Kaufentscheidung externe Festplatten, was braucht man??

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Kaufentscheidung externe Festplatten, was braucht man wirklich???

Gliederung:

  1. Einleitung
  2. Formfaktor 3,5" oder 2,5"
  3. Welche Schnittstellen gibt es
  4. Festplattentyp EIDE oder SATA
  5. Gehäusewahl
  6. Dateisysteme
  7. Chipsätze
  8. Datensicherung

 

Einleitung

Externe Festplatten sind ein sehr beliebtes Speichermedium. Die Geräte sind leicht zu installieren und bringen gerade für ältere Systeme auch je nach Wahl eine enorme Kapazitätssteigerungen bei gleichzeitiger hoher Mobilität. Diese Geräte gibt es in diversen Kapazitäten mit den unterschiedlichsten Gehäusen und Schnittstellen. Mit diesem kleinen Ratgeber möchte ich ihnen ein paar Tipps, Anregungen und Ratschläge für die richtige Wahl geben.

 

Formfaktor 3,5" oder 2,5"

Was ist eigentlich der Formfaktor??

Man unterscheidet hauptsächlich 3,5" und 2,5" Modelle, auf Modell mit 1,8" und Micro-Drives möchte ich hier nicht näher eingehen da diese im Moment noch keine so große Bedeutung haben.

Bei 3,5" Modellen werden handelsübliche Festplatten mit EIDE oder SATA Schnittstelle verwendet, es handelt sich in der Regel um die gleichen Festplatten wie Sie diese  (nur noch geringe Bedeutung da veraltet)auch in normalen PC`s finden. Der Vorteil sind hier die enorme Speicherkapazität (im Moment aktuell sind Modell von 250 GB bis hin zu 3000 GB) bei geringem Preis. Der Nachteil ist die größere Bauform, das Gewicht und die Notwendigkeit einer Steckdose, da diese Geräte alle mit Netzteil betrieben werden.

Bei 2,5" Modellen werden Festplatten aus dem Notebookbereich verwendet, diese sind deutlich kleiner aber auch robuster (Stoßbelastung). Derzeit werden hier SATA Modelle verwendet EIDE ist auch hier überholt. Der Vorteil ist eine kleine Bauform bei jedoch geringer Speicherkapazität (im Moment sind Modell mit 250GB-750GB.  Sie benötigen in der Regel kein Netzteil, die Geräte werden über USB bzw. FireWire Mittlerweile sehr selten) direkt gespeist. Der größte Nachteil ist der höhere Preis dieser Geräte.

 

Welche Schnittstellen gibt es

Im Moment gibt es Geräte mit USB 2.0 (auch an USB 1.1 betreibbar, problemlos am Win2k SP3) und FireWire. Aber auch Modell mit SATA und sogar eSATA Anschluss. Ganz nei sind USB 3.0 Geräte die abwärtskompatibel zu USB 2.0 sind. Diese sind äußerst schnell und reizen die Plattengeschwindigkeit aus. USB 3.0 Controller sind als PCI-Express Karten nachrüstbar (ab Win XP).

Sie müssen hier wählen gemäß dem Anschluss an ihrem Rechner. eSATA-Modell werden oft mit passenden Slotblenden zur Erweiterung des Rechners ausgeliefert. Auch Geräte mit LAN-Anschluss sind auf dem Markt.

USB 2.0 Geräte sind die gebräuchlichsten Modelle. Man erreicht hier effektive Geschwindigkeiten zwischen 18-30MB/s.

FireWire Geräte kommen meist auch mit einem USB 2.0 Anschluss, somit sind diese sehr universal einsetzbar. Die Übertragungsrate effektiv bei FireWire liegt bei ca. 33-36MB/s.

Mit eSATA und USB 3.0 sind Geschwindigkeiten über 100MB/s Realität.Der Beschränkende Faktor ist hier nur die Festplatte und nicht die Schnittstelle, bei schnelleren Festplatten sind somit auch höhere Geschwindigkeiten möglich.

LAN-Schnittstellen sind derzeit auch sehr gefragt, da dieses Thema sehr umfassend ist, werden wir hier einen eigenen Ratgeber schreiben. Die Geschwindigkeit der LAN-Geräte liegt im unterem Preissegment bei ca. 3,5MB/s bis hin zu 10 MB/s bei teuren Geräten. Bei Gigabite LAN-Geräten sind noch höhere Geschwindigkeiten möglich, allerdings sind diese auch teurer.

 

Festplattentyp EIDE oder SATA

Zeitgemäß ist der Einsatz von SATA-Festplatten, diese bringen auch in externen Gehäusen einen größeren Datendurchsatz und wenn die Platte in einem Jahr einmal zu klein ist, kann man selbst eine größere Platte einbauen. EIDE ist überholt und nur noch zur Nutzung alter Festplatten aus alten Systemen interessant.

Zum Vergleich:
An unserem Testsystem laufen gängige EIDE-USB-Geräte mit Cypresschipsatz mit einem Durchsatz von 20-23MB/s, am gleichem Gerät arbeiten SATA-USB-Lösungen mit Sunplus oder JMicron Chipsatz mit einem Durchsatz von ca. 28 MB/s . USB 3.0 bricht je nach Platte die 100MB/s Mauer.

 

Gehäusewahl

Wenn Sie jetzt wissen welche Kapazität sie benötigen und welche Schnittstelle kommt jetzt die Qual der Wahl....welches Gehäuse muss es sein??

Bei nur gelegentlicher Nutzung der Geräte mit kurzen Arbeitzeiten (Beispiel: 2-3 Mal die Woche ca. 2-3 Stunden) können Sie ruhig günstige lüfterlose Geräte verwenden. Hier gibt es eine schöne Auswahl der Produkte mit unterschiedlichen Designs. Wenn Sie häufig in recht warmen Räumen arbeiten (Dachwohnung im Sommer) empfiehlt sich jedoch auch hier ein Modell mit Lüfter.

Bei annähernd täglicher Nutzung empfehlen wir generell Modelle mit integrierten Lüfter (am besten mit großem 80mm Lüfter da diese Gerät dann kaum lauter sind als Modelle ohne Lüfter). Es gibt aber auch hier Modelle ohne Lüfter die auf Grund ihres Designs eine optimale Wärmeabfuhr besitzen und trotzdem den Dauerbetrieb standhalten (z.B. unsere H35 Serie von FanTec). Diese Geräte erkennen Sie normalerweise schon am Preis (teurer als billig-Lösungen) und dem Hinweis auf Verwendung von viel Aluminium.

 

Dateisysteme

Ausser bei LAN-Geräten können Sie das Dateisystem der Geräte selbst wählen. Die Masse der Nutzer verwendet Win2000 und WinXP/Vista und Win7, hier empfiehlt es sich ruhig mit NTFS zu arbeiten. Plattformübergreifend kann man eigentlich nur FAT32 einsetzen damit auch Linux und MAC User die Daten lesen/schreiben können. Wer nur mit MAC-Systemen oder Linux-Systemen zu tun hat kann natürlich die Betriebssystem spezifischen Dateisysteme nutzen. FAT32 müssen Sie natürlich auch wählen mit Win 98SE und WinME.

Win2000 und WinXP wie auch Vista und Win7 können jedoch nur Partitionen bis 30 GB mit FAT32 formatieren (das lesen und schreiben auf größeren Partitionen ist aber sonst kein Proeblem. Hier müssen Sie auf Drittsoftware ausweichen um größere Partitionen zu formatieren. Ähnliches gilt auch für den MAC kann man ohne Zustaztools bis ca 130GB mit FAT32 formatieren. exFAT hat noch keine große Bedeutung da es von Linux und Mac OS keine ausreichende Unterstützung gibt.

 

Chipsätze

Hier sollten sie sich keine Gedanken machen die Unterschiede sind inzwischen so gering das es sich nicht lohnt darüber den Kopf zu zerbrechen.

Datensicherung

Da es hier immer wieder zu Problemen kommt möchten ich dazu ein paar Ratschläge loswerden.

Externe Festplatten eignen sich zur Datensicherung, man muss jedoch bedenken das diese Geräte empfindlicher sind und eine höhere Ausfallrate haben als interne Festplatten, dies kommt hauptsächlich durch die gröbere Behandlung die diese Geräte ausgesetzt sind. Externe Festplatten werden viel transportiert, sind stärkeren Temperaturschwankungen ausgesetzt, die Kühlung ist oft nicht ganz so effektiv wie in einem Rechner und gerne werden diese Geräte auch in der Nutzung bewegt und dies mögen Festplatten nicht so gerne. Zum Vergleich: Die Ausfallrate innerhalb der ersten 2 Jahre beträgt bei internen Festplatten (also im Rechner) ca. 1%-2%, bei externen Festplatten kommen wir auf eine Rate von ca. 2%-3%.

Datensicherung bedeutet das die Daten auf 2 physikalisch getrennten Medien liegen, also z.B. einmal intern im Rechner und einmal auf der externen Platte. Dagegen ist nicht einzuwenden. Daten sollten aber nicht nur auf der externen Platte liegen, wenn diese Wichtig sind. Erstellen Sie sich also unbedingt ein kleines Konzept zu Sicherung wichtiger Daten.

 

Ich hoffe ich konnte Ihnen bei der Entscheidungsfindung etwas helfen.

 

Stephan Amler alias fette_beute

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