Klavier in Zimmerlautstärke

wunderhandmartin
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Liebe Klavierliebhaber,

viele von ihnen haben außer der gemeinsamen Liebe zum Instrument auch gemeinsam die immer gleichen Probleme:
1. das Klavier ist zu laut und stört die Nachbarn, so dass ich nur zu bestimmten Zeiten spielen kann
2. mir selbst ist das Klavier zu laut und ich kann nicht so lange üben, ich eigentlich möchte
3. Das Klavier ist riesig, nimmt in der Wohnung viel Platz weg
4. Die Anschaffung und Unterhaltung ist sehr teuer

All diese Probleme lassen sich auch relativ einfach Weise lösen.
zu 1.
Klaviere waren in ihrer Blütezeit, also im 2. Drittel des 19. Jahrhhunderts sehr viel leiser, als sie es heute sind, sehr viel kleiner und auch sehr viel leichter. Waren diese Klavere schlechter als die modernen?
Nein - mit Sicherheit nicht. Wir hatten vor einigen Jahren ein aufrechtes Klavier der Firma Broadwood aus dem Jahr 1847. Es wog 90 Kilogramm. Die darin verwendete Mechanik war einfachst gebaut auber ablosut effektiv, sehr leicht und angenehm spielbar. Dieses wunderbare Stück wurde von einer Dame renoviert gekauft und wird von ihr sehr geliebt und gerne und oft genutzt.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen die großen Konzertsäle auf, wurden große Klassenzimmer gebaut, erhielten Schulen hallenartige Auditorien. Diese Änderungen der Raumgrößen gaben den Anlass, dass die darin verwendeten Instrumente auch lauter werden mussten. So begann man, in Flügel 4 Saiten pro Ton im Diskant einzubauen und in das Klavier drei Saiten im Gegensatz zu den früher üblchen Zwei- und Dreisaitern. Die Saiten wurden aus dickerem Material hergestellt. Das Ganze war nicht mehr von einem Holzrahmen zu halten, also brauchte man einen gegossenen Metallrahmen. All diese führte dazu, dass Klavier schwerer, größer und lauter wurden.
Heute leben viele von und in Wohnungen oder in eng aneinandergebauten Häusern. Da passt ein solches wuchtiges Instrument einfach nicht mehr. Als Alternative haben manche Klavierliebhaber sich zunächst auf die sogenannten "Silent-Pianos" gestürzt. Wo man also ein akutsisches Klavier kauft, den gleichzeitig ein elektronisches Klavier eingebaut wurde. Vorteil: Man kann es stufenlos leiser stellen. Nachteil: Das E-Klavier ist ja gar kein richtiges Klavier, es schlägt keine Seite an, sondern der Ton wird digital erzeugt, bietet also kein richitges Klangerlebnis.
Damit sind wir bei Punkt 2:
Mir selbst ist das Klavier zu laut.
Klar, wer übt schon gerne stundenlang an einem sehr lauten Instrument? Es leidet das Gehör darunter, vor allem leidet aber auch das pinaistische Feinempfinden.
Die Folge davon ist, dass der Klavierspieler sich einen sehr oberflächlichen, leichten Anschlag angewöhnt, denn dadruch dröhnt das Klavier nicht so stark. Schlecht für die Spielkultur!

zu 3.
Das Klavier ist riesig und nimmt viel Platz weg. Ja, moderne Klavier beginnen bei 1,10 m Höhe. Das ist eigentlich vollkommen unnötig. Ähnlich dem vergleich eines PC-Gehäuses mit dem eines Apple-Computers. Ersterer ist riesig und wenn man reinschaut, ist da unendlich viel ungenutzter Platz. Im Apple ist das geliche Equipment auf dem kleinst möglichen Platz untergebracht. Und genau so verhält es sich mit den Klavieren. WEnn Ihnen jemand sagt, ein größerers Klavier erzeuge einen größeren Klang, so ist das Quatsch! Man braucht für einen guten Klang eine gewissse Mindeslänge der Saiten. Da die Saiten aber meist schräg im Klavier angebracht sind, hat man aufgrund der vorgegebenen Breite, die bei allen Klavieren in etwa gleich ist auch entsprechend Platz. Wenn Sie mal in so ein 1,40m Klavier hineinsehen, werden sie erstaunt sein, wie viel ungenutzter Pllatz darin verfügbar ist. Mnacher mag mit dem größeren Resonazboden argumentieren. Auch da ist es so, dass ein großer Resonazboden nicht unbedingt einen besseren Ton ergibt. Auschlaggebend hier ist die Beschaffenheit des Resonanzbodens, seine Anbringung, nicht seine Größe. Denken Sie an instrumente wie Gitarre, Geige, und auch den Kontrabass. Wie klein sind hier die Resonanzböden und wie groß die Klänge!

zu 4.
Die Anschaffung und der Unterhalt sind sehr teuer.
Derzeit sind etwa 30. 000 gebrauchte Klavier allein auf dem deutschen Markt zu haben. Ein Großteil davon sind hervorragende Instrumente! Ein gutes altes Klavier hält problemlos 100 - 200 Jahre. Die Generation der Menschen über 70 Jahre stirbt langsam. Aber gerade in dieser Generation haben noch sehr viele ein eigens Klavier besessen, das jetzt von den Erben auf den Markt gegeben wird.
Es gibt  in Deutschland eine Reihe guter Klavierbauer, die solche Instrumente aufkaufen, herrichten und zu vernünftigen Preisen weiterverkaufen. Greifen Sie da beherzt zu. Ein gut eingespieltes Klavier ist allemal besser als ein fernöstliches modernes Plastikinstrument. Sie werden es am Klang hören. Früher hatte jedes Instrument seinen ganz eigenen Klang. Heute wird in Massenfertigung hergestellt und damit ein Einheitsklang auf den Markt gebracht. Steinway war hier der Wegbereiter. Gott sei Dank ist diese Tendenz rückläufig. Jeder Mensch hat einen individuellen Geschmack und  das auch in punkto Klang. Wenn Sie für ihr Kind ein Instrument suchen, gehen sie mit ihm zum Gebrauchtanbieter und lassen es einfach mal probieren. Sie werden  mit Sicherheit nicht erleben, dass es alle Klaviere gleich findet. Nein, ein altes Blüthner ist süß im Klang, ein Bechstein mächtiger, ein altes Yamaha trocken und so weiter.
Was den Unterhalt betrifft, ja das ist ein springender Punkt. Das e-Piano wird einmal angeschafft und muss nie gestimmt werden. Das Klavier sollte bei der Anschaffung vom Verkäufer neu reguliert worden sein, Alle relevanten Teile pro Taste neu einreguliert und gerichtet sein. Es ist keinesfalls notwenig, bei jeder Renovierung eines Klavieres automatisch Hammerköpfe neu zu beziehen oder gar zu intonieren, wie das eute gerne gemacht wird. So einen Hammerkopf kann man abziehen, dann ist er wieder glatt und gibt einen schönen vollen Ton. Intonieren, also das Weichstechen des Filzes ist zur regelrechten Mode geworden, ohne dass dazu Notwendigkeit besteht. Häufig erleben wir "totgestochene" Klaviere.
Was bleibt, sind die jährlichen Kosten für die Klavierstimmung, die mit etwa 60 - 80€ zu Buche schlägt

Wir selbst haben unsere Liebe zu den kleinen Wurlitzer Klavieren aus Amerika entdeckt. Sie sind nur 95 cm hoch. Es gibt sie in nahezu allen Holzfarben und sie können beliebig nach Wunsch lackiert werden.
Sie verfügen über einen großen Ton. Aus diesem Grund lässt sich hier der Hammerweg derart verkürzen, dass man daraus ein wunderbar leises Klavier machen kann. All unserer Schüler, die damit begonnen haben, zu spielen, lieben ihre kleinen Klaviere und verfügen über einen kräftigen Anschlag, weil es einfach Spaß macht, hier so richtig fest in die Tasten zu greifen.
Sehen Sie sich nach Martin Dalheimer im internet um. Auf yoututbe werden sie einige Einspielungen mit diesen Klavieren finden und können sich selbst vom angenehm leisen Ton überzeugen

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