Kaufratgeber Banjo – worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

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Kaufratgeber Banjo – worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Ein Saiteninstrument sieht so ganz anders aus als eine Gitarre. Das macht es möglicherweise für viele auf den ersten Blick schwer, in einem Banjo ein ebenso stimmungsvolles Gerät zu erkennen wie in dem hierzulande populären Musikinstrument. Dabei ist das Banjo mit dem runden Korpus und dem meist viel zu lang wirkenden Steg in anderen Teilen der Welt sehr weit verbreitet. Durch den Folk und die typischen Klänge aus den Südstaaten der USA hat es längst Eingang gefunden in die populäre Musik. Bekannte Liedermacher und inzwischen sogar Popgruppen verwenden das Banjo für ihre Arrangements. Wenn Ihr Interesse also geweckt ist, finden Sie alles, was Sie zum Banjospielen benötigen und erfahren hier, was Sie wissen und beachten sollten.

Das Banjo - Eine Reise vom schwarzen Kontinent in die Südstaaten der USA

Am Anfang stand ein Verbot. Im Jahr 1678 versuchte die zuständige Verwaltung in Martinique, den versklavten Afrikanern das Spiel auf der Banza zu verbieten, zu deren Klängen sie sangen und tanzten. Die Verbreitung des Vorläufers des Banjos konnten sie damit trotzdem nicht verhindern. Zum Glück, wie jeder Musikliebhaber heute zugeben wird. Die Sklaven hatten das Instrument aus der alten Heimat in Afrika mitgebracht. In der Zwangsheimat in der Neuen Welt bauten sie es nach, um vielleicht auch so ihr Schicksal besser meistern zu können. Im amerikanischen Raum wurde das Banjo schnell so populär, dass sich ungefähr 100 Jahre nach dem Versuch, es auf der Karibikinsel zu verbieten, der amerikanische Präsident Thomas Jefferson positiv darüber äußerte. Aus der Musik der Südstaaten der USA ist es seit langem nicht mehr wegzudenken.

Wie man mit weniger Saiten ebenso viel Musik macht wie mit den „klassischen" sechs

Fingerfertigkeit ist für das Spielen jedes Saiteninstruments wichtig. Sollten Sie bereits das Spiel auf einem Saiteninstrument beherrschen, erinnern Sie sich vielleicht an die gelegentlich langwierigen Lernphasen. Erst wenn man vergisst, beständig auf die Finger zu achten, spielen sie nahezu „von allein". Je nach Saitenzahl werden Sie als „alter Hase" auf der Gitarre mehr oder weniger lange benötigen, um sich an die Besonderheiten eines Banjos zu gewöhnen. Das Umlernen bietet Vor- und Nachteile. Während Sie davon profitieren können, dass Sie grundsätzliche Techniken beherrschen, können die Gewohnheiten Sie am freien Spiel hindern. Nützlich sind in jedem Fall die musiktheoretischen Kenntnisse und das musikalische Gespür, die Sie im Vorfeld erworben haben. Im Gegensatz zum Gitarrenspiel müssen sie die Technik also auf das Banjo übertragen. Einiges lässt sich direkt übernehmen, anderes nicht. Durch das „Fehlen" einer oder zweier Saiten müssen die Finger unter anderem schneller über die Strings bewegt werden, wenn ähnliche Tonfolgen entstehen sollen.

Wichtig ist "die gute Beziehung" zum Instrument

Mehr oder weniger Saiten, unterschiedliche Gestaltung der Resonanzkörper, kurze oder lange Stege - das und noch anderes sind die Gegebenheiten, wenn Sie ein Banjo aussuchen wollen. All diese Unterschiede haben Einfluss auf die Spielbarkeit des Instruments. Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie so viele Ausführungen wie möglich prüfen, um zu sehen, welches davon Ihnen am besten liegt. Der Aufwand lohnt sich, wie Banjolehrer bestätigen. Wer sich nicht ständig Gedanken darüber machen muss, wie er sein Instrument am besten hält oder sich sogar unwohl bei der Handhabung fühlt, kann viel lockerer spielen. Mit zunehmender Fertigkeit wird auch das Spiel leichter. Voraussetzung dafür ist unter anderem die „gute Beziehung zum eigenen Banjo". Wie alle Kunst erwächst auch das Spielen dieses Saiteninstruments aus dem Handwerk, das man erlernen muss. Wie wichtig qualitativ hochwertiges Werkzeug ist, das zum Handwerker passt, wird jeder aus der Zunft bestätigen, der es zur Meisterschaft gebracht hat.

Aufgrund seiner historischen Entwicklung und aus künstlerischen Erwägungen heraus wird das Banjo in einigen Varianten angeboten. Das klassische amerikanische Modell ist das 5-String-Banjo, wie es bei den Folkkünstlern beliebt ist. Die Spannschraube zum Stimmen der obersten Saite ist mittig am Oberrand des Stegs platziert. In der Anfangszeit war der Steg glatt und durchgängig, inzwischen wird er durch 22 Bünde geteilt. Gespielt wird das 5-String mit den Fingern oder unterstützt durch sogenannte Fingerpicks. Das fünfsaitige Banjo wird auch in einer Version mit verlängertem Steg als „Long-Neck-Banjo" gebaut. Überhaupt waren die Instrumentenentwickler sehr kreativ bei den Variationen des Instruments mit fünf Saiten. Es gab eine Variante als „Piccolo", als „Bassbanjo" und als „Banjeaurine". Die verschiedenen Bauformen mit variierender Saitenstimmung kommen im Folk, im Blues, Modern Jazz und sogar in der Popmusik zum Einsatz.

Mit lediglich vier Saiten ist das Banjo als Plektrumbanjo oder auch Tenorbanjo im klassischen Jazz und vor allem in der irischen Folkmusik im Einsatz. Bis auf die „fehlende" Saite nahezu baugleich mit der 5-Saiten-Variante, wird es oft anders gestimmt, um den typischen Klang zu erzeugen. Noten für den Einsatz von Banjos werden fast ausschließlich für das Tenorbanjo geschrieben. Weitere Modellabwandlungen sind das Gitarrenbanjo und die Bluegrass-Mandoline.

Mit den Fingern oder mit dem Plektrum - wie sich das Banjo am besten spielen lässt

Hier gehen die Meinungen auseinander. Fachleute und Instrumentenlehrer raten dazu, sich weder zu früh noch zu spät zu entscheiden. Die Kunst besteht darin, beide Varianten zu probieren, bis man weiß, was persönlich besser funktioniert. Hat man aber bereits sehr lange eine Spielweise geübt, kann es schwerfallen sich umzustellen, falls sie einem doch nicht liegt. Probieren Sie es am besten für sich selbst aus. Beim Spiel mit dem Plektrum halten Sie das Spielplättchen zwischen Daumen und Zeigefinger, um die Saiten anzuschlagen. Das reine „Fingerspiel" wird unter Benutzung der Fingernägel gelehrt, die beim Abwärtsschlagen die Saiten klingen lassen. Nur wer unempfindlich ist gegen diese Belastung und über genügend Erfahrung verfügt, sollte sich darin versuchen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Banjo spielen zu lernen: umlernen, durch Noten oder in der Gemeinschaft.

Für alle Kunst gilt, dass man sich darauf einlassen muss. Das erfordert Bereitschaft aber auch Disziplin. Hierzulande lernen die Menschen in erster Linie Gitarre, wenn es um ein Saiteninstrument geht. Sie ist populär, ihre Klänge sind vertraut. Egal ob als Akustikausführung oder als E-Gitarre, unzählige Künstler haben mit ihr Musik geschaffen, auf die niemand mehr verzichten mag. Für die daran gewöhnten Ohren klingt ein Banjo eher exotisch. Umlernen ist dementsprechend nicht immer einfach. Nutzen Sie die Möglichkeit, einen erfahrenen Lehrer zu konsultieren. Wenn Ihnen Musiknoten grundsätzlich vertraut sind, können Sie sich auch autodidaktisch einarbeiten. Dafür steht auch umfangreiche Fachliteratur um das Banjo, seinen Aufbau und die Handhabung zur Verfügung. Bands und Clubs bieten ebenso eine gute Möglichkeit, sich als Neuling auf diesem Gebiet unter die Arme greifen zu lassen. Eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten kann Ihnen über die Anfangsschwierigkeiten hinweghelfen. Sie bekommen unter Umständen wertvolle Tipps für die Auswahl des eigenen Instruments und erhalten Einblick in die kleinen Kniffe, die den Start erleichtern.

Das Banjo beim Einsatz in Bands, in der Popmusik und im Film

Die Popularität des Instruments wuchs durch Musiker, die ihre Kunst im Stil des Bluegrass und Irish Folk interpretieren, durch die Verwendung in Stücken beliebter Bands und durch den Einsatz in Filmen. Einer der bekanntesten amerikanischen Banjospieler ist Pete Seeger, der das Instrument beispielsweise in seinen Interpretationen von „This Land is Your Land" und „What should we do with the drunken Sailor" einsetzte. Im Irish Folk nutzen „The Dubliners" und „Flogging Molly" das Banjo. Einen gleichfalls guten Eindruck macht das Arrangement der Gruppe „R.E.M." mit dem Banjo in ihrem Song „I believe". Der Film „Deliverance" mit Schauspielgrößen wie Jon Voight und Burt Reynolds aus dem Jahr 1972 enthält eine Szene, die als „Banjo Duel" berühmt geworden ist. Ein zurückgebliebener Teenager liefert darin einem der Protagonisten und dessen Gitarrenspiel einen Wettstreit mit dem Banjo und steht mit seinem Instrument der Gitarre in nichts nach.

Das Banjo und seine wichtigen internationalen Bekannten und Verwandten unter den Saiteninstrumenten

Neben den vielen Varianten des Banjos selbst, wie Tenorbanjo, Mandolinenbanjo und andere, gibt es auch viele über die Welt verstreute Formen ähnlicher Saiteninstrumente. Schaut man sich die verschiedenen Modelle an, kommt man schnell zu dem Schluss, dass nahezu jede Kultur und/oder Nation ein ähnliches Instrument hervorgebracht hat. In einer unvollständigen Aufzählung soll hier nur die Hawaiijanische Ukulele erwähnt werden, die griechische Bouzouki und die aus Russland stammende Balalaika. Nicht zu vergessen natürlich die allgegenwärtige Gitarre und die bereits vor langer Zeit im mittelalterlichen Europa entwickelte Laute.

Auch beim Banjo sollten Sie nicht das notwendige Zubehör aus den Augen verlieren

In der Natur des Menschen liegt die Eigenschaft, Dinge, die nicht offensichtlich sind, als Nebensächlichkeiten abzutun. Dabei sind Pflege und Wartung gerade bei einem Musikinstrument enorm wichtig. Auch dem Anfänger ist klar, dass die Saiten regelmäßig gestimmt werden müssen. Von Zeit zu Zeit müssen sie in Abhängigkeit von der Benutzung auch gewechselt werden. Länger als die Strings hält in der Regel das Fell, das über den Kessel gespannt ist. Kontrollieren Sie aber auch hier immer wieder, wie gut es noch sitzt und erhalten ist. Trauen Sie sich einen Austausch nicht zu, wenden Sie sich an einen Fachmann. Der wird Ihnen auch behilflich sein, falls der Steg sich verzogen hat oder durch ein Versehen sogar gebrochen ist. Um ein solches Malheur zum Beispiel auf dem Transport zu vermeiden, verwenden Sie am besten einen zu Ihrem Banjo passenden Koffer. 

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