Kaufratgeber Walkie-Talkie

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Kaufratgeber Walkie-Talkie

Man sieht sie jedes Jahr auf den Fielddays, die von Amateurfunkern weltweit jährlich in Scharen besucht werden: Walkie-Talkies, von Eingeweihten eher als Handfunkgeräte bezeichnet.
Mit den stets gehegten und gepflegten Geräten, die der Stolz ihrer Besitzer sind, werden dann Wettbewerbe organisiert. Was ursprünglich entstand, um Notfunkübungen im Rahmen des Katastrophenschutzes durchzuführen, ist heute ein freundschaftlicher technischer Wettbewerb, abseits von etablierten Stromleitungen oder Steckdosen.

Handfunkgeräte erfreuen sich auch im Zeitalter der Mobiltelefone noch immer großer Beliebtheit bei Funkamateuren und werden zudem auch von Behörden und Organisation mit Sicherheitsaufgaben verwendet. Dort sind sie bis heute für den Einsatzstellenfunk nötig und unersetzbar. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind darauf angewiesen.

Egal, wofür Sie ein Handfunkgerät kaufen möchten, wir geben Ihnen in diesem Ratgeber wertvolle Informationen über die praktischen Kommunikationsgeräte und erklären Ihnen, worauf es beim Kauf ankommt.

Wo ist der Unterschied zwischen einem Walkie-Talkie und einem Mobiltelefon?

Das ist eine Frage, die sich so manches Kind des Mobilfunkzeitalters vielleicht stellen wird. Aber auch nicht allen, die sich noch an die Zeiten vor der Erfindung des Mobiltelefons erinnern können, wird nicht unbedingt klar sein, wo der Unterschied liegt.
Beide Geräte scheinen ja das gleiche zu tun. Sie erlauben es mit anderen Personen zu sprechen, während man unterwegs ist, und machen ortsunabhängig. Das besagt schon der gebräuchliche Ausdruck „Walkie-Talkie“ - Laufen und Sprechen.

Walkie-Talkies werden auch als Handsprechfunkgeräte oder Handfunkgeräte bezeichnet, oft abgekürzt als HfuG oder HFG. Als Spitzname wird auch „Funke“ verwendet. Und wie der Name besagt, handelt es sich um Funkgeräte, die so gebaut sind, dass es möglich ist, sie mit einer Hand zu bedienen und sie leicht zu transportieren. Sie besitzen zudem eine netzunabhängige Stromversorgung.
Der entscheidende Unterschied zu heutigen Handys ist dabei schlicht die Tatsache, dass sie sich nicht in das Telefonnetz einwählen. Auch wenn es mittlerweile Geräte gibt, mit denen es möglich ist, sich wie mit Handys in das Handynetz einzuwählen, war das nie die Hauptfunktion von Walkie-Talkies.

Die Einsatzgebiete von Walkie-Talkies im Hobbybereich und im BOS-Bereich

Unter „BOS“ versteht man Behörden und Organisationen im Sicherheitsbereich. Das heißt also zum Beispiel, dass Polizisten im Streifenwagen Handfunkgeräte als Fahrzeugfunk verwenden. Sowohl Polizei als auch Feuerwehr verwenden dabei meist das 2-Meter-Band, der Rettungsdienst dagegen das 4-Meter-Band. Dies bedeutet, dass ein eher begrenzter Raum mit diesen Geräten abgedeckt werden kann und sie nur für die Verständigung mit einer Leitstelle, einem Einsatzleiter oder strategisch nicht allzu weit voneinander entfernter Einsatzgruppen geeignet sind.
Amateurfunkgeräte sind nicht für den Einsatz von Frequenzen zugelassen, die für den BOS-Funkverkehr reserviert sind. Dies wird aber trotzdem manchmal gemacht, wenn Geräte auf diesen Funkbereich erweitert wurden, um zum Beispiel ins Ausland funken, wo größere Frequenzbereiche für Amateurfunker zugelassen sind. Diese Geräte sind dann auch für den Notfunk geeignet.

Im Hobbybereich werden Handfunkgeräte auf den bereits genannten Fielddays verwendet, wo häufig Wettbewerbe von Enthusiasten stattfinden. Aber auch Fahrradfahrer oder Spaziergänger verständigen sich zum Spaß damit, zum Beispiel beim gemeinsamen Geocaching am Wochenende. Eingetragene Amateurfunkstellen verfügen ebenfalls über Handfunkgeräte, die hier oftmals auch stationäre Varianten sind. 

Die Wellenbereiche, in denen mit dem Walkie-Talkie kommuniziert wird: Langwelle, Mittelwelle und Kurzwelle

Auf der Suche nach einem passenden Walkie-Talkie für sich sollten Sie auch über die Frequenzen Bescheid wissen, die im Amateurfunk verwendet werden. Je nachdem, wer ein Handsprechgerät verwendet, sind bestimmte Frequenzen für den Funk erlaubt und je nach Gerät der Empfang verschiedener möglich. Zunächst besteht die Einteilung in Langwelle, Mittelwelle und Kurzwelle.
Für den Funkbereich, den Funker verwenden sind jedoch HF, UHF und VHF von Bedeutung. Neben diesen Bezeichnungen gibt es noch eine Fülle alternativer Begriffe, die teils falsch verwendet werden. Lassen Sie sich davon nicht verwirren, wichtig sind nur HF, UHF und VHF.

HF, VHF und UHF: Verschiedene Wellenbereiche mit den für Amateurfunker zugeteilten Frequenzbändern

Unter HF versteht man elektromagnetische Wellen im Bereich von 3 MHz bis 30 MHz. Das entspricht einer Wellenlänge von zehn bis hundert Metern. HF steht für „high frequency“ und wird im Deutschen als Kurzwelle oder Dekameterwelle bezeichnet. Für den Amateurfunkbereich kann hier das 10-m-Band verwendet werden.

Unter VHF versteht man elektromagnetische Wellen im Frequenzbereich 30 MHz bis 300 MHz, das entspricht Wellenlängen von zehn bis ein Meter. VHF steht für „very high frequency“ und wird fälschlicherweise auch als FM bezeichnet (besonders im Rundfunkbereich). Der deutsche Begriff für VHF ist UKW – Ultarkurzwelle. Dem Amateurfunkbereich ist hier das 6m-Band zugewiesen worden.

Unter UHF versteht man elektromagnetische Wellen im Bereich von 0,3 GHz und 3 GHz. Dieser Frequenzbereich wird für Fernsehen und Mobilfunk verwendet, aber auch für W-LAN und Mikrowellen. UHF steht für „ultra high frequency“ und wird im Deutschen als Dezimeterwelle bezeichnet. Dem Bereich des Amateurfunkdienstes sind hier das 13-Zentimeter-Band, das 23-Zentimeter-Band und das 70-cm-Band zugewiesen worden.

Senden und Empfangen mit dem Walkie-Talkie: Technik und Modulation

Bei Handfunkgeräten sollten Sie beachten, dass Senden und Empfangen von Signalen nicht den gleichen Stellenwert besitzen und die Geräte oft nicht gleichermaßen beides können. Signale können zumeist über die bereits erwähnten Bänder (2-m- und 70-cm-Band, 23-cm-, 6-m- und 10-m-Band) empfangen werden.
Um Signale dagegen auszusenden, steht oft nur eine Einseitenbandmodulation für 10-Meter-Geräte zur Verfügung oder eine Frequenzmodulation im Schmalbandbereich. Zum Empfangen dagegen stehen oft Breitband-Frequenzmodulationen zur Verfügung und auch Amplitudenmodulation.

Praktisch immer möglich ist die Verwendung von Handfunkgeräten in Verbindung mit Relaisstellen, es gibt kaum Geräte, die dazu nicht geeignet sind. Auch Echolink kann verwendet werden, wenn das Gerät über einen DTMF-Geber verfügt. Informieren Sie sich vor dem Kauf, ob ein Geber eingebaut ist, wenn Sie Echolink gerne verwenden möchten. Ist Ihnen eine digitale Signalübertragung wichtig, die mit dem D-STAR-Standard arbeitet, benötigt Ihr Gerät ein gesondertes Modul dazu.

Die Reichweite des Walkie-Talkies in Abhängigkeit von Frequenzband und Umgebung

Je nachdem, über welche Entfernungen Sie mit dem Walkie-Talkie kommunizieren wollen, sollten Sie also darauf achten, welche der im vorigen Abschnitt genannten Frequenzen Sie verwenden. Nicht alle Walkie-Talkies können alle diese Frequenzbänder erreichen. Sie haben dementsprechend auch unterschiedliche Reichweiten, die vor dem Kauf bedacht werden sollten.
Möchten Sie Walkie-Talkies nur für die Kinder zum Spielen im Garten einsetzen, reichen natürlich kurze Bereiche. Möchten Sie ernsthafteren Amateurfunk betreiben und vielleicht später einmal an Wettbewerben teilnehmen, ist es empfehlenswert ein Handfunkgerät mit größerer Reichweite auszuwählen, z. B. eines mit 10 km Reichweite. Hinzu kommt noch, dass Gebäude oder andere Hindernisse, wie Hügel, berge oder landschaftliche Erhebungen die Reichweite deutlich verringern können. Dies kommt vor allem in der Stadt zum Tragen, wo viel Bebauung im Weg ist.

Wo bekommt man Walkie-Talkies? Bekannte Hersteller von Handfunkgeräten für den Amateurbereich

Gekauft werden können Walkie-Talkies zum Beispiel bei eBay. Das Angebot ist recht groß und ziemlich divers gestaltet. Sie können sich also ein für Sie passendes Gerät in der richtigen Größe, der gewünschten Bauform und mit der gewünschten Reichweite, aussuchen. Welche Frequenzen Ihnen offenstehen, haben wir bereits erläutert.

Walkie-Talkies werden von überraschend vielen Herstellern angeboten. Darunter finden sich zum Beispiel auch bekannte Hersteller von Handygeräten. Zu den beliebtesten und bekanntesten Herstellern gehören Motorola, Kenwood und Midland, aber auch Alan, Albrecht, Cobra, Stabo und Audioline. Bekannt sind daneben auch die Geräte von Alinco, Elecraft, Icom, Kachina und Yaesu, deren Geräte speziell auf die Verwendung im Amateurfunkbereich ausgelegt sind. Das heißt, die Bauweise entspricht den besonderen Bedürfnissen von Amateurfunkern am besten.

Einige Beispiele häufig von Amateurfunkern verwendeter Geräte sind:
  • Alcino DX-SR8E, Alcino S41 und Alcino DJ-C5
  • Elecraft K1, Elecraft KX1 und Elecraft KX3
  • Icom IC-2E, Icom ID-E92D und Icom IC-910
  • Kenwood TH-79, Kenwood TH-D72E und Kenwood TM-V7
  • Standard Radio Corporation C510, C401 und C628
  • Yaesu FT-857, Yaesu FT-51R und Yaesu VX-5R

Amateurfunker mit Zeugnis haben übrigens auch das Recht, sich Ihre Funkgeräte selbst zu bauen und Sendeanlagen aus dem Handel so umzubauen und technisch umzurüsten, dass sie Amateurfunkbänder empfangen können. Wenn Sie möchten, können Sie nach der bestandenen Prüfung also auch defekte Walkie-Talkies oder Bastlergeräte zum Aufbau Ihrer eigenen Anlage verwenden.

Funkgeräte in verschiedener Form: Tragbare Handgeräte, mobile Geräte für Fahrzeuge oder Basisstationen

Neben der Verwendung von Walkie-Talkies, die explizit zum Herumtragen gedacht sind, gibt es auch noch einige Sonderformen, die für andere Gebrauchsarten optimiert wurden. Dazu gehört ganz besonders das mobile Gerät für das Fahrzeug und die Basisstation für die feste Funkstelle von Amateurfunkern.
Wenn Sie sich selbst für die Verwendung eines Handfunkgeräts in einem der beiden letztgenannten Bereich interessieren, so sollten Sie nach Möglichkeit speziell nach solchen Geräten suchen. Die Handhabung ist extra für den Heimbereich an stationärem Ort bzw. für die Verwendung in Fahrzeugen ausgelegt und unterscheidet sich deutlich von den geläufigeren Handgeräten zum Tragen. Mehr Platz ermöglicht dem Gerät, das als Basisstation verwendet wird, zum Beispiel auch schwerer zu sein und mehr Funktionen unterzubringen.

Für den Hobbybereich als Amateurfunker oder als lustiger Freizeitspaß für die Kinder: Mithilfe unseres Ratgebers haben Sie nun einen Überblick über die Welt der Walkie-Talkies gewonnen und können sich in Ruhe nach einem geeigneten Walkie-Talkie umsehen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Funken mit Ihrem neuen Gerät.

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