Kindle - die Bibliothek in der Westentasche

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Der dritte Band eines dicken Fantasy-Romans und das letzte Kapitel fehlt noch: Lästig, für das spannende Ende in der S-Bahn den dicken Schinken im Rucksack zu transportieren. Vor allem wenn neuerdings alle anderen lässig ein flaches Rechteck aus der Mappe ziehen und sogar einhändig im Stehen lesen. Und das noch ohne Lesebrille, weil sie die Buchstaben nach Gusto vergrößern können! Eigentlich klar, oder? Es ist Zeit für ein elektronisches Lesegerät. Oder besser gesagt: für einen Kindle.

 





 

 


Wissenswertes vor dem Kauf eines Kindle E-Reader


Im Kindle kommt eine neue Technologie zum Einsatz - der E-Ink-Bildschirm. Für Sie bedeutet das: Keine Spiegelung strengt das Auge an und irritiert beim Lesen, auch nicht bei strahlendem Sonnenschein. Das Schriftbild? Exzellent. Denn durch die elektronische Tinte gibt es keinen Abstand zwischen den Pixeln. Sie sehen dadurch gestochen scharf. Ein Kindle kann alles? Nur beinahe. Denn er unterstützt nur bestimmte Formate. Das gängige EPUB-System beispielsweise nicht. Die Anbindung an das Internet erfolgt über WLAN, wobei Sie automatisch an Amazon gebunden sind: Nur dort gekaufte Bücher lassen sich herunterladen und auf dem Kindle lesen. Mit anderen Geräten sind die E-Books, Zeitungen und Zeitschriften nicht kompatibel. Übrigens, kaufen Sie erstmal kein Wörterbuch zur Lektüre fremdsprachlicher Texte: Auf allen Modellen ist nämlich schon eins vorinstalliert.

Kindle - der Klassiker


Der Kindle war der erste E-Book-Reader, den Amazon auf den Markt brachte. Mit einem Gewicht von lediglich 170 Gramm ist er heute leichter als so manches Taschenbuch.
Dabei ist es möglich, eine ganze Bibliothek auf dem Gerät abzuspeichern. Bis zu 1400 Bücher haben im Speicher Platz. Das ist vor allem für sogenannte Buch-Zapper interessant. Sie können auch unterwegs so viele Bücher gleichzeitig lesen, wie Sie wollen.

Um etwas Ordnung zu schaffen und Bücher leichter finden zu können, bietet der Kindle die Möglichkeit, die Bücher in Sammlungen zu organisieren oder in Kategorien einzuteilen.

Wer den Speicher seiner Geräte dabei gerne schlank halten möchte, ist mit dem Kindle gut bedient. Gelesene Bücher werden einfach vom Gerät gelöscht. Sie bleiben in der Cloud und können bei Bedarf wieder heruntergeladen werden.

Seit der 4. Generation wird der Kindle über ein Cursorpad gesteuert. In Zeiten von Touchscreen ist diese Steuerung zwar etwas gewöhnungsbedürftig, erfüllt aber durchaus ihren Zweck.


Für Profi-Leseratten - Kindle Paperwhite

 


"Jetzt mach doch mal das Licht aus!" - "Ich möchte aber noch lesen." Die Lösung für derlei Konflikte im Bett ist die integrierte Beleuchtung des Paperwhite. Das Besondere daran: Es handelt sich nicht um eine Hintergrundbeleuchtung, wie sie bei Tablets üblich ist. Beim Kindle Paperwhite scheint das Licht nicht ins Gesicht, sondern wird von oben auf das Display gelenkt. Das schont die Augen und schafft optimale Lesebedingungen.



Amazon hat sich aber noch weitere Features ausgedacht, die das Leservergnügen vergrößern: Zahlt es sich noch aus das nächste Kapitel in Angriff zu nehmen? Die "Time to Read"-Funktion kann diese Frage beantworten: Sie errechnet die persönliche Lesegeschwindigkeit und informiert, wie lange Sie voraussichtlich noch für ein Kapitel brauchen. Die Funktion ist dabei lernfähig und aktualisiert sich laufend.

Außerdem nützlich: die gezielte Stichwortsuche innerhalb eines Buches.

Vorgängermodelle - Kindle DX und Kindle Touch

 

Der Kindle DX kam 2009 auf den Markt und richtete sich bei seiner Einführung speziell an Leser von Zeitschriften und Zeitungen. Hatte der gängige Kindle ein Display von 6 Zoll, so verfügt der DX über einen 9,7-Zoll-Bildschirm. Das Lesen von Magazinen war damit deutlich leichter. Durch den größeren Bildschirm erhöht sich natürlich auch das Gewicht des Geräts. Der Kindle DX bringt rund 540 Gramm auf die Waage. Noch ein Unterschied zum Klassiker: Die Steuerung erfolgt nicht über Cursorpad, sondern über eine Tastatur. Wie der Name bereits vermuten lässt, verfügt der Kindle Touch im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem Kindle Keyboard über einen optischen Touchscreen.
Beide Geräte sind sowohl als WLAN- als auch als
3G-Variante erhältlich. Ab 2012 wurde der Kindle Touch von Amazon nach und nach vom Markt genommen.


Virtuelle Lesezeichen: die Whispersync-Technologie und Textmarker



Die Augen fallen Ihnen beim Lesen zu, das Buch klappt zusammen: Wo genau waren Sie stehengeblieben? Mit Whispersync gehört diese Suche der Vergangenheit an: Wird das Gerät nicht benutzt, schaltet es sich automatisch ab, wobei die zuletzt gelesene Seite gespeichert wird. Wirklich praktisch: Sind die E-Books auf mehr als einem Gerät abgelegt, werden sie auch automatisch synchronisiert. Die letzte Seite bleibt also überall aufgeschlagen.

Sie markieren gerne, was Sie interessant finden? Das können Sie im Kindle mit wenigen Klicks. Ausgewählte Textstellen stehen dann unter dem Menüpunkt "Meine Clippings" zur Verfügung. Und lassen sich über das Internet mit Freunden teilen. Zusätzlich ermöglicht selbst die einfachste Kindle-Version, eigene Notizen zu erstellen. Einziger Nachteil: Befindet sich das Buch nicht mehr auf dem Gerät, verschwinden auch sämtliche Markierungen.


Gehört zum Lesevergnügen dazu: Spitzen-Akku und clevere Schutzhülle

 

Bei einer täglichen Lesezeit von einer halben Stunde hält der Akku eines vollständig aufgeladenen Kindle bis zu einem Monat. Allerdings nur dann, wenn das WLAN deaktiviert ist und das Gerät sich im Flugmodus befindet. Der Akku des Kindle Paperwhite hält bei deaktiviertem WLAN und Beleuchtungsstufe 10 sogar bis zu 8 Wochen. Dann laden Sie ihn mit dem entsprechenden Ladegerät an Steckdose oder USB-Buchse einfach wieder auf.

Um die eher nüchtern gestalteten Geräte aufzupeppen sind farbige Schutzhüllen erhältlich. Die Hülle des Kindle Paperwhite  hat neben dem Geräteschutz aber noch mehr auf Lager: Sobald die Klappe geöffnet wird, schaltet sich der Kindle ein. Wird die Klappe geschlossen, geht auch das Gerät automatisch in den Ruhemodus über. Ein Magnetverschluss stellt sicher, dass es sich unterwegs nicht versehentlich einschaltet.

  Tablet-Exkurs: die Kindle Fire-Serie

 

Im Gegensatz zu den Kindle E-Book-Readern ist der Kindle Fire ein vollwertiges Computer-Tablet. Zwar ist es auch damit möglich, E-Books zu lesen. Die leserfreundliche E-Ink-Technologie kommt hier allerdings nicht zum Einsatz. Aktuell ist das Tablet in den Varianten Kindle Fire HD und Kindle Fire HDX, jeweils mit 7- oder 8,9-Zoll-Bildschirm erhältlich.

Das Kürzel HD (High Definition) verrät bereits, wo der Schwerpunkt dieser Kindle-Varianten liegt: Sie eignen sich hervorragend zum Videoschauen, Musikhören, Surfen und Spielen. Was das Fire so schnell macht? Dual-Core-Prozessoren mit 1,5 Ghz in den HD-Geräten, Quad-Core-Prozessoren mit 2,2 GHz in den HDX-Versionen. Erhältlich sind die Android-Geräte mit einer Speicherkapazität von 8 bis 64 Gigabyte. Die Anbindung an das Internet erfolgt mittels Dualband-WLAN. Die Akkulaufzeit bei ständigem Betrieb beträgt zwischen 10 und 12 Stunden. Wird der Kindle Fire nur zum Lesen genutzt, hält der Akku bis zu 17 Stunden.


Alternativen: TrekStor, Kobo, Samsung oder gleich ein echtes Buch?

 

Amazon ist nicht das einzige Unternehmen, das einen E-Book-Reader auf den Markt gebracht hat. Konkurrenzprodukte werden auch von TrekStor oder Kobo angeboten. Alternativen zum Tablet aus der Kindle Fire-Serie:  Samsung Galaxy oder Asus Nexus. Und wem das alles zu technisch und zu wenig haptisch ist, bleibt eben beim guten alten Buch: gedruckt, als Paperback oder gebunden.


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