Kevlar als Fackeldocht - ein unglaubliches Material

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Kevlar als Fackeldocht - ein unglaubliches Material

 

Kevlar, Nomex, Apyeil, Twaron - um nur einige berühmte Marken zu nennen - haben eines gemeinsam, sie bestehen alle aus Aramid Fasern.

 

Aramide sind aromatische Polyamide mit fantastischen Eigenschaften:

  • hitzebeständig
  • geringer termischer Schrumpf
  • flammfest
  • schmelzen und tropfen nicht
  • besitzen keinen Schmelzpunkt
  • gegen organische Lösungsmittel sehr widerstandsfähig
  • enorm Abrieb beständig
  • weisen eine geringe Bruchdehnung auf
  • selbst löschend
  • geringe Rauchbildung
  • ausgezeichnete Dimensionsstabilität
  • gute Chemikalienbeständigkeit
  • nicht leitend
  • keine Versprödung im Niedrigtemperaturenbereich

 

Man unterscheidet zwei verschiedene Sorten von Aramid Fasern. Der Unterschied besteht in der Herstellungsweise und Ausgangsstoffen: m-Aramid wird nach dem Trockenspinnverfahren mit m-Phenylendiamin, p-Aramid nach dem Nassspinnverfahren mit p-Phenylendiamin und jeweils einem anderen Reaktionspartner hergestellt. 

Kevlar beispielsweise, ist aus p-Aramid Fasern hergestellt und wurde 1965 von einer Frau entdeckt, der Wissenschaftlerin Stephanie Kwolek aus Nordirland.

 

Noch mehr Eigenschaften von Aramid:

  • ebenso wie andere organische Fasern ist Aramid nicht UV-beständig, bei direkter Einwirkung des Sonnenlichtes sinkt die Reißfestigkeit der p-Aramid Faser schon nach ca.15 Wochen auf 50 %.
  • konzentrierte Säuren und Alkalien, vor allem in heißem Zustand, setzten der Aramid Faser erheblich zu, sie können sie zerstören.

Das heißt also, bitte alles Jongliermaterial, daß aus Aramid besteht, unbedingt licht geschützt aufbewahren, auch wenn es schon benutzt wurde und schon ganz schwarz ist.

Möglichst Borsäure vermeiden, auch wenns noch so schön grün brennt, und das Jonglier Equipment nicht mit Waschpulver oder Seife waschen.

Es gibt mittlerweile spezielle Liquides, die tolle Feuerfarben erzeugen, aber die Aramid Fasern nicht ruinieren. Zum Ab-und Zu Auswaschen kann man Benzin oder Methanol verwenden, dann sind die Fasern wieder sauber und gut saugfähig, sie können wieder viel Brennflüssigkeit aufnehmen, und damit erhöht sich die Brenndauer.

 

Das Beste Aramid...

  • es sollte matt erscheinen, von gelblicher Farbe sein und sich weich anfühlen

Glänzend gelbes, etwas festeres Material besteht zumeist aus reinem Aramid, ist aber eine nicht saugfähige Variante, die sich als Fackeldocht überhaupt nicht eignet. Da echtes Aramid sehr teuer ist, gibt es billige Fakes aus Asien oder woher auch immer - die wenn man Glück hat - einfach nur nichts taugen, wenn man Pech hat, können diese Fackeldochte das krebseregende Asbest enthalten. Das ist bei bloßer Berührung nicht harmlos, nicht auszudenken was da bei Feuer frei gesetzt und eingeatmet wird. Manchmal erkennt man diese Fakes an ihrer Farbe, sie sind nicht gleichförmig einheitlich gelb, sie weisen weißliche Fasern dazwischen auf. Weißliche Fasern können aber auch ein Hinweis auf andere Polyamidfasern sein, die aus Kostengründen, mitverwebt wurden. Das ist harmlos, aber sie haben nicht die fantastischen Eigenschaften von reinem Aramid. Der schlimmste Nachteil ist, dass sie nicht allzu saugfähig sind, was die Brenndauer deutlich herabsetzt.

  • eingewobene feine Metalldrähte im Aramid Band?

...Geschmackssache. Das Band mit Metalldraht im Vergleich zu einem Band aus reinem Aramid hält nach vielen Testphasen nicht länger als das Band aus reinem Aramid: Das Metallgeflecht wird struppig, bricht hier und da, hinterlässt Laufmaschen und kratzt ganz schön. Das Band mit eingewebtem Metalldraht erreicht eine wesentlich höhere "Betriebstemperatur" als das Ohne. Fazit: Metall wird heißer als Aramid. Eine gleich abgemessene Menge Band mit Metalldraht hat eine kürzere Brenndauer als die exakt gleiche Menge vom reinen Aramidband.

 

Feuer und Flamme allen Feuerleuten!

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