Kaufberatung - Die passende Grafikkarte für jeden User

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Die Frage bei der Auswahl einer neuen Grafikkarte ist der gewünschte Einsatzzweck. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die verschiedenen Einsatzgebiete von Grafikkarten und die dazu passenden Angebote der Hersteller.

1. Einleitung
2. Internet- und Büroanwender
3. Mainstream PC-Spieler (gelegentliche Gamer)
4. Enthusiastische PC-Spieler (Hardcore Gamer)
5. Multimedia-Nutzer (TV-Tuner im Huckepack)
6. Fazit: Große Kluft zwischen 2D- und 3D-Anforderungen
7. Aktuelle Links

1. Einleitung

In immer kürzeren Zyklen werfen die Grafikkartenentwickler neue Modelle auf den Markt. In einer nicht enden wollenden Spirale wird die 3D-Leistung der Grafikprozessoren verbessert, mit neuen 3D-Fähigkeiten ausgestattet und ihnen größerer und schnellerer Speicher spendiert. Das treibt die Preise der Karten nach oben. Die aktuell schnellsten 256-MB-Grafikkarten kosten mit mehr als 500 € mittlerweile so viel wie ein günstiger Einstiegs-PC von der Stange.

Aber wer benötigt überhaupt die tollen und neuen Fähigkeiten dieser sündhaft teuren Grafikkarten? Ist ein günstiger PC etwa unbrauchbar? Mitnichten. Er bietet meist alles, was man zum Arbeiten mit Büroanwendungen, zur Bildbearbeitung, zum Musikhören und Internet-Surfen braucht. Dafür benötigt man weder eine schnelle 3D-Grafikkarte noch einen superschnellen Prozessor. Auch Videos und DVDs lassen sich damit abspielen, denn selbst die billigste Grafikkarte besitzt die Fähigkeiten, die dafür benötigt werden. Problematisch wird es erst, wenn HD-Inhalte (hoch auflösendes Fernsehen und Video) wiedergegeben werden sollen. Um die immensen Datenmengen von HD-Video verarbeiten zu können, benötigt man entweder eine schnelle CPU oder eine Grafikkarte, die dieser den Hauptteil der Arbeit abnimmt. Sonst kommt es zu Rucklern. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal gibt es bei der Wiedergabequalität von Videos und Filmen. Beim Skalieren, De-Interlacing und anderen Videofunktionen lassen sich durchaus Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen Modellen finden. Das ist aber eine Frage des persönlichen Qualitätsanspruchs. Um hier und da ein aus dem Internet herunter geladenes Video oder eine DVD abzuspielen, reicht jede heute erhältliche Grafiklösung aus.

Was macht dann also den großen (Preis-)Unterschied aus? Welchen Sinn machen Grafikkarten für mehr als 500 €? Die Antwort heißt schlicht und einfach: Spiele. Praktisch alle modernen Titel basieren auf einer aufwändigen und möglichst realistischen 3D-Wiedergabe. Die dafür erforderlichen Berechnungen benötigen eine hohe Rechenleistung. Moderne 3D-Grafikkarten sind im Prinzip hoch spezialisierte 3D-Computer für sich, quasi ein Rechner im Rechner. Die Datenmengen, die in hohen Bildschirmauflösungen zwischen Grafikprozessor und dem Speicher gelesen und geschrieben werden, sind immens. Deswegen steigert sich die Geschwindigkeit von Grafikprozessor und Speicher mit jeder neuen Grafikgeneration. Aber auch dessen 3D-Fähigkeiten werden erweitert.

In allgemein gültigen 3D-Standards ist festgelegt, was ein Grafikchip so alles beherrschen muss. Der verbreiteste 3D-Standard ist Microsofts Direct3D (enthalten in DirectX-Paket). Die Entwickler von Grafikprozessoren arbeiten eng mit Microsoft zusammen, um aktuelle und künftige Spezifikationen dieses 3D-Standards zu definieren.

Die entscheidende Frage bei der Auswahl einer neuen Grafikkarte ist der gewünschte Einsatzzweck. Arbeitet man nur mit Office, Internet & Co oder möchte man auf dem PC auch die neuesten Spiele daddeln? Welche Videofunktionen werden benötigt? Dieser Ratgeber gibt im Folgenden nochmals einen kurzen Überblick über die verschiedenen Einsatzgebiete von Grafikkarten und die dazu passenden Angebote der Hersteller.


2. Internet- und Büroanwender

PC-Spiele wird der Rechner (fast) nie sehen. Genau das versteht man unter reinen Internet- und Büroanwendern. Die 3D-Leistung der Grafikkarte ist völlig irrelevant.

Sowohl auf dem Motherboard integrierte Lösungen, als auch günstige Grafikkarten der älteren Generation (Radeon 7000, GeForce 4 MX) bieten tadellose Leistung für 2D-Anwendungen für Office, Internet und Co. Für 3D-Anwendungen wie Spiele sind diese Lösungen aber wie bereits erwähnt nicht oder nur eingeschränkt zu empfehlen. Einschränkungen kann es auch bei der Wiedergabe von hoch auflösendem Video (HDV) geben.

In Motherboard-Chipsätzen integrierte Grafik:

  • ATI Radeon - integriert im Motherboard-Chipsatz XPRESS 200, 9100 IGP, RX330
  • Intel Extreme Graphics II - integriert im Motherboard-Chipsatz i865G, i865GV
  • Intel GMA 900 - integriert im Motherboard-Chipsatz Intel i915G, i915GV, i910GL
  • NVIDIA GeForce4 MX - integriert im Motherboard-Chipsatz nForce 2
  • S3 Graphics UniChrome Pro IGP - integriert im Motherboard-Chipsatz VIA PM880, PM800, K8M800
  • SIS Mirage Graphics - integriert im Motherboard-Chipsatz SIS 661FX, SIS 741, SIS 741GX
  • SIS Mirage Graphics 2 - integriert im Motherboard-Chipsatz SIS 760

Diskrete Grafikkarten:

  • ATI PCIe: Radeon X300 SE, X300 SE Hypermemory
  • ATI AGP: Radeon 9200/9250 Series, Radeon 7000
  • Matrox: der Hersteller hat sich auf Grafikkarten für 2D-Anwendungsfelder spezialisiert
  • NVIDIA PCIe: GeForce PCX 4300, GeForce 6200 TurboCache
  • NVIDIA AGP: GeForce 4 MX, GeForce 5200 (64-Bit)
  • XGI: Volari V3, Volari V3XT


3. Mainstream PC-Spieler (gelegentliche Gamer)

Im Mainstream Segment findet man eine große Gruppe von Anwendern, die ihren PC neben Office Arbeit auch für das eine oder andere PC-Spiel hernehmen.

Der Markt von Grafikkarten für PC-Spieler wird von ATI und NVIDIA dominiert. Beide entwickeln die Technologie und fungieren als Zulieferer. Der Verkauf von Karten mit den entsprechenden Grafikprozessoren erfolgt über Partnerunternehmen. Nur in den USA und Kanada verkauft ATI Boards unter eigenem Namen.
Das Produktangebot ist sehr groß und beginnt bei etwa 90 €. In der Regel gilt: Je höher der Preis, umso besser die 3D-Leistung. Im Detail gibt es da natürlich Unterschiede.

  • ATI PCIe: Radeon X600, X700
  • ATI AGP: Radeon 9550 & Radeon 9600 (mit 128 Bit Speicheranbindung), Radeon 9800
  • NVIDIA PCIe: GeForce 6200 (mit 128 Bit Speicheranbindung), GeForce 6600
  • NVIDIA AGP: GeForce 6200, GeForce 6600. Karten der älteren GeForce-FX-Serie sind nur eingeschränkt zu empfehlen, da deren Leistung in DirectX-9-Spielen stark abfällt.
  • S3 AGP: Deltachrome S8
  • XGI AGP: Volari V5, V8

Alle Spiele-Grafikkarten eignen sich selbstverständlich ohne Einschränkungen auch für Büro- und Internet-Anwendungen. Zusätzlich glänzen sie je nach Hersteller mit verbesserten Video-Funktionen.


4. Enthusiastische PC-Spieler (Hardcore Gamer)

Die Topliga der Spielegrafikkarten: Eine kleine aber enthusiastische Gruppe von PC-Besitzern, die sehr viel Geld ausgeben um ein ultimatives Spieleerlebnis zu erhalten.

  • ATI PCIe: Radeon X800, X850, X1800 - (diverse Modellvarianten)
  • ATI AGP: Radeon X800 - (diverse Modellvarianten)
  • NVIDIA PCIe: GeForce 6800, 7800 - (diverse Modellvarianten)
  • NVIDIA AGP: GeForce 6800 - (diverse Modellvarianten)

Eine Sonderform bilden hierbei die Dual-Grafiklösungen SLI von NVIDIA und Crossfire von ATI:
Hierbei teilen sich zwei PCIe-Grafikkarten die 3D-Berechnungen untereinander auf.

Alle Spielegrafikkarten eignen sich selbstverständlich ohne Einschränkungen auch für Büro- und Internet-Anwendungen. Zusätzlich glänzen sie je nach Hersteller mit verbesserten Video-Funktionen.


5. Multimedia-Nutzer (TV-Tuner im Huckepack)

Hierunter fallen spezielle Grafikkarten mit integriertem TV-Tuner. Dominiert wird dieser Markt von ATIs All-In-Wonder-Produkten. Gepaart mit der 3D-Leistung der Spiele-Grafikprozessoren, verfügen diese Modelle zusätzlich über einen TV-Tuner auf der Karte. Das Konkurrenzprodukt Personal Cinema von NVIDIA beinhaltet derzeit keine aktuellen Modelle. Auch Matrox ist in diesem Produktsegment mit professionellen Lösungen vertreten.


6. Fazit: Große Kluft zwischen 2D- und 3D-Anforderungen

Das Streben seitens ATI und NVIDIA nach besserer 3D-Leistung führt zu komplexeren Grafikprozessoren und das treibt die Preise für Grafikkarten in die Höhe. Wer seinen PC aber nur zum Arbeiten oder zum Internet-Surfen hernimmt - und das ist die große Mehrzahl der Anwender - der hat von den fortschrittlichen 3D-Fähigkeiten der teuren Grafikprozessoren gar nichts. Intel scheint das erkannt zu haben, denn die GMA900-Grafiklösung bekommt man dagegen fast geschenkt und bietet alles, was dieser Anwender für seine Zwecke braucht. Lediglich bei Videowiedergabe, dem Treiberkomfort und der Ausstattung mit TV-Ein- oder Ausgängen haben ATI und NVIDIA mit ihren Grafikkarten mehr zu bieten als Intel oder ähnliche auf dem Motherboard integrierte Lösungen.

Die besten Chancen, mit einer im Chipsatz integrierten Grafiklösung erfolgreich zu sein, hätte eigentlich NVIDIA, die mit ihren nForce-Chipsätzen für AMD-Prozessoren einen sehr guten Ruf haben. ATI ist mit XPRESS 200 zwar schon einen Schritt weiter als NVIDIA, leidet aber am mangelnden Bekanntheitsgrad als Chipsatzentwickler.

Wenn es auf gute 3D-Fähigkeiten ankommt, führt kein Weg an ATI und NVIDIA (mit Einschränkungen auch XGI und S3) vorbei. Beide Hersteller bieten PC-Spielern eine breite und lückenlose Produktpalette für jeden Geldbeutel, von der Einstiegslösung bis hin zu Hochleistungs-Grafikkarte. Damit befriedigen ATI und NVIDIA einen Kundenkreis von circa 40 Mio. Anwendern - das sind gemessen an den kompletten PC-Verkäufen gerade einmal 20% aller Anwender!


5. Aktuelle Links

Ein aktueller Artikel, der sich mit der Leistungsfähigkeit älter CPUs im Zusammenspiel mit verschiedenen neueren Grafikkarten beschäftigt, findet sich unter

computerbase.de  /artikel/hardware/prozessoren/2006/test_gpu-leistung_abhaengigkeit_cpu

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