Kaschmir - Nicht alles ist Seide was glänzt

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Kaschmir ist ein ehemaliges Fürstentum im Himalaja, das heute von Indien und Pakistan gleichermaßen beansprucht wird. Kaschmir hat seinen Ursprung im Kaschmir-Tal mit dem alten Handelsplatz Srinagar im Hochgebirgsraum des Vorderen Himalaja. In seiner langen, wechselvollen Geschichte hat es sich als Kreuzungspunkt von Karawanenstraßen (Seidenstraße) zwischen Vorder-, Zentral- und Südasien entwickelt. Zu gleich war und ist es auch heute noch Schnittpunkt ausgedehnter buddhistischer, kaschmirisch - hinduistischer und ab dem 13. Jahrhundert zunehmend islamischer Herrschaftsbereiche.
Teppiche kommen ausschließlich aus dem indischen Teil Kaschmirs. Bekannt sind die Seidenteppiche die auf Baumwolle in und um Srinagar geknüpft werden. Die Musterung ist stark persisch beeinflusst.
Immer häufiger stellen wir fest, dass Teppiche fälschlich und mit Täuschungsabsicht mit dem Prädikat "Kaschmir / Ghom Seiden Teppich" angeboten werden, und nicht wie der Gesetzgeber vorschreibt mit dem tatsächlichem Bestandsmaterial. Obwohl diese keine Seiden Teppiche sind, ist das einzige was diese Teppiche mit dem Kaschmir Seidenteppich gemeinsam haben, der Glanz und die Musterung. Da der ahnungslose Verbraucher diesen Begriff mit edel, fein und Qualität verbindet, erhoffen sich die Verkäufer dadurch eine Wertseigerung  ihres Objekts und höhere Verkaufspreise.
Seide verliert im Gegenteil zu Kunstseide ihren Glanz nicht. Selbst der Begriff "Kunstseide" ist hier nicht angebracht. Das ist veredelter Baumwolle. Damit der Baumwollglanz, was nach der Ernte verlorengegangen ist wieder zum Vorscheinen kommt, wird Baumwolle unter Einwirkung von Zugspannung konzentrierter Natronlauge ausgesetzt. Dieser Vorgang wird Merzerisation genannt. Da Pakistan ein bedeutender Baumwollproduzent ist, sind solche Garne recht günstig im Land zu kaufen.
Unter Teppichfachleuten gilt, Kaschmir Seide ab 360.000 Knoten / m², meistens jedoch ab 490.000 Knoten / m². Alles darunter wird keine Seide verwendet. Jedoch kann man durch eine Brennprobe sich selbst davon überzeugen. Teppiche aus Kunstseide (mercerisierter Baumwolle) verschmutzen leicht, verlieren ihren Glanz und werden schnell sehr unansehnlich, da Baumwolle den Schmutz anzieht.
Jeder Seriöser Händler weiß wie man einen Teppich kenzeichnen muss, damit die Kunden mit dem ersten Blick auf das Etikett Herkunft und Material erkennen und unterscheiden können.
Auch der Onlinehändler weiß wie das geht, er muss dabei nur auf den Begriff "SEIDE" verzichten. Dies führt aber dazu, dass der Teppich den erwünschten Betrag nicht erzielt.
Privatpersonen, die falsche Angaben machen, ob bewusst oder unbewusst, sollten auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Sie eventuell eine Anzeige wegen Betrugs bekommen. Also lieber absichern, ob es wirklich Seide ist.

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