Kann Plasma-Bildschirmen eine falsche Reinigung schaden?

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Schade ich meinem Plasma-Bildschirm durch falsche Reinigung?

Plasma-Bildschirme sind eine besondere Art des Flachbildschirms. Diese Anzeigen stehen in Konkurrenz zu den LCD-Geräten, bedienen dabei aber eine spezielle Nische: Vor allem große Fernseher benutzen die Plasma-Technologie, da diese Bauweise ab einer gewissen Bilddiagonale technische Vorteile aufweist. Bei Fernsehern gilt bis auf wenige Ausnahmen die Regel "je größer, desto teurer". Deswegen ist es im Interesse des Kunden, dass der Plasma-Bildschirm viele Jahre ohne technische Störungen übersteht.

Viele Fernsehbesitzer fürchten allerdings, das TV-Gerät nicht richtig zu reinigen. Immer wieder taucht in Online-Foren die Frage danach auf, ob man dem Plasma-Bildschirm durch falsche Reinigung schaden könne. Und tatsächlich: Beim Putzvorgang lauern viele Gefahren, die dauerhafte Schäden an der empfindlichen Technik zurücklassen können.

Lesen Sie hier, was Sie bei der Reinigung beachten sollten, welche speziellen Putzmittel es gibt und wie Sie durch die richtige Behandlung viele Jahre Freude an Ihrem Plasma-Bildschirm haben.

Was genau ist ein Plasma-Bildschirm und wie funktioniert er?

Ein Plasma-Bildschirm kommt vornehmlich dann ins Wohnzimmer, wenn der Fernseher ganz besonders groß sein soll. Aber auch bei öffentlichen Veranstaltungen wie etwa Public Viewings sind Plasmas häufig zu sehen. Plasma-Bildschirme – auch als Plasma Display Panel bekannt (PDP) – kommen hauptsächlich bei Fernsehern mit einer Bildschirmdiagonale von über 40 Zoll zum Einsatz. Wenn Sie es also eine Spur größer mögen, finden Sie mit einem Produkt wie dem Panasonic TX-P50X60E einen sehr guten Fernseher mit einer riesigen Diagonale von 127 Zentimetern – das sind ganze 50 Zoll. Unterhalb einer Diagonale von 12 Zentimeter kommt die Plasmatechnologie kaum zum Einsatz. In diesem Bereich sind aktuelle Fernseher oder Monitore in der Regel mit der LCD- (Liquid Crystal Display) Technik ausgestattet.

Durch die spezielle Art der Bilderzeugung bietet der Plasma-Bildschirm eine andere Qualität als LCDs: Bei Plasmas wird das Bild durch ionisiertes Gas erzeugt. Aus der Computerwelt kennen Sie vielleicht schon Pixel: Das sind die kleinsten sichtbaren Einheiten, die zusammengenommen das Gesamtbild konstituieren. Für eine problemlose und trotzdem gründliche Reinigung sollten Sie wissen, dass die jeweilige Farbe eines Pixels immer "vor Ort" zusammengemischt wird: aus einer roten, einer blauen und einer grünen Plasmazelle.

Im Gegensatz zum LCD-TV wird das Licht von diesen Kammern ausgehend selbst erzeugt. Deswegen sollte jeder Putzvorgang wohl überlegt sein. Dieses Plasma-System bietet deutliche Vorteile: Gerade in den Kontrastwerten überzeugen Plasma-Bildschirme wie kaum ein LCD-Fernseher. Das liegt vor allem an den starken Schwarzwerten. Außerdem stimmen die satten Farben aus fast jedem Blickwinkel – bei einer großen Fernsehrunde im Halbkreis um das Fußballspiel oder beim gemeinsamen Hollywood-Abend ein großer Vorteil. Kurze Reaktionszeiten und die Vermeidung von "Blurs", also Schlierbewegungen bei schnellen Bildveränderungen, runden das Sehvergnügen ab.

Die erstaunlich gute Bildqualität (und natürlich die enormen Bilddiagonalen) bei Plasma-Fernsehern muss allerdings durch einen etwas höheren Strompreis finanziert werden. Übrigens: Damit Sie einen zukunftssicheren Fernseher haben, ist "Full-HD" immer der Kategorie "HD-Ready" vorzuziehen.

Deswegen sollte der Plasma-Bildschirm unbedingt gereinigt und gepflegt werden

Plasma-Bildschirme sind in der gleichen Größe nicht unbedingt teurer als LCD-Geräte – eine Entwicklung, die in dieser Ausprägung nicht zwangsläufig vorauszusehen war. Dennoch: Dadurch, dass es keine kleinen Plasma-Fernseher gibt, sind in der Preiskategorie für dem spontanen Impulskauf keine Plasmas vertreten. Im Klartext: Plasma-Bildschirme haben ihren Preis. Deswegen ist es ganz besonders wichtig, das TV-Gerät in regelmäßigen Abständen zu reinigen. Bei einer sichtbaren Staubschicht wird Ihnen ein besonders guter Kontrastwert schnell verleidet. Die Angst davor, bei der Reinigung einen Fehler zu begehen, ist zwar teilweise begründet, sollte aber kein Grund zur Untätigkeit sein.

Um Ihren Fernseher seltener zu putzen, sollten Sie vor allem eine besonders problematische Gefahrenquelle kennen: Der Fernseher sollte nicht von Ihren Händen berührt werden, da vor allem Fettflecken schlecht zu reinigen sind. Die Kontaminierung mit Staub lässt sich aber kaum verhindern. Deswegen gilt: Investieren Sie einige wenige Euro in die Reinigung Ihres Fernsehers – im Vergleich zum Anschaffungspreis des TV-Geräts selbst fallen diese zusätzlichen Kosten kaum ins Gewicht.

Die Folgen einer falschen Reinigung

Wenn Sie sich einen neuen Plasma-Fernseher gekauft haben, sind Sie hoffentlich ob der phänomenalen Bildqualität beeindruckt. Über die Wochen und Monate kann sich der Bildschirm schleichend und – zunächst unbemerkt – als Staubfänger entpuppen. Wie oft Sie letztlich fernsehen, ist dabei nicht entscheidend. Sollte das TV auch nur gelegentlich eingeschaltet sein, wird die statische Elektrizität dafür sorgen, dass sich Staub absetzen wird. Vorsicht: Bevor Sie den Kampf gegen Staub und Schmutz beginnen, sollten Sie immer zunächst die Gebrauchsanleitung des Fernsehers lesen. Werden bestimmte Reinigungsmittel empfohlen – oder wichtiger: Werden manche Hilfsmittel und Materialien kategorisch ausgeschlossen? Denn wird vom Hersteller auf die Unverträglichkeit auf ein bestimmtes Produkt hingewiesen und sollten Sie dann trotzdem ein solches benutzen, erlischt die Garantie.

Eine naheliegende Wahl ist für viele das Küchentuch – ein wenig angefeuchtet, nimmt es Staub schließlich relativ gut auf. Genau hier lauert aber die Gefahr von Mikrokratzern. Wie alle Hilfsmittel auf Holzbasis (auch wenn das Produkt auf Naturbasis als solches kaum noch wahrgenommen wird) schaden die kleinen Partikel Ihrem Fernseher. Da es sich bei einem TV-Gerät um ein strombetriebenes Gerät handelt, dürfen Flüssigkeiten selbstverständlich – wenn überhaupt – nur sparsam eingesetzt werden. Kommt Wasser mit dem empfindlichen Innenleben in Kontakt, ist ein Totalschaden oft vorprogrammiert.

Vor der Reinigung: Das Ausschalten nicht vergessen

Bevor Sie mit der Reinigung beginnen, sollte Sie das Fernsehgerät unbedingt ausschalten. In einigen Gebrauchsanleitungen wird empfohlen, zusätzlich den Netzstecker zu ziehen. Ist der Fernseher von der Stromquelle getrennt, umgehen Sie auch die Gefahr, versehentlich nur in den Stand-by-Modus geschaltet zu haben. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie diesen Rat also unbedingt befolgen. Außerdem ist es bei vielen Geräten zu beobachten, dass sich der Bildschirm nach langer Benutzung spürbar aufheizt. Lassen Sie den Fernseher deswegen geraume Zeit abkühlen, bevor Sie Ihre Arbeit mit dem Staubwedel oder dem Spezialspray beginnen.

Speziellen Mittel für die Reinigung des Plasma-Bildschirmes

Damit Sie sich nach der Reinigung Ihres Fernsehers nicht ärgern, ist es ratsam, sich über die etwaigen Reinigungsmittel gut zu informieren.

Staubwedel

Viele Fernseh-Besitzer und Staubverachter verwenden spezielle Staubwedel. Besonders beliebt ist der "Swiffer" von dem amerikanischen Unternehmen Procter & Gamble. Durch einen soften Wedel vermeiden Sie sogenannte Mikrokratzer auf der empfindlichen Oberfläche.

Spezielle Reinigungstücher

Trotzdem sollten Sie mit dem Wedel nur die Peripherie abstauben – für das Display selber gibt es eine bessere Alternative: Mikrofasertücher sind ganz besondere Reinigungstücher, die dem Verkratzen von Flachbildschirmen effektiv vorbeugen. Dass diese für Plasma-Bildschirme wie gemacht sind, erkennen Sie schon daran, dass diese speziellen Reinigungsmittel manchen Fernsehern von offizieller Seite beigelegt werden. Wenn Sie sich nachträglich ein solches Hilfsmittel zulegen, sollte Sie darauf achten, dass dieses auch nach häufigem maschinellen Waschen nicht an Leistungsfähigkeit verliert.

Spray, Gel und Schaum

Neben speziellen Artikeln für Plasma-Fernseher gibt es produktübergreifende Universal-Reiniger für Plasma- und LCD-Geräte gleichermaßen, auch für den Computer-Bildschirm eignen sich viele Sprays.

Reinigungssprays für den Flachbildschirm bieten einige Vorteile:

  • Streifenfrei: Wie auch Ihre Fenster sollte der Fernseher keine unschönen Streifen vorweisen. Die Kombination aus Reinigungsspray, Mikrofasertuch und einer ruhigen Hand entfernt selbst hartnäckigen Schmutz – verursacht etwa durch fettige Fingerabdrücke.
  • Auch in Zukunft weniger Staub: Viele Reiniger sorgen dafür, dass das Statikfeld Ihres Elektrogerätes zukünftig nicht mehr so stark ausgeprägt ist – und sich infolgedessen weniger Staub ansammelt.
  • Fettfinger ade: Fast jedes Spezialmittel für Flachbildschirme ist lipidlösend – also ein Fettentferner. Mit dem bloßen Einsatz von Tüchern ist dies ein sehr schwieriges Unterfangen, Sprays hingegen lösen den Schmutz.

In welcher Form das Reinigungsmittel daherkommt, ist indes nicht entscheidend. Manche Plasma-Reiniger sind als Spray erhältlich, manche als Gel, andere hingegen als Schaum. Gerade bei Sprays muss die Dosierung allerdings sparsam und trotzdem gleichmäßig erfolgen. Haben Sie sich für einen Kauf einer Reinigungskombination entschieden, werden Sie durch die vielfältigen Anwendungsarten belohnt: Reinigen Sie auch Ihren Laptop oder den TFT-Bildschirm Ihres Computers mit dem Putz-Duo.

Besser: Handschuhe tragen

Damit beim Putzvorgang keine neuen Flecken entstehen, sollten Sie (Putz-)Handschuhe tragen. So wird der direkte Kontakt mit dem Produkt vermieden und Sie hinterlassen keine unabsichtlichen Spuren. Außerdem wichtig: Arbeiten Sie nicht mit zu viel Druck. Plasma-Bildschirme sind zwar in dieser Hinsicht in aller Regel etwas unempfindlicher als LCD-Displays, können aber bei zu starkem Körpereinsatz trotzdem Schaden nehmen. Für Staub, der weder mit dem Wedel noch mit dem Mikrofasertuch erreicht wird, haben sich feine Pinsel bewährt, mit denen Sie die Mikropartikel in jedem noch so kleinen Schlupfwinkel des Plasma-Panels oder des Standfußes entfernen.

Fazit

Die Frage, ob Sie Ihrem Plasma-Bildschirm durch falsche Reinigung schaden, muss also abschließend tatsächlich bejaht werden. Andererseits schaden Sie Ihrem Plasma-Bildschirm auch dann, wenn Sie diesen überhaupt nicht reinigen. Wie so oft kommt es also auf das Know-how, etwas Geduld und die passenden Hilfsmittel an. Denken Sie dabei immer daran, zunächst die Hinweise des Herstellers zu studieren und zusätzlich einige der hier genannten Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen. So bleibt Ihr Fernseher gepflegt und das Bild genau so scharf wie am ersten Tag. Der Kauf eines speziellen Reinigers – zum Beispiel im Paket mit dem richtigen Reinigungstuch – lohnt sich auch deshalb, weil Sie diese Produkte meist für viele weitere Flachbildgeräte in Ihrem Haushalt verwenden können.

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