Kino zu Hause – wie Sie den richtigen Projektor finden

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Kino zu Hause – wie Sie den richtigen Projektor finden

Wer sein Wohnzimmer in einen Kinosaal verwandeln möchte, hat natürlich die Möglichkeit, sich ein komplettes Heimkinosystem anzuschaffen. Darin sind alle notwendigen Geräte enthalten, die in der Regel auch perfekt aufeinander abgestimmt sind. Allerdings verwenden die meisten Heimkinosysteme einen – wenn auch großformatigen – Fernsehapparat, um die Videofilme anzuzeigen.

Großes Kino mit dem Beamer

Kino im Wohnzimmer mit Bildern auf einer großen Leinwand oder direkt auf die Wand gebracht, das funktioniert nur mit einem richtig guten Projektor. Er ist in der Lage, sowohl das TV-Bild als auch Videos von DVDs oder Blu-Ray-Discs direkt auf die Wand zu projizieren.

Trotzdem kann ein solcher Projektor (oder Beamer) das Fernsehgerät nicht komplett ersetzen. Besonders bei Tag und wenn sich das Wohnzimmer nicht komplett abdunkeln lässt, stoßen Projektoren hinsichtlich der Bildqualität häufig an ihre Grenzen.

Worauf Sie beim Kauf eines Projektors achten sollten

Die Auswahl eines Projektors hängt natürlich davon ab, wofür man ihn hauptsächlich benutzen will. Beamer sind aber in der Lage, mehrere Aufgaben in einer annähernd gleichen Qualität zu erfüllen. Eine kleine Checkliste, welche Geräte sich für welchen Einsatzzweck eignen, kann eine gute Unterstützung bei der Kaufentscheidung sein.

Ein Projektor, der hauptsächlich im Büro genutzt wird, benötigt unter anderem:

  • Eine starke Leuchtkraft
  • Eine gängige PC-Auflösung von etwa 1.024 x 768 Pixeln
  • Eine möglichst große Projektionsfläche
  • Bei besonders großen Räumen unter Umständen ein Teleobjektiv
  • Nicht so wichtig sind hier die Optik des Gehäuses und die Geräuschentwicklung.

Ein Projektor, der überwiegend abends zu Hause genutzt wird, braucht

  • eine geringere Leuchtkraft,
  • einen leise arbeitenden Lüfter,
  • eine Fernbedienung
  • und eine langlebige Lampe.

Soll der Projektor auch Fernsehsendungen im PAL-Format übertragen, sind diese Kriterien von Bedeutung:

  • eine Auflösung von 800 mal 600 Punkten (SVGA),
  • für das 16:9-Format eine Auflösung von 1.024 x 768 Pixeln und
  • die Möglichkeit des Umschaltens zwischen den Formaten 4:3 und 16:9.

Bei der Übertragung von Videos sind besonders im HDTV-Bereich Auflösungen von 1.280 x 720 oder 1.920 x 1.080 Garanten für eine gute Bildqualität. Außerdem sollte der Projektor hier über einen HDMI- oder DVI-Anschluss verfügen, der in der Lage ist, HDCP zu verarbeiten.

Wird ein Projektor ausschließlich für Diashows oder Spiele verwendet, ist Folgendes für die Auswahl wichtig:

  • eine gute Auflösung, mindestens 1.024 x 768 Pixel,
  • ein Schacht zum Einstecken von Speicherkarten aus der Digitalkamera und
  • beim Einsatz in kleinen Räumen möglichst ein Weitwinkelobjektiv.

Außerdem sollten Sie hier eine Leinwand anschaffen, die zur Leistung des Projektors passt.

Es gibt auch mobile Lösungen. Hier sind die Hauptauswahlkriterien

  • ein geringes Gewicht,
  • eine möglichst handliche Transporttasche und
  • möglichst eine tragbare Leinwand.

Projektorenklassen

Inzwischen gibt es unterschiedliche Techniken, mit denen Projektoren oder Beamer arbeiten. Sie alle haben gewisse Vor- und Nachteile und unterscheiden sich deshalb nicht nur im Preis voneinander. Vier verschiedene Klassen von Projektoren können für ein Heimkino infrage kommen, und zwar:

  • LCD-Projektoren (Liquid Crystal Display),
  • DLP-Projektoren (Digital Light Processing),
  • LCoS-Projektoren (Liquid-Crystal-on-Silicon) und
  • LED-Projektoren (Light Emitting Diode).

LCD-Projektoren

In einem LCD-Projektor arbeiten kleine TFT-Displays. Ihre Bilder werden mithilfe einer Lampe durch verschiedene Filter gelenkt, bevor sie als komplettes Bild auf die Leinwand oder die Wandfläche projiziert werden. Die Bedienung solcher Projektoren ist genauso einfach wie ihre Produktion. LCD-Projektoren werden deshalb häufig als günstige Einsteigermodelle angeboten. Die meisten Geräte bieten eine hohe Bild- und Farbqualität und sind auch in der Lage, das 16:9-Breitbildformat ohne Qualitätsverluste wiederzugeben.

Allerdings ist die Leuchtstärke bei LCD-Projektoren relativ begrenzt. Für ein abgedunkeltes Heimkino sind sie aber gut geeignet.

Hinweis: Die Leinwand sollte nicht zu nah vor dem Projektor aufgebaut werden. Ansonsten kann man unter Umständen die Gitterstruktur der einzelnen TFT-Displays erkennen. Außerdem haben LCD-Projektoren Probleme damit, tiefes Schwarz darzustellen. Das kann bei manchen Filmen unter Umständen störend wirken und die Atmosphäre beeinträchtigen.

In dieser Projektorklasse werden die Bilder über ein bis drei Halbleiterchips erzeugt. Einfache Einsteigermodelle arbeiten mit einem Chip, der die drei Grundfarben Rot, Blau und Grün erzeugt. Bei hochwertigeren Projektoren verfügt jeder Farbkanal über einen eigenen Chip. Alle Halbleiterchips sind mit winzig kleinen Spiegeln ausgestattet, mit deren Hilfe die Bildinformation projiziert werden kann. Das geschieht gemeinsam mit einem rotierenden Farbrad, welches die einzelnen Farben erzeugt.

DLP-Projektoren

DLP-Projektoren sind ziemlich klein und lassen sich sogar in einer normalen Aktentasche transportierten. Sie haben eine höhere Leuchtkraft als LCD-Projektoren und können auch in einer helleren Umgebung eingesetzt werden. Allerdings hat die hohe Leuchtkraft auch ihre Nachteile. Farben verblassen häufig, und auch hier kann tiefes Schwarz nicht zufriedenstellend erzeugt werden. Bei Grautönen kann das Bild sogar grobtönig ausfallen oder falsche Konturen darstellen.

Günstige DLP-Modelle mit nur einem Chip neigen darüber hinaus dazu, Farben zu verfälschen. Für echten Heimkinogenuss sind diese Geräte eher nicht geeignet.

LCoS-Projektoren

LCoS-Projektoren verwenden für die Bilderzeugung eine Siliziumfolie, die mit flüssigen Kristallen beschichtet ist. Diese Kristalle orientieren sich am Licht der Projektorlampe und erzeugen dadurch das Bild. Für die Farbgebung wird hier für jede Grundfarbe (Rot, Grün und Blau) ein eigener Halbleiterchip verwendet.

Die großen Vorteile der LCoS-Projektoren sind ihre hervorragende Bildqualität, außerdem verfügen sie über gute Kontrastwerte, sodass die Bilder im Heimkino klar und scharf zu sehen sind. Hohe Auflösungen bis hin zum FullHD (1.920 x 1.080 Bildpunkte) stellen diese Geräte nicht vor Probleme. Sie arbeiten dabei ausgesprochen leise, sodass sie für das Kino zu Hause ideale Kandidaten sind.

Nachteile lassen sich bei dieser Technik kaum finden. Allerdings sollten LCoS-Projektoren nur in gut abgedunkelten Räumen verwendet werden, da ihre Leuchtkraft für eine helle Umgebung nicht ausreicht.

LED-Projektoren

LEDs verbrauchen nur einen Bruchteil des Stroms, der für eine herkömmliche Projektorlampe benötigt wird. Die Energieersparnis ist eines der wichtigsten Argumente, die für einen LED-Projektor für das Kino zu Hause sprechen.

Leuchtdioden haben darüber hinaus eine deutlich längere Lebensdauer. Sie halten im Durchschnitt vier bis fünf Mal solange wie herkömmliche Projektorleuchten, die noch dazu in der Anschaffung wesentlich teurer sind. LED-Projektoren können aufgrund des niedrigeren Energiebedarfs sogar mit einem Akku betrieben werden. Die kleinsten Modelle sind kaum größer als ein Mobiltelefon und deshalb auch für den mobilen Einsatz sehr gut geeignet.

Die Bildqualität ist sehr hoch, und LED-Projektoren zeigen eine sehr klare Farbdarstellung bei hohen Kontrastwerten. Da sie nur eine sehr geringe Wärmeentwicklung zeigen, arbeitet der Lüfter wesentlich leiser als in herkömmlichen Projektoren.

Die LED-Technik im Bereich der Projektoren ist allerdings noch sehr jung. Das spürt man deutlich in der sehr eingeschränkten Leuchtkraft, die 100 ANSI-Lumen kaum überschreitet. Im Vergleich erreichen Top-Projektoren anderer Techniken bis zu 1.000 ANSI-Lumen. Inzwischen gibt es aber LED-Projektoren, die mit einem Laser kombiniert sind und eine bessere Leuchtkraft zur Verfügung stellen können.

Für den Einsatz im Heimkino sollte man derzeit noch auf LED-Projektoren verzichten. Sie können keine FullHD-TV-Sendungen übertragen, und die Größe der Projektionsfläche sollte die eines großformatigen Fernsehers nicht überschreiten. Bei größeren Formaten leidet die Bildqualität. Optimal für die meisten handelsüblichen LED-Projektoren ist eine Projektionsfläche mit einer Diagonalen von maximal 1,5 Metern.

Projektoranschlüsse

Damit ein Projektor möglichst viele Aufgaben übernehmen kann, benötigt er eine Vielzahl von unterschiedlichen Anschlüssen. Für das Kino im Wohnzimmer sind hier unter anderem die folgenden Verbindungsmöglichkeiten und Schnittstellen von Bedeutung:

  • analoge Anschlüsse für ältere Geräte,
  • Zugänge für DVD-Rekorder, Fernseher und AV-Receiver,
  • Anschlüsse für PC oder Notebook,
  • integriertes Speicherkartenlesegerät für Diashows und
  • WLAN, falls auch Übertragungen aus dem Internet erfolgen sollen.

Tipp: Um herauszufinden, über welche Anschlüsse Ihr Projektor für das Kino im Wohnzimmer tatsächlich verfügen muss, finden Sie zunächst heraus, welche Geräte Sie anschließen möchten und welche Zugänge für diese Geräte notwendig sind. Dann überprüfen Sie den ausgewählten Projektor, ob er diese Anschlüsse zur Verfügung stellt. Angaben dazu finden Sie im Handbuch des Projektors oder in den Technischen Datenblättern auf der Webseite des Herstellers.

3D-Projektoren und Zubehör

So wie moderne TV-Geräte sind auch einige Projektoren in der Lage, Bilder dreidimensional zu erzeugen. Allerdings muss der Projektor dann über die Fähigkeit der FullHD-Darstellung verfügen. Um das 3D-Feeling genießen zu können, müssen die Zuschauer entsprechende Brillen tragen.

Hier sind unterschiedliche Methoden bekannt, die auch mit 3D-Projektoren genutzt werden können:

  • Die Shutterbrille: Sie funktioniert wie beim 3D-Fernsehen, indem der Projektor abwechselnd Bilder auf das rechte beziehungsweise linke Auge projiziert. Die Shutterbrille sorgt dafür, dass jedes Auge tatsächlich nur das für dieses bestimmte Bild sieht.
  • Die Polarisationsbrille: Diese Methode funktioniert wie in einem 3D-Kino. Hierfür sind eigentlich zwei Projektoren notwendig. 3D-Projektoren für Polarisationsbrillen vereinigen deshalb zwei Beamer in einem Gehäuse.

Um eine flüssige Darstellung über Shutterbrillen zu erhalten, muss die Bildwiederholungsfrequenz sehr hoch sein. Außerdem müssen Brille und Projektor absolut synchron arbeiten. Die Synchronisation wird mittels eines Infrarotsignals erreicht, für das aber häufig ein kleines Zusatzgerät angeschafft werden muss. Dieses Gerät muss so im Raum aufgestellt werden, dass es keine Hindernisse zwischen Infrarotsignal und Brille gibt. Außerdem ist ein zusätzliches Kabel notwendig, um die Verbindung zum Projektor herzustellen. Diese Brillen benötigen eigene Batterien oder Akkus für die Energieversorgung und sind deshalb auch relativ schwer.

Passive Polarisationsbrillen sind angenehmer zu tragen. Die Darstellung der Bilder ist ruhiger. Allerdings sind sowohl die Projektoren als auch diese Brillen deutlich teurer in der Anschaffung. Da sich im Projektorgehäuse zwei Lampen befinden, sind auch die Unterhaltskosten höher als bei der einfacheren 3D-Version, die mit Shutterbrillen arbeitet.

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