Kleine Figuren – Große Leidenschaft

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Geschrieben von: Kieran Alger
Legion Praetor (Alex Püttmann)
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Legion Praetor (Alex Püttmann)

Es gibt Typen, die widmen sich in ihrer Zeit den verrücktesten Dingen – beispielsweise dem Sammeln von ungewöhnlichen Dingen. Wir haben so einen Typen getroffen und sind in seine Materie eingetaucht. Gestatten, Alex!

Eine ganz spezielle Sammelleidenschaft

Alex ist 35 Jahre alt und eigentlich ein ganz normaler Typ. Eigentlich. Wäre da nicht seine ganz spezielle Sammelleidenschaft. Zugegeben, Sammler gibt es viele – die meisten sammeln Briefmarken, Münzen oder vielleicht Modellautos. Nicht aber Alex. Er ist einer für den Otto-Normal-Verbraucher vermutlich gänzlich unbekannten und womöglich auch unverständlichen Sammelneigung verfallen: "Seit mittlerweile 20 Jahren sammel ich Miniaturen."
Bregg (Alex Püttmann)
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Bregg (Alex Püttmann)

Bitte was sammelst du?

"Miniaturen! Dabei handelt es sich um Spielfiguren aus dem Table-Top-Bereich", sagt Alex und bekommt beim Erzählen das Leuchten gar nicht mehr aus seinen Augen. Der Table-Top-Bereich ist eine Weiterentwicklung des klassischen Brettspiels. "Es werden Schlachten nachgestellt – mit Zentimetermaß, Würfeln und Regelbuch", führt Alex aus. "Letztendlich ist es ein Strategiespiel, das ich mit meiner Kunst- und Sammelleidenschaft kombinieren kann."

Was fasziniert Dich gerade an Deinen Miniaturen?

"Anfangs habe ich auf Masse gesammelt. Als ich noch 16 war, wollte ich möglichst viele Figuren von einem Volk oder einer Armee besitzen. Nach und nach hat sich das gewandelt. Irgendwann stand die Qualität vor der Quantität", erklärt Alex. Mit Quantität meint er vor allem auch Individualität. Denn das Besondere bei Miniaturen ist, dass man sie nicht fertig von der Stange kauft, sondern selbst zusammenbaut und bemalt. Da kann schon so mancher Nachmittag drauf gehen. "Auch die ein oder andere Nacht – bis in die Morgenstunden", ergänzt der 35-Jährige.
Poseidon (Alex Püttmann)
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Poseidon (Alex Püttmann)

Macht man so etwas eigentlich alleine?

"Zu Beginn schon. Doch über die Jahre lernt man Menschen kennen, die die gleiche Leidenschaft teilen." Sich mit Gleichgesinnten zu treffen, hat viele Vorteile. Dadurch wird einerseits der Sammelspaß erhöht, auf der anderen Seite entstehen sogar Freundschaften. Zusätzlicher Effekt ist, dass man sich bei Workshops neue Techniken wie beispielsweise beim Airbrush aneignen kann. "Die meisten Fans sind sehr nett, aber nicht alle sehen auf den ersten Blick wirklich alltagstauglich aus – eher wie klassische Nerds", sagt Alex mit einem Schmunzeln. Miniaturen zu sammeln wirke zudem auch nicht gerade magnetisch aufs andere Geschlecht, gibt er unumwunden zu.
Harlequin und Fluchfirst (Alex Püttmann)
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Harlequin und Fluchfirst (Alex Püttmann)
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Harlequin und Fluchfirst (Alex Püttmann)

Alex Sammlung ist im Laufe der Jahre auf satte 700 Miniaturen angewachsen. Doch welches ist sein liebstes Stück? "Das ist ganz klar Poseidon", kommt es wie aus der Pistole geschossen. Warum gerade der? Ganz einfach: "Den gibt es nur einmal auf der Welt. Ich habe ihn aus verschiedenen Elementen selbst zusammengebaut. Zum Beispiel habe ich den Kopf und die Flügel ich von anderen Figuren genommen, den Dreizack komplett selbst hergestellt und so ein Unikat geschaffen", sagt Alex. Aufwand? Rund 20 Stunden hat sich der Hobbysammler allein für Poseidon Zeit genommen.
Dämonette (Alex Püttmann)
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Dämonette (Alex Püttmann)

Gibt es weitere Schätze mit Besonderheiten?

"Die Dämonette ist das Ergebnis meines ersten Mal-Workshops. Ein paar Jahre später ist Bregg entstanden. Er ist sozusagen das Resultat eines fortgeschrittenen Workshops. Beim Legion Praetor habe ich die sogenannte Non-Metallic-Metall-Technik angewandt. Hierbei simuliert man Metall, ohne wirklich Metallelemente zu verwenden." Bei den Miniaturen ist also neben Kreativität und Geduld vor allem auch Handfertigkeit gefragt, denn die Figuren sind nur wenige Zentimeter klein. Der Kopf von Harlequin beispielsweise ist kleiner als ein Centstück. Auch beim "Drumherum" müssen die Sammler einfallsreich sein. Für einen möglichst realistischen Effekt verwendet Alex auch mal Backnatron. Dieses wirkt wie echter Schnee. "So kommt der Fluchfirst noch authentischer rüber, cool oder?", schwärmt Alex.

Geschrieben von:  Kieran Alger
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