Keine Angst mehr vor Rachebewertungen

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Seit Juni 2008 ist das Bewertungssystem bei Ebay entscheidend verbessert worden.

Verkäufer können Käufer nicht mehr negativ bewerten und das ist auch gut so. Käufer die nie zahlen, werden über "Unstimmigkeit melden" zur Zahlung aufgefordert. Passiert das wiederholt, löscht Ebay das Mitglied. Da braucht man also wirklich keine negative Bewertung.


Umgekehrt betrachtet, gibt und gab es ja keine Funktion, die für Bieter einen bestimmten Prozentsatz an positiven Punkten erfordert hätte. Jeder, auch Mitglieder mit noch so vielen negativen Bewertungen, können ja ungehemmt bieten. Es gibt also, auch nach langem Suchen, keinen Grund den man finden könnte, weshalb ein Käufer negativ bewertet werden sollte. Prinzipiell ärgert natürlich jeder negative Punkt. Deshalb wurde oft auf eine berechtigte und notwendige negative Bewertung von Seiten des Käufers für den Verkäufer, verzichtet. Die Rachebewertungen kamen prompt. Das ist jetzt Vergangenheit.


Sie können ohne Probleme eine zutreffende negative Bewertung für einen Verkäufer abgeben, ohne eine Rachebewertung befürchten zu müssen.

Falls Sie in der Vergangenheit solche Rachebewertungen bekommen hatten, gibt es die Möglichkeit, dass dieser Verkäufer in der Zwischenzeit gelöscht wurde. Dann ist auch Ihre negative Bewertung - automatisch - gelöscht worden.

Keine unüberlegten Bewertungen

Man sollte aber darauf achten, nur berechtigte negative Bewertungen zu vergeben. Nicht zutreffende Bewertungen könnten dem Bewerter realen Ärger einbringen. Falls einmal die Ware nicht kommt, könnte auch der Transporteur schuld sein. Falls einmal keine Antwort auf ein Email kommt, der Computer des Empfängers könnte kaputt sein, der Spamfilter nicht richtig arbeiten oder der Verkäufer im Krankenhaus liegen. Sie würden sich sicher auch über eine negative Bewertung ärgern, für die Sie nichts können. Versuchen Sie auf jeden Fall vorher mit dem Verkäufer zu kommunizieren.

Viele Käufer kennen sich im Kaufrecht nicht aus. Weil sie ihre Rechte nicht kennen, stellen sie nicht die richtigen Forderungen. Umgekehrt gibt es auch unter den gewerblichen Anbietern viele, die Ihre Pflichten nicht kennen. So ist zum Beispiel der Gefahrübergang bei einem Kauf durch den Verbraucher bei einem Händler erst zu dem Zeitpunkt, an dem der Transporteur die Ware an den Verbraucher aushändigt. Das bedeutet, der Verkäufer haftet nicht nur bis er die Ware dem Versender übergibt (ein Paket bei Hermes abgibt oder einen Brief in den Kasten wirft), sondern bis der Postbote den Brief in den Briefkasten des Empfängers wirft oder der Paketzusteller das Paket dem Käufer aushändigt. Eine sinngemäße Formulierung in Angeboten von Händlern: Versand per Normalbrief auf Risiko des Empfängers ist nicht nur nichtig = unwirksam, sondern auch wettbewerbswidrig.

Ähnliche Missverständnisse verbreiten Verkäufer in Hinblick auf das EU-Recht, welches angeblich vorschreiben würde, erklären zu müssen, dass man für nichts garantiere. Viele Verkäufer glauben dann, es würde reichen eine Pappkiste zu liefern, die wie ein Fersehgerät aussieht, wenn man ein Fernsehgerät mit einem solchen Garantieausschluss versehen anbietet. OK, das Beispiel war übertrieben, aber bei Sammlergegenständen wie Briefmarken, Münzen, Mineralien und ähnlichem, die häufig gefälscht vorkommen (von Markenartikeln oder Uhren ganz zu schweigen) glauben viele Verkäufer der Garantieausschluss würde sich auf die Echtheit beziehen. Die kann man aber nur ausschließen indem man ausdrücklich als falsch anbietet. Das EU Recht meint eine Funktionsgarantie, also das ein Fernsehgerät, ein Computer oder ein Auto weiterhin funktionieren. Diese Garantie sollte der private Verkäufer wirklich ausschließen. Die meisten Sammlergegenstände haben jedoch keine Funktion. Ob Ölgemälde, Stein, Münze oder Briefmarke, die Gegenstände existieren aber haben keine Funktion die es zu garantieren gelte.

Sollten Sie fragen zum Kaufrecht haben, auf meiner  mich-Seite ist ein Link zu einem Forum für Briefmarken. Dort im Forum werden auch Fragen zum Kaufrecht besprochen.






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