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Keyboards für Anfänger

chriskeyb3
Von Veröffentlicht von
Keyboards für Anfänger
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Ich bin Diplom-Musiklehrer, unterrichte seit 20 Jahren Keyboard, Klavier und Orgel und weiß daher recht genau, wie die Praxis des Instrumentalunterrichts in diesen Fächern aussieht und welche Probleme gerade Neueinsteiger bei der Wahl des richtigen Intrumentes haben.

Bei Diskountern gibt es Einsteiger-Keyboards für 49,99 Euro. Wer so wenig bezahlen will, kann auch nicht viel erwarten. Diese Keyboards haben nicht einmal Anschlagdynamik. Das heißt, der Spieler kann überhaupt kein Gefühl für laut/leise durch festes/leichtes Anschlagen der Taste entwickeln. Geben Sie lieber 150 € mehr aus und kaufen ein gebrauchtes Keyboard der Mittelklasse! Legen Sie wert darauf, dass das Keyboard ANSCHLAGDYNAMIK hat!!! Für 200,- Euro bekommen sie schon gute gebrauchte Keyboards, ab Baujahr 2000, die auch heute über alle nötigen Features verfügen und zu einem Bruchteil des Neupreises zu bekommen sind.

Die wichtigsten Aspekte bei der Wahl des Keyboards sind:

Die Tastatur!
Sie ist ein großer Schwachpunkt vieler Keyboards. Die Tastatur sollte mindestens einen Umfang von 5 Oktaven (61 Tasten) haben und über normalgroße, anschlagsdynamische Tasten verfügen. Alles andere gehört in den Müll! Noch besser sind gewichtete Tastaturen mit 88 Tasten, die einem Klavier nachempfunden sind. Auf solchen Tastaturen lassen sich Anschlag und Spielgefühl besser entwickeln als auf den leichtgängigen Keyboardtasten. Diese Instrumente heißen dann auch nicht mehr "Keyboard", sondern je nach Art und Ausstattung "E-Piano" oder "Digital-Ensemble".

Der Klang!
Mal ehrlich: hätten Sie Lust, jeden Tag auf einer "Tischhupe" zu spielen, wo sich schon beim ersten Anschlag Widerwillen einstellt? Ein Instrument sollte Freude bereiten, man sollte gerne darauf spielen und ein guter Klang ist dazu unentbehrlich! Natürlich hängt der Klang eines Instrumentes auch mit dem Preis zusammen. Hier sollte ein vernünftiger Kompromiss zwischen Ohr und Geldbeutel geschlossen werden. Und es muss nicht immer ein nagelneues Instrument sein! Mit Keyboards und E-Pianos ist es wie mit Computern: die Technik geht immer weiter, der Wert fällt schnell. Oft bekommt man sehr gute Instrumente, die nur 2-3 Jahre alt sind, für gut die Hälfte des Neupreises!

Die Ausstattung!
Reine E-Pianos bieten meist nur 5 bis 10 verschiedene Klänge und evtl. eine Aufnahmemöglichkeit. Bei Keyboards und Digital-Ensembles ist die Anzahl der Ausstattungsmerkmale jedoch viel umfangreicher, deshalb eine Unterteilung:

Sounds: verschiedene Klänge (Instrumente). Hier gilt einfach: je mehr, desto besser!

Styles: verschiedene Rhythmen der Begleitautomatik: Auch hier gilt: je mehr, desto besser!

Stimmen / Polyphonie: die Anzahl an Stimmen, die gleichzeitig abgespielt werden können. Eine 32-Noten-Polyphonie bezeichnet somit die Fähigkeit eines Keyboards zur gleichzeitigen Wiedergabe von 32 Noten. Besonders wichtig beim Spiel mit Begleitung! Sie ahnen es: je mehr, desto besser!
Speicher: zum Laden und Speichern von Liedern, Klängen, Registrierungen und Styles. Ist nicht unbedingt nötig, aber sehr nützlich! Lange Zeit waren Diskettenlaufwerke Standard, neuere Keyboards verfügen über einen USB-Anschluss.

Display: zeigt Einstellungen wie z.B. Instrumenten- und Style-Nummer an. Modelle mit mehr Funktionen sind mit einem beleuchteten Display ausgestattet (besser ablesbar!), auf dem weitere Informationen angezeigt werden, sowohl zum Keyboard als auch zur Musik, wie die Partitur und Text. Die besten Modelle sind in der Regel mit einem großen Farb-Display ausgestattet, das an Computerbildschirme erinnert. Je größer das Display, desto mehr Informationen können angezeigt werden und desto einfacher ist die Bedienung.

Kompatibilität: "GM" steht für "General MIDI" und wurde 1991 eingeführt, da MIDI-Songdaten, die auf einem Tonerzeuger zwecks Playback erstellt worden waren, nicht einfach auf einem anderen Tonerzeuger abgespielt werden konnten. Dies lag daran, dass die gleiche "Instrumentennummer" auf anderen Tonerzeugern völlig verschiedene Klangfarben wählte. Mit GM wurde ein Standardsatz elementarer Klangfarben zur Verfügung gestellt, die den selben Instrumentennummern zugewiesen wurden, sowie einige wenige Grundregeln hinsichtlich der Verwendung der verschiedenen MIDI-Kanäle. Dieser gemeinsame Rahmen ermöglicht die korrekte Wiedergabe von GM-Song-Daten auf allen GM-kompatiblen Tonerzeugern. "XF" ist ein Dateiformat, das die Funktionen von Standard-Midi-Dateien erweitert, so dass Text- und Akkordinformationen angezeigt werden können. "XG" sorgt nicht nur dafür, das GM-kompatible Songdaten genau so klingen, wie dies vom Komponisten beabsichtigt war, sondern umfasst auch erhebliche Erweiterungen des GM-Standards und bietet unter anderem eine breitere Palette an Klangfarben, erweiterte Bearbeitungsfunktionen und umfassende Effektbearbeitung. "XGlite" ist eine vereinfachte Version des XG-Formats. Es bietet etwas weniger Steuerparameter und Effektprogramme, ermöglicht aber dennoch eine optimale Wiedergabe von GM- und XG-Song-Daten. Kurz gesagt: GM ist Pflicht, XG die Kür!

Ich hoffe, dieser kleine Ratgeber hat Ihnen geholfen und wünsche viel Spaß beim Musizieren! :-)
Ein "Ja" ist mir zwar nicht so wichtig, aber ich freue mich trotzdem drüber :-)

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