Kann ich mit jedem MD-Player Sprach-Memos aufnehmen?

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Kann ich mit jedem MD-Player Sprach-Memos aufnehmen?

Die Technik des MD-Players wurde maßgeblich von Sony entwickelt, die 1991 auch den ersten MD-Player auf den Markt brachten. Einige Jahre zuvor hatte sich die CD bereits fest etabliert und der CD-Player als gängiges Abspielmedium hatte bereits einen festen Platz gefunden. Die MD ist ebenso wie die CD ein digitaler Nachfolger der Kassette, der allem Kabelsalat und Rauschen während des Musikgenusses ein Ende bereiten sollte.

Praktische Funktionen des MD-Players

Neben dem reinen MD-Player gibt es verschiedene Varianten des Abspielgerätes, das mit sehr unterschiedlichen Funktionen viele Geschmäcker und Bedürfnisse bedient. Trotz des äußerst kompakten Formates bietet mancher MD-Player eine so große Liste an Funktionen, dass damit andere technische Geräte unnötig werden. Eine der sinnvollsten Zusatzfunktionen ist die Möglichkeit, mit dem MD-Player Sprachmemos aufzunehmen. Ein MD-Player ersetzt damit das Diktiergerät und bietet dem Anwender dabei beste Tonqualität. Vor allem für tragbare Abspielgeräte ist diese Funktion interessant, da Sie so die Möglichkeit besitzen ein Diktiergerät im Hosentaschenformat immer mitzuführen. Dank der digitalen Aufnahme- und Sprachqualität können die aufgenommenen Memos aus sehr gut weiter verarbeitet werden.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Typen von MD-Playern Sprachmemos aufzeichnen können und worauf Sie dabei unbedingt achten müssen.

Schluss mit Knistern und Rauschen

Bis Ende der 1980er stellten Kassetten und größere Tonbänder den Standard deutscher und internationaler Hi-Fi-Anlagen dar. Musikliebhaber mussten mit einem Knistern und Rauschen leben, das mit zunehmender Anzahl an überspielten Bändern mehr wurde. Häufig gespielte Kassetten leierten mitunter, und die Abspielgeräte verursachten einen gehörigen Bandsalat, der mühsam von Hand aufgespult werden musste, sofern das Magnetband der Kassette nur verheddert und nicht gerissen war.

Die CD erobert den Markt

Die CD – die so genannte Compact Disc – beendete diese Odyssee und begeisterte sofort dank der digitalen Aufnahmetechnik: Der Klang der Musikstücke und anderen Aufnahmen war im Vergleich zur Kassette und zu alten Bändern unwahrscheinlich klar, ungetrübt von Knistern und Rauschen. Das schmale, kompakte Format begeisterte Viele, da es sich unvergleichlich einfacher verwahren ließ als die recht breiten Kassetten in ihren Hüllen.

Die Markteinführung der Mini-Disc

1991 brachte Sony eine weitere Neuentwicklung auf den Markt, als Nachfolger der Kassette und als Alternative zur CD: Die Mini-Disc, kurz MD genannt. So wie die CD ist auch die MD ein digitaler Datenträger, auf den mittels Laser Daten gebrannt und später wiedergegeben werden. Auch die MD bietet einen berauschende Klangqualität, die ebenso wie die CD begeistert. Die MD besteht aus einem scheibenförmigen Datenträger, der in einem Kunststoffgehäuse in der kompakten Abmessung 7 x 7 cm aufbewahrt wird. Die MD ist mit nur 5 mm Stärke ähnlich schmal wie eine CD in einem heutigen Slim Case, das bei Markteinführung der MD allerdings noch nicht verbreitet war. Anders als bei der CD wird die Hülle der MD nicht entfernt, wenn der Datenträger in den Player eingelegt wird. Die MD wird niemals von ihrer Hülle getrennt, sondern vielmehr mit dieser in das Abspielgerät gelegt. Im Player befindet sich ein Schieber, der die Kunststoffhülle öffnet, um den Lasern Zugriff zum Datenträger zu gewährleisten. Durch diese feste Verbindung der Disc zur Kunststoffhülle ist sie optimal vor Kratzern und Staub geschützt. Die Lebensdauer der MD wird deshalb als deutlich länger als die der CD bewertet.

Auch wenn bereits seit 2011 keine MD-Player mehr hergestellt werden, können Sie immer noch MDs kaufen, um Ihren Player auch weiterhin in vollem Umfang nutzen zu können.

MD-Player-Modelle

Je nachdem, wozu Sie einen MD-Player benötigen, sollten Sie ein anderes Modell wählen. Zwar bietet jedes Gerät – oftmals je nach Hersteller sehr verschieden – unterschiedliche Funktionen an, jedoch lässt sich hauptsächlich eine Unterscheidung in drei Kategorien vornehmen:

MiniDisc-Player

Als erster MD-Player wurde ein reines Abspielgerät am Markt etabliert. Rasch folgte darauf der MD-Player-Recorder, mit dem nicht nur abgespielt werden konnte, sondern auch aufgenommen werden konnte. Damit konnte bereits zu Anfang der 90er-Jahre das eigene Mixtape erstellt werden. Die MD erfüllte damit einen Bedarf, der nach der sehr einfach bespielbaren Kassetten-Technologie bestand: Ein hochwertiges Medium, das ein wundervolles Klangergebnis gewährleistet und dabei jedoch sehr einfach zu bespielen ist.

Portabler MD-Player und MD-Player fürs Auto

Anders als der CD-Player zu diesem Zeitpunkt, konnte der MD-Player bereits ab kurz nach seiner Markteinführung die Vorteile eines Gerätes mit Wiedergabe- und Aufnahmefunktion vereinen. Diese Möglichkeit galt nicht nur für eingebaute Player, die in der heimischen Stereoanlage funktionierten, sondern auch bei mobilen Geräten: Der portable MD-Player oder der MD-Player fürs Auto sind ebenfalls nicht nur reine Wiedergabegeräte, sondern bieten auch unterwegs die Möglichkeit, Aufnahmen mitzuschneiden. Dies kann erfolgen vom Radio, sofern der Player einen eingebauten Radio-Tuner besitzt, oder aber auch von externen Quellen, die entweder per Audiokabel angeschlossen werden oder aber auch über ein externes oder eingebautes Mikrofon mitgeschnitten werden können.

Kombimodelle

Für die Anwendung zu Hause ist ein MD-Player ideal, der in der Hi-Fi-Anlage verbaut wird. Empfehlenswert sind vor allem Modelle, die sich mit einem CD-Player kombinieren lassen. Vom Marktführer Sony gibt es Modelle, die die Vorteile von CD und MD miteinander kombinieren, sodass beispielsweise Aufnahmen vom jeweils anderen Medium angefertigt werden können.

Diese Aufnahmegeräte können auch für Sprachmemos verwendet werden. Natürlich sind die großen Geräte, die nur als Teil einer Musikanlage verwendet werden können, nicht als mobile Diktiergeräte geeignet. Aber Sie können damit beispielsweise Mixtapes erstellen und für den Beschenkten eine ganz persönliche Widmung in Form eines Sprachmemos hinterlassen.

Die MD-Recorder für die Anlage zu Hause können aber auch als heimisches Nachrichtensystem benutzt werden. Wird ein Mikrofon über den AV-Ausgang angeschlossen, können Sie Nachrichten aufzeichnen, um beispielsweise Mitteilungen an die Kinder oder den Partner zu hinterlassen: Das erspart den Zettel und ist ebenso sehr persönlich zu gestalten.

Aufnahme und Zuschnitt von Musik

Der MD-Player bietet zudem den Vorteil, dass alle Aufnahmen nicht nur aufgenommen, sondern im Nachhinein bearbeitet werden können. Sowohl Musikstücke als auch Textpassagen oder sonstige Mitschnitte können beispielsweise geschnitten oder mit Titel versehen werden. Vorteilhaft zeigt sich dabei die Art der Speicherung, die auf einer Komprimierung im ATRAC-Format basiert. Ähnlich der Komprimierung von MP3-Dateien werden die aufgenommenen Audiodateien verkleinert, um an Speicherplatz zu sparen. Sie können damit die Aufnahmekapazität einer MD verlängern, je nachdem, welche Komprimierungsrate Sie wählen. Auf einer MD mit 80 Minuten Kapazität passen so beispielsweise bei einer dreifachen ATRAC-Komprimierung 160 Minuten Aufnahme. Allerdings leidet bei einer extremen Komprimierungsrate die Qualität, speziell bei Musik werden Sie deutlich Einbußen der Klangqualität wahrnehmen.

MD-Player als Diktiergerät

Die Aufnahmefunktion eines MD-Player-Recorders können Sie für sich nutzen, um Sprachmemos aufzunehmen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie ein tragbares Gerät besitzen. Der MD-Player ersetzt dann ein Diktiergerät. Vorteilhaft ist zum einen das kompakte Format und zum anderen die Möglichkeit, durch die Komprimierungsrate sehr viel Aufnahmezeit auf einer MD unterzubringen. Für reine Sprachaufzeichnungen ist eine dreifache Komprimierungsrate hinsichtlich des Qualitätsverlustes kein Problem. Kaum ein Diktiergerät bietet die Möglichkeit, digital aufzuzeichnen und den Datenträger zu wechseln: Der MP3-Player hat ein begrenztes Speichervolumen, und das Diktiergerät, das auf CDs aufzeichnet, ist deutlich größer. Für den mobilen MD-Player mit dieser Funktion sprechen weitere Argumente: Der größte Pluspunkt ist die ausgeklügelte Aufnahme- und Schneidetechnik. Alle Ihre Sprachmemos lassen sich sofort wieder löschen oder auch editieren. Zudem können Sie einzelne Aufzeichnungen in eine neue Reihenfolge bringen, indem Sie Sequenzen verschieben oder aber auch verschiedene Aufzeichnungsteile zusammenführen. Ermöglicht wird dieses einfache Editieren durch die Speicherart der MD: Die Daten werden vom Laser auf dem Datenträger in Sektoren angeordnet, die sich immer wieder verschieben lassen – ähnlich der Handhabung auf einer Festplatte am PC.

Musik editieren

Interessant ist auch, dass Sie Ihre Sprachmemos mit weiteren Mitschnitten kombinieren können. Passend zu Ihren Memos können Sie Geräusche aus dem Radio oder Fernsehen aufzeichnen oder auch mit einem Mikrofon weitere Quellen einbeziehen. Über den AV-Anschluss des Gerätes lassen sich nahezu alle beliebigen Audio-Quellen an einen MD-Player anschließen.

Mikrofon

Viele MD-Recorder besitzen ein integriertes Mikrofon. Dieses eignet sich für den sporadischen Einsatz als Diktiergerät und um kurze Sprachnotizen aufzunehmen. Planen Sie, den MD-Player häufiger als Ersatz für das Diktiergerät zu nutzen, dann empfiehlt sich ein externes Mikrofon am AV-Eingang anzuschließen. Sie können damit nicht nur eigene Sprachmemos aufzeichnen, sondern beispielsweise das Gerät auch als Raumüberwachung einsetzen. Wollen Sie Gespräche aufzeichnen oder auch beispielsweise ganze Unterrichtsstunden oder Vorlesungen, dann sollten Sie in jedem Fall dies Aufzeichnungsvariante wählen: Besteht nicht die Möglichkeit, direkt in das integrierte Mikrofon des Gerätes zu sprechen, sollte ein externes Mikrofon verwendet werden.

Speicherkapazität

Aufgrund der hohen Speicherkapazität kommen Sie mit sehr wenigen MDs aus. Die MDs lassen sich laut Hersteller etwa eine Millionen Mal bespielen und bieten einen unwahrscheinlich guten Klang: Ohne Rauschen und andere Störgeräusche werden die Aufnahmen besonders klar.

Praktisch und unerschütterlich

Überzeugt hat der MD-Player besonders aufgrund seiner tragbaren Modelle. Diese sind zur Aufzeichnung von Sprachmemos natürlich besonders geeignet, da sie unterwegs stets zur Hand sind und überallhin mitgeführt werden können. Die kompakte Form ist deutlich kleiner als die meisten Diktiergeräte, vor allem praktisch ist das eher quadratische Format, das durchaus hosentaschentauglich ist.

Der Vorteil des tragbaren MD-Players liegt in seiner Unerschütterbarkeit. Die Geräte sind so stabil gebaut, dass Sie theoretisch sogar während des Joggens Sprachmemos aufzeichnen könnten. Wenn Sie also besonders gut dann arbeiten können, wenn Sie auf- und ablaufen oder anderweitig in Bewegung sind, dann sind MD-Player sehr gut geeignet, um jeden Gedanken schnell festzuhalten.

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