Herausziehen sehr erschwert wird. Übliche Durchmesser liegen bei etwa vier Millimetern und die Längen gehen von 40 bis 60 Millimetern.

Diese Nägel sind gut geeignet, wenn Sie diverse Holzkonstruktionen mit Hilfe von Stahllochblechen miteinander verbinden möchten. Anwendung finden diese Nägel unter anderem auch bei der Herstellung von Autokarosserien. Dieses Verfahren ist im Gegensatz zum Nieten einfacher und billiger, und da der Nagel pneumatisch in das Material getrieben wird, kann auf das Vorlochen der Bauteile verzichtet werden.  

Zimmermannsnagel

Da das Handwerk von Zimmermännern recht grobe Holzarbeiten umfasst, werden alle größeren Nägel als Zimmermannsnägel bezeichnet. Sie sind häufig verzinkt, um allen Wetterbedingungen standzuhalten. Unter Fachleuten haben Zimmermannsnägel eine Länge von 18 bis 27 Zentimetern und einen Durchmesser von fünf bis sieben Millimetern. Durch die großen Dimensionen besteht allerdings die Gefahr, dass sich das Holz beim Einschlagen spaltet, da die Holzfasern recht weit auseinander gepresst werden. Vermeiden können Sie dies beispielsweise durch das Vorbohren des Nagelloches.  

Tipps für die richtige Verwendung von Nägeln

Das Einschlagen eines Nagels ist eigentlich keine große Kunst, dennoch können ein paar Tipps den Umgang mit Nägeln durchaus erleichtern.

Papier als Einschlaghilfe für Nägel

Kleine Nägel – oder auch Schrauben – können meist nur schlecht gehalten werden und verrutschen leicht. Wenn Sie den Nagel allerdings erst durch ein dickes Stück Papier stecken, können Sie ihn vernünftig halten und umgehen die Gefahr, dass er verrutscht oder Sie sich verletzen. Nach dem Einschlagen kann das Papier einfach abgerissen werden.

Mehrschlagauslösungen

Wenn Sie große Mengen an Nägeln oder Klammern zu verarbeiten haben, sind arbeitserleichternde Elektrotacker oder Nagler genau das Richtige für Sie. Achten Sie beim Kauf auf eine Schlagkraftregulierung, wenn Sie mit harten Werkstoffen arbeiten. Außerdem ist eine Mehrschlagauslösung sehr hilfreich, da so nachgeschlagen werden kann, wenn die Nägel nicht sofort vollends ins Material eindringen. Es gibt bereits Geräte, die Klammern und Nägel mit bis zu 32 Millimeter Länge verarbeiten können.

Auswahl der Nagelsorte nach Materialhärte

Je nach Härte des Materials sollte ein geeigneter Nagel gewählt werden. Will man den Nagel in eine Steinwand schlagen, so benötigt man einen härteren Nagel als für eine Holzverbindung. Neben dem richtigen Nagel sollten Sie aber auch den richtigen Hammer wählen. Er sollte nicht zu klein, aber trotzdem nicht zu schwer sein. Beim Einschlagen eines Nagels sollten Sie darauf achten, den Hammer am hinteren Griffende zu halten, um den Schwung richtig ausnutzen zu können.

Nägel einschlagen, ohne dass der Putz darunter Schaden nimmt

Wollen Sie beispielsweise ein Bild aufhängen, sollte natürlich der Putz um den Nagel herum nach dem Einschlagen noch ansehnlich sein. Ein guter Trick ist es hier, auf die Stelle, wo Sie den Nagel einschlagen wollen, ein Kreuz aus Malerkrepp zu kleben. Sie können jetzt den Nagel einschlagen, ohne dass der Putz bröckelt und das Kreppband anschließend einfach wieder entfernen. Außerdem sollten Sie immer vor dem Einschlagen des Nagels sichergehen, dass sich hinter dem Putz keine Leitungen verbergen, die Sie beschädigen könnten.

Nägel in Holz einschlagen

Wollen Sie zwei Holzteile miteinander verbinden, so bietet es sich an, die Nägel schräg in unterschiedliche Richtungen einzuschlagen, um eine weitaus festere Verbindung zu erreichen. Achten Sie auch darauf, dass die Nägel lang genug sind.

Müssen Sie mehrere Nägel in ein Holzbauteil einschlagen, dann ist es wichtig, dass nicht alle Nägel entlang einer Holzfaser liegen. So vermeiden Sie, dass das Holz gesprengt wird und lange, unschöne Risse entstehen. Die bessere Lösung ist hier, die Nägel versetzt einzuschlagen oder vorab Löcher zu bohren. Oft sind bei Holzverbindungen dünnere Nägel besser geeignet, da diese allgemein das Holz nicht so schnell spalten. Vor allem bei hartem Holz müssen Sie vorsichtig sein. Eine Holzverbindung können Sie bei entsprechender Nagellänge durchaus haltbarer machen, indem Sie das auf der anderen Seite herausragende Ende durch weitere Hammerschläge umbiegen und in das Holz hinein schlagen.

Sollte beim Einschlagen des Nagels einmal die Holzoberfläche etwas eingedrückt werden, so können Sie dies mit ein bisschen heißem Wasser auf der Druckstelle wieder beheben. Das Holz quellt dabei auf und es kann wieder glatt geschmirgelt werden. Stumpfe Nägel lassen das Holz nicht so leicht aufreißen wie sehr spitze. Sie können bei Bedarf beispielsweise mehrmals mit dem Hammer auf die Nagelspitze schlagen oder diese einfach abzwicken.

Nagelhalter für schwer zugängliche Stellen

Wenn Sie Nägel einmal über Kopf oder allgemein an schwer zugänglichen Stellen einschlagen wollen, gibt es sogenannte Nagelhalter. Der Nagel wird in der Nagelöffnung gehalten und kann problemlos eingeschlagen werden.

Fazit

Bei eBay gibt es eine große Auswahl an Werkzeugen und Werkstattbedarf. Neben Eisenwaren werden auch diverse Schrauben, Dübeln und Nägel angeboten.  Ob Nageltypen aus Kupfer, aus Stahl oder anderen Materialien – bei eBay finden Sie für jede Anwendung genau den richtigen Nagel. Auch viele verschiedene Größen und Verpackungseinheiten sind verfügbar.

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