Kein Angler-Latein: Wissenswertes über Rutenauflagen

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Wie man Rutenauflagen bei eBay findet

Rutenauflagen, Rod Rests, Rod Pods: praktische Helfer für den langen Ansitz

Der Angelsport hat sich in den letzten Jahren zu einer hochprofessionellen Sportart entwickelt. Für jeden Zielfisch gibt es eigene Fangstrategien, spezifische Techniken und spezielles Gerät und Zubehör. Sucht man auf nach Angelzubehör ist es hilfreich, auch die englischen Fachbegriffe zu kennen, denn Englisch ist das Anglerlatein unserer Zeit.

Welcher Laie würde hinter Begriffen wie Drop-Shot, Jerken, Jiggen, Spirolino oder Twitchen das Fangen von Forelle, Hecht, Barsch oder Zander vermuten? Ähnlich verhält es sich auch mit der Ausrüstung. Viele Gegenstände im Angelkasten eines ambitionierten Fischers verraten nicht auf den ersten Blick, welchen Zweck sie erfüllen sollen: Die altgediente Rutenauflage heißt inzwischen gerne Rod Rest, und statt auf einem klassischen Erdspeer wird sie nun auf einem sogenannten Bankstick im Erdreich in Ufernähe angebracht.

Von der Astgabel zum Hightechgerät

Auch die Rutenauflage wurde weiterentwickelt und an die spezialisierten Bedürfnisse der Angler angepasst. Es gibt diese Rod Rests inzwischen in vielen verschiedenen Ausführungen. Wo sich Angler vor nicht allzu langer Zeit noch mit einfachen Astgabeln aushelfen mussten, baut der Fischer von Welt heute professionelles Gerät auf.

Sie finden Rutenauflagen in verschiedenen Größen, Stärken, Materialien und Farben mit unterschiedlichen Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmalen. Auf einigen Rutenauflagen finden mehrere Ruten nebeneinander Platz, einige Hersteller bieten ganze Tischkonstruktionen zum Auflegen der Fangausrüstung an. Schließlich will niemand den dicken Fang durch die Wahl der falschen Ausrüstung aufs Spiel setzten.

Gründe für den Kauf einer Rutenauflage

Rutenauflagen haben sich in vielen Bereichen der Angelei bewährt. Inzwischen sind die praktischen Hilfsmittel aus der modernen Fischerei nicht mehr wegzudenken. Vor allem Karpfenangler und Fischer, die bei der Jagd auf ihren Zielfisch lange ansitzen, schwören darauf.

Gerade wenn mehrere Ruten parallel ausgeworfen werden, bieten die Rutenhalter Komfort und Sicherheit: Das Gerät ist an seinem Platz und dem Fischer entgeht kein Fang mehr. Zudem ermöglichen sie das kurzzeitige Verlassen des Platzes, bei mehrstündigen Ausflügen und Beutezügen kann das eine große Erleichterung sein.

Worauf sollten Sie bei der Wahl einer Rutenauflage achten?

Die Stabilität der Rutenauflage ist eines der wichtigsten Kriterien, wenn man sich zum Kauf entscheidet. Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn der ganze Aufbau, oft mit mehreren Ruten bestückt, ins Fischwasser fällt. Im besten Fall muss der Angler ins Wasser, um das kostbare Gerät zu sichern, im schlimmsten Fall hat er dabei dann den gesamten Fischbestand für den Rest des Tages verscheucht und muss sich erst einmal einen neuen Platz suchen.

Die Ausrüstung eines Anglers ist oft viel wert, darum sollte man beim Kauf einer Rutenauflage auf angemessene Qualität achten, um die Rute nicht zu beschädigen.

Stabilität ist auch wichtig, um die Rute oder die Ruten absolut ruhig zu halten. Zum einen soll die Präsentation des sorgsam ausgewählten und platzierten Köders nicht gestört werden, zum anderen muss sich der Angler auf jedes noch so kleine Zucken in der Rutenspitze oder an der Pose konzentrieren können.

Wie wird die Rutenauflage fachgerecht montiert?

Eine Rutenauflage kann auf verschiedene Arten angebracht werden. Es gibt Modelle, die bereits ab Werk an einem Erdspeer befestigt sind. Die meisten Modelle müssen jedoch auf einen separat erworbenen Spieß aufgeschraubt oder gesteckt werden, wobei die Verbindungen genormt sind, sodass auch die Produkte unterschiedlicher Hersteller in der Regel zusammenpassen.

Ein Erdspeer, im Fachjargon gerne auch „Bankstick“ genannt, ist ein Stab oder Spieß aus Metall oder Kunststoff, der ins Erdreich getrieben wird. Am unteren Ende haben die Banksticks ein Gewinde oder zumindest eine Spitze, sodass sie sich leicht im Untergrund verankern lassen.

Ist der Erdspeer aufgebaut, muss die Rutenauflage auf das obere Gewinde aufgeschraubt werden – und schon hat man eine stabile und leicht zu transportierende Auflage für die Angelrute. Vor allem bei der Grundangelei oder beim Ansitzen über Stunden hinweg ist ein solcher Helfer unentbehrlich.

Eine weitere Möglichkeit zur Anbringung von Rutenauflagen sind die inzwischen vor allem bei Karpfenanglern recht beliebten Rod Pods. Hier wird die Rutenauflage nicht im Erdreich verankert, sondern ruht auf einem Tripod oder vier Beinen.

Nicht nur die Rutenauflage selber, sondern auch der Erdspeer oder Rod Pod, auf den die Halterung montiert wird, sollte Stabilität und Standfestigkeit gewährleisten. Erdspieße sollten lang genug sein, um sie tief ins Erdreich treiben zu können, bei Rod Pods sollten Sie auf sicheren Stand des Dreibeins oder der Teleskopfüße achten.

Entscheidungshilfen beim Kauf einer Rutenauflage

Rutenauflagen werden aus verschiedenen Materialien hergestellt; auch hier versuchen die Hersteller immer wieder, durch neue, stabilere und zugleich leichtere Materialien bei der Käuferschaft zu punkten. Beim Kauf einer Rutenauflage sollte man sich klar machen, wo und wie häufig das Gerät zum Einsatz kommen soll, welche Ansprüche an die Rutenauflage gestellt werden und wie hoch das Budget ist. Zumeist sind die Rod Rests aus Stahl, Edelstahl oder Kunststoff gearbeitet.

Plastik ist leicht, hat jedoch den Nachteil, dass der Werkstoff anfällig ist. Schnell ist beim Transport oder Aufbau ein Stück abgebrochen, gerade bei regelmäßigem Gebrauch oder wenn die Rutenauflage hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, kann das Material reißen.

Oft sind Rutenauflagen mit einer Art Schlauch aus Gummi oder Neopren überzogen, um das teure Angelgerät vor Abnutzung durch Reibung oder Scheuern zu schützen, und um Geräusche, die durch das Reiben der Rute auf der Halterung entstehen, abzudämpfen.

Edelstahl, Stahl oder Alu sind die eindeutig stabilere Wahl im Vergleich zu Kunststoff, allerdings macht sich das Gewicht für eine oder sogar mehrere Rutenauflagen im Gepäck eines Anglers durchaus bemerkbar. 

Welche Formen und Designs von Rod Rests gibt es?

Rutenauflagen beziehungsweise neudeutsch Rod Rests werden in unzähligen Formen und Ausführungen vertrieben. Neben den Klassikern gibt es inzwischen von verschiedenen Anbietern Rutenauflagen in Hülle und Fülle, je nachdem, welcher Angeltechnik man nachgeht, in welchem Gelände man fischt oder auf welchen Zielfisch Jagd gemacht wird.

Zu den klassischen Formen zählen Rutenhalter in Form der Buchstaben U, V, und Y sowie Aufleger, die einer Brezel oder einem umgedrehten Rechen ähneln. Im Grunde genommen muss jeder Angler für sich selber entscheiden, wie und wozu die Rutenauflage hauptsächlich eingesetzt werden soll. Die verschiedenen Formen sollen vor allem einen Zweck erfüllen: Die Rute in Position und die Schnur im Wasser zu halten. Die Form ist hierbei eher Nebensache und wird zumeist durch den persönlichen Geschmack und die Vorlieben des Anglers entschieden.

Während in der einen Rod Rest die Angelrute richtiggehend in die Zange genommen wird, liegt sie in einer anderen relativ frei beweglich auf. Grundsätzlich sollte das hintere Ende der Rute, wenn es nicht auf dem Boden steht, fest im Griff des hinteren Rutenauflegers stecken. Neben der zusätzlichen Stabilität wird so gewährleistet, dass die Spitze der Rute, die im vorderen Rutenhalter liegt, genauer auf Bisse reagieren kann.

Wie viele Ruten wollen Sie unterbringen?

Zudem sollte man sich beim Kauf einer Rutenauflage entscheiden, ob man lediglich eine Rute darauf unterbringen möchte, oder ob gleich ein ganzes Arsenal an Leinen von dort aus im Wasser der Wahl versenkt werden soll.

Auf manchen Rutenauflegern finden bis zu zehn Angeln nebeneinander Platz. Bei einer derartigen Belastung sollte allerdings auf hochwertige Verarbeitung und ein robustes Gewinde zur Befestigung auf dem Erdspeer oder Rod Pod geachtet werden.

Neben starren Rutenauflagen gibt es auch dreh-, schwenk-, kipp- oder neigbare Produkte, mit denen der Fischer flexibler auf die Gegebenheiten vor Ort reagieren kann. Auch hierbei ist zu beachten, dass ein minderwertig verarbeitetes Scharnier oder Gewinde schnell zur ungewollten Sollbruchstelle werden kann.

Die Elektronik zeigt den Biss

Immer weniger Angler verlassen sich beim Ansitzen auf den Zielfisch ausschließlich auf ihr Können, ihr Gespür, ihren Instinkt und ihr Gefühl. Elektronische Bissanzeiger werden immer beliebter. Mit diesen kleinen Helfern entgeht dem ambitionierten Fischfreund kein Biss mehr. In viele moderne Rutenauflagen ist ein solcher Signalgeber bereits eingebaut.

Elektronische Bissanzeiger sind Rutenauflagen, in denen allerhand Hightech steckt. Vor allem beim Fischen ohne Pose sowie beim Angeln in der Dunkelheit sind diese Hilfsmittel unerlässlich. Mithilfe einer Lichtschranke oder eines Magnetfeldes in der Rutenauflage wird der Schnurabzug überwacht. Sobald das Gerät einen Biss verzeichnet, sendet es unmittelbar ein optisches und/oder akustisches Signal.

Sowohl aus Tierschutzgründen als auch aus fischereistrategischen Interessen machen diese elektronischen Helferlein durchaus Sinn. Voraussetzung für ihr Funktionieren sind ein stabiler und ruhiger Stand der Rute sowie eine sauber und straff geführte Angelschnur.

Bei der Verwendung eines elektronischen Bissanzeigers als Rutenauflage sollten Sie darauf achten, dass das Gerät stets geladen ist und dass Sie einen Satz Ersatzbatterien mit sich führen.

Rod Pods

Neben den klassischen Rutenauflagen, die auf einen Erdspieß, den sogenannten Bankstick, geschraubt oder gesteckt werden, gibt es im Angebot verschiedener Hersteller auch die Profiversion, Rod Pod genannt. Rod Pods haben den Vorteil, dass sie deutlich stabiler und standfester sind als Rutenauflagen auf Erdspießen.

Rod Pods sind Gestelle, in die mehrere Angelruten parallel nebeneinander eingespannt werden können. Die Ruten selber liegen innerhalb des Rod Pods wiederum entweder nur mit dem vorderen Ende, bei einigen Modellen aber auch mit dem Griff, auf Rutenauflagen.

Rod Pods stehen entweder auf Tripods, also drei Beinen, wie man das von Kamerastativen kennt, oder auf ausziehbaren Teleskopbeinen. Sie passen sich so dem Untergrund an und stehen auch in unebenem Gelände sicher und stabil.

Ein weiterer Vorteil: Rod Pods als Rutenauflagen können überall dort genutzt werden, wo Erdspieße nicht aufgebaut werden können, wie zum Beispiel an Uferverbauungen und Stegen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden