Kaufratgeber für asiatische Trachten

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Ihr eBay-Kaufratgeber: asiatische Trachten

Formenvielfalt asiatischer Trachten

Wenn Sie als Sammler oder Liebhaber asiatischer Trachten nach schönen oder typischen Einzelstücken suchen, helfen Ihnen einige Tipps, neue Entdeckungen zu machen. Die asiatischen Trachten sind von Geschichte und Kultur ebenso geprägt wie vom Klima und der Wirtschaftsweise ihrer Träger. Gerade die asiatischen Länder pflegen in den meisten Fällen ihre althergebrachten Trachten oder stellen sie in den Kontext modernen Lebens. Daher sind sowohl antike Stücke als auch moderne Interpretationen und günstige, einfache Postenware im Angebot vertreten.

Achten Sie auf hochwertige Materialien

Generell sollten die angebotenen Trachten zumindest aus Naturfasern sein. Mischgewebe oder chemisch hergestellte Fasern wie Viskose sind für den Liebhaber von authentischer Tracht Grenzfälle. Wenn Sie nicht gerade antike Stücke sammeln, können diese Angebote angemessene Kompromisse darstellen. Für den Sammler von Trachten und Accessoires sollten es natürlich wenigstens Originalschnitte und –farben sein. Um diese Eigenschaften besser erkennen zu können, hilft Ihnen der folgende Leitfaden.

Welche Länder und Regionen gehören zu Asien

Es gibt hierfür keine eindeutige Definitionen. Als Grenze zu Europa werden meist das Uralgebirge oder der Kaukasus angenommen. Nordasien umfaßt in dieser Abgrenzung dann die Mongolei sowie den nördlichen Teil Rußlands mit Sibirien mit der Halbinsel Kamtschatka und der Inselgruppe der Kurilen, die im südlichen Teil zu Japan gehört. In Zentralasien ist das Wandergebiet der asiatischen Reiternomaden in einer weiten Grassteppe entlang der antiken Seidenstraße in den Staaten Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Vorderasien umfasst die Region von der Türkei bis zum Iran einschließlich der arabischen Halbinsel. Westasien reicht vom Himalaya bis zum Indischen Ozean und umfasst die Gebiete der Staaten Tibet, Nepal, Bangladesh, Burma und die Inselgruppe der Malediven sowie Indien und Sri Lanka.

Nordasien

Die Reiternomaden der Nordasiatischen Grassteppe haben ihre Tracht seit Jahrhunderten kaum verändern müssen. Männer und Frauen tragen asymmetrisch geschlossene Wickelgewänder, genannt Deel, die meist bei den Männern bis zum Knie reichen und bei den Frauen die Knöchel bedecken. Die Männer kombinieren dazu eine weite Hose und Stiefel. Prächtige Stickereien und Silberschmuck ergänzen die Tracht bei festlichen Anlässen. Bei den Nachfahren der Mongolen, den Burjaten, gehört ein bunter, langer Mantel dazu. Die Frauen der Burjaten tragen in einigen Gruppen Kleider, die dem europäischen Schnitt ähnlich sind, und kombinieren sie mit ärmellosen, langen Westen.

Trachtenvielfalt bei Männern und Frauen

Da die Burjaten aus vielen verschiedenen Gruppen bestehen, haben sie die vielfältigsten Trachten überliefert. Haartrachten, Kopfbedeckungen und Zubehör wie Schmuck, Stiefel oder Gürtel sind für europäische Betrachter einzigartig und wirken außergewöhnlich exotisch. Besonders zum mongolischen Nationalfest Naadam werden besonders prachtvoll verzierte Trachten mit prächtigem, vererbtem Familienschmuck getragen. Die Alltagstracht ist nach wie vor bei Männern und Frauen zu sehen, besteht aber meist aus einem schlichten, bei beiden Geschlechtern bis zum Knie reichenden Deel, der mit Hose und Stiefel kombiniert wird. Die Jakuten haben eine Tracht überliefert, die besonders wintertauglich ist. Männer und Frauen tragen ein bis auf die Knie fallendes, ab der Taille weites, kittelähniches Hemd mit langen Ärmeln. Diese Tracht wird heute meist im Winter getragen und daher aus dem traditionellen Leder gefertigt. Farbige Stickereien und Lederstiefel mit dicker Filzsohle komplettieren die Tracht.

Traditionellen Trachten in der heutigen Zeit

Die Mongolei ist ein Beispiel für die Überführung von traditionellen Trachten in die moderne Welt. Im Nationalmuseum für Trachten werden die alten Formen bewahrt und wissenschaftlich erforscht. Besonders die Details der historischen Trachten wie ausgreifende Schulterpartien, Gürtel, mehrere Lagen Stoff übereinander, große Manschetten und breite Kragen werden immer wieder von jungen Designern verarbeitet. Das Designatelier Chimbai arbeitet mit dem Nationalmuseum zusammen und bildet Designer aus, die immer wieder neue modische Standpunkte im Blick auf die alten Trachten gewinnen. Gleichzeitig werden in der Mongolei Designer und textile Kreativberufe, auch als Handwerk, rund um die Trachten gefördert.

Ostasien

Zu Ostasien werden China und Japan einschließlich Hongkong und Taiwan geerechnet.

China

Die Vielfalt besonders in den historischen Trachten Chinas ist unübertroffen. Nicht nur die verschiedenen ethnischen Gruppen wie Mongolen und Mandschu, auch die kulturell differenzierte Sozialstruktur und die Erfordernisse eines kaiserlichen Hofes machen die chinesischen Trachten so vielfältig. Die Mandschu-Kultur hat große Teile Nord- und Nordwest-Chinas beeinflusst. Ihre Tracht verbreitete sich überall dort, wo chinesische Händler unterwegs waren - bis nach Ostturkestan. Der Typ des asymmetrisch geschlossenen Kittels geht auf die Mandschu zurück, die ihn wiederum von den Han-Chinesen übernommen haben, nachdem sie das Han-Reich erobert hatten. Die kaiserlichen Ehrengewänder entsprachen unseren Orden. Wer sich für das Sammeln der textilen Auszeichnungen interessiert, sollte sich also ein Grundwissen über die symbolische Bedeutung der Muster aneignen. Blumen, Tiere, Fabelwesen wie Drachen und Phönix haben Bedeutungen, die dem Beobachter etwas über den Träger vermitteln. Dazu gehören Kopfbedeckungen, die ebenfalls nach Stand, Anlass und Funktion im Beamtenapparat variieren. Das China des 20. Jahrhunderts hat seine eigenen Trachten entwickelt. Schon in älteren Zeiten trugen Bauern und Arbeiter einfache Anzüge aus blauer Baumwolle. Diese praktische Alltagskleidung lebte weiter bis in die Siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Dazu kommt der Sun-Yat-Sen-Anzug, im Westen Mao-Anzug genannt, der unbedingt zur Tracht Chinas dazugehört. 1911 er wurde als Symbol für ein modernes China entworfen und in den Jahren nach 1920 wurde er zur Amtskleidung der Beamten, später setzte er sich für Frauen wie Männer als Alltagskleidung durch. Die Wurzeln des Schnitts liegen letztlich in preußischen Militäruniformen, aber auch japanische Studentenuniformen und Elemente chinesischer Arbeitskleidung sind eingeflossen. Derzeit erlebt der Anzug eine Wiedergeburt als etwas modernisiertes Sammlerstück - aus edlen Materialien und von erstklassigen Ateliers gearbeitet.

Korea

Die beherrschende Tracht in Korea ist der Hanbok der Frauen. Der weite Wickelrock Chima mit Jacke Jeogori wird gern in den fünf Nationalfarben Koreas getragen und schmeichelt jeder Figur, sodass sich Koreanerinnen zu festlichen Anlässen gern in ihm zeigen. Für Männer gehört zur Tracht eine weite Hose, die an den Knöcheln zusammengefasst ist, und ein weiter, asymmetrisch auf der Brust geschlossener Mantel. Diese Tracht geht in ihrer heutigen Form auf die Mongolen des dreizehnten Jahrhunderts zurück, die Grundform ist aber einheimisch koreanisch. Heutzutage sind besonders die Hanbok für große Feierlichkeiten sehenswert, besonders die Form für Bräute.

Japan

In Europa wird als japanische Tracht meist der Kimono angesehen. Obwohl der Kimono tatsächlich dominiert, gibt es eine Reihe anderer, traditioneller trachten, die im Westen aber auf weniger Interesse stoßen. Der Kimono ist das formellste und prächtigste Kleidungsstück der japanischen Tracht. Für Frauen nach Alter und Anlass mal mehr, mal weniger hell und bunt gemustert, tragen Männer ihre Kimonos meist in gedeckteren Farben und zurückhaltenden Mustern. Zu formellen Anlässen zeigen Männer gern ihr Familienwappen auf ihrem Kimono. Kimonos werden aus einem einzigen Ballen Stoff geschneidert, der festgelegte Maße hat. Daher hatten die Kimonos früher Einheitsgröße, und Kimonos für besonders große oder schwere Menschen waren schwer zu finden. Für weniger voluminöse Figuren wurde der Kimono gefaltet und geknickt, um zu passen.

Heutzutage gibt es aber auch Kimonos in verschiedenen Größen. Wenn Sie Kimonos kaufen wollen, suchen sie nach Stücken aus Baumwolle oder Seide. Baumwolle ist der Stoff für eher lässige Kimonos für die Freizeit, Seide gilt als bester und angemessenster Stoff und wird daher für formelle Kimonos verwendet. Daher sind gute Kimonos immer kostspielig. Besonders Frauenkimonos werden aufgrund ihrer Farbgebung und Muster unterschieden und sind für bestimmte Anlässe geeignet oder für verheiratete oder unverheiratete Frauen angemessen. Zum Frauenkimono gehört unbedingt noch der breite Stoffgürtel Obi. Er wird zum Kimono und Anlass abgestimmt ausgewählt und besteht traditionell aus einer großen Stoffbahn, die gefaltet und gewickelt wird. Heutzutage sind Obi im Verkauf, die aus Einzelteilen zusammengesetzt werden können. Noch eine andere Form von Kimono tragen die Geishas und Geisha-Schülerinnen, die Meiko. Geisha-Kimonos sind so lang, dass sie beim Gehen aufgenommen werden müssen, um nicht auf dem Boden zu schleifen. Die Kimonos der Meiko zeichnen sich durch besonders helle Farben aus, um die Jugendlichkeit der Trägerin zu betonen, und haben lange Ärmel für elegante Tanzbewegungen. Beide Geschlechter tragen als Badekleidung oder zum Schlafen einen leichten, einfacher zu bindenden Baumwollkimono, den Yukata. Zur Männerkleidung gehört auch der Hakama, ein weiter, gebundener Hosenrock, und eine weite Jacke, Happi. Das traditionelle Lendentuch Fundoshi der Schwerarbeiter ist heute öffentlich nur noch bei Prozessionen zu sehen, in denen von Männern schwere Göttersymbole durch die Straßen getragen werden. Im Bergbau tragen jedoch Männer und Frauen noch heute das Lendentuch. Beide Geschlechter tragen die Zehensocken, Tabi, die den großen Zeh einzeln umschließen und für die Zehensandalen Zori geeignet sind. Das bekannteste traditionelle Schuhwerk sind die Geta, Zehensandalen mit hohen, querlaufenden Holzstegen, das heute aber fast nur noch von Geishas getragen wird. Eine zweite Form der Geta hat dicke Holzsohlen, die bei den Geisha-Schülerinnen ein kleines Glöckchen enthalten.

Südostasien

Südllich und östlich von China erstreckt sich Südostasien mit allen Staaten von Myanmar bis Osttimor.

Java, Indonesien, Bali

Der Sarong ist ein gewickelter Rock, den sowohl Männer als auch Frauen nicht nur auf den Inseln Südostasiens tragen. Er ist verbreitet bis in die Küstenregionen von Nordost-Indien, Oman und dem Jemen. Ein schmales, rechteckiges Stück Stoff wird um die Taille so geknotet, dass der Übertritt vorne liegt. Dazu gehört für Frauen eine Art Oberteil, das eng und mit schmalen Trägern geschnitten ist und auch heute noch zur Dorftracht gehört. Es wird mit einer langärmligen Jacke bedeckt und in der Hüfte von einer Schärpe betont. Bis in die dreißiger Jahre des neunzehnten Jahrunderts gehörte für Frauen zum javanischen Sarong eine weite, langärmlige Bluse, die Kebaya. Traditionell gehören dazu perlenbestickte Pantoffel oder Sandalen.

 
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