Kleine Anleitung zum Ein- und Ausbau von Switch-Netzteilen

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Ein- und Ausbau von Switch-Netzteilen – ein Howto

Die Nutzung des Internets hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Sowohl in Privathaushalten als auch in Unternehmen sind umfangreiche Netzwerke keine Seltenheit. Zuhause kommen oft Router von Internetprovidern zum Einsatz, an denen Sie Ihre netzwerkfähigen Geräte anschließen können. Um den Komfort zu erhöhen und eine Einbindung mehrerer Geräte (Clients) zu ermöglichen, nutzen die Router in aller Regel drahtlose Verbindungen über WLAN.
In Unternehmen ist diese Option jedoch nicht immer optimal. Eine WLAN-Verbindung kann abbrechen oder der Datenstrom zu groß sein. Greifen mehrere Clients auf das Netzwerk zu, können im schlimmsten Fall Daten kollidieren oder Verzögerungen bei der Übertragung auftreten. Aus diesem Grund gilt eine kabelgebundene Ethernet-Verbindung vor allem bei häufigen Datentransfers und Zugriffen als zuverlässiger. Ein klassischer kompakter Router, wie Sie ihn vielleicht privat nutzen, ist in Firmen eher selten anzutreffen. Stattdessen ist ein Netzwerkanschluss vorhanden, dessen Nutzung Sie entsprechend regulieren müssen. Das bedeutet auch, dass die Vernetzung untereinander und der Zugriff aller Clients gewährleistet sein müssen. Hierfür kommen spezielle Komponenten im Netzwerk zum Einsatz, die eine stabile Verteilung von Daten und Frames ermöglichen. Einerseits können Sie Repeater-Hubs und andererseits Ethernet-Switches verwenden. Ein Switch ist dem ähnlichen Hub in puncto Sicherheit, Datendurchsatz und Konfigurierbarkeit überlegen, weshalb das Gerät vor allem in größeren Netzwerken bevorzugt zum Einsatz kommt. Es kann wahlweise als einzelner Verteiler Verwendung finden oder in einen klassischen 19-Zoll-Serverschrank integriert sein.

Neue Netzwerkkomponenten kaufen: So finden Sie den passenden Switch

Beim Kauf von Switches und Hubs spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Ein Ethernet-Switch besteht üblicherweise aus einem kompakten Metallgehäuse, das mit mehreren Ports ausgestattet ist. Die Anzahl der Ports sowie der Stromverbrauch sind wichtige Kriterien bei der Beurteilung des Verteilers. Außerdem unterscheiden sich einzelne Modelle hinsichtlich des Datendurchsatzes. Das bedeutet, dass auch beim Anschluss mehrerer Clients ein konstanter Datenstrom gewährleistet sein muss. Auch eine stabile Verbindung sowie die Abgrenzung bei der Verteilung spielen eine entscheidende Rolle. Es gibt verschiedene Hersteller für Switches. Einige sind eher für private Netzwerke geeignet, während andere der professionellen Nutzung in einem Firmennetzwerk dienen. Achten Sie nicht allzu sehr auf den Preis, wenn Sie einen Switch kaufen möchten. Dieser kann nur bedingt Aufschluss über die Qualität und Eignung geben. Vergleichen Sie stattdessen Leistungsdaten und technische Spezifikationen. Müssen Sie den Switch in ein Rack einsetzen, sollten Sie natürlich darauf achten, dass das gewünschte Modell sich hierfür eignet. Zuletzt sollten Sie sowohl den Stromverbrauch als auch die Stromversorgung genauer beleuchten. Switches sind mit unterschiedlichen Arten von Netzteilen versehen, deren Wechsel einfach bis unmöglich sein kann. Möchten Sie den Verteiler möglichst lange nutzen, ist es sinnvoll, sich für eine Variante zu entscheiden, die sich gut warten und gegebenenfalls auch reparieren lässt.

Wenn der Switch keinen Strom aufnimmt

Ist der Switch außer Betrieb und lässt er sich nicht mehr einschalten, kann es sein, dass das Netzteil einen Defekt aufweist. In einem reinen LAN-Netzwerk ohne drahtlose Verbindungen ist dieser Fall sehr ärgerlich, da keiner der mit dem Switch verbundenen Clients noch auf das Netzwerk zugreifen kann. Im laufenden Betrieb eines Unternehmens bedeutet dies unerwünschten Stillstand. Um diesen zu vermeiden, sollten Sie nicht nur den einen oder anderen Switch in Reserve besitzen, sondern möglichst auch Ersatzteile, die die erneute Inbetriebnahme des Netzwerk-Verteilers beschleunigen. Hat sich das Switch-Netzteil verabschiedet, ist ein Tausch erforderlich. Wie einfach dieser gelingt, hängt maßgeblich von der Art der Stromversorgung ab. Kompakte Switches sind oft mit einem externen Netzteil versehen, wie Sie sie auch von Notebooks oder anderen elektronischen Geräten kennen. In diesem Fall können Sie das passende Ersatzteil kaufen und die Stromversorgung ohne großen Aufwand wiederherstellen. Ähnlich verhält es sich auch bei Rack-Switches, für die Sie im Idealfall externe redundante Netzteile verwenden, die einen kompletten Ausfall der Stromversorgung verhindern können. Manchmal ist ein Switch jedoch auch mit einem internen Netzteil ausgestattet. Hierbei handelt es sich in aller Regel um ein sogenanntes Schaltnetzteil, das in Form einer separaten Platine im Gehäuse des Verteilers sitzt.

Kaufen Sie ein externes Netzteil für Ethernet-Switches

Ist die Stromversorgung aufgrund eines defekten Netzteils unterbrochen, müssen Sie ein geeignetes Switch-Netzteil kaufen. An dieser Stelle sei gesagt, dass der Ein- und Ausbau von klassischen Schaltnetzteilen für Switches mühselig sein kann. Sehr kompakte Switches besitzen im Innern des Gehäuses eine kleine Platine für das Netzteil. Müssen Sie dieses Bauteil austauschen, kommt zudem oft der Kostenfaktor hinzu, der über die Sinnhaftigkeit der Reparaturmaßnahme entscheidet. Konkret bedeutet das: Haben Sie Ihren Switch günstig erworben, ist eine Neuanschaffung oftmals deutlich günstiger als der Kauf eines passenden Ersatzteils. Erfolgt die Stromversorgung hingegen über ein externes Schaltnetzteil, können Sie vor allem online günstige Netzteile für Ihren Switch kaufen. Vor dem Kauf sollten Sie die technischen Spezifikationen des defekten und des möglichen neuen Netzteils vergleichen. Vergewissern Sie sich, dass die Spannung des neuen Netzteils der ursprünglichen Konfiguration entspricht und dass die Leistung für einen kontinuierlichen Betrieb ausreicht.

Achten Sie beim Netzteil-Wechsel auf Redundanz

Redundanz ist in umfangreicheren Installationen ein wichtiges Stichwort. Switches sind grundsätzlich auf eine kontinuierliche Stromversorgung angewiesen. Eine Unterbrechung der Verbindung kann zu Datenverlusten oder Datenkollisionen führen. Beide Fälle können verheerende Folgen haben, wenn Sie in Ihrem Netzwerk regelmäßig größere Datenmengen bewegen. Beim Einbau eines Switch-Netzteils in einem Rack sollten Sie daher dafür sorgen, dass Ihr System redundant ist. Redundanz bezeichnet in technischen Konfigurationen das übermäßige Vorhandensein von Ressourcen. Im Fall von Ethernet-Switches und anderen Systemen bedeutet das konkret ein baugleiches Back-up-System. Dieses verhindert einen Totalausfall der Komponente. Die Stromversorgung Ihres Switches sollte daher konstant und vor Ausfällen geschützt sein. Bei kleinen Geräten ist diese Vorgabe oft nur schwer realisierbar, doch in einem Rack können Sie verschiedene Netzteile einsetzen, die im Zweifelsfall die Aufgaben einer defekten Stromquelle übernehmen, ohne dass Sie Unterbrechungen im Datendurchsatz und beim Netzwerkzugriff befürchten müssen.

Netzteil-Wechsel im Serverschrank: So gelingt der Ausbau mühelos

Von einem redundanten System ausgehend, ist der Ausfall eines Netzteils für ein Rack-Switch üblicherweise kein Grund zur Panik. Versagt ein Schaltnetzteil, können Sie es ausbauen. Während dieser Zeit übernimmt ein parallel vorhandenes Netzteil die Stromversorgung, so dass alle Switch-Ports ordnungsgemäß funktionieren. Serverschränke und Racks sind im Regelfall im 19-Zoll-Format gehalten. Einzelne Elemente wie Mainboards, Festplatten, Lüfter und Kühlsysteme sowie netzwerktechnische Bauteile sind in den Schrank eingeschoben und verschraubt. Um ein defektes Switch-Netzteil auszutauschen, müssen Sie das Stromkabel, das an der Platine angeschlossen ist, lösen. Anschließend können Sie die Schrauben entfernen, so dass Sie das Netzteil des 19-Zoll-Switches aus dem Schacht ziehen können. Nach dem Ausbau können Sie die Platine auf sichtbare Schäden und Mängel sichtprüfen. Oftmals ist lediglich ein Kondensator beschädigt, den Sie einzeln ersetzen können. Hierfür müssen Sie den Kondensator lediglich mit einem Lötkolben lösen und einen neuen aufsetzen. Können Sie den Defekt nicht selbstständig beheben oder fällt eine Reparatur der Platine eher unwirtschaftlich auf, können Sie ein neues Schaltnetzteil in das Rack einbauen, das die Stromversorgung fortan übernimmt. Achten Sie bei sämtlichen Arbeiten an Ihrem Server darauf, dass die Teile, die Sie ersetzen möchten, keinen Strom mehr erhalten. Erst nach Abschalten der Stromversorgung ist die Arbeit an defekten Komponenten sicher.

Der Einbau eines redundanten Switch-Netzteils im Rack

Der Einbau eines neuen Netzteils erfolgt genau umgekehrt zum Ausbau. Um das passende Netzteil zu finden, müssen Sie die Bauweise, die Anzahl der Ports sowie die angestrebte Übertragungsgeschwindigkeit des Switches berücksichtigen. Ein 16-Port-Switch benötigt in Rack-Bauweise in aller Regel mehr Strom als ein kompakter 5-Port-Switch, der beispielsweise in Privathaushalten sinnvoll sein kann, um mehr kabelgebundene Clients mit dem Netzwerk zu verbinden. Für den Einbau eines Rack-Netzteils benötigen Sie lediglich einen Schraubendreher sowie Schrauben, mit denen Sie das Switch-Netzteil im gewählten Schacht fixieren. Bevorzugen Sie grundsätzlich – vor allem in Bezug auf die Redundanz – eine möglichst störungsunanfällige Konfiguration. Demnach sollten Sie Switch und Netzteil nicht unbedingt vom gleichen Hersteller wählen, da die Wahrscheinlichkeit für einen herstellertypischen Fehler in diesem Fall sinkt. Auch eine räumliche Trennung beider Komponenten kann sinnvoll sein. Ist das neue Netzteil im Serverschrank eingebaut, sollten Sie Switch, Netzteil und externe Stromquelle wieder miteinander verbinden.

Besonderheiten von Schaltnetzteilen bezüglich der Stromversorgung

Schaltnetzteile sind im Bereich der Computertechnik weit verbreitet und daher auch sehr gut für die Energieversorgung von Switches und vergleichbaren Verteilern geeignet. Sie können durch das Umwandeln der Eingangsspannung in eine konstante Ausgangsspannung einen sehr hohen Wirkungsgrad erzielen. Aus diesem Grund können die Bauteile äußerst kompakt ausfallen. Anstatt eine überladen wirkende Platine in Händen zu halten, verwenden Sie eine kompakte Komponente, deren übersichtlicher Aufbau zudem die Fehlersuche einfacher gestaltet. Da ein Switch parallele Übertragungen von Frames an jedem einzelnen Port ermöglicht, ist eine ausreichende Stromversorgung essenziell. Nur so können Sie einen stabilen Betrieb Ihres Netzwerks erreichen, insbesondere wenn Sie mehrere Gigabit-Switches mit dutzenden Ports verwenden. Lassen Sie sich beim Aus- und Einbau eines Switch-Netzteil jedoch nicht von der gerätespezifischen Stromaufnahme verwirren. Die Leistungsaufnahme kann dennoch bei mehreren hundert Watt liegen, wenn Sie mehrere Switches koppeln. Allerdings bieten viele Hersteller, darunter Cisco und Netgear, mittlerweile sparsame Varianten an, deren Leistungsdaten überzeugen können. Je mehr Ports Ihr Switch besitzt, umso wahrscheinlicher ist jedoch aus, dass der Einbau eines Netzteils nicht ausreichend ist, um die erforderliche Leistung zu bringen. Da die Verwendung mehrerer Switch-Netzteile im Rack jedoch möglich ist, sollte es an dieser Stelle nicht zu Problemen im laufenden Betrieb kommen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden