Klassiker auf der Kaffeetafel: Milch- und Zuckersets

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Die Klassiker auf der Kaffeetafel: Milch- & Zuckersets aus Porzellan, Keramik und anderen Materialien

Die Kaffeetafel mit einem schönen Kaffeeservice, mit einem Blumenstrauß und einem leckeren Kuchen am Sonntagnachmittag ist der Inbegriff von Gemütlichkeit. Die Sitte des gemeinsamen Kaffeetrinkens mithilfe eines speziellen Geschirrs ist dabei – historisch betrachtet – noch gar nicht so alt. Das Kaffee- bzw. das Teeservice kann dabei aus vielen verschiedenen Komponenten bestehen. Da wären zum einen die Kuchenteller, Tassen und die dazugehörigen Unterteller sowie das passende Besteck: Teelöffel und Kuchengabeln.

Weiterhin darf auch die Kanne nicht fehlen, aus der der Kaffee oder der Tee ausgegossen wird. Ein wichtiger Bestandteil des Kaffeeservices, der oftmals allerdings vergessen wird, ist das Milch- und Zuckerset. Denn schließlich genießt man den Kaffee schon seit langer Zeit auch unter Zuhilfenahme dieser leckeren Substanzen. Dieser Ratgeber möchte Ihnen einiges Wissenswerte über diese kleinen aber wichtigen Bestandteile des Kaffeeservices vermitteln.

Zu diesem Zweck wirft er einen kurzen Blick zurück in die Vergangenheit und stellt klar, wo das Kaffeeservice, wo das Milchkännchen und die Zuckerdose überhaupt herkommen. Darüber hinaus wird es um die verschiedenen Bestandteile eines solchen Milch- und Zuckersets gehen, um die verschiedenen Materialien, aus denen diese bestehen können und um weitere Charakteristika und Besonderheiten. Am Ende wirft der Ratgeber einen Blick auf die bekannten Markenhersteller von Milch- und Zuckersets und gibt Hinweise zum Kauf und zu Preisen.

Kurze Geschichte des Kaffeeservices

Die Verwendung von Geschirr zum Essen und Trinken begleitet den Menschen schon seit seiner Frühzeit. Trinkgefäße, Krüge und Schüsseln finden Archäologen auf Schritt und Tritt. Nur der Teller, wie wir ihn heute kennen, ist eine Erfindung, des ausgehenden Mittelalters. Zwar hatte man natürlich auch vorher schon Essbrettchen und Speiseunterlagen verwendet. Die Vertiefung in der Mitte, der sogenannte Spiegel, kam allerdings erst seit etwa dem 16. Jahrhundert in Mode.

Auch in diese Zeit fiel der erste Kontakt der Europäer mit den Luxusprodukten Kaffee, Tee und Schokolade - der weltumspannende Handel sowie die koloniale Landnahme der Seefahrerländer machten es möglich. Die Getränke waren damals noch rar und besonders an den adeligen und königlichen Höfen verbreitet. Außerdem trank man sie in heißen Zustand, was wiederum eine ganz neue Entwicklung förderte: den Import von Porzellangeschirr aus Asien, insbesondere China. Warum? Die bis dahin genutzten Trinkgefäße aus Metall besaßen eine derartige Wärmeleitfähigkeit, dass man sich die Lippen verbrennen konnte. Die Hitze des Kaffees war auch durch das Porzellan zu spüren, besonders an den Fingern - Henkeln schufen schließlich Abhilfe.

Im Verlaufe der Zeit entwickelten sich aus den Trinkschalen mit Henkel unterschiedliche Formen für Kaffee, Tee und Schokolade. Bald kamen zu den einzelnen Tassen auch Untertassen hinzu, aus denen in nicht wenigen Fällen sogar der Kaffee getrunken wurde, um ihn schneller abkühlen zu lassen. In etwa der gleichen Zeit wurden auch die ersten Kannen eingeführt. Im 19. Jahrhundert bereits war das Kaffeeservice komplett und hielt in immer mehr Haushalte Einzug.

Zucker- und Milchsets beim Kaffee- und Teeservice

Was Milch und Zucker angeht, so wurden diese Bestandteile schon früh zur geschmacklichen Veränderung des Kaffees oder des Tees genutzt. Genauso alt dürfte auch der Streit darüber sein, was nun in einen guten Kaffee oder einen guten Tee hineingehört. Ob pur, nur mit Zucker oder nur mit Milch? Was sollte zuerst in die Tasse gegeben werden, was zuletzt? - Eine Frage des Geschmacks, die niemals ganz geklärt werden wird.

Sicher ist, dass der Zucker noch mehr als die Milch in früheren Zeiten ein Luxusgut aller erster Güte gewesen ist. Während untere Bevölkerungsschichten den süßen Geschmack eher von Honig und Ähnlichem her kannten, konnten die Adeligen von den Lieferungen des Zuckerrohrzuckers aus der Karibik profitieren. Milchkännchen und Zuckerdosen entwickelten sich demnach also in den Kreisen der Vermögenden und Mächtigen. Davon zeugen die reich verzierten und filigran gestalteten Milch- und Zuckersets aus den vorherigen Jahrhunderten.

Materialien und Formen von Milch- und Zuckersets

Die Materialien, aus denen Milchkännchen und Zuckerdosen gefertigt wurden und werden, können sehr unterschiedlich sein. Sie sind nicht selten auch daran orientiert, in welchem Zusammenhang das Set genutzt wird. Einige Materialien und Formen sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Da sind zunächst einmal Zuckerdosen und vor allen Dingen Milchkännchen aus Edelstahl zu nennen. Aufgrund des Materials sind die Kännchen sehr robust. Außerdem ergibt sich hierdurch ein großer Vorteil: Man kann das Kännchen gleich zu Erhitzen und zum Schäumen der Milch verwenden. Dabei sollte bei der Auswahl einerseits auf die Größe des Kännchens geachtet werden. Diese sollte mit dem eigenen Bedarf abgestimmt sein. Möchten Sie die Milch schäumen, sollte das Kännchen nicht ganz gefüllt sein. Ist die Kanne bis zur Hälfte mit Milch angefüllt, ist das optimale Verhältnis zwischen Oberfläche und Volumen erreicht.

Weiterhin sollte man bei Milchkännchen aus Metall – wie im Übrigen auch bei anderen Materialien - darauf achten, dass die Tülle möglichst stark ausgeprägt ist. Viele besonders preisgünstige Kännchen zeichnen sich nämlich dadurch aus, dass beim Milcheinschenken immer ein Rest an der Tülle heruntertropft.

Besonders beliebt für die Aufbewahrung und das Hinzufügen von Zucker zum Kaffee sind Zuckerbehälter aus Glas. Der Klassiker unter diesen Gefäßen ist der Zuckerstreuer. Dieser besteht in der Regel aus einem einfachen oder kunstvoll modellierten Glaszylinder mit einem Deckel aus Metall bzw. aus Edelstahl und einer kleinen Öffnung oder einem Schnabel zum ausgießen.

Milch- und Zuckersets aus Porzellan sind jedoch die noch immer verbreitetste und beliebte Variante. Hier sind zu aller erst die antiken Vorbilder zu nennen. Fein verzierte Muster, häufig mit floralem Dekor werden hierbei oftmals angeboten. Dabei besitzt die Zuckerdose zumeist einen Deckel. Nicht selten sind auch Aussparungen am oberen Rand der Dose eingelassen, um dem Löffel Halt und Platz zu bieten. Solche Zuckerdosen eignen sich grundsätzlich für losen aber auch für Würfel- oder Kandiszucker.

Ähnlich „herrschaftliche" Zucker- und Milchbehältnisse sind oftmals auch ganz aus Silber erhältlich. Zumeist orientieren sich diese Modelle in ihrer Ästhetik an antiken Vorbildern des 19. Jahrhunderts. Nicht selten werden dabei sowohl Zuckerdose als auch Milchkännchen zusammen auf einem kleinen Tablett präsentiert.

Besonderheiten von Milch- und Zuckersets

Egal für welchen Stil - sei er modern oder klassisch - Sie sich entscheiden, Zucker- und Milchsets für die Kaffeetafel sollten mit einigen Merkmalen ausgestattet sein, die dem modernen Haushalt gerecht werden. Das erste Charakteristikum ist dabei die Eignung für die Mikrowelle. Möchten Sie etwa Ihre Milch in der Mikrowelle erhitzen bzw. aufwärmen, sollte das Kännchen mikrowellengeeignet sein.

Dabei ist zu beachten, dass Sets aus Metall grundsätzlich ungeeignet sind für Mikrowellen. Metalle nehmen nämlich die Mikrowellenstrahlung auf und geben Sie weniger schnell ab. Das heißt: das unter Umständen Blitzentladungen folgen könnten. Nur bedingt mikrowellengeeignet ist Glas. Hier besteht die Gefahr, dass es zerspringt. Die Mikrowellen-Tauglichkeit ist zumeist an der Unterseite des Gefäßes abzulesen.

Plastik wiederum ist ebenfalls nur bedingt geeignet, je nach Kennzeichnung.

Reinigung von Milchkännchen und Zuckerdosen

Eine weitere Eigenschaft, die Milch- und Zuckersets unter Umständen besitzen sollten, ist die Eignung für Reinigung per Geschirrspüler. Wollen Sie also Ihr Set effektiv reinigen (oftmals befindet sich Zucker über längere Zeit in der Zuckerdose und verklebt), greifen Sie am besten auf spülmaschinenfestes Geschirr zurück. Seien Sie in jedem Fall jedoch vorsichtig bei älterem Porzellan mit Goldrand oder anderen Verzierungen. Das geerbte Kaffeeservice der Großmutter samt Zuckerdose und Milchkanne wird den Ausflug in den Geschirrspüler dauerhaft nicht überleben. Weiterhin sollten Sie Dosen und Kännchen aus Silber oder mit integrierten Holzelementen nicht in die Geschirrspülmaschine geben, sondern lieber mit der Hand waschen.

Moderne Porzellanerzeugnisse sind jedoch in der Regel spülmaschinenfest. Gesetzt den selteneren Fall, dass Sie eine Milchkanne oder eine Zuckerdose aus Kunststoff nutzen, sollten Sie diese im oberen Korb des Geschirrspülers einsortieren. Hier ist die Hitze geringer. So verhindern Sie besonders Verformungen aber auch das Ausbleichen so mancher Kunststofffarbe bei ihrem Set.

Praktischer Hinweis: Damit Ihr Geschirr optimal gereinigt wird, sind drei Dinge notwendig. Zum einen Spülmaschinensalz für die Härteregulierung des Wassers, zum zweiten Reinigungsmittel zur Säuberung von Schmutz und Fett. Als Drittes verhindert Klarspüler Kalkflecken.

Hersteller und Preise vom Milch- und Zuckersets

Die hiesigen Markenhersteller von Milchkännchen und Zuckerdosen sind weltbekannte Marken. Einige der populärsten Firmen sind:

Einfache Zuckerdosen, Zuckerspender und Milchkannen lassen sich einzeln erwerben und sind auch schon für unter zehn Euro zu haben. Ästhetisch wesentlich ansprechender sind jedoch Sets. Hier sind die einzelnen Behältnisse von Form- und Farbgebung her optimal aufeinander abgestimmt. Besonders beliebt sind Blumenmuster, aber auch gestreifte und gepunktete Optiken sind populär. Extra für die Jahresendzeit sind Sets mit Weihnachtsmotiven gefragt. Milch- und Zuckersets lassen sich auch für einen dreistelligen Betrag erwerben. Dies sind in der Regel besonders hoch qualitative Produkte der Markenhersteller oder antike Sammlerobjekte. Eine einzelne Zuckerdose aus dem 19. Jahrhundert kann so schon einmal bis zu 1000 Euro kosten.

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