Kaufentscheidung für externe Festplatten

Aufrufe 13 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Kaufentscheidung externe Festplatten, was braucht man wirklich???

Gliederung:

  1. Einleitung
  2. Formfaktor 3,5" oder 2,5"
  3. Welche Schnittstellen gibt es (USB, LAN, FireWire, eSATA)
  4. Festplattentyp EIDE oder SATA
  5. Gehäusewahl
  6. Dateisysteme
  7. Chipsätze
  8. Datensicherung

Einleitung

Externe Festplatten sind ein sehr beliebtes Speichermedium. Die Geräte sind leicht zu installieren und bringen gerade für ältere Systeme auch je nach Wahl eine enorme Kapazitätssteigerungen bei gleichzeitiger hoher Mobilität. Diese Geräte gibt es in diversen Kapazitäten mit den unterschiedlichsten Gehäusen und Schnittstellen. Mit diesem kleinen Ratgeber möchte ich ihnen ein paar Tipps, Anregungen und Ratschläge für die richtige Wahl geben.

Welche Schnittstellen gibt es

Im Moment gibt es Geräte mit USB 2.0 (auch an USB 1.1 betreibbar, problemlos am Win2k SP3) und FireWire. Neu sind auch Modell mit SATA und sogar eSATA Anschluss. Sie müssen hier wählen gemäß dem Anschluss an ihrem Rechner. eSATA-Modell werden in der Regel mit passenden Slotblenden zur Erweiterung des Rechners ausgeliefert. Auch Geräte mit LAN-Anschluss sind auf dem Markt.

USB 2.0 Geräte sind die gebräuchlichsten Modelle. Man erreicht hier effektive Geschwindigkeiten zwischen 18-30MB/s.

FireWire Geräte kommen meist auch mit einem USB 2.0 Anschluss, somit sind diese sehr universal einsetzbar. Die Übertragungsrate effektiv bei FireWire liegt bei ca. 33-36MB/s, FireWire800 setzt sich leider nicht durch und moderne SATA-Lösungen fehlen, trotzdem ist FireWire immer noch sehr beliebt gerade im Videoschnittbereich.

SATA Geräte sind jetzt auf dem Markt und bieten mehr Geschwindigkeit. Von reinen SATA-Geräten raten wir hier ab, besser sind die SATA+USB2.0 Geräte da diese universeller anschließbar sind. In der Regel wird hier der interne SATA-Anschluss eines Rechners herausgeführt per Sloblech und daran die Platte angschlossen. Ähnlich arbeitet auch eSATA, welches auch über Slotbleche herausgeführt wird von einem ganz normalen SATA-Anschluss des Rechners. Der Vorteil von eSATA gegenüber SATA ist eine längere mögliche Kabellänge (bis 2m) und ein stabilerer Steckkontakt. Die Übertragungsrate bei SATA liegt bei ca. 50-85MB/s (nur beschränkt von der Festplattengeschwindigkeit). Der Beschränkende Faktor ist hier nur die Festplatte und nicht die Schnittstelle, bei schnelleren Festplatten sind somit auch höhere Geschwindigkeiten möglich. Wir empfehlen eindeutig USB+eSATA-Lösungen, da hier die maximale Geschwindigkeit nutzbar ist.

LAN-Schnittstellen sind derzeit auch sehr gefragt, da dieses Thema sehr umfassend ist, werden wir hier einen eigenen Ratgeber schreiben. Die Geschwindigkeit der LAN-Geräte liegt im unterem Preissegment bei ca. 3,5MB/s bis hin zu 10 MB/s bei teuren Geräten. Bei Gigabite LAN-Geräten sind noch höhere Geschwindigkeiten möglich, allerdings sind diese auch teurer.

 

Formfaktor 3,5" oder 2,5"

Was ist eigentlich der Formfaktor??

Man unterscheidet hauptsächlich 3,5" und 2,5" Modelle, auf Modell mit 1,8" und Micro-Drives möchte ich hier nicht näher eingehen da diese im Moment noch keine so große Bedeutung haben.

Bei 3,5" Modellen werden handelsübliche Festplatten mit EIDE oder SATA Schnittstelle verwendet, es handelt sich in der Regel um die gleichen Festplatten wie Sie diese auch in normalen PC`s finden. Der Vorteil sind hier die enorme Speicherkapazität (im Moment aktuell sind Modell von 80 GB bis hin zu 1000 GB und mehr) bei geringem Preis. Der Nachteil ist die größere Bauform, das Gewicht und die Notwendigkeit einer Steckdose, da diese Geräte alle mit Netzteil betrieben werden.

Bei 2,5" Modellen werden Festplatten aus dem Notebookbereich verwendet, diese sind deutlich kleiner aber auch robuster (Stoßbelastung). Derzeit werden hier EIDE - wie auch SATA Modelle verwendet. Der Vorteil ist eine kleine Bauform bei jedoch geringer Speicherkapazität (im Moment sind Modell mit 40GB-320GB (über 160GB fast ausschließlich SATA) aktuell.  Sie benötigen in der Regel kein Netzteil, die Geräte werden über USB bzw. FireWire direkt gespeist. Der größte Nachteil ist der deutlich höhere Preis dieser Geräte.

Festplattentyp EIDE oder SATA

Zeitgemäß ist der Einsatz von SATA-Festplatten, diese bringen auch in externen Gehäusen einen größeren Datendurchsatz und wenn die Platte in einem Jahr einmal zu klein ist, kann man selbst eine größere Platte einbauen. Hier muss man bedenken das der EIDE-Standart langsam „ausstirbt" und somit in Zukunft neuere Platten Modelle nur noch als SATA erscheinen werden. Im Bereich FireWire wird die EIDE-Technik aber noch etwas bleiben, hier gibt es kaum SATA-Lösungen. 

Zum Vergleich:
An unserem Testsystem laufen gängige EIDE-USB-Geräte mit Cypresschipsatz mit einem Durchsatz von 20-23MB/s, am gleichem Gerät arbeiten SATA-USB-Lösungen mit Sunplus oder JMicron Chipsatz mit einem Durchsatz von ca. 28 MB/s .

Gehäusewahl

Wenn Sie jetzt wissen welche Kapazität sie benötigen und welche Schnittstelle kommt jetzt die Qual der Wahl....welches Gehäuse muss es sein??

Bei nur gelegentlicher Nutzung der Geräte mit kurzen Arbeitzeiten (Beispiel: 2-3 Mal die Woche ca. 2-3 Stunden) können Sie ruhig günstige lüfterlose Geräte verwenden. Hier gibt es eine schöne Auswahl der Produkte mit unterschiedlichen Designs. Wenn Sie häufig in recht warmen Räumen arbeiten (Dachwohnung im Sommer) empfiehlt sich jedoch auch hier ein Modell mit Lüfter.

Bei annähernd täglicher Nutzung empfehlen wir generell Modelle mit integrierten Lüfter (am besten mit großem 80mm Lüfter da diese Gerät dann kaum lauter sind als Modelle ohne Lüfter). Es gibt aber auch hier Modelle ohne Lüfter die auf Grund ihres Designs eine optimale Wärmeabfuhr besitzen und trotzdem den Dauerbetrieb standhalten (z.B. unsere H35 Serie von FanTec). Diese Geräte erkennen Sie normalerweise schon am Preis (teurer als billig-Lösungen) und dem Hinweis auf Verwendung von viel Aluminium.

Dateisysteme

Ausser bei LAN-Geräten können Sie das Dateisystem der Geräte selbst wählen. Die Masse der Nutzer verwendet Win2000 und WinXP, hier empfiehlt es sich ruhig mit NTFS zu arbeiten. Plattformübergreifend kann man eigentlich nur FAT32 einsetzen damit auch Linux und MAC User die Daten lesen/schreiben können. Wer nur mit MAC-Systemen oder Linux-Systemen zu tun hat kann natürlich die Betriebssystem spezifischen Dateisysteme nutzen. FAT32 müssen Sie natürlich auch wählen mit Win 98SE und WinME.

Win2000 und WinXP können jedoch nur Partitionen bis 30 GB mit FAT32 formatieren (das lesen und schreiben auf größeren Partitionen ist aber sonst kein Proeblem. Hier müssen Sie auf Drittsoftware ausweichen um größere Partitionen zu formatieren. Ähnliches gilt auch für den MAC kann man ohne Zustaztools bis ca 130GB mit FAT32 formatieren.

 

Chipsätze

Im USB Bereich trifft man hauptsächlich den Cypresschipsatz an, dieser ist schnell und problemlos. Bei älteren Geräten findet man auch noch den Genesys-Chipsatz. Etwas unbekannter sind VIA-Chipsätze diese findet man vor allem in Gehäusen mit Backup-Funktion (also Backup per Knopfdruck). Für 2,5" Geräte wird oft auch noch der Myson-Chipsatz verwendet und der Genesys-Chipsatz da beide stromsparender sind als der Cypress. Geräte mit integrierter SATA-Festplatte arbeiten im Moment mit dem Sunplus-Chipsatz und dem JMicron, diese erreichen höhere Raten als der Cypresschipsatz. Ältere Chipsätze sollten Sie hier nicht mehr kaufen.

Im FireWire Bereich ist vor allem der Oxford Chipsatz bekannt dieser ist der beste und schnellste aber auch der teuerste. Mittlerweile kann man auch dem Prolific Chipsatz hier empfehlen, er ist fast genauso schnell, deutlich billiger und die Kinderkrankheiten sind beseitigt. Langsamer und eigentlich nur noch im 2,5" Bereich verwendet ist der Genesys-Chipsatz. Im 3,5" Bereich empfehlen wir hier den Prolific und nur für den 2,5" Bereich den Genesys-Chipsatz (stromsparender als Prolific). Der FireWire800 Bereich wird zwar gerne angefragt hat aber keine Bedeutung erlangt, hier wird der Oxford 922 Chipsatz meist verwendet

Geräte mit SATA oder eSATA Anschluss arbeiten oft mit dem Sunplus-Chipsatz oder jMicron Chipsatz.

Datensicherung

Da es hier immer wieder zu Problemen kommt möchten ich dazu ein paar Ratschläge loswerden.

Externe Festplatten eignen sich zur Datensicherung, man muss jedoch bedenken das diese Geräte empfindlicher sind und eine höhere Ausfallrate haben als interne Festplatten, dies kommt hauptsächlich durch die gröbere Behandlung die diese Geräte ausgesetzt sind. Externe Festplatten werden viel transportiert, sind stärkeren Temperaturschwankungen ausgesetzt, die Kühlung ist oft nicht ganz so effektiv wie in einem Rechner und gerne werden diese Geräte auch in der Nutzung bewegt und dies mögen Festplatten nicht so gerne. Zum Vergleich: Die Ausfallrate innerhalb der ersten 2 Jahre beträgt bei internen Festplatten (also im Rechner) ca. 1%-2%, bei externen Festplatten kommen wir auf eine Rate von ca. 2%-3%.

Datensicherung bedeutet das die Daten auf 2 physikalisch getrennten Medien liegen, also z.B. einmal intern im Rechner und einmal auf der externen Platte. Dagegen ist nicht einzuwenden. Daten sollten aber nicht nur auf der externen Platte liegen, wenn diese Wichtig sind. Erstellen Sie sich also unbedingt ein kleines Konzept zu Sicherung wichtiger Daten.

 

Ich hoffe ich konnte Ihnen bei der Entscheidungsfindung etwas helfen.

 

Stephan Amler alias speicher-monster

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden