Klein, aber oho: Dieses Equipment benötigen Sie für Minigolf

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Klein, aber oho: Dieses Equipment benötigen Sie für Minigolf

Minigolf ist ein schönes Hobby, das sich für Menschen aller Altersklassen eignet. Es erfordert Geschick und ein gutes Ballgefühl und ist daher ab einem bestimmten Level sehr anspruchsvoll. Im Freizeitbereich überwiegt jedoch der Spaß. Die Mischung aus Geschicklichkeitsspiel und lustigen Parcours mit fantasievoll gestalteten Bahnen machte das Spiel zu einer der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen im Sommer.

Traditionellerweise wird Minigolf draußen gespielt. Meist finden sich Bahnen in Parks oder an Freibädern. Doch auch Indoor-Minigolf-Bahnen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Und Minigolf wäre nicht Minigolf, wenn man sich nicht auch hier besondere Effekte ausdenken würde, das Spiel noch spannender zu gestalten. So gibt es Schwarzlicht-Minigolf-Bahnen, bei denen die Bahnen und Dekorationsgegenstände mit fluoreszierender Farbe bemalt wurden. Diese leuchten dann unter Schwarzlicht in unwirklichen Neonfarben und kreieren tolle Effekte. Auch bei Videospielen, besonders auf der Nintendo Wii, ist Minigolf sehr beliebt.

In diesem Ratgeber sollen Sie alles Wichtige rund ums Thema Minigolf erfahren. Neben der Geschichte des Kult-Sports, den Regeln und den Besonderheiten soll es vor allem um das richtige Equipment gehen.

Die Erfolgs-Geschichte des Minigolfs

Minigolf ist ein relativ junger Sport, der erst in den 1950er Jahren in der Schweiz aufkam. Die erste genormte Minigolf-Anlage wurde so im März des Jahres 1954 in Ascona am Lago Maggiore eröffnet. Einen Monat später eröffnete die nächste Bahn in Locarno. Die Erfindung des Minigolfs geht zurück auf den Schweizer Architekten Paul Bongni, der bereits 1951 die Bahnen designt, genormt und den Namen Minigolf markenrechtlich hatte sichern lassen. So kam es dazu, dass die Spieler an verschiedenen Minigolf-Plätzen nahezu identische Golfkurse vorfanden. Das war notwendig, denn trotz des hohen Spaßfaktors war Minigolf von Beginn an auch auf Wettbewerb ausgelegt: Um internationale Wettkämpfe durchführen zu können, mussten die Voraussetzungen überall die gleichen sein.

1955, ein Jahr nach den ersten Bahnen in der Schweiz, wurde die erste Minigolf-Bahn Deutschlands in Traben-Trarbach errichtet. Die Verbreitung des Sports verlief unglaublich rasant: Bereits Ende 1962 gab es in Europa insgesamt rund 120 Anlagen. Im Jahr 2006 waren es allein in Deutschland etwa 250 Anlagen.

Auch als Wettkampfsport konnte Minigolf schnell Erfolge erzielen: Bereits 1959 fanden so die ersten Europameisterschaften in der noch jungen Sportart in Italien statt. Weltmeisterschaften werden seit 1991 im Rhythmus von zwei Jahren abgehalten.

Die Regeln: So wird Minigolf gespielt

Minigolf stellt eine Miniaturvariante des Golfsports dar und wird in der genormten Sportart mit 18 Bahnen gespielt. Diese sind je 12 Meter lang und 1,25 Meter breit. Eine Ausnahme bietet die Weitschlag-Bahn, die in etwa 25 Meter lang ist. Die Pisten sind aus Beton oder Kunststoff und werden in einigen Fällen mit Filz überzogen. Am Rand werden sie durch Flacheisen oder Rohrbande begrenzt, sodass der Ball nicht herausrollen kann. Erklärtes Ziel des Spiels ist es, einen Kunststoff-Ball von einem bestimmten Startpunkt aus mit so wenigen Schlägen wie möglich in das Loch am anderen Ende der Bahn zu bringen. An allen genormten Bahnen ist dies theoretisch mit einem einzigen Schlag, einem sogenannten As, möglich. Die einzelnen Bahnen unterscheiden sich in der Form und bieten unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Hindernisse. Diese sind jedoch ebenfalls genormt und damit auf den meisten Plätzen ähnlich.

Zum Spielablauf: Pro Bahn sind höchstens sechs Schläge erlaubt. Alles, was darüber hinaus geht, wird nicht mehr gezählt. Es werden dann sieben Punkte auf der Liste notiert. Der Ball wird beim Abschlag in die Mitte des runden Abschlagfeldes gelegt und von dort aus geschlagen. Danach muss der Ball die Hindernisaufbauten in vorgeschriebener Art und Weise passieren. Erreicht der Ball das Loch nicht und bleibt bei einem Hindernis auf der Strecke liegen, wird er von dort weitergeschlagen. Meist ist es erlaubt, den Ball dafür etwas vom Hindernis oder vom Rand abzurücken. Sogenannte Ablegelinien geben darüber Auskunft, wo dies möglich ist. Sie markieren die Bahn und zeigen an, von wo aus der Ball weitergeschlagen werden darf. Es gibt jedoch auch Bahnen, die nur von Abschlag aus bespielbar sind. Hier wird der Ball solange von dort aus gespielt, bis er die Grenzlinie passiert hat bzw. den Zielkreis erreicht hat. Verlässt der Ball die Bahn über die Begrenzung, wird von dort weitergespielt, wo der Ball die Bahn verlassen hat. Die Bahn gilt als beendet, wenn der Ball in dem Loch zum Liegen gekommen ist. Danach wird das Spiel an der nächsten Bahn fortgesetzt. Sieger des Spiels ist derjenige, der am Ende die wenigsten Punkte vorzuweisen hat.

Dieses Equipment benötigen Sie zum Minigolfspielen

Das Equipment für den sportlichen Minigolfer besteht aus Bällen und Schlägern. Anders als beim echten Golf werden hier aber nicht viele verschiedene Schläger benötigt. In der Regel genügen ein bis zwei Schläger für das komplette Spiel. Größeres Augenmerk liegt beim Minigolf auf den Bällen. Hier gibt es Unterschiede in Größe, Gewicht und Härtegrad, die die Spielbarkeit des Balles stark beeinflussen. Hier sollen Sie erfahren, welche Schlägerarten und Balltypen es gibt und welche davon in Ihre Grundausstattung gehören.

Abschlag! Darauf sollten Sie bei einem Minigolf-Schläger achten

Der Minigolfschläger ähnelt von der Form her dem Putter, also dem traditionellen Golfschläger, mit dem der Golfball am Ende versenkt wird. Anders als der traditionelle Putter weist der Minigolf-Schläger auf der Schlagseite eine ein bis zwei Zentimeter dicke Gummibeschichtung auf, die dabei hilft, den Ball anzuschneiden. Da das Schlaggummi nur auf der Schlagseite angebracht ist, gibt es hier Schläger für Rechtshänder und Schläger für Linkshänder.

Die Gummibeschichtung hilft dabei, die einzelnen Beschaffenheiten der unterschiedlichen Bälle auszugleichen. Weiche Bälle würden bei einer ungefederten Oberfläche nicht so weit fliegen können, während besonders harte Bälle unkontrolliert wegspringen würden. Das Gummi ermöglicht ein gezielteres Spielen auch über lange Distanzen, weil der Schlagimpuls dadurch optimal auf den Ball einwirkt. Daher eignet sich der Schläger für alle Bahnen. Eine Ausnahme bildet die Weitschlag-Bahn (Bahn 7 beim Beton-System), bei der viele Profi-Minigolfer einen auf einen hohen Abschlag ausgerichteten Schläger verwenden.

Der Minigolf-Schläger ist nur wenig angeschrägt und wird, wie das Regelwerk es vorschreibt, mit beiden Händen gehalten. Daher ist es wichtig, dass die Schläger einen angenehmen Grip haben. Dies ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Sie sollten daher im Idealfall vor dem Kauf probieren, welche Beschichtung Ihnen liegt. Besonders praktisch: Manche Schläger sind am oberen Ende mit einem sogenannten „Sauger" ausgestattet. Dabei handelt es sich um einen Saugnapf, mit dem der Ball aufgehoben werden kann, ohne sich dafür Bücken zu müssen. Dieses Zusatz-Feature ist vor allem für Senioren interessant.

Mit diesen Bällen können Sie mit den Profis mitspielen

Mindestens ebenso wichtig wie der Schläger ist der Ball beim Minigolf. Die Regeln besagen, dass pro Bahn nur ein Ball genutzt werden darf, das Austauschen des Balles während des Spiels an einer Bahn ist also verboten. Zwischen den einzelnen Bahnen ist ein Ballwechsel jedoch erlaubt und auch sehr sinnvoll, denn für die verschiedenen Ansprüche der Bahnen eignen sich ganz unterschiedliche Härtegrade und Gewichte. Die beliebtesten Marken für Minigolfbälle sind:

Es gibt diese Bälle in verschiedenen Ball-Sets, mit denen Sie die wichtigsten und gängigsten Bälle beisammen haben.

Die wichtigsten Kriterien bei Minigolfbällen sind das Gewicht, die Größe, die Härte, die Oberfläche und im Besonderen die Sprunghöhe. Je nach Außentemperatur verändert sich die Sprunghöhe der Bälle, sodass erfahrene Spieler nicht selten 100 bis 300 Bälle besitzen und diese taktisch klug einzusetzen wissen. Die Größe der Bälle bewegt sich in einem Durchmesser zwischen 37 und 43 Millimeter. Das Gewicht liegt zwischen 30 und 150 Gramm. Die Größe und das Gewicht haben einen Einfluss auf die Laufruhe des Balles und auf dessen Verhalten an der Bande.

Das wohl wichtigste Kriterium ist der Härtegrad des Balles, der in der Einheit „Shore" gemessen wird. Bälle sind in den Härtegraden 25 (weich wie Gummi) bis 100 (steinhart) erhältlich. Die Härte des Balles hat wiederum einen Einfluss auf sein Rollverhalten und darauf, wie der Ball abgeschlagen werden sollte. Weiche Bälle rollen in der Regel weniger weit als härtere Bälle und springen weniger weit von der Bande ab. Außerdem rollen sie konstanter.

Die Sprunghöhe ist eine weitere wichtige Eigenschaft, die unmittelbar von der Härte des Balles abhängt. Sie wird gemessen, indem der Ball aus einem Meter Höhe bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius auf harten Untergrund fallen gelassen wird. Man misst hier auf einer Skala von 0 Zentimetern (tot) bis hin zu 85 Zentimetern (schnell). Besonders weiche Bälle werden auch „tot" genannt, da diese, wenn sie fallen gelassen werden, einfach liegen bleiben und nicht springen. Während schnelle Bälle besonders weit rollen, sind tote Bälle konstanter in ihren Bewegungen und rollen berechenbar an der Bande entlang, sofern dies gewünscht wird. Mit schnellen Bällen wiederum ist es möglich, über Bande zu spielen. Während tote Bälle hier einfach liegen bleiben, prallen schnelle Bälle im gleichen Ausfallwinkel von der Bande ab.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Oberfläche des Balles. Es gibt glatt lackierte Bälle, rau-lackierte Bälle und sogenannte rohe Bälle. Besonders beim Anschneiden und beim Bandenspiel spielt die Oberfläche des Balles eine wichtige Rolle. Sie beeinflusst zudem die Lauflänge und hat Auswirkungen auf die Regelmäßigkeit der Laufbahn. Rauere Oberflächen ermöglichen es dem Spieler, auch in sehr kleinen Winkeln die Bande zu benutzen, da die Oberfläche des Balles einen größeren Grip aufweist. Dies ist gerade bei sogenannten Zick-Zack-Schlägen mit mehreren Bandenkontakten von Vorteil. Weil die Bälle nur selten in der Luft und konstant in Kontakt mit der Bahn sind, spielt die Oberfläche des Balles eine wesentlich größere Rolle, als es beim „richtigen" Golf der Fall ist.

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