Kasten oder Baldachin, Imprägniert oder nicht? Tipps zu Moskitonetzen

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Moskitonetze schaffen eine insektenfreie Schlafumgebung und schützen so nicht nur vor Belästigung sondern in vielen Ländern nahe des Äquators auch vor gefährlichen Krankheiten.

So wird die gefährliche Malaria von der nachtaktiven Anopheles- Mücke übertragen, die zu einer Zeit aktiv ist, in der die meisten Menschen schlafen und keine Möglichkeit haben, den Körper mit Mücken abwehrenden Repellents einzusprühen.
Trägt man auf die freiliegenden Hautpartien vor dem Schlafengehen z.B. Autan auf, so hält diese Wirkung ca. vier bis sechs Stunden an, so dass man noch im Schlaf dann schutzlos gegen attackierende Moskitos ist.

Deshalb empfehlen wir für den Urlaub die Kombination aus einem Mücken vertreibenden Repellent für den Tag  Räucherspiralen für den Grillabend oder den abendlichen Aufenthalt auf der Terrasse und einem Moskitonetz, unter dem man nachts gefahrlos und unbelästigt durch das nervende Geräusch von Mücken schlafen kann.

Wer in Deutschland einfach ungestört einschlafen möchte, für den wird auch ein Moskitonetz ohne Imprägnierung mit einem Kontaktinsektizid ausreichen.

In Risikoländern rund um den Äquator, in denen Malaria, Dengue, Gelbfieber oder andere durch Moskitos übertragene Krankheiten heimisch sind, gibt es hingegen zwei gute Gründe, ein Moskitonetz mit einer Deltamethrin- Imprägnierung zu kaufen.
Zum einen dient es der eigenen Sicherheit, weil ein Moskitonetz natürlich durch den Luftzug eines Ventilators oder einer Aircondition verrutschen kann oder man sich im Schlaf dreht und Hautkontakt mit dem Moskitonetz bekommen könnte.

Bei einem nicht mit Deltamethrin imprägnierten Moskitonetz könnte die Mücke sich auf das Netz setzen und hindurch stechen. Die Imprägnierung mit dem Kontaktinsektizid Deltamethrin hingegen verhindert, dass die Mücke sich überhaupt auf das Netz setzen kann bzw. tötet die Mücke bei Kontakt.

Der zweite Grund ist der notwendige aktive Kampf gegen die Krankheiten übertragenden Mücken in den Tropenländern. Malaria gehört zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. Besonders kleine Kinder und schwangere Frauen sterben oft an den Folgen einer Malaria- Infektion. 2010 sind weltweit ca. 1,2 Millionen Menschen an den Folgen einer Malaria- Infektion gestorben.

Deshalb sind imprägnierte Moskitonetze eben nicht nur gut für den eigenen Schutz sondern helfen auch im weltweiten Kampf gegen die Malaria, indem sie Mücken nicht nur fernhalten sondern auch abtöten. Deshalb empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Verwendung von Moskitonetzen mit einer Imprägnierung.

Welche Imprägnierung ist die Richtge?

Für die Imprägnierung bieten sich eine Reihe von Bioziden an. Die gängigsten sind Permethrin und Deltamethrin. Der Hauptunterschied zwischen den beiden ist die Haltbarkeit. Während die Wirksamkeit der Imprägnierung mit Permethrin nach ca. sechs Monaten nachlässt und auch eine Wäsche nicht überlebt, ist Deltamethrin wesentlich haltbarer und deshalb inzwischen auch Standard für Moskitonetze.

Eine Imprägnierung mit Deltamethrin ist ca. zwei bis vier Jahre wirksam und übersteht auch bis zu 20 Waschgänge. Da der Wirkstoff lichtempfindlich ist, beginnt die Abnutzung der Imprägnierung auch erst mit der Ingebrauchnahme, während die Imprägnierung sich bei trockener Lagerung im Stoffbeutel nicht oder kaum abnutzt.

Deltamethrin wird (in sehr viel höherer Dosis natürlich) auch als Pflanzenschutzmittel eingesetzt und ist deshalb recht gut erforscht. Dabei sind keine schädlichen Wirkungen für den Menschen beobachtet worden, so dass sich der Einsatz in der menschlichen Schlafumgebung nicht negativ auswirkt und nach dem heutigen Stand der Forschung als für den Menschen weitgehend unbedenklich angesehen werden kann.

Neben der Frage, ob man besser ein imprägniertes Moskitonetz oder eines ohne Behandlung mit einem Kontaktinsektizid wählen sollte, spielt die Form des Netzes eine Rolle.

Unterschieden wird zwischen Moskitonetzen im Kastenformat und solchen in Zylinder-/Baldachinform, die beide ihre Vor- und Nachteile haben.
 

Baldachinform

Für das populäre Baldachin- Netz spricht vor allem, dass dieses an nur einem Punkt über dem Bett aufgehängt werden kann. Die Form entsteht dabei durch einen (mitgelieferten) Ring oder einen faltbaren Holzfächer, über den das Netz geworfen wird. So wird der Winkel, in dem das Moskitonetz über den Bettrand fällt, etwas breiter und es verringert sich die Gefahr, dass man im Schlaf an das Netz kommt.

Hier liegt auch schon der Hauptnachteil eines Baldachin- Netzes. Gerade zu zweit kann es eng werden unter einem solchen Netz und wenn man ein Moskitonetz ohne Deltametrhin- Imprägnierung wählt, besteht eben die Gefahr, dass man im Schlaf Kontakt zum Netz bekommt und die Mücke durch dieses hindurch stechen kann.

Kastennetz

Diese Gefahr besteht bei Kastennetzen praktisch nicht. Kastennetze fallen im rechten Winkel auf den Bettenrand und wenn das Bett groß genug ist, wird man nur als sehr unruhiger Schläfer in Kontakt mit dem Netz kommen.

Der Nachteil dieser Form ist eher die aufwändigere Aufhängung an vier bis sechs Punkten, die je nach Raumbeschaffenheit großes Konstruktionsgeschick verlangt.

Mit Eingang oder ohne

Zunächst einmal klingt der Gedanke praktisch, dass das Netz mit einer Einstiegsöffnung ausgestattet sein kann, weshalb viele Mückennetze mit einer überlappenden Einstiegsöffnung ausgestattet sind. Doch die Gefahr dabei liegt natürlich auf der Hand: Schließt man diese Lücke nicht sorgfältig, nachdem man ins Bett gestiegen ist, droht ungebetener Besuch in der Nacht.

Wenn man sich trotzdem für ein Netz mit Einstiegsöffnung entscheidet, sollte man auf Reisen ein paar Wäscheklammern dabei haben, um sicherzustellen, dass das Netz während des Schlafens wirklich geschlossen ist.

 Maschenbreite

Eine entscheidende Rolle gerade bei Aufenthalten in Tropenregionen spielt die Frage, wie feinmaschig das Netz ist. Denn einerseits sollen die Löcher natürlich so klein sein, dass auch kleine Mückenarten nicht hindurch schlüpfen können; auf der anderen Seite soll die notwendige Luftzirkulation möglichst wenig behindert werden.

Die Standardbreite, die in der Produktbeschreibung als “mesh- Wert” angegeben wird, beträgt 156 und bedeutet “156 holes per square inch”.

Will man sich in bestimmten Gegenden der Welt vor Sandfliegen schützen, wird man sich möglicheweise für ein engermaschiges Moskitonetz entscheiden und in Kauf nehmen müssen, dass man hierunter mehr schwitzen wird.

Für Traveller, die das Netz im Gepäck mit sich tragen, wird das Gewicht auch nicht ganz unwichtig sein. Natürlich soll das Moskitonetz mögglichst wenig wiegen und kleinformatig verpackt sein, aber es soll sicher auch stabil und reißfest sein und nicht beim kleinsten Lufthauch wegwehen. Hier spielt neben den Maßen auch die Dicke des Garns, Denier genannt, eine Rolle.

Standard ist hier ein Denier 75. Denier 50 ist leichter, aber auch anfälliger, Denier 100 reißfester, aber auch schwerer.

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