Kinofeeling wie in alten Zeiten – So warten und reparieren Sie Ihren Filmprojektor

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Kinofeeling wie in alten Zeiten – So warten und reparieren Sie Ihren Filmprojektor

Die Filmvorführung auf alten Projektoren ist ein ganz besonderer Genuss. Damit Sie aber wirklich Freude an Ihrem Filmprojektor haben, sollte dieser auch regelmäßig gereinigt werden. Der Projektor erzeugt bei Betrieb einen Unterdruck, wodurch sich vermehrt Staub und Schmutz im Gehäuse ablagern – dieser wird regelrecht magnetisch angezogen. Den Projektor auszusaugen oder auch auszublasen ist eine Möglichkeit, um kurzfristig grobe Verschmutzungen zu entfernen.

Dieser Ratgeber gibt Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie Ihren Filmprojektor effektiv reinigen und worauf Sie bei der Inbetriebnahme achten müssen.

Trotz regelmäßiger Reinigung und Wartungsarbeiten kann der Projektor irgendwann einen Defekt aufweisen. Gerade bei alten Modellen ist es häufig sehr einfach, diesen zu reparieren, auch Laien können die einfachen Arbeiten oft selbst durchführen. Da die Projektoren hauptsächlich mechanisch funktionieren und kaum komplizierte Elektronik und Chips verarbeitet haben, grenzt sich das Feld der typischen Defekte rasch ein. Dieser Ratgeber informiert darüber, welche die häufigsten Defekte sind und wie Sie mit einfachen Reparaturmaßnahmen Ihren Projektor am Laufen halten.

Tipps zur Reinigung und Wartung alter Filmprojektoren

Die meisten alten Filmvorführgeräte tragen dann einen Defekt davon, wenn sie zu stark überhitzen. Mit einer regelmäßigen Reinigung treten Sie diesem Schaden effektiv entgegen: Ablagerungen wie Staub und hartnäckige Schmutzschichten wirken wie eine dämmende Schicht, die verhindern, dass der Filmprojektor Hitze abgeben kann. Im Inneren des Gerätes entstehen so schnell sehr hohe Temperaturen, die zu einer übermäßigen Hitzeentwicklung des Projektors führen. Diese ist nicht nur gefährlich für Sie, da Sie sich dadurch leicht verbrennen können, sondern vor allem auch für das Gerät, das dadurch Schaden nimmt und beispielsweise einen Kurzschluss erzeugen kann.
Reinigung durch Abstaubung

Die wichtigste Reinigungsmaßnahme besteht deshalb darin, das Filmvorführgerät regelmäßig von den Staubablagerungen und Verunreinigungen zu befreien. Die einfache und schnelle Reinigung zwischendurch kann einfach über die Lüftungsschlitze erfolgen. Mit einem besonders feinen Aufsatz des Staubsaugers können Sie diese Schlitze aussaugen und so losen Staub entfernen. Eine weitere Variante bietet ein spezielles Fotozubehör, das mit Druckluft kleinste Bereiche ausbläst. Diese Luftdruckreiniger sind für kleinste elektronische Bauteile entworfen, sodass Sie keinen Schaden befürchten müssen. Empfehlenswert ist es, den Projektor nach jeder Benutzung, selbstverständlich erst nach dessen vollständiger Auskühlung, zu reinigen.

Reinigung mit Pinsel oder Alkohol
Entsprechend gründlicher reinigen Sie das Gerät, wenn Sie die Ummantelung aus Metall entfernen und mit einem feinen Pinsel oder mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen alle Teile behandeln. Vor allem die filmführenden Teile sollten regelmäßig auf diese Weise gereinigt werden. Alle Teile entlang der Filmbahn sollten staubfrei sein. Achten Sie darauf, dass die Filmführungsrollen sehr leichtgängig sind – wird ein Film über sie hinweg bewegt, dann sollten sie sich in jedem Fall mitdrehen. Die Rollen sollten hin und wieder auch geölt werden, um deren leichten Lauf zu gewährleisten. Denken Sie daran, gut nachzutrocknen und das Gerät erst nach der vollständigen Trocknung erneut in Betrieb zu nehmen.
Reinigung der Bildmaske

Am Bildfenster beziehungsweise der Bildmaske erkennen Sie Schmutz am ehesten: Wird bei der Vorführung Staub an der Leinwand projiziert, muss die Bildmaske gereinigt werden. Am besten können Sie Staub mit einem speziellen Pinsel entfernen, den es ebenfalls im Bereich des Fotozubehörs in verschiedenen Größen gibt. Bei vielen Filmprojektoren kann das Objektiv seitlich weggeklappt werden, sodass Sie das Bildfenster gut zur Reinigung erreichen.
Eventueller Austausch des Filters

Besitzt Ihr Filmvorführgerät einen Filter, der vor Staub in der Schaltzentrale schützen soll, dann müssen Sie zusätzlich regelmäßig kontrollieren, ob dieser staubfrei ist. Ist der Filter sehr stark verschmutzt, weil seine Wartung beispielsweise über lange Zeit bei der Reinigung vergessen wurde, dann sollte dieser getauscht werden, denn nur dann kann er das Gerät effektiv schützen.

Es ist empfehlenswert, diese Reinigungsmaßnahmen in einem regelmäßigen Rhythmus durchzuführen. Selbstverständlich sollte die kleine Reinigung nach jeder Vorführung sein, zusätzlich empfiehlt sich die aufwendigere Reinigung etwa zweimal jährlich. Am besten tragen Sie sich diese als festen Termin in Ihren Kalender ein, so kann sie nicht in Vergessenheit geraten.

Tipps zur Wartung und zum richtigen Umgang mit Ihrem Filmvorführgerät

Wird der Projektor in Betrieb genommen, dann gilt es einiges zu beachten, das im Sinne der Langlebigkeit des Gerätes angeraten ist. Die wichtigste Grundregel ist, dass das Vorführgerät bei Inbetriebnahme an einem gut belüfteten Platz aufgestellt werden sollte. Dazu gehört unter anderem, dass der Projektor keinesfalls zu nah unter der Decke positioniert wird. So wie die Staubschicht im Projektor würde auch eine Platzierung sehr nahe an der Zimmerdecke oder eine seitlich zu enge Nachbarschaft zu anderen Gegenständen den Effekt der Hitzeentwicklung im Gerät steigern, da das Gerät nicht auskühlen kann, wenn es nicht ausreichend belüftet wird. Als langfristige Folge würden Sie damit die Betriebsdauer der Projektionslampe stark verkürzen.
Projektionslampen mit Vorsicht behandeln
Die Projektionslampen sind das Herzstück der Projektoren und stecken voller komplizierter Technik. Nicht selten stellen Sie damit etwa 3/4 des Gesamtwertes des Gerätes dar – entsprechend kostspielig ist die Anschaffung einer neuen Projektorlampe. Aus rein ökonomischen Gründen empfiehlt es sich deshalb, die Lebensdauer der Lampe effektiv zu verlängern, indem das gesamte Gerät gut behandelt wird.

Dazu gehört es auch, den Ein-/Ausschalter mit Bedacht zu betätigen. Die Projektionslampen benötigen einen gewissen Vorlauf, um ihre ganze Leuchtkraft zu entfalten. Die Lampen müssen also einige Minuten laufen, bevor Sie ausreichend hell sind und ihre volle Leistung erbringen. Wird der Einschalter betätigt und kurz darauf der Ausschalter, hat die Lampe noch nicht ihre volle Leuchtleistung erzielt, sie befindet sich sozusagen in der Startphase. Wird in dieser Startphase der Ausknopf betätigt, kommt es zu einem Abbruch der Startleistung, was letztlich zu einem dauerhaften Schaden in der Lampe führen kann, da die im Entstehen befindlichen Druckkräfte stark instabilisiert werden. Kommt es nicht zu einer sofortigen Beschädigung der Lampe, so verkürzen Sie damit zumindest deutlich die Lebensdauer.

Bei Kontakt mit der Projektionslampe sollten Sie stets Handschuhe tragen. Empfehlenswert sind Haushaltshandschuhe wie beispielsweise Latexhandschuhe, die man auch zum Spülen benutzt. Auf diese Weise verhindern Sie Fingerabdrücke. Werden auf dem Schlauch der Projektionslampe Fingerabdrücke hinterlassen, dann kann es an diesen Stellen aufgrund des Fettes am Fingerabdruck zu einer übermäßigen Überhitzung kommen, die letztlich zu einem Durchbrennen der Lampe führen kann. Berühren Sie die Lampe, zum Beispiel bei einem Wechsel, nur an der Außenseite der Kugel oder am Reflektor; an diesen Stellen ist kein Schaden zu erwarten, sodass Sie die Lampe sicher tauschen können.

Die Reparatur des Projektors

An einem Filmprojektor können einige Teile beschädigt werden oder getauscht werden müssen. Die meisten Teile gibt es aber nachzukaufen – neu oder gebraucht. Oftmals handelt es sich um einzelne Teile, die verbogen sind und deren Defekt damit sehr augenscheinlich ist. Die meisten Teile, die kaputt oder auch verloren gehen, sind Zubehörteile wie Umlaufblenden, die ohnehin passend zum Filmmaterial ausgesucht werden müssen.

Ein weiteres häufiges Verschleißteil sind die Filmrollen. Laufen diese nicht mehr mit, müssen sie geölt werden. Oftmals haben sich auf den Rollen aber Staubpartikel abgelagert, die zusammen mit altem Öl eine feste Verbindung eingegangen sind, sodass auch ein Nachölen nicht mehr effektiv ist. Die Rollen müssen dann getauscht werden.

Scheuen Sie sich nicht davor, einzelne Teile des Projektors auszutauschen: Die alten Filmvorführungsgeräte sind sehr robust und im Wesentlichen mechanisch. Es gibt keine komplizierte Elektronik und keine Chips, auch für technisch interessierte Laien ist damit schnell herauszufinden, wie Teile ineinandergreifen und miteinander arbeiten. Aus diesem Grund können die meisten Reparaturen auch selbst durchgeführt werden.

Die defekte Projektorlampe

Der häufigste Defekt am Filmvorführgerät ist eine kaputte Projektorlampe. Dieser Schaden kann sich durch ein häufiges Flackern während der Vorführung bereits andeuten, nicht selten aber wird es einfach dunkel. Es ist ebenso gut möglich, dass das Vorführgerät beim letzten Einsatz normal funktionierte und plötzlich nicht mehr anzuschalten geht. In diesem Fall muss zuerst an die Projektionslampe gedacht werden, der Austausch notwendig sein könnte.

Die Projektorlampe befindet sich in der Regel unter einer Abdeckung, die Sie anhand ihrer eckigen Abmaße deutlich erkennen werden. Gesichert ist die Abdeckung mit Schrauben, die gelöst werden müssen. Um die Abdeckung gut abnehmen zu können, weist diese meist einen Griff auf.

Welche Projektorlampe Sie benötigen, ist am besten aus der Bedienungsanleitung des Filmvorführgeräts zu entnehmen. Sollten Sie diese Anleitung nicht mehr besitzen, können Sie schnell für Ersatz sorgen: Für die meisten alten Projektoren werden antiquarisch Anleitungen angeboten. Einen Hinweis auf die richtige Lampe gibt außerdem die zulässige Stromstärke und Spannung. Die häufigsten Modelle sind 150-W-Lampen. Verwenden Sie keinesfalls Lampen einer stärkeren als der zugelassenen Stromstärke, da dies zu einer Überhitzung und dauerhaften Beschädigung des Gerätes führen würde. Bei der Auswahl sollten Sie außerdem die richtige Fassungsgröße beachten.

Ein Tipp für Sammler

Besitzen Sie mehrere Vorführgeräte, dann lohnt es sich zu prüfen, ob diese eventuell dieselbe Projektionslampe benutzen. Nicht immer haben verschiedene Hersteller auch zwangsläufig verschiedene Lampen. Der Grund ist einfach: Die wenigsten Hersteller von Projektionsgeräten fertigen Ihre Lampen selbst, die meisten müssen daher auf die Produkte der Lampenhersteller zurückgreifen. Am Markt haben sich nur etwa eine Handvoll renommierter Firmen platzieren können. Aus diesem Grund kann es gut sein, dass mehrere Ihrer Projektoren mit denselben Lampen funktionieren. Dies wäre eine kostengünstige Möglichkeit, um bei einem Defekt schnell zwischen den einzelnen Geräten wechseln zu können. So könnten Sie es sich sparen, bei jeder Filmvorführung einen teuren Ersatz parat halten zu müssen.

Doch auch die Investition in eine neue Projektorlampe lohnt, denn immerhin hält diese dann meist einige Jahre. Um das zu gewährleisten, sollten Sie die Tipps zur regelmäßigen Reinigung und Wartung beachten.

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