Kartenspiel Skat: So reizen Sie erfolgreich Ihre Mitspieler

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Kartenspiel Skat: So reizen Sie erfolgreich Ihre Mitspieler

„Skat" ist eines der beliebtesten deutschen Kartenspiele. Im Laufe der Jahre wurde das Skatspiel auch in anderen Ländern bekannt und fand dort einen großen Anklang. Heutzutage werden neben dem klassischen Kartenspiel auch Skatspiele für den Computer angeboten. 

Die Entstehungsgeschichte des Skatspiels

Der Ursprung des Skatspiels liegt in Deutschland, und zwar in Thüringen. Es entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die genaue Entstehungsgeschichte ist allerdings nicht vollständig geklärt. Es steht jedoch fest, dass das Skatspiel in der Stadt Altenburg entwickelt wurde. Als Grundlage des Spiels gelten ältere Kartenspiele wie z.B. Schafkopf, L'Hombre und Tarock. Nachweise für die Erfindung von "Skat" finden sich vor allem in den Aufzeichnungen von Hans Carl Leopold von der Gabelentz. Dieser gilt als einer der ersten Skatspieler. Durch seine akribisch notierten Spielabrechnungen aus den Jahren 1798 bis 1829 konnten der Beginn des Spiels und dessen Geburtsstadt nachgewiesen werden. Nach und nach wurde das Skatspiel populärer und fand damals insbesondere bei den Studenten Anklang.

Einheitliche Skatregeln gab es erst im Jahr 1870

Aufgrund der vielen regionalen Sonderregeln des Spiels, drohte „Skat" in mehrere kleinere Kartenspiele zu zerfallen. Verhindert wurde dies durch die im Jahr 1870 eingeführten vereinheitlichten Skatregeln. Die ersten Bücher, die das Regelwerk beinhalteten, erschienen 1884. Im Jahr 1886 fand dann schließlich in Altenburg das erste Skatturnier statt, woraus im folgenden der erste Skatkongress entstand. Doch konnte während der ersten durchgeführten Kongresse keine Einigung bezüglich des Skatblattes und der Reizmethode getroffen werden. So war nicht nur das Zahlenreizen, sondern auch das Farbenreizen eine zugelassene Spielmethode. Erst beim elften Skatkongress Ende der 1920er-Jahre wurde beschlossen, dass das Zahlenreizen die gültige Spielmethode ist. Im folgenden wurde auch das Deutsche Skatgericht gegründet, das wie ein Schiedsrichter über die Regeln beim Spiel wacht. Bis heute wurden immer wieder kleinere Regeländerungen vorgenommen und neue Beschlüsse festgesetzt.

Die Karten – mit welchem Skatblatt wird gespielt?

„Skat" wird mit einem Blatt bestehend aus 32 Karten gespielt. Dabei kann sowohl ein deutsches als auch ein französisches Blatt verwendet werden. Das französische Blatt unterscheidet sich in Farbe und Bezeichnung vom deutschen Blatt. Während es im französischen Blatt die Karo- und Kreuzkarten gibt, bezeichnet man diese im deutschen Blatt als Schellen und Eicheln. Außerdem sind die Buben und Damen im französischen Blatt, im deutschen Blatt durch Unter und Ober ersetzt. Das Skatblatt können Sie in verschiedenen Varianten erstehen, wie beispielsweise Skatkarten aus Plastik, Karten mit Aufdrucken zahlreicher Brauereien oder das Original Altenburger Skatblatt. Auch Skatspielkarten aus der DDR werden heutzutage noch angeboten.

Die Spielvorbereitungen beim „Skat"

Das Skatblatt besteht aus vier verschiedenen Farben: Karo, Herz, Pik und Kreuz. Jede dieser Farben beinhaltet acht Karten: Sieben, Acht, Neun, Zehn, Bube, Dame, König und Ass. Beim Skatspiel haben diese Karten unterschiedliche Werte, die für alle Farben gleich sind. Die Karten Sieben, Acht und Neun sind Leerkarten, d. h., sie besitzen einen Wert von Null. Die Zehn hat einen Wert von zehn, der Bube zählt zwei, die Dame drei, der König vier und das Ass zählt elf Punkte. Die Farben besitzen weiterhin eine bestimmte Rangfolge. Dabei hat Kreuz den höchsten Wert, gefolgt von Pik, Herz und Karo. „Skat" sollte nach Möglichkeit mit vier Spielern gespielt werden, kann aber auch nur zu dritt oder mit mehr als vier Spielern gespielt werden.

Karten mischen, abheben und geben

Bevor das Spiel beginnt, werden die Karten vom Geber gemischt. Der Mitspieler rechts vom Geber hebt anschließend einen Teil des Kartenstapels ab und legt den liegengebliebenen Teil der Karten auf den abgehobenen Teil des Kartenstapels. Die Skatordnung schreibt vor, dass beim Abheben mindestens vier Karten abgehoben werden müssen oder mindestens vier Karten liegenbleiben müssen. Danach teilt der Geber die Karten aus. Bei drei Mitspielern beginnt der Geber mit dem Spieler links neben sich und teilt im Uhrzeigersinn weiter aus, sodass der Geber seine Karten zuletzt erhält. Jeder Spieler erhält dabei zunächst drei Karten. Dann werden zwei Karten verdeckt in die Mitte des Tisches gelegt, diese werden als „Skat" bezeichnet. Im Anschluss daran erhalten die Spieler nach der gleichen Reihenfolge wie zuvor jeweils vier Karten und schließlich noch mal drei Karten. Jeder Spieler besitzt also zehn Karten. Der Spieler, der seine Karten als Erstes bekommt, wird als Vorderhand, der nächste als Mittelhand und der letzte als Hinterhand bezeichnet. Der Geber muss die Spielkarten beim Austeilen immer von oben abnehmen. So wird verhindert, dass die Kartenreihenfolge beim Austeilen verändert wird. Das Mischen und Ausgeben muss zudem immer verdeckt erfolgen. Sollte eine Karte sichtbar werden, so muss die ganze Prozedur wiederholt werden.

Der Spielbeginn – reizen und passen

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann das eigentliche Spiel beginnen. Beim „Skat" geht es kurz gesagt um das Reizen und das Bedienen. Das Reizen entscheidet darüber, welcher Spieler Alleinspieler wird. Die übrigen Mitspieler bilden die Gegenpartei. Alleinspieler wird der Meistbietende und erhält die Skatkarten, die zuvor in die Mitte des Tisches gelegt wurden. Beim Reizen hört die Vorhand zunächst die Gebote der Mittelhand. Die Mittelhand nennt immer höhere mögliche Spielwerte, bis einer der Spieler passt. Als nächstes hört der Spieler, der nicht gepasst hat, die Angebote der Hinterhand. Passt einer dieser Spieler, wird der andere Spieler zum Alleinspieler bestimmt. Der Spieler, dem die Werte genannt werden, muss jeweils bestätigen oder ablehnen bzw. passen. Das heißt, dass der Spieler, der die Werte nennt, stets einen höheren Reizwert vorweisen muss als sein Gegenspieler. Die Berechnung der möglichen Reizwerte wird im folgenden erläutert.

Was ist eigentlich der Reizwert?

Der Reizwert errechnet sich aus dem Reizfaktor multipliziert mit dem Grundwert. Jede Farbe hat einen anderen Grundwert. So hat Kreuz mit zwölf Punkten den höchsten Wert, gefolgt von Pik mit elf Punkten, Herz mit zehn und Karo mit neun Punkten. Den Reizfaktor bestimmen beim Farbspiel die Buben. Besitzt der Spieler beispielsweise keinen Buben, so ergibt sich ein Reizfaktor von fünf. Der gleiche Reizfaktor wird angenommen, wenn der Spieler alle vier Buben besitzt. Hat der Spieler drei Buben auf der Hand, so kommt es auf die Reihenfolge an: Hält der Spieler den Kreuz-Buben sowie den Pik- und Herz-Buben, wird ein Faktor von vier angenommen. Gleiches gilt, wenn der Spieler lediglich den Karo-Buben hat, da ihm die drei Buben, die in der Folge zuvor kommen, fehlen. Bei einem Kreuz-Buben und einem Pik-Buben ist der Faktor drei. Genauso verhält es sich, wenn der Spieler den Herz-Buben auf der Hand hält. Ein Reizfaktor von zwei wird berechnet, wenn der Spieler entweder einen Kreuz-Buben oder einen Pik-Buben hat, unabhängig davon, ob er auch noch einen Herz- und Karo-Buben hält. Besitzt der Spieler einen Kreuz-Buben, so wird dies als „Mit" bezeichnet. Hält er zusätzlich noch mehrere Buben auf der Hand, sagt man je nach Anzahl der Buben z. B. „Mit 2". Hat der Spieler keinen Kreuz-Buben, so wird dies als „Ohne" bezeichnet und man zählt die Lücken in der Reihenfolge bis zum nächsten Trumpf. Hat er z. B. einen Pik- und einen Herz-Buben, so sagt man „Ohne 2".

Das folgende Beispiel erläutert die Vorgehensweise beim Reizen nochmals: Der Spieler hat einen Kreuz-Buben und einen Karo-Buben auf der Hand. In diesem Fall wird für den Reizfaktor ein Wert von zwei angenommen. Außerdem entscheidet sich der Spieler Pik zu spielen. So erreicht er einen Reizwert von 22. Denn der Grundwert für Pik liegt bei elf, multipliziert mit dem Reizfaktor von zwei, ergibt sich ein Wert von 22. Dies ist also der höchste Reizwert, den der Spieler angeben kann. Beginnt er nun mit dem Reizen, so fängt er bei dem niedrigsten Reizwert von 18 an. Kann der Mitspieler diesen bestätigen, so erhöht der Spieler seinen Wert auf 20. Dies geht solange, bis der Mitspieler entweder passt oder der Spieler selbst passen muss, da er keinen höheren Wert mehr bieten kann. Bei diesem Beispiel würde dieser Wert bei 22 liegen.

Die Stiche – jetzt beginnt das eigentliche Spiel

Ist durch das Reizen bestimmt, wer Alleinspieler ist und wer die Gegenpartei bildet, beginnt der wesentliche Teil des Spiels. Der Alleinspieler entscheidet, ob er den „Skat" aufnimmt oder nicht. Nimmt er die beiden Karten, so muss er zwei von seinen Karten verdeckt zurückgeben, um wieder auf eine Kartenanzahl von zehn zu kommen. Wird der „Skat" nicht aufgenommen, so bleibt dieser bis zum Ende des Spiels verdeckt und wird dann zu den Stichen des Alleinspielers hinzugezählt. Dies wird als Handspiel bezeichnet. Pro Spiel gibt es zehn Stiche. Die wohl wichtigste Regel besagt, dass immer bedient werden muss, d. h., spielt die Vorhand einen Trumpf oder eine Farbe, so muss auch jeweils mit einer Trumpf- oder Farbkarte geantwortet werden. Besitzen die Spieler keine dieser Karten, so kann eine beliebige Karte gelegt werden. Der Spieler, der die ranghöchste Trumpfkarte oder die ranghöchste angespielte Farbkarte legt, gewinnt den Stich. Er darf die drei Karten nehmen und sie verdeckt vor sich ablegen. Den nächsten Stich spielt immer der Spieler an, der den zuvor gespielten Stich gewonnen hat. Bei Farbspielen stellen die Buben die höchsten Trümpfe dar, in der bereits zuvor erwähnten Reihenfolge: Kreuz, Pik, Herz und Karo. Die übrigen Karten bilden in absteigender Wertung die folgende Reihe: Ass, 10, König, Dame, 9, 8, 7. Zusätzlich gibt es noch zwei weitere Spielarten, „Grand" und „Nullspiel". Beim Grand zählen nur die Buben als Trümpfe und beim Nullspiel gibt es keine Trümpfe. Hier besteht die Rangfolge: Ass, König, Dame, Bube, 10, 9, 8 und 7.

Für das Spielergebnis sind beim Grand und beim Farbspiel die Augen der Karte wichtig. Der Alleinspieler und die Gegenpartei zählen nach dem Spiel die Augen ihrer Stiche zusammen. Der Alleinspieler erhält zudem die Punkte der zuvor abgelegten Karten.

Der Gewinner beim Skatspiel

Beim Auszählen der Punkte werden die Augen der Gegenpartei zusammengezählt, der Alleinspieler zählt nur seine gewonnenen Stiche. Der Alleinspieler kann sein Spiel nur gewinnen, wenn er am Ende mehr als die Hälfte der Augen besitzt. Da insgesamt 120 Punkte im Spiel sind, muss er also mindestens 61 Punkte erreichen. Schafft der Alleinspieler dies nicht, so gewinnt die Gegenpartei. Der Gegenpartei reichen hingegen 60 Punkte aus, um das Spiel für sich zu entscheiden. Neben dieser einfachen Gewinnstufe gibt es noch weitere Gewinnstufen, wie die Gewinnstufe Schneider. Hierbei ist ein Punktewert von mindestens 90 Augen erforderlich. Für die Gewinnstufe Schwarz müssen alle Stiche gewonnen werden.

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