Kettensalat

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Kennen Sie dieses Gefühl? Sie sitzen vor einem Berg miteinander verkutzelter Ketten, und so langsam beschleicht Sie eine Ahnung, dass Sie erheblich älter sein werden, wenn Sie das alles entworren haben? Es ist unglaublich, in welchem Maße sich vor allem feine Metallketten ohne menschliches Zutun miteinander verschlingen können. Beim vorsichtigen ersten Versuch der Behebung stellt man dann fest, dass sogar veritable feste Knoten dabei entstanden sind!
Wiederholen Sie jetzt, in dieser Phase, nicht die Fehler Ihrer Vorgänger. Die wichtigsten Regeln sind: Bleiben Sie nicht stehen, werden Sie nicht ärgerlich, wundern Sie sich über nichts.
Die schlimmsten Knoten entstehen meist erst bei dem etwas ruckartigen Versuch, alles auf einmal auseinanderzufummeln. Wir möchten Ihnen deswegen ein paar Ratschläge geben, wie Sie alles in relativ kurzer Zeit und ohne Schweißausbrüche in Wohlgefallen auflösen können.
Das Wichtigste, was Sie brauchen, ist ein großer freier Tisch. Nehmen Sie sich die Zeit, notfalls den Küchentisch erst abzuräumen. Setzen Sie sich hin, und legen Sie den ganzen undurchsichtigen Haufen vor sich hin. Nun beginnen Sie, diesen - bei starker Verklumpung meist eher kugelförmigen - Haufen sachte auseinanderzuziehen, zu verbreitern, einzelne Kettenenden lang auf der Tischplatte auszulegen.

Schritt 2: Öffnen sie alle Kettenverschlüsse, deren sie habhaft werden können. Lassen Sie sich nicht von Gedanken ablenken wie: diese Kette bekomme ich jetzt schon schnell heraus - Knotengefahr! Ziehen Sie niemals mit Krafteinsatz - Knotengefahr! Ziehen Sie den Kettenhaufen immer wieder sachte und auf der Tischplatte liegend Stück für Stück auseinander.
Schritt 3: Viele Kettenstücken liegen jetzt schon in großen offenen Schleifen, nur noch ein- oder zweimal umeinander verschlungen, da. Führen Sie alle mit den Fingern bewegbaren Enden aus Ihren Verschlingungen und legen Sie sie - wenn die Kette noch nicht ganz befreit ist - wieder lang und strahlenförmig von dem Haufen weg auf den Tisch. Es ist in keinem Fall ratsam, in dieser Phase den verbliebenen Haufen zum Beispiel umzudrehen.
Meistens sind jetzt schon viele der Ketten gelöst, ohne dass eine gerissen oder sonst eine Katastrophe passiert ist. Durch das Auslegen haben Sie sich außerdem Übersicht verschafft und sich ein paar der ganz schlimmen Stellen gemerkt.

Wir kommen jetzt zum harten Kern. Sie benötigen hierzu zwei ganz normale Nähnadeln (sehr gut eignen sich auch diese Holz-Zahnstocher), in jeder Hand eine. Übriggeblieben sind für gewöhnlich die besagten Knoten. Suchen sie sich einen aus, möglichst einen am Rand, und stechen Sie mit einer der Nadeln hinein. Dann stechen Sie kurz daneben mit der anderen Nadel auch hinein und beginnen nun einfach, ohne große Überlegung zu pulen, in kleinen, dann größer werdenden kreisenden Bewegungen. Wenn sich nichts tut, macht es nichts. Suchen Sie zwei andere Punkte und wiederholen Sie den Versuch. Plötzlich haben Sie eine Schlaufe, dann noch eine, dann noch eine. Lösen Sie ein offenes Kettenende heraus und legen es lang auf dem Tisch aus. Ziehen Sie alles wieder so weit wie möglich auseinander. Wenn ein Verschluss, ein Anhänger oder ein anderes breiteres Stück irgendwo noch nicht hindurchpasst, lassen Sie die Stelle liegen, und machen woanders weiter. Wiederholen Sie zwischendurch immer auch die Schritte 2 und 3. So gehen Sie vor, bis Sie alle Knoten aufgelöst haben. In fast allen Fällen zeigt sich, dass bei ursprünglichem Vorhandensein von ca. zwanzig Knoten das Auflösen von sechs oder sieben ausreichend war, und sich alle anderen wie durch Zauberhand von selbst gelöst haben. Sie können ruhig ein wenig stolz sein: die Zauberhand war die Ihre! Und plötzlich stellen Sie mit Bedauern fest, dass alles schon erledigt ist.

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