Kann ich Airplay auch mit Mp3- und Mp4-Playern verwenden?

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Kann ich Airplay auch mit Mp3- und Mp4-Playern verwenden?

AirPlay – was ist das überhaupt, wie funktioniert das, und was ist alles mit dieser Technologie möglich? Der folgende Artikel informiert Sie über das Streaming-Protokoll von Apple, erklärt, was damit möglich ist und welche Geräte mit dieser Technik miteinander kommunizieren und Daten austauschen können.

AirPlay – was ist das?

Die kabellose Übertragung von Daten zwischen zwei Geräten ist nicht neu, sowas kennt man auch von einem Streaming Player. Audio-Signale wurden schon vor ein paar Jahrzehnten via Infrarot-Signal von einem Sender zu einem Empfänger, zum Beispiel einem Kopfhörer, geschickt. Nach der Entwicklung des MP3-Formats, das die platzsparende Speicherung von Musik in hoher Qualität möglich macht, übernahm Apple schnell den Markt der mobilen MP3-Player. Der iPod wurde zum Non-Plus-Ultra der kompakten und tragbaren MP3-Player. Der Siegeszug der MP3-Player und später der iPhones führte zu dem Wunsch, die auf dem Gerät gespeicherte Musik ohne lästiges Kabel auf Lautsprechersysteme und Stereo-Anlagen zu übertragen. Die Bluetooth-Technologie dient ebenfalls der drahtlosen Übermittlung von Daten. Diese setzte sich bei Handys durch, die dann mithilfe eines Headsets freihändig verwendet werden können. Für die Wiedergabe von Musik ist Bluetooth nur geeignet, wenn Quelle und Empfänger die A2DP-Technik unterstützten. Andernfalls leidet die Audio-Qualität unter der Übertragung.

Mithilfe der AirPlay-Technologie wird das Audio-Signal verlustfrei übertragen.

Kann mit AirPlay nur Musik gestreamt werden?

Mit AirPlay ist mehr möglich, als einfach nur das Audio-Signal von einer Quelle zu einem Empfangsgerät, also z. B. einem Lautsprecher zu schicken. Mithilfe der Technologie ist es ebenso möglich, Stand- und Bewegtbilder zu übertragen und auf entsprechenden Endgeräten anzuzeigen.

Wie werden die Daten übertragen?

AirPlay ist technisch gesehen ein von Apple entwickeltes Streaming-Protokoll, das von Drittanbietern lizenziert und in Empfangsgeräte eingebaut werden kann. Die Übertragung der Daten erfolgt über das WLAN-Netz. Die Schnittstelle dient der kabellosen Übertragung von Inhalten von OS-X- und iOS-Geräten auf Empfangsgeräte, die die AirPlay-Schnittstelle implementieren. Als mögliches Empfangsgerät dienen ein Fernseher, ein Stereo-System, ein AV-Empfänger oder Lautsprecher.

RAOP (Remote Audio Access Protocol) ist das grundlegende Protokoll für die Übertragung, das von Apple entwickelt wurde. Dieses Protokoll setzt auf RTSP/RTP (Real Time Streaming / Transport Protokoll) auf. Zwei Kanäle werden für die Übertragung genutzt. Der eine Kanal dient der Übertragung der eigentlichen Daten, der andere Kanal dient der Steuerung von Lautstärke und der Übertragung von Titelinformationen etc. Um sicherzustellen, dass lediglich lizenzierte AirPlay-Geräte miteinander kommunizieren, wird zusätzlich ein Verschlüsselungskey übertragen. Da dieser jedoch inzwischen geknackt wurde, sind einige mehr oder weniger kompatible Open-Source-Anwendungen erhältlich.

Die Qualität der Audio-Übertragung

Für die Übertragung des Audio-Signals wird das Apple Lossless Format verwendet. Unabhängig davon, in welchem Format das ursprüngliche Lied vorliegt, wird durch den Sender in jedem Fall eine Neucodierung durchgeführt und der Apple Lossless Audio Codec (ALAC) verwendet. Die Samplingrate der Übertragung beträgt 44,1 kHz und 16 Bit. Diese Rate entspricht der Qualität einer normalen Audio-CD. Ist das Ausgangsmaterial von geringerer Qualität, erfolgt ein Upsampling. Ist die Quelle von besserer Qualität, erfolgt ein Downsampling, wodurch die Audio-Qualität theoretisch schlechter wird. Ob das Audio-Signal über LAN oder WLAN übertragen wird, ist dabei gleichgültig. Das Empfangsgerät decodiert das Apple Lossless Protokoll und gibt das Audio-Signal wieder. In der Praxis ist dieser Unterschied nur schwer wahrnehmbar. Dennoch soll die Samplingrate bei der Verwendung von AirPlay weiter erhöht werden: So unterstützt Apple TV der 3. Generation bereits eine Samplingrate in Höhe von 48 kHz.

Unterstützte Audio-Formate für die Übertragung

Die unterstützten Audio-Formate sind

  • AAC (16 bis 320 Kbps),
  • Protected AAC (iTunes Store),
  • HE-AAC,
  • MP3 (16 bis 320 Kbps),
  • Audible (Format 2,3,4),
  • MP3 VBR,
  • WAV,
  • AIFF,
  • Apple Lossless (ALAC) und
  • Dolby Digital 5.1 Surround Sound pass-trough.

Unterstützte Video-Formate für die Übertragung

Die unterstützten Video-Formate sind

  • H.264-Video bis 1080p,
  • MPEG-4 Video bis 2,5 Mbps (.m4v, .mp4, . mov) und
  • Motion-JPEG (M-JPEG) bis 35 Mbps.

Unterstützte Bild-Formate für die Übertragung

Die unterstützten Bild-Formate sind

  • TIFF,
  • GIF und
  • JPEG.

Voraussetzung für AirPlay: das WLAN-Netz

Für die Datenübertragung wird bei der AirPlay-Technologie das WLAN-Netz verwendet. Es ist somit ein Router bzw. Wireless Access Point notwendig, an dem sich die Geräte anmelden können. Diese Geräte kommunizieren dann über das gemeinsame lokale Netzwerk miteinander. Die Kommunikation erfolgt durch das "Apple Bonjour Protokoll" völlig automatisch per plug and play. Ein Sendegerät mit AirPlay-Funktion kann kabellose und kabelgebundene Empfangsgeräte gleichermaßen erreichen, solange diese sich im selben lokalen Netzwerk befinden. Lautsprecher mit AirPlay-Funktion können auf unterschiedliche Räume in einem Haus verteilt werden. Der Nutzer entscheidet dann, ob nur ein einzelner Lautsprecher oder alle verteilten Lautsprecher gleichzeitig betrieben werden sollen. Diese Funktion ist bereits mit AirTunes, dem Vorgänger der AirPlay-Schnittstelle, möglich gewesen. Jedes AirPlay-fähige Endgerät teilt allen im Netzwerk angemeldeten Geräten aktiv seine Existenz und Fähigkeiten mit. Ist z. B. ein Apple TV am Netzwerk angemeldet, erscheint bei der Arbeit mit einem iPad der AirPlay-Button automatisch, wenn ein Video ausgewählt wird. Ist kein entsprechendes Endgerät im Netzwerk angemeldet, wird die AirPlay-Funktion gar nicht erst angeboten.

Erweiterung des Funktionsumfangs durch AirPlay

Während AirTunes ausschließlich für die Übertragung von Audio-Inhalten geeignet ist, erweitert die AirPlay-Schnittstelle die Menge der Möglichkeiten. Die Erweiterung wurde von Apple im Juni 2010 mit der iTunes-Version 10.1 vorgenommen und AirPlay getauft. Mithilfe von AirPlay werden neben Musik ebenso Videos und Fotos kabellos übertragen. Die Übertragung des Bildschirminhalts ist seit Oktober 2011 und der Veröffentlichung der iOS-Version 5 möglich. Auch Videospiele oder der Inhalt eines Browserfensters lassen sich so auf einem anderen Gerät anzeigen. Da Dritthersteller AirPlay direkt in ihre Empfangsgeräte einbauen können, ist für Sie als Endkunde die Anschaffung keines weiteren Geräts notwendig. Aufgrund der verlustfreien Übertragung des Audio-Signals ist die AirPlay-Technologie für hochwertige Hi-Fi-Übertragungen geeignet.

Quellgeräte mit AirPlay-Funktion

Audio-Player

Die AirPlay-Technologie ist im iPod Touch von Apple ab der 2. Generation integriert. Zahlreiche Drittanbieter haben die Technologie in ihre Systeme integriert und bieten diese für den Einsatz im heimischen Netzwerk an. Netzwerk-Audio-Player mit AirPlay-Funktion werden einfach mit dem Netzwerk verbunden und übertragen das Audio-Signal an alle angemeldeten AirPlay-Empfänger.

MP4-Player

MP4-Player sind teilweise mit der AirPlay-Technologie ausgestattet. Der iPod Touch kann nicht nur Videos selbst abspielen, sondern diese auch z. B. an Apple TV übertragen. Mit AirPlay ist nicht nur das Streamen eines Videos möglich, auch kann der Bildschirminhalt dupliziert oder erweitert werden. Die Funktionalität ist seit Jahren bei normalen Computern mit zwei Bildschirmen bekannt. Ein iPad mit AirPlay-Funktion, auf dem ein Spiel gespielt wird, kann dieses ebenso auf das Fernsehgerät übertragen.

Smartphone

Als Quelle kann ein Smartphone natürlich ebenso dienen. Auf diesem sind Bilder, Videos und Musik gespeichert, die über AirPlay an einen Empfänger gesendet werden. Mit dem iPhone 3GS oder neuer ist die AirPlay-Funktion verwendbar.

Computer & Notebook

AirPlay kann mit jedem Computer und Notebook verwendet werden, auf dem iTunes 10.2 oder neuer installiert ist. Aus der Mediathek von iTunes werden Musik oder Videos an ein kompatibles Empfangsgerät gesendet. Das Versenden von Bildern ist auf diese Weise jedoch nicht möglich.

Empfangsgeräte mit AirPlay-Funktion

AirPlay-Lautsprecher

Die AirPlay-Technologie ist heute im Audiobereich weit verbreitet und wird von vielen Herstellern in ihre Geräte integriert. Vor allem drahtlose Lautsprechersysteme verfügen über die Schnittstelle. Aber auch Hi-Fi-Anlagen, die für das Heimnetzwerk ausgelegt sind, unterstützen den Standard von Apple. Für eine erfolgreiche Verbindung muss der Lautsprecher in Reichweite des WLAN-Netzes aufgestellt sein. Sichtkontakt ist nicht nötig. Die Audio-Daten werden verlustfrei übertragen. Da die Latenzzeit des Netzwerks bei der Wiedergabe berücksichtigt wird, ist die synchrone Wiedergabe auf Lautsprechern, die in unterschiedlichen Räumen stehen, möglich. Hochwertige AirPlay-Lautsprecher sind von Anbietern wie Bose, Philips und anderen erhältlich.

AirPort Express

Die Airport-Express-Basisstation kann das Audio-Signal empfangen, welches über AirPlay verschickt wird. Die Wiedergabe erfolgt dann über ein angeschlossenes Endgerät.

Apple TV

Apple TV in der 2. Generation benötigt die Apple TV-Softwareversion 4.2 oder höher, um kompatibel zu sein. Auf dem Gerät können Sie dann Fotos, Videos und Musik wiedergeben. Apple TV in der 3. Generation setzt die Apple TV-Softwareversion 5.0 oder neuer voraus. Werden über AirPlay geschützte Inhalte gestreamt, benötigt Apple TV eine aktive Internetverbindung.

AirPlay für Windows und Android

Eigentlich ist das Streamen von digitalen Inhalten über die AirPlay-Schnittstelle von Apple auf die eigenen Geräte beschränkt. Als Quelle sollen iPods, iPhones, iPads und Macs dienen. Für andere Plattformen sind inzwischen jedoch eigene Softwarelösungen erhältlich, die für Kompatibilität sorgen. Ein Windows-PC wird z. B. mit der Software Aerodrom oder AirMediaPlayer zu einem kompatiblen Abspielgerät.

DLNA als Alternative zu AirPlay

DNLA (Digital Living Network Alliance) ist eine Konkurrenz-Technologie, mit der Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Herstellern gewährleistet sein soll. Im Heimnetzwerk werden nach der DNLA folgende Geräteklassen zertifiziert:

  • DMS (Digital Media Server): Quelle für Medieninhalte, Netzlaufwerk
  • DMP (Digital Media Player): Abspielgerät, MP3-Player
  • DMR (Digital Media Renderer): Spielen Medien ab, die über den DMC empfangen werden
  • DMC (Digital Media Controller): Finden Inhalte auf dem DMS und spielen diese auf den DMR ab: PDA

Vorgegebenes zu unterstützendes Format für Bilder ist das JPEG-Format, für Audio das LPCM-Format (zweikanalig) und für Video das MPEG2-Format. Ein einzelnes Gerät kann durchaus mehreren Geräteklassen gleichzeitig angehören. Ein PC kann z. B. gleichzeitig als Media Controller, Media Renderer, Media Player und Media Server dienen.

Weitere Unterteilungen existieren für tragbare Geräte und Infrastrukturgeräte. Mit der DLNA-Technologie ist somit eine mit AirPlay vergleichbare Technologie gegeben. Mittlerweile gehören der DLNA-Allianz mehr als 250 Mitglieder aus 20 Ländern an. Zu den bekanntesten Mitgliedern zählen Microsoft, Nokia, Samsung, Sharp, Toshiba und Cisco.

Fazit

Mithilfe der AirPlay-Technologie ist die kabellose Übertragung von Bildern, Videos und Musik möglich. Die Technik kann mit einem MP3- und MP4-Player genutzt werden, wenn dieser die Funktion unterstützt. Ein Gerät mit AirPlay-Schnittstelle wird auch dementsprechend beworben.

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