Kameratipps: Fernbedienungen und -auslöser erleichtern die Arbeit beim Fotografieren

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Mit Fernbedienungen und -auslösern die Arbeit erleichtern – so finden Sie geeignetes Equipment für Ihre Kamera

Zum Fotografieren braucht es nicht viel: Eine passable Kamera, ein hübsches Motiv und fertig ist das Bild – sollte man meinen. Dennoch sind die Qualitätsunterschiede von Fotografien enorm groß – sogar wenn das gleiche Motiv geknipst wird, ist meist leicht zu erkennen, welches Foto der Laie gemacht hat und welches der Profi.
Wenn Sie sich dann näher mit der Fotografie beschäftigen, werden Sie schnell entdecken, dass hinter einem wirklich gelungenen Foto meist deutlich mehr steckt als ein schönes Motiv und ein Fotograf mit dem richtigen Auge. Reflektoren, Schirme, spezielle Objektive, Hohlkehlen, komplizierte Blitzanlagen und vieles mehr führen zu einem beeindruckenden Erfolg! Denn die zusätzlichen Aufbauten ermöglichen es Ihnen, die optimalen Bedingungen für das gewünschte Foto zu schaffen.
Ein großer Helfer können ebenfalls Fernbedienungen und Fernauslöser sein, die – angeschlossen an die Kamera oder die Beleuchtungsanlage – Ihre Arbeit deutlich erleichtern. Im folgenden Text soll es weniger um die Blitzauslöser, sondern vielmehr um die Fernauslöser und externen Bedienelemente für Kameras gehen. Interessante Informationen zu den praktischen Helfern, ihren Unterschieden und Einsatzgebieten sowie zur Anschaffung von Fernauslösern für die Kamera werden im Folgenden kurz aufgeführt.

Welche Arten von Fernauslösern gibt es in der Fotografie?

Wie der Name vermuten lässt, sind Fernbedienungen und Fernauslöser in der Fotografie dazu gedacht, Kamera und Anlage aus der Ferne zu bedienen beziehungsweise auszulösen. So müssen Sie als Fotograf die Kamera weder berühren, noch sich in ihrer Nähe aufhalten, um ein Foto zu schießen, und auch Blitzanlagen können mit Fernbedienungen bequem und praktisch gesteuert werden.

Um das zu ermöglichen, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Techniken. Früher waren pneumatische Verbindungen die Regel: Hier löste man mit Luftdruck einen Stoß aus, der einen auf der Einrichtung angebrachten Dorn bewegte, der wiederum den Auslöseknopf bedient. Diese Verbindungen sind mittlerweile selten geworden, ein Grund dafür ist, dass hier – wie bei mechanischen Auslösern, den sogenannten Bowdenzügen oder Drahtauslösern – dennoch eine Berührung stattfindet. Diese ist zwar um einiges gezielter als das Auslösen mit dem Finger, dennoch kann schon die kleinste Erschütterung besonders sensible Aufnahmen gefährden. Sowohl pneumatische als auch mechanische Verbindungen werden direkt auf den Auslöser der Kamera angebracht. Besondere Verbindungsstellen sind deshalb nicht nötig, diese Art Fernauslöser kann also auch unabhängig von einem bestimmten Kameramodell angebracht und verwendet werden.

Den Standard bilden mittlerweile elektrische Kabelverbindungen. Sie werden direkt an die Kamera angeschlossen und lösen durch einen elektrischen Impuls aus. So kann oft auch der Autofokus bedient werden. Diese Fernauslöser müssen allerdings genau zum jeweiligen Kameramodell passen, und die Anschlüsse müssen aufeinander abgestimmt sein. Da diese Fernauslöser entsprechend in den meisten Fällen herstellerspezifisches Zubehör sind, sind sie oft recht teuer.

Eine weitere Möglichkeit stellen optische Einrichtungen zum Auslösen der Kamera dar. Dazu gehören Infrarotauslöser, die ähnlich funktionieren wie die elektrische Lösung, nur dass das Startsignal eben optisch übermittelt wird. Diese Lösungen sind oft deutlich günstiger als elektrische Kabelauslöser, außerdem kann man mit einem Infrarotsender bequem über bis zu zehn Meter Entfernung auslösen, solange eine Sichtverbindung der Geräte untereinander besteht. Allerdings muss die Kamera von vornherein für diese Art Fernauslöser geeignet sein und über einen entsprechenden Empfänger verfügen, denn hier kann man leider nicht nachrüsten. Ein weiteres Problem der Infrarotverbindungen ist eher ästhetischer Natur und zeigt sich bei Gruppenbildern oder Selbstportraits: Da Infrarotauslöser eine Sichtverbindung brauchen, kann der Fotograf zwar aufs Bild, der Sender ist allerdings auch immer mit drauf. Wer sich also daran stört, sollte lieber von diesen optischen Lösungen absehen.

Funkverbindungen sind die wohl kostspieligste Lösung und kommen selten zum Einsatz. Via Funk oder Lichtschranke wird die Kamera auch in Abwesenheit des Fotografen ausgelöst. Die Auslösung durch Lichtschranken findet vor allem in der Tier- und Naturfotografie Anwendung, spielen aber für die alltägliche Fotografie kaum eine Rolle. Funkverbindungen können allerdings wie Infrarotauslöser kabellos und diskret verwendet werden. Da hier keine direkte Verbindung notwendig ist, fallen sie, unauffällig gehalten, auf keinem Bild auf und eröffnen viele neue Möglichkeiten. Allerdings sind Funkverbindungen eine kostspielige Angelegenheit.

Was hingegen im digitalen Zeitalter immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Fernbedienung der Kamera über den Computer. Mit der passenden Software und einer entsprechenden Verbindung kann die Kamera direkt mit dem Computer verbunden werden, was an und für sich recht praktisch ist, sich bislang aber noch nicht gegen die handlicheren Lösungen durchsetzen konnte.

Wann der Einsatz von Fernauslösern Sinn macht

Für Fernbedienungen oder -auslöser gibt es zahlreiche Einsatzgebiete, denn sie verhindern Verwackeln durch die Bedienung der Kamera und ermöglichen es dem Fotografen, bei Bedarf auch einmal selbst ins Bild zu schlüpfen.

Besonders in der Makrofotografie, bei der schon das geringste Wackeln das Bild ruinieren könnte, spielen Fernauslöser eine große Rolle, ebenso in der Reprofotografie, wo Vorlagen zur technischen Reproduzierbarkeit ebenfalls völlig Wackel-frei abgebildet werden sollen. Wenn Sie also besonders feine Objekte oder Schriftstücke und Ähnliches abfotografieren wollen, kann Ihnen ein Fernauslöser helfen, die notwendige Schärfe zu erreichen.

Ebenfalls unabdingbar sind Fernauslöser bei Zeitaufnahmen, wie zum Beispiel Nachtaufnahmen, denn hier müssen selbst kleinste Erschütterungen unbedingt vermieden werden, da das Ergebnis sonst unscharf wird. Überhaupt können Fernauslöser dazu beitragen, dass Ihre Bilder auch bei schwierigen Lichtverhältnissen scharf und völlig frei von Verwackelungen sind.

In der Tier- und Naturfotografie spielen wie bereits erwähnt Auslöser durch Lichtschranken eine gewisse Rolle, denn besonders scheue Tiere lassen sich von Menschen nicht direkt ablichten. Mit durch Bewegungen automatisch auslösenden Kameras konnten allerdings schon beeindruckende Aufnahmen seltener und scheuer Tiere gemacht werden.

Für Selbstbildnisse eignen sich Funkauslöser bestens. Sie können gezielt auslösen, ohne dass der Auslöser selbst sichtbar wird. Im Gegensatz zu Selbstauslösern kommt so das Bild weder zu früh noch zu spät zustande, sondern genau dann, wann Sie es wollen. So können Sie auch kurzfristig noch etwas ändern – und auch die Hektik des Hin- und Herlaufens, um die kurze Zeit bis zum Start des Selbstauslösers nicht zu verpassen, entfällt. Dadurch sind entspanntere Aufnahmen möglich.

Wie Sie den richtigen Fernauslöser für Ihre Bedürfnisse finden

Wie bereits angedeutet, ist nicht jede Art von Fernauslöser für jeden Fotografen gleich gut geeignet. Neben persönlichen Präferenzen spielen dabei auch Fakten eine Rolle. Bevor Sie sich also einen Fernauslöser für Ihre Kamera zulegen, sollten Sie sich zunächst genau überlegen, was Sie eigentlich für sich und für Ihre Kamera wollen und brauchen.

Wenn Sie die Fernauslöserfunktion nur sehr selten brauchen, sollten Sie auch in Betracht ziehen, die Kosten für einen Fernauslöser zu sparen und stattdessen mit dem in den meisten Kameras integrierten Selbstauslöser zu arbeiten. Hier bleibt ihnen zwar nur ein Zeitrahmen von wenigen Sekunden, um ins Bild zu huschen, aber solange es sich um seltene Aufnahmen handelt, ist das vielleicht doch die einfachste und kostengünstigste Lösung. Es lohnt sich also, vor dem Kauf zunächst abzuwägen, ob man wirklich einen Fernauslöser benötigt, oder ob es einem reicht, die integrierten Selbstauslöserfunktionen zu nutzen.

Der richtige Fernauslöser für Sie …

Am Anfang steht natürlich die Frage: Was wollen Sie fotografieren? Geht es lediglich darum, bei gelegentlichen Familien- und Gruppenfotos mit auf dem Bild zu sein? Dann genügt vermutlich eine günstige mechanische oder pneumatische Apparatur, die einfach direkt auf den Auslöser angebracht wird. So können Sie ohne großen Aufwand die Möglichkeiten des Fernauslösers zu nutzen und müssen sich keine Gedanken um etwaige Kompatibilitäts-Schwierigkeiten machen.

Sollten Sie aber weitergehende Ambitionen haben und sich der hohen Kunst der Fotografie widmen wollen, dürfte es ratsam für Sie sein, zu einem elektrischen oder optischen Auslöser greifen. Denn nur so können Sie bei Zeit- oder Makroaufnahmen wirklich sicherstellen, dass nichts verwackelt und Sie ein brillantes Foto-Ergebnis erhalten. Funkauslöser sind hier auch eine hochwertige Lösung, allerdings ist diese Variante oft sehr kostspielig. Insofern macht es vielleicht Sinn, zunächst mit einer kostengünstigeren Variante zu experimentieren, bevor Sie viel Geld in einen Funkauslöser investieren. Dann aber ist der Funkauslöser mit Sicherheit die professionellste Art der Fernauslöser.

… und der richtige Fernauslöser für Ihre Kamera

Generell sind mechanische Drahtauslöser und pneumatische Verbindungen vom Kameramodell unabhängig, hier müssen Sie sich also keine Gedanken um möglich Anschluss- oder Kompatibilitäts-Schwierigkeiten machen.

Anders sieht das dann schon bei den elektrischen Kabelauslösern aus. Diese sind nämlich genau auf das jeweilige Kameramodell abgestimmt. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie die jeweils zu Ihrer Digitalkamera passenden elektrischen Kabelauslöser direkt vom Hersteller kaufen – das kann aber teuer werden. Preisgünstiger sind da Modelle von Fremdherstellern, im Normalfall sind die mit dem Zubehör kompatiblen Kameramodelle aufgeführt. Wer gerne bastelt, hat noch eine weitere Möglichkeit, kostengünstig an passende elektrische Kabelauslöser zu kommen: Für einige Kameramodelle kann man im Internet simple Selbstbauanleitungen finden, die mit wenigen Euro Materialkosten umzusetzen sind.

Auch bei optischen Auslösern spielt die Kompatibilität eine große Rolle. Da nicht alle Kameras mit den entsprechenden Empfängern ausgestattet sind, müssen Sie das zunächst in Erfahrung bringen. Informationen dazu erhalten Sie in der Bedienungsanleitung oder auf der Herstellerseite. Den passenden Sender können Sie dann entweder über den Hersteller oder über diverse Fremdhersteller erwerben – die kompatiblen Kameramodelle sind normalerweise aufgeführt. Da optische Auslöser keine direkte Verbindung mit der Kamera haben, müssen sie sich aber zumindest keine Gedanken um die Anschlüsse und Kabelverbindungen machen.

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