Kaufratgeber für Weinregale: So lagern Sie Ihre Weine richtig

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Kaufratgeber für Weinregale: So lagern Sie Ihre Weine richtig

Einen guten Wein genießen viele gern zum Abendessen oder an einem schönen geselligen Abend mit Freunden. Der rote und weiße Rebensaft erfreut sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit und mehr Menschen haben deshalb einen kleinen Weinvorrat Zuhause, um immer einen guten Tropfen parat zu haben, wenn Gäste kommen. Wer Wein lagern möchte, sollte allerdings beachten, dass eine falsche Lagerung dem Wein mehr schadet als nützt und dass die richtige Lagerung, z. B. in einem Weinregal, für einen Weinliebhaber zum A und O gehören sollte.

Was passiert, wenn man Wein falsch lagert, wie und wo man ihn richtig lagert und wie lange, erfahren Sie in diesem Ratgeber. Dann schmeckt der Wein beim Essen so gut, wie aus einem Weinkeller direkt vom Weingut.

Warum Wein überhaupt lagern?

Abgesehen davon, dass man sich vielleicht gerne einen Vorrat an Wein anlegt, um immer eine Flasche hervorzaubern zu können, wenn Gäste da sind, gibt es noch andere Gründe für die Lagerung. Vor allem in früheren Zeiten mussten Weine unbedingt gelagert werden, bevor man sie trank, weil sie zum Zeitpunkt des Kaufs noch gar nicht trinkreif waren. Gekaufte Weine kamen daher immer zuerst in den Weinkeller, wo sie ausreifen konnten. Heute werden viele Weine von den Weinherstellern bereits in einem trinkreifen Zustand auf den Markt gebracht und können direkt ohne Lagerung genossen werden. Das heißt aber nicht, dass sie keine Lagerung vertragen. Wie lange Weine gelagert werden können, hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab.

Manche Weine, vor allem alte Sorten von Qualitätsweinen, müssen einige Jahre gelagert werden, bevor sie trinkreif sind. Andere, bereits trinkreife Weine sind nur wenige Jahre lagerungsfähig, bevor sie an Qualität verlieren.

Welchen Wein wie lange lagern?

Die Lagerfähigkeit von Weinen hängt von drei Faktoren ab: dem Zuckeranteil, dem Säuregehalt und dem Alkoholgehalt. Je mehr Säure ein Wein hat, desto länger kann er gelagert werden. Welchen Säuregehalt ein Wein hat, wird vor allem dadurch bestimmt, wie reif die Trauben bei der Ernte waren. Auch der Zuckergehalt erhöht das Lagerungsalter, je süßer der Wein, desto länger darf er altern. Das liegt darin, dass der Zucker, wie beim Einkochen von Obst, einen konservierenden Effekt hat. Trockene und halbtrockene Rotweine zählen zum Beispiel zu den zuckerhaltigen Weinen.

Edelsüße Weine, die sowohl süß sind als auch einen hohen Säuregehalt aufweisen, sind daher die Weine, die am längsten gelagert werden können. Rieslinge und Spätauslesen können z. B. fünf Jahre und mehr gelagert werden. Säurearme Weine sollten dagegen nicht länger als zwei Jahre lagern. Je weniger Säure der Wein hat, desto einfacher ist es für Mikroorganismen, die den Verderbnisprozess auslösen, sich zu vermehren.

Der Alkoholgehalt spielt ebenfalls eine Rolle. Je höher er ist, desto haltbarer ist der Wein, denn der Alkohol wirkt ebenfalls gegen Bakterien, die sonst zum Verderb führen würden. Für eine lange Lagerung sind zehn- und zwölfprozentige Weine daher am besten geeignet.

Generell sind Rotweine übrigens länger lagerbar als Weißweine oder Rosé, weil bei ihnen die stattfindende Oxidation nicht schadet. Als Richtlinie kann man sagen, dass handelsübliche Rotweine im Schnitt 4 bis 5 Jahre gelagert werden können und Weißweine und Roséweine zwischen 2 und 3 Jahren. Qualitativ hochwertige Spitzenweine können unabhängig davon aber oft bis zu 20 Jahre lang gelagert werden und erreichen sogar erst dann ihre optimale Trinkreife.

Was geschieht, wenn Wein falsch gelagert wird?

Bei der Lagerung kann man einiges falsch machen und den Wein dadurch verderben. Wird er nicht richtig gelagert, dann oxidiert er zu schnell, d. h. er wird zu schnell reif. Man kann das bei Rotwein gut daran erkennen, dass er bräunlich wirkt. Weißweine werden sehr gelb. Wer sich vor Gästen nicht blamieren und das verhindern möchte, muss auf die richtige Lagerung seiner Weine achten.

Was braucht lagernder Wein? Temperatur, Feuchte und Licht

Die richtige Lagerung von Wein ist von genau drei Dingen abhängig: von der Temperatur, von der Luftfeuchtigkeit und vom Lichteinfall.

Bei der Temperatur kommt es auf zwei Faktoren an. Zum einen sollte ein bestimmtes Temperaturspektrum nicht über- oder unterschritten werden, zum anderen sollte die Temperatur möglichst konstant sein - keinesfalls darf sie stark schwanken. Geringe, jahreszeitliche Schwankungen bis 5 Grad sind dabei noch akzeptabel, innerhalb eines Tages sollten diese aber unbedingt verhindern werden. Denn wenn die Temperaturen zu unterschiedlich sind, wird der Wein schneller alt und der Korken kann dadurch brüchig werden und zur Verdunstung des Weins führen. Bei den Temperaturempfehlungen gehen die Expertenmeinungen auseinander. Oft wird eine Idealtemperatur zwischen 8 ° und 12 ° Grad angepriesen, andere betrachten auch Temperaturen bis 17 oder 18° Grad noch als akzeptabel. Manchmal können zu hohe Temperaturen aber auch gewünscht sein, um einen jungen Wein schneller reifen zu lassen.

Die Luftfeuchtigkeit ist für den Wein ebenfalls sehr wichtig. Sie sollte deutlich höher liegen als bei normalem Raumklima in einer Wohnung und zwischen 60 % und 80 % betragen. Feuchter sollte es nicht werden, denn dann fallen die Etiketten ab oder schimmeln sogar. Eine ausreichende Feuchtigkeit ist jedoch nötig, damit der Korken nicht spröde wird und kein Wein verdunsten kann. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann wiederum dazu führen, dass der Korken zu stark aufquillt und im Inneren der Flasche einen Unterdruck erzeugt, was dem Reifeprozess des Weins ebenfalls schadet.

Schließlich sollte ein Wein auch dunkel lagern. Lichteinstrahlung ist für Wein überhaupt nicht zuträglich. Zu viel Lichteinstrahlung führt vor allem bei Weißweinen und Schaumweinen zu etwas, dass als „Lichtgeschmack" bezeichnet wird – im Prinzip bedeutet das aber nur, dass der Wein zu schnell gealtert ist und seine Trinkreife überschritten hat.

Ein weiterer Faktor, der oft vergessen wird, ist eine erschütterungsfreie Lagerung. Der Kühlschrank ist daher nicht so gut als Lagerungsort geeignet.

Wo lagert der Wein am besten?

Die klassische Antwort ist: im Keller. Vor allem Keller in Altbauten eignen sich dafür besonders gut, da sie meist recht unempfindlich gegenüber jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind und außerdem feucht. In Neubauten können die Keller größere Temperaturschwankungen aufweisen oder nicht feucht genug sein (z. B. aufgrund von Heizungsrohren). Dort kann es sich empfehlen, den Keller auszubauen und spezielle Kühlraumtüren zu installieren.

Wer keine Möglichkeit hat, seinen Wein in einem Keller zu lagern, sollte die kühlste und dunkelste Stelle in der Wohnung auswählen. Das kann ein kleiner Abstellraum sein, der unbeheizte Flur oder das Schlafzimmer. Letzteres mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, aber das Schlafzimmer ist häufig der Ort in der Wohnung, an dem die geringsten Temperaturschwankungen vorkommen. Falls Platz ist, lagert man den Wein dann idealerweise unter dem Bett, wo es auch dunkel ist.

Stehend oder liegend lagern?

Beim Kauf von Weinregalen kommt häufig die Frage auf, ob der Wein liegend gelagert werden müsse. Die Sitte, Wein im Liegen zu lagern, rührt daher, dass der Korken nicht trocken werden sollte, da sich das bei der Lagerung negativ auswirkt. Moderne Studien zeigen aber, dass der Korken bei einer ausreichend feuchten Lagerungsumgebung auch in stehenden Flaschen feucht genug bleibt und nicht porös wird. Durch die Verdunstungsfeuchtigkeit in den Flaschen bleibt er elastisch genug. Zudem sind viele Weine heutzutage auch mit anderen Verschlüssen versehen, die eine liegende Lagerung unnötig machen. Achtung: Eine Ausnahme bilden Madeira, Sherry und Portwein, die alle stehend gelagert werden sollen. Auch Champagner und Sekt sollten nicht liegen, die Kohlensäure darin setzt dem Korken zu.

Bei alten Weinen, die liegend gelagert wurden, kann sich außerdem Depot (unerwünschter Weinsatz) vorne am Korken ablagern. Viele Experten lagern ihre Flaschen dennoch im Liegen und auch die meisten Weinregale sind auf diese Lagerungsart ausgelegt.

Weinregale für Keller und Wohnung

Für Keller und Wohnungen gibt es im Handel eine große Vielfalt an Weinregalen aus verschiedenen Materialien, mit unterschiedlichem Fassungsvermögen und Größen. Ob ein Weinregal oder Weinschrank aus Holz, Metall oder Kunststoff besteht, spielt bei der Lagerung keine Rolle, hier geht es um den ästhetischen Aspekt. Es gibt sogar Weinlagersteine aus Ton, die sich in Kastenbauweise stapeln lassen und jeweils 6 Flaschen Platz bieten. Hervorragend stapelbar sind auch Weinkisten. Wer in Zukunft sein Weinlager vielleicht noch ausbauen möchte, sollte zu solchen erweiterbaren Lösungen greifen, anstatt sich ein kleines, einzelnes Flaschenregal zu kaufen. So kann später problemlos zugekauft werden. Kleine erweiterbare Lösungen sind auch für die Lagerung unter dem Bett geeignet. Hier machen sich Weinkisten gut, aber auch kleine, flache Regale.

Für den Keller eignen sich eher große Weinregale mit Platz für möglichst viele Flaschen. Vorausgesetzt im Keller ist genug Platz dafür. In der Wohnung kann bei wenig Platz auch eine Lagerung in einem Wandregal geeignet sein. Meist passen hier aber nur fünf bis zehn Flaschen ins Regal. Zudem sollte beachtet werden, dass diese Wandregale oft offen sind und die Flaschen so dem Sonnenlicht aussetzen sind. Wer eine Abdeckung mit Tüchern oder Papier unschön findet, sollte hier lieber zu geschlossenen Weinschränken greifen. Ansonsten ist die Auswahl Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Es gibt sehr modern wirkende Design-Weinregale genauso wie Weinregale im Antikstil. Egal, wofür Sie sich entscheiden, sollten Sie aber darauf achten, mit System zu lagern, sodass Sie leicht erkennen können, wie lange ein Wein gelagert hat. Traditionell werden deshalb alte Weine unten im Regal gelagert, die neuen rücken oben nach. So wissen Sie, welche Weine als Nächstes getrunken werden sollten.

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