Kirschen: Überblick über verschiedene Sorten und die Aufzucht der Pflanzen

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Kirschen: Überblick über verschiedene Sorten und die Aufzucht der Pflanzen

Kirschen sind Steinfrüchte. Sie haben eine rundliche, ovale oder herzförmige Form. Sie sind gelb, rot oder dunkelrot und in der Mitte befindet sich der Kirschkern. Die Kirsche ist allerdings auch eine verführerische Frucht. Die betörende Herzform, der verheißungsvolle rote Glanz und der süße Geschmack tragen dazu bei. Kirschen schmecken nicht nur gut, sie sind auch überaus gesund. So verfügen sie über zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe. Hundert Gramm enthalten dabei nur 63 Kalorien. Kirschen bestehen zu mehr als 80 Prozent aus Wasser. Das rote Steinobst verfügt über viel Vitamin C und geringere Mengen von B-Vitaminen. Es liefert Ihrem Organismus Folsäure sowie Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Phosphor und Kalium.

Einige Sorten der Süßkirschen

Kirschen gehören weltweit zu den beliebtesten Obstsorten. Besonders die süßen Varianten sind sehr beliebt. Sie können sie direkt vom Baum essen oder die Früchte auch zu Kuchen oder Marmelade verarbeiten. Die Süßkirschen werden in die sogenannten Herz- und Knorpelkirschen unterteilt. Herzkirschen verfügen über einen sehr angenehmen und süßen Geschmack, während die Knorpelkirschen ein etwas festeres Fruchtfleisch haben. Der Vorteil der Knorpelkirschen liegt noch dazu in der besseren Transportfähigkeit. Die Süßkirschen schmecken besonders gut und sind zudem sehr gesund. Durch ihre Inhaltsstoffe stärken sie das menschliche Herz und reinigen ebenso das Blut.

Beliebte Herz- und Knorpelkirschensorten

Eine beliebte Sorte von Herzkirschen ist unter anderem die Johanna, eine Kirschsorte mit dunkelroten und überaus aromatischen Früchten. Andere Züchtungen tragen so wohlklingende Namen wie „Frühe Meckenheimer”, „Schwarze Königin”, „Teickners Schwarze” oder „Samba”.

Bei den Knorpelkirschen beliebt sind Burlat, Kordia, Regina oder die Große Schwarze Knorpelkirsche. Natürlich werden diese Sorten nicht gleichzeitig reif – Burlatkirschen können Sie als Erstes ernten. Die Regina-Kirschen zum Beispiel werden erst einige Wochen später vom Baum getrennt. Auch hinsichtlich ihrer Farbe unterscheiden sich die einzelnen Züchtungen. Burlatkirschen sind hellrot, Kirschen der Sorte Kordia nahezu schwarz, die Große Schwarze Knorpelkirsche ist von dunkelroter Farbe und die Reginakirschen sind eher dunkelbraun.

Beliebte Sorten der Sauerkirschen

Sauerkirschen sind für den sofortigen Genuss nicht so beliebt wie die Süßkirschen. Zum Verarbeiten allerdings sind sie bestens geeignet. Wegen ihres säuerlichen Geschmacks eignen sie sich besser für die Verwendung im Kirschkuchen oder zum Kochen einer Marmelade. Mit einem praktischen Kirschentkerner ist in kürzester Zeit die richtige Menge an Sauerkirschen für saftiges Backwerk vorbereitet. Die Sauerkirsche ist eine relativ robuste Obstsorte, die nicht so empfindlich auf Regen reagiert wie die Süßkirsche. Sauerkirschsorten sind selbstbefruchtend, was bedeutet, dass kein anderer Kirschbaum in der Nähe wachsen muss. Reif und für Sie erntebereit sind die Sauerkirschen schließlich während der Hochsommermonate. Große Mengen an Sauerkirschen können Sie nach der Ernte direkt konservieren und dann über Jahre hinweg haltbar machen. Auch diese Früchte können Sie als Zutat für Kuchen, Torten oder Aufläufe verwenden.

Schattenmorelle und Co

Beliebte Sorten von Sauerkirschen sind die Schattenmorellen. Viele bereits konservierte Sauerkirschen sind unter diesem Namen zu erwerben, sodass Sie schon darüber Bescheid wissen müssen, dass Schattenmorellen eigentlich Sauerkirschen sind. Sie sind sogenannte Weichselkirschen, ebenso wie Kirschen der Sorten Morellenfeuer, Karneol oder Gerema. Bei Sauerkirschen in der Konserve aus dem Supermarkt handelt es sich neben den Schattenmorellen häufig um Kirschen der Sorten „Ludwigs Frühe”, Morellenfeuer, Karneol oder Gerema. Alle Sauerkirschsorten schmecken saurer als die Süßkirschen, selbst die süßeren unter ihnen. Kirschen der Sorten „Ludwigs Frühe” und Gerema schmecken süß-säuerlich, die Schattenmorellen sind kräftig-säuerlich im Geschmack. Auch die Morellenfeuer- und Karneol-Kirschen schmecken säuerlich, aber sehr aromatisch.

Standort und Anbau von Kirschen

Kirschbäume gehören zu den nicht allzu anspruchsvollen Obstbäumen. Sauerkirschen sind generell weniger anspruchsvoll als ihre süßen Pendants. Süßkirschen vertragen die sogenannte Staunässe und aufgewärmte, sandhaltige Böden nicht. Sauerkirschen hingegen haben mit mageren und dauernd nassen Böden keine Probleme. Auch Schatten stört sie wenig. Deshalb können Sie Sauerkirschen auch an Nordwänden als Spalierbäume ziehen.

Kirschen sind Anpassungskünstler

Was den Standort anbelangt, sind Kirschbäume relativ anpassungsfähig. Sie benötigen keine überdurchschnittliche Wärme und sind auch für höhere Lagen durchaus geeignet. Am besten Sie pflanzen die Kirsche an einem warmen und sonnigen Platz. Eine Südlage ist eindeutig zu bevorzugen. Achten müssen Sie allerdings auf die überaus frostempfindlichen Blüten und daher auf durch Spätfrost gefährdete Lagen. Der Kirschbaum wächst auf tiefgründigen und nährstoffreichen Humusböden besonders gut. Neben den Blüten ist die Rinde empfindlich gegen Frost und platzt leicht auf. Unbedingt müssen Sie bedenken, Kirschen nicht an Stellen zu pflanzen, wo bereits ein Kirschbaum stand. Tun Sie es dennoch, dann kommt es zu einem mangelnden Wachstum aufgrund des Mangels an Nährstoffen.

Der ideale Zeitpunkt um einen Kirschbaum zu pflanzen

Kirschbäume sollten Sie im Herbst pflanzen. Zur Bestäubung benötigen Sie weitere Kirschbäume anderer Sorten wie zum Beispiel Wild- oder Sauerkirschbäume. Dabei sollten Sie einen Mindestabstand von sieben Metern zwischen den einzelnen Bäumen einhalten. Wenn der Boden zu Staunässe neigt, können Sie durch eine Drainage Abhilfe schaffen. Geben Sie in das Pflanzloch Kompost, Mist oder Dung und überhäufen Sie das Wurzelwerk mit Pflanzerde – dabei sollten Sie jene immer wieder festdrücken und zuletzt festtreten. Bei schwachen oder jungen Setzlingen sollten Sie einen Pfahl im Pflanzloch befestigen und den Stamm festbinden. Ausgezeichnet zur Verpflanzung geeignet sind Bäume mit einjähriger Krone. Beim Kauf ist das Vorhandensein eines Markenetikettes essenziell. Damit sind Sortenechtheit und Virusfreiheit garantiert.

Die optimale Pflege der Kirschbäume

Ist der Kirschbaum einmal gepflanzt, versehen Sie die Baumscheibe regelmäßig mit Mulch, um den Baum ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Dies ist mit wenig Aufwand verbunden, Sie müssen sich nur den entsprechenden Dünger besorgen. Im Sommer ist die beste Zeit für die nötigen Erhaltungs- und Verjüngungsschnitte. Dies ist nicht so schwierig wie Sie vielleicht annehmen. Beschaffen Sie sich eine entsprechende Anleitung und schon ist es geschafft. Die Astschere müssen Sie gegebenenfalls vor dem Schneiden der Kirschbäume entsprechend schärfen, damit es nicht zu unnötigen Verletzungen der Äste kommt.
Kirschbäume weisen weiterhin ein relativ begrenztes Wurzelvolumen auf. Aus diesem Grund ist das regelmäßige Bewässern, gerade in der heißen Sommerzeit, nicht zu unterlassen. Wenn die Kirsche nicht genug Wasser bekommt, können die Fruchtgröße und das Wachstum vermindert sein, sodass Ihre Freude an dem Baum eingeschränkt ist.

Der Stamm der Kirsche benötigt besondere Hingabe

Im Herbst können Sie die Rinde zum Beispiel mit einer nicht allzu harten Drahtbürste von Flechten und Moosen reinigen. Damit verhindern Sie das Unterschlüpfen von Schädlingen. Anschließend streichen Sie den Stamm mit Kalk oder einer speziellen Farbe aus der Gärtnerei weiß. Damit haben Ungeziefer und Krankheiten weniger Chancen, Ihrem Kirschbaum zu schaden. Des Weiteren entstehen durch Reflexionen des Sonnenlichtes keine allzu großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, was eventuellen Rissen der Rinde entgegenwirkt. Sind dennoch Äste oder die Rinde verletzt, müssen Sie die entsprechenden Zweige abschneiden und die entstandenen Verletzungen mit einem Wundverschlussmittel versorgen.

Die Blüte, die Befruchtung und der Schutz der Kirschbäume vor Schädlingen

Wenn Sie einen neuen Kirschbaum gepflanzt haben, dann dauert es an die zehn Jahre, bis Sie mit der ersten richtigen Ernte beginnen können. Die erste Zeit benötigt der Baum zum Auswachsen. Wenn dann die Erntezeit beginnt, haben Sie einiges zu tun.

Alles beginnt mit der Obstblüte. Die Kirschen blühen wesentlich früher als zum Beispiel Äpfel und sind deshalb wesentlich anfälliger gegen Nachtfrost. Noch dazu können Sie die Kirschblüten nicht durch Vereisen vor Frost schützen, da die Blüten verkleben und somit nicht bestäubt werden können. Die Blüte eines Kirschbaumes ist üppig und wunderschön, doch die Bienen haben nur eine sehr kurze Zeit, um die jeweiligen Sorten zu besuchen. Hat die Bestäubung funktioniert, benötigt die Kirsche optimales Wetter zur Bildung eines Fruchtansatzes. Benötigt wird ein ausgewogener Wechsel zwischen Wärme und Feuchtigkeit, ansonsten fallen die grünen Kirschen wieder ab. Wachsen sie stattdessen heran, werden sie unter Umständen von Vögeln wie dem Star heimgesucht. Früher hat man versucht, die Vögel mit Knallapparaten und Klappermühlen zu verscheuchen. Einen merkbaren Vogelschaden können Sie durch Netze verhindern, die in die Bäume gehängt werden. Dies mag etwas aufwendig erscheinen, ist aber ein verlässlicher Schutz mit jedoch weniger attraktiver Erscheinung.

Der Kirschfruchtfliege vorbeugen

Kirschbäume benötigen keine umfangreichen Schutzmaßnahmen mit Pflanzenschutzmitteln, Fungiziden und Herbiziden. Das wirkliche Problem ist die Kirschfruchtfliege, die mit ihren Maden die Früchte befällt. Die Kirschfruchtfliege ist eine Fliege aus der Familie der Bohrfliegen. Sie ist der bedeutsamste Schädling im Kirschenanbau, da sich ihre Made in den Früchten selbst entwickelt. Die Fliegen werden etwa 3,5 bis 5 Millimeter lang. Die Larven erreichen eine Länge von vier bis sechs Millimetern und haben einen weißlich gefärbten Körper. Mit entsprechenden Schutzmitteln und Fallen für Kirschfruchtfliegen können Sie entsprechend vorbeugen.

Noch einige wichtige Infos zu Kirschen

Frische Kirschen erkennen Sie beim Einkauf am geraden und geschmeidigen Stiel. Kirschen sollten noch über einen Stiel verfügen, denn Exemplare ohne diesen bluten sozusagen aus und sind wesentlich kürzer haltbar.

Den Stein können Sie leichter entfernen, wenn Sie die Kirschen vor dem Entsteinen einige Minuten ins Gefrierfach legen. Die Früchte lassen sich nicht gut lagern und halten bis zur Qualitätsabnahme maximal zwei bis drei Tage. Sie lassen sich aber gut einfrieren, wobei der Stein nicht entfernt werden darf.

Bevor Sie Kirschen aufbewahren, sollten Sie diese auf faulige Stellen oder Risse untersuchen. Die Früchte beginnen schnell zu schimmeln und stecken andere Exemplare recht schnell an. Bei Zimmertemperatur sollten die Erzeugnisse des Baumes nur dann aufbewahrt werden, wenn sie innerhalb von ein bis zwei Tagen verzehrt werden. Im Kühlschrank ist eine Lagerung bis zu einer Woche möglich.

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