Kann ich meinen alten Kassettenspieler auch mit neuer Technik verbinden?

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Kann ich meinen alten Kassettenspieler auch mit neuer Technik verbinden?

Der mobile Musikgenuss gehört für viele Menschen heute zum Alltag. Spätestens, seit MP3-Player und Discman Einzug gehalten haben, ist ein klassisches Medium beinahe komplett aus den Regalen verschwunden: die Audiokassette. Lange bevor MP3-Player und Co überhaupt entwickelt wurden, erfreute sich dieses Medium einer großen Beliebtheit. Vielleicht erinnern auch Sie sich noch daran, wie Sie als Kind vor dem Kassettenspieler gesessen haben, darauf wartend, die Aufnahmetaste zu drücken, um Ihre Lieblingsradiosendung mitzuschneiden? Gerade für viele Kinder war die Audiokassette ein echtes Highlight, denn viele beliebte Hörspiele waren nur auf diesem Medium erhältlich.

Zwar greifen heute viele Anwender lieber zu CDs oder zu MP3-Dateien, dennoch bietet der alte Kassettenspieler einen gewissen Charme. Das Aufnehmen von Radiosendungen auf eine klassische Audiokassette ist vor allem für Nostalgiker immer noch eine tolle Sache.

Doch mittlerweile lassen sich Kassettenspieler auch mit neuer Technik verbinden. So haben Sie die Möglichkeit, Musik per Kopfhörer zu hören oder Lautsprecher an Ihren Kassettenspieler anzuschließen. Je nachdem, welchen Kassettenspieler Sie besitzen, können Sie diesen unter anderem sogar mit Ihrem Desktop-PC verbinden. Dieser Ratgeber sagt Ihnen, was Sie benötigen, um Ihren alten Kassettenspieler mit neuer Technik zu verbinden. Zudem erfahren Sie, wie ein Kassettenspieler überhaupt funktioniert und wie Sie diesen am besten pflegen, damit Ihnen dieses Stück Geschichte noch möglichst lange erhalten bleibt.

Wie funktioniert ein Kassettenspieler überhaupt?

Vielleicht fragen Sie sich zunächst, wie ein Kassettenspieler überhaupt funktioniert und wie es sein kann, dass von einem Band Tonaufzeichnungen abgespielt werden können.

Compact Cassetten, kurz CC, oder auch MusiCassetten, häufig als MC bezeichnet, sind jeweils mit einem Tonband ausgestattet, welches sich innerhalb des Plastikgehäuses der Kassette befindet. Das Band besteht aus beschichtetem Kunststoff.

Kassetten sind in verschiedenen Typen erhältlich, welche Rückschlüsse auf die Art der Beschichtung zulassen. So verfügen Kassetten vom Typ I über eine Beschichtung aus Ferriten, Kassetten vom Typ II werden mit Chromdioxid beschichtet. Zudem sind Kassetten auch in den Typen III und IV erhältlich, die mit einer Beschichtung aus Eisenoxid und Chromdioxid bzw. einer Beschichtung mit metallischen Partikeln ausgestattet sind. Die Beschichtung der Kassette wird beim Schreiben magnetisiert, sodass dort die gewünschten Audioinformationen gespeichert werden.

Legen Sie die Kassette in Ihren Kassettenspieler ein, wird der Tonkopf des Spielers in die kleine Öffnung an der Unterseite der Kassette eingeführt. Der Tonkopf liest nun die Tonspuren der Kassette aus und Sie hören den Inhalt der Kassette. Verwenden Sie eine Kassette mit einer Monoaufnahme, so stehen zwei Tonspuren zur Verfügung, bei einer Stereoaufnahme kommen vier Tonspuren zum Einsatz.

Diese Technologie hat sich schon seit vielen Jahren bewährt, denn die ersten bespielten Kassetten wurden bereits im Jahr 1965 verkauft.

Übrigens: Möchten Sie Ihre Kassetten so präparieren, dass Sie diese nicht mehr versehentlich überschreiben können, müssen Sie lediglich die kleine Kunststofflippe herausbrechen, die sich an der Oberkante der Kassette befindet. Mithilfe eines kleinen Sensors erkennt Ihr Kassettenspieler dann, ob die Aussparung vorhanden ist und verhindert so, dass der Inhalt der Kassette überschrieben wird.

Wie wird der Kassettenspieler richtig gepflegt?

Gerade Kassettenspieler der älteren Generation benötigen eine gute Pflege, damit sie auch weiterhin ihren Zweck erfüllen. Aus diesem Grund sollten Sie Ihren Kassettenspieler regelmäßig reinigen, denn Staub und Schmutz sind eine besonders häufige Ursache für Defekte. Diese sammeln sich schnell am Tonkopf und den Andruckrollen und führen dazu, dass die Wiedergabequalität deutlich beeinträchtigt oder das Band der Kassette sogar beschädigt wird.

Eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, das Innere Ihres Kassettenspielers von Staub und Schmutz zu befreien, ist die Reinigungskassette. Diese ähnelt optisch einer normalen Audiokassette, ist jedoch mit kleinen Borsten ausgestattet, die sich an der Unterkante der Reinigungskassette befinden. Legen Sie die Kassette in Ihren Kassettenspieler ein und starten Sie die Wiedergabe, so fahren die Borsten über den Tonkopf und die Andruckrollen des Kassettenspielers und reinigen diese Bauteile auf schonende Weise. Falls Sie keine Reinigungskassette zur Hand haben oder die Anschaffung scheuen, können Sie Ihren Kassettenspieler auch mit einem handelsüblichen Wattestäbchen und etwas Reinigungsflüssigkeit säubern. Dazu träufeln Sie die Flüssigkeit auf das Wattestäbchen und fahren mit diesem anschließend vorsichtig über Antriebswellen, Tonkopf und sonstige Bauteile, die Sie reinigen möchten.

Alter Kassettenspieler, neue Technik – welche Verbindungen sind möglich?

Erfahren Sie nun, wie und wozu Sie Ihren alten Kassettenspieler mit modernen Endgeräten verbinden können.

Grundsätzliches vorweg

Eine pauschale Aussage, welchen Kassettenspieler Sie mit neuer Technik verbinden können und welche Kabel Sie dafür benötigen, kann natürlich nicht getroffen werden. Dies hängt wesentlich davon ab, wie alt Ihr Kassettenspieler ist und welche Anschlüsse er aufweist. Geräte der neueren Generation sind bereits mit aktuelleren Anschlüssen ausgestattet und können daher in der Regel mit mehr Endgeräten verbunden werden als Kassettenspieler, die schon viele Jahrzehnte alt sind. Im Folgenden lesen Sie eine kleine Übersicht über die Anschlüsse, die an fast jedem Kassettenspieler zu finden sind, und wie Sie diese nutzen können, um Ihren Kassettenspieler mit neuer Technik zu verbinden.

Ein Klassiker – der DIN-Stecker

Vor allem der jüngeren Generation dürfte dieser Stecker gar nicht mehr bekannt sein. Die Rede ist vom DIN-Stecker. Diese runde Steckverbindung kommt zwar auch heute noch im Bereich der Heimelektronik zum Einsatz, ist jedoch mittlerweile an kaum noch einem Gerät zu finden.

DIN-Stecker haben ein rundes Gehäuse aus Blech, welches vorne mit einem kleinen Kragen ausgestattet ist. In diesem Kragen befindet sich eine bestimmte Anzahl von Kontaktstiften, die in den jeweiligen Anschluss gesteckt werden.

Falls Sie einen besonders alten Kassettenspieler besitzen, kann es durchaus sein, dass dieser noch mit einem entsprechenden DIN-Anschluss ausgestattet ist. Diesen können Sie nutzen, um beispielsweise ein Mikrofon an den Kassettenspieler anzuschließen. Auch der Anschluss von externen Lautsprechern ist über den DIN-Anschluss möglich. Je nachdem, welchen Anschluss die Lautsprecher benötigen, kann es sein, dass Sie einen Adapter kaufen müssen, um die Lautsprecher an Ihren Kassettenspieler anschließen zu können. Erfordern die Lautsprecher einen Klinkenanschluss, so benötigen Sie einen DIN-auf-Klinke-Adapter. Falls Ihre Lautsprecher mit Cinchkabel ausgestattet sind, leistet ein DIN-auf-Cinch-Adapter wertvolle Dienste.

Fast überall vorhanden – der Klinkenanschluss

Kassettenspieler, die nicht schon viele Jahrzehnte in Betrieb sind, sind häufig bereits mit einem Klinkenanschluss ausgestattet. In der Regel wird dieser verwendet, um einen Kopfhörer an den Kassettenspieler anzuschließen. So können Sie Ihren Lieblingssongs lauschen, ohne dabei Ihre Mitbewohner zu belästigen. Das Gute: Sogar aktuelle und besonders hochwertige Kopfhörer unterstützen die Verbindung per Klinkenkabel, Sie können also die neueste Technik mit Ihrem alten Kassettenspieler verbinden.

Allerdings können Sie den Klinkenanschluss auch anderweitig verwenden, beispielsweise dazu, externe Lautsprecher an Ihren Kassettenspieler anzuschließen. Auch hier steht Ihnen eine breite Produktpalette zur Verfügung, denn viele aktuelle Boxen lassen sich per Klinke anschließen.

Im Heimkinobereich weit verbreitet – Cinch

Eine weitere Möglichkeit, neue Technik an Ihren alten Kassettenspieler anzuschließen, stellt der Cinch-Anschluss dar. Die Cinch-Steckverbindung findet vor allem im Heim-Audio- und -Video-Bereich Anwendung. Falls Sie eine Digitalkamera oder einen Camcorder besitzen, kann es durchaus sein, dass Sie hier schon einmal den Cinch-Anschluss genutzt haben. Zu erkennen ist die Cinch-Verbindung an den beiden farbigen Steckern – einem weißen und einem roten –, welche für die Übertragung von Audiosignalen zuständig sind.

Die Cinch-Verbindung ist besonders flexibel einsetzbar, da es hierfür zahlreiche Adapter gibt. Besitzen Sie beispielsweise einen Kassettenspieler, der lediglich mit einem Klinkenanschluss für Kopfhörer ausgestattet ist, können Sie Ihren externen Boxen, die einen Cinch-Anschluss erfordern, dennoch anschließen. Hierzu benötigen Sie einen Klinke-auf-Cinch-Adapter. Diesen stecken Sie einfach in den Klinkenanschluss Ihres Kassettenspielers und können an die beiden Cinch-Ausgänge dann Ihre Lautsprecher anschließen. Für den Fall, dass Ihr alter Kassettenspieler mit Cinch-Ausgängen, aber nicht mit einem Klinkenanschluss ausgestattet ist, verwenden Sie am besten einen Cinch-auf-Klinke-Adapter.

Zur Digitalisierung – so verbinden Sie Ihren Kassettenspieler mit Ihrem PC

Zweifelsohne hat das Anhören von Musikkassetten seinen ganz eigenen Charme. Doch die klassische Audiokassette hat, bei aller Nostalgie, auch einen entscheidenden Nachteil. Denn das magnetisierte Band ist durchaus empfindlich gegen mechanische Einwirkungen, und auch die bloße Lagerung kann einen negativen Einfluss auf die Audioqualität Ihrer Kassetten haben. Daher sind viele Anwender dazu übergegangen, Ihre klassischen Audiokassetten zu digitalisieren. Dabei wird der Kassettenspieler an Ihren Desktop-PC oder Ihr Notebook angeschlossen, dann überspielen Sie die Daten der Kassette auf Ihren Computer. Dazu benötigen Sie zunächst ein entsprechendes Kabel. Ist Ihr Kassettenspieler bereits mit zwei Cinch-Ausgängen, einem weißen und einem roten, ausgestattet, dann benötigen Sie ein Cinch-Klinke-Kabel. Vermeiden Sie es, zu einem zu langen Cinch-Kabel zu greifen, da sonst die Gefahr steigt, dass Störungen auftreten. Wählen Sie ein Kabel mit einer Länge von bis zu 2 Metern, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Achten Sie auch darauf, dass Sie ein Stereokabel verwenden. Dieses erkennen Sie an zwei schwarzen Ringen, die sich am Klinkenstecker befinden.

Nun können Sie das Kabel an die beiden Cinch-Anschlüsse Ihres Kassettenspielers anschließen und den Klinkenstecker mit dem Audioeingang der Soundkarte Ihres Computers verbinden. Häufig ist diese auch mit „Line In" gekennzeichnet. Sobald Sie nun die Wiedegabetaste an Ihrem Kassettenspieler drücken, können Sie die Audiodaten mit einer entsprechenden Software auf Ihrem Computer aufnehmen und anschließend als MP3-Datei umwandeln.

Sie sehen, es gibt einige Möglichkeiten, wie Sie Ihren alten Kassettenspieler mit neuer Technik verbinden können. So können Sie das nostalgische Medium der Kassette nach wie vor nutzen und sogar mit modernen Geräten kombinieren.

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