Kleine Kulturgeschichte des Schwerts

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Kleine Kulturgeschichte des Schwerts

Das Schwert ist eine der ersten Hieb- und Stichwaffen des Menschen. Im Laufe der Jahrhunderte hat es einige bedeutende Veränderungen erfahren. Hier erfahren Sie, wie sich das Schwert Schritt für Schritt zur präzisen Waffe entwickelt hat und warum die alte Schwertschmiedekunst auch heute noch populär ist.

 

Vom Dolch zum Schwert – Schwerter in der Frühzeit und Antike

Das Schwert ist eine sehr alte Waffe. Funde aus der Bronzezeit belegen die langsame Entwicklung dieser Hieb- und Stichwaffe. Aus Langdolchen entstand allmählich der erste, noch relativ einfach gehaltene Ableger dieser Waffengattung. In der Antike zieht sich das Schwert durch alle Kulturen. Von Europa bis zum Orient ist es in dieser Epoche in Gebrauch. Die eigentliche Blütezeit des antiken Schwerts begann mit dem Eisenzeitalter und der Entwicklung des Stahls als elastischem, strapazierfähigem Werkstoff. Besonders die Japaner verstehen sich auf die Entwicklung von Klingen aus gefaltetem Stahl. Daraus fertigen sie unter anderem die Katanas oder Samurai-Schwerter, die über eine extreme Schärfe verfügen. Im Europa des Altertums entwickelt sich parallel dazu die Verarbeitungstechnik des Damaszenerstahls, auch Damast genannt. Schon die Kelten trugen 500 vor Christus erste Schwerter aus Streifendamast. Die Römer fertigten in der Antike ein handliches Kurzschwert für Fußsoldaten, den Gladius. Daraus entstand mit der Zeit das Kavallerieschwert oder Spatha. Diese Form wurde bis zu Beginn des Mittelalters beibehalten, legte jedoch noch etwas an Gewicht zu und wurde in der Regel als Hiebwaffe eingesetzt.

 

Schwerter im Mittelalter – Kriegswaffe mit durchschlagender Wirkung

Nach der Zeit der Völkerwanderung, zu Beginn des Frühmittelalters, beginnt sich die Form des Schwertes erneut zu verändern. Die Verbesserung der Eisenmischungen macht es möglich, dünnere und längere Schwerter aus Metall zu fertigen. Die neuen Modelle sind deutlich leichter und filigraner als ihre Vorfahren aus der Antike. Gleichzeit machte das Aufkommen leichter Rüstungen und Harnische die Entwicklung neuer Kampftechniken notwendig. Das Schwert wird nun zum ersten Mal als Stichwaffe eingesetzt. Bewährt hat sich letztendlich eine Kombination aus Hieb- und Stichtechniken im Wechsel. Mit zunehmender Panzerung der Gegner wurden auch die Schwerter größer und schwerer. Neben dem klassischen Einhänder kamen verlängerte Ritterschwerter und später die wuchtigen Zweihänder auf.

 

Begehrtes Statussymbol und Zeuge alter Handwerkskunst – das Schwert heute

Schon im Mittelalter war das Schwert ein wichtiges Prestigeobjekt. Nur der freie Mann durfte es tragen. Leibeigenen und Bauern war es unter Todesstrafe verboten. Auch an den Königshäusern wurde das Schwert im Laufe der Jahrhunderte ein fester Bestandteil von Krönungszeremonien und Prunkgewändern des Adels. Diese Kleiderordnung hat sich in vielen Königreichen bis heute gehalten. Heutzutage sind Schwerter ein beliebtes Deko-Objekt für die Wand oder in einem Schwertständer. Mittelalterfans sorgen dafür, dass die Kunst des Schwertschmiedens und des Schwertkampfes bis heute lebendig geblieben ist. Einige Waffenschmiede fertigen weiterhin nach alter Tradition Kurzschwerter, Langschwerter und Zweihänder für Mittelaltertreffen und Schaukämpfe an. Eine große Auswahl dieser modernen Mittelalterschwerter nebst passenden Rüstungen und Zubehör finden Sie bei eBay.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden