Kamera größer Smartphone - Ihr Einstieg in die ernsthafte Fotografie

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Wenn Sie über eine Kompaktkamera oder ein Smartphone zur Fotografie gefunden haben, sind Sie inzwischen vielleicht so weit, dass Sie auf eine bessere Kamera mit Wechselobjektiven aufrüsten möchten. Die Möglichkeit mit unterschiedlichen Objektiven zu fotografieren, verschafft Ihnen die Freiheit, sich an die konkrete Bild- und Licht-Situation anpassen zu können. Nur so können Sie wirklich handwerklich gute Fotos schießen. In der Tat ist von Fotografen häufig zu hören, dass die Ausgaben für die Objektive diejenigen für das Kameragehäuse übersteigen sollten, um die besten Aufnahmen zu produzieren. Dank vollständiger manueller Kontrolle über die Kameraeinstellungen können Sie mit einer vernünftigen Kamera Ihre Aufnahmen präzise abstimmen, wenn Sie die physikalischen Grundlagen der Fotografie verinnerlicht haben.

Wir geben Ihnen in diesem Ratgeber wichtige Entscheidungskriterien für Kameras mit Wechselobjektiven. Anschließend möchten Ihnen anhand einer Auswahl konkreter Produkte helfen, das für Ihre Bedürfnisse richtige Modell zu finden. Dafür haben wir auch am Ende eine praktische Vergleichstabelle zusammengestellt.

 
Nikon D3300 Canon EOS 700D       Panasonic Lumix GF6
Nikon D3300 Canon EOS 700D Panasonic GF6

                                      

Typen und Technik
 

Spiegelreflex oder kompakte Systemkamera?

Wenn es um die Entscheidung für eine Kamera mit Wechselobjektiven geht, haben Sie die Wahl zwischen einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSR / DSLR) und einer kompakten Systemkamera (DSR).
 
DSLR or CSCObwohl die beiden Kameratypen annähernd dieselben Funktionen aufweisen und vollständige manuelle Kontrolle ermöglichen, gibt es ein paar entscheidende Unterschiede. Die DSR-Kamera erhält ihren Namen von dem Spiegel, der sich vor dem Sensor befindet (der Reflexspiegel). Licht fällt durch das Objektiv und wird von einem Spiegel durch ein Pentaprisma im Sucher reflektiert, sodass Sie direkt durch das Objektiv schauen können.
 
Bei der Aufnahme eines Bildes wird der Spiegel hochgeklappt und der Sensor freigelegt, auf den so Licht fallen kann. Auch im Live-View-Modus, in dem Aufnahmen mithilfe des Kamerabildschirms erstellt werden, macht der Spiegel den erforderlichen Bereich frei.
 
Kompaktkameras haben gar keinen Spiegel, sodass das Licht direkt auf den Sensor trifft. Bei Aufnahmen dient ausschließlich der Kamerabildschirm als Orientierungshilfe. Einige Kameras verfügen jedoch auch über einen elektronischen Sucher. Dieser entspricht einem zusätzlichen Bildschirm, der durch eine entsprechende Sucheröffnung betrachtet werden kann.
 
Vielen Anwendern fällt die Bildkomposition und Fokussierung mit einer DSR-Kamera leichter, da der Ausschnitt genau dem entspricht, was man auch mit eigenen Augen sieht. Bei einer Kompaktkamera schauen Sie für alles auf einen Bildschirm. Insbesondere die manuelle Fokussierung wird hierdurch erschwert, da nicht immer klar zu erkennen ist, wann die gewünschte Schärfe erreicht ist.
 
Dafür sind Kompaktkameras sowohl leichter als auch kleiner als DSR-Kameras, da sich in ihrem Inneren keine komplexe Spiegelanordnung befindet. Kompaktkameras sind in den unterschiedlichsten Größen erhältlich: Von sehr kompakten Kameras bis hin zu Modellen, die fast so groß sind wie digitale Spiegelreflexkameras (dafür aber leichter). Im Allgemeinen sind größere Modelle leichter zu bedienen, da sie über eine größere Anzahl problemlos erreichbarer manueller Bedienelemente verfügen. Jedoch lassen sie sich offensichtlich weniger gut transportieren.

 
Sensorgröße

Die physische Sensorgröße zeigt bei allen Kameratypen Auswirkungen. Sie trägt zur Definition der Qualität sowie des Szenenausschnitts bei, der in Ihren Fotos festgehalten wird. Hochwertige Vollformat-DSR-Kameras verfügen über einen digitalen Sensor mit der Größe eines 35-mm-Kleinbildfilms, wie er in alten Filmkameras verwendet wurde. Jedes Objektiv, das auf eine Vollformat-DSR-Kamera aufgesetzt wird, hat dasselbe Sichtfeld, als käme es bei einer Filmkamera zum Einsatz.
 
Vollformatkameras sind teuer, da die Herstellung der Sensoren kostspielig ist. Deshalb haben Verbraucherkameras kleinere Sensoren. Diese haben im Vergleich zu Vollformatkameras ein schmaleres Gesichtsfeld, sodass Aufnahmen mit demselben Objektiv näher herangezoomt erscheinen.
 
Der Grund hierfür ist einfach zu verstehen, wenn Sie sich den Sensor als Fenster vorstellen. Wenn Sie durch  eine 35-mm-Öffnung schauen, sehen sie mehr von der Welt dahinter als wenn die Öffnung nur 25-mm groß ist.
   
Die Sensorgröße ist aber noch aus einem anderen Grund von Bedeutung: Licht. Je größer der Sensor, desto mehr Licht kann die Kamera erfassen. Mehr Licht bedeutet in der Regel eine bessere Bildqualität, bessere Leistung bei schwachem Licht sowie weniger Rauschen. Dies ist jedoch nur eine Faustregel, denn eine brandneue Kompaktkamera mit kleinem Sensor liefert ein besseres Ergebnis als eine ältere DSR-Kamera mit größerem Sensor.

 
Objektiv und Brennweite

Bei DSR- und Kompaktkameras den so genannten Crop-Faktor. Dieser kann beispielsweise einen Wert von 1,5 x aufweisen. Durch Multiplikation des Crop-Faktors mit der Brennweite des Objektivs erhalten Sie die tatsächliche Brennweite der Kamera und erfahren, wie viel von einer Szene erfasst würde. Ein 35-mm-Objektiv auf einem Sensor mit einem Crop-Faktor von 1,5 x verhält sich beispielsweise wie ein 52,5-mm-Objektiv auf einer Vollformatkamera.


Für Objektive gilt: Je geringer die (in mm angegebene) Brennweite, desto weiter der Winkel; je größer die Brennweite, desto höher der Zoom. In unserem Beispiel bedeutet das, dass eine Vollformatkamera mit 35-mm-Objektiv gute Weitwinkelaufnahmen machen kann. Bei unserer Kamera mit Crop-Faktor 1,5 x bietet die Brennweite von 52,5 mm jedoch eine stärker herangezoomte Sicht, die dem normalen menschlichen Gesichtsfeld nahekommt.
 
In der Praxis bedeutet das, dass Verbraucherkameras sich mit Weitwinkelaufnahmen schwerer tun. Teleobjektive sind dagegen leichter herzustellen. In Verbraucher-DSR-Kameras kommen APS-C-Sensoren zum Einsatz, welche über einen Crop-Faktor von 1,5 x oder 1,6 x verfügen. Die meisten Kompaktkameras verwenden kleinere Sensoren. Üblich ist ein Crop-Faktor von 2 x.
 

Auflösung

Die Auflösung einer Kamera wird in Megapixeln (eine Million Pixel) gemessen. Je größer die Zahl, desto mehr Pixel sind in einem Bild enthalten, und desto höher die Auflösung. Eine höhere Auflösung bedeutet, dass ein Bild mehr Details enthalten kann. Allerdings verhält es sich nicht immer ganz so einfach.
 
Auch die Sensorgröße spielt eine Rolle. Mit einem größeren Sensor passen mehr Pixel in das Bild, und trotzdem wird jedes Pixel von einer relativ großen Lichtmenge erreicht. Verwenden Sie dagegen einen kleineren Sensor bei gleichbleibender Auflösung, erhält jedes Pixel weniger Licht, was sich negativ auf die Bildqualität auswirken kann.
 
Auch hier gilt, dass jede Kamera anders ist und die Qualität lediglich von Modell zu Modell beurteilt werden kann. Kaufen Sie keine Kamera basierend auf der Zahl der Megapixel, denn diese allein sagt überhaupt nichts aus. Normalerweise ist eine Verbraucherkamera mit 16-Megapixel-Sensor ein guter Ausgangspunkt. Einige Modelle bieten sogar 24 Megapixel.
 

Lichtempfindlichkeit

Die Lichtempfindlichkeit einer Kamera wird in ISO-Zahlen gemessen (z. B. ISO 800) und beschreibt die Kameraleistung bei schwacher Beleuchtung. Die Lichtempfindlichkeit wird als Bereich angegeben. Kameras mit einem höheren ISO-Bereich sind auch für Aufnahmen bei schwachem Licht geeignet, da der Sensor über eine höhere Lichtempfindlichkeit verfügt. Als Faustregel gilt: Je höher die gewählte ISO-Einstellung, desto höher das Rauschen in den sich daraus ergebenden Bildern. Dabei ist zu beachten, dass die Qualität des Kamerasensors sowie die Qualität der Bildverarbeitung eine große Rolle für die Bildqualität spielen.
 

Objektive

Der Hauptgrund für den Kauf eines dieser Kameratypen ist natürlich die große Auswahl an Objektiven. Eine gute Faustregel besagt, dass man am Ende mehr Geld für die Objektive ausgegeben haben sollte als für die Kamera selbst. Die Qualität des Objektivs hat einen größeren Einfluss auf die Bildqualität als alles andere. Objektive müssen speziell für die jeweilige Kamera gekauft werden, da jede Kamera über einen individuellen Objektivanschluss verfügt. Lenses
 
Die meisten Kameras sind mit einem Kit-Objektiv erhältlich, das einen passablen Zoombereich ermöglicht (mindestens 3 x). Dabei handelt es sich um Mehrzweckobjektive, die für die meisten Situationen geeignet sind. Die Qualität ist jedoch üblicherweise bestenfalls mittelmäßig. Im Allgemeinen sind Objektive mit sehr großen Zoombereichen zu meiden. Große Zoombereiche hören sich zwar gut an, jedoch ist es schwer, Objektive herzustellen, die über einen großen Zoom-Bereich hinweg hochwertige Aufnahmen ermöglichen.
 
Daher ist es ratsam, objektivtechnisch so bald wie möglich aufzurüsten. Sie benötigen eine Auswahl verschiedener Objektive, die für unterschiedliche Situationen geeignet sind. Alle Objektive sind mit einer Brennweite (in mm) beschriftet. Je kleiner die Zahl, desto weiter der Winkel; je höher die Zahl, desto größer der Zoom. Objektive mit fester Brennweite verfügen über genau eine Brennweite und produzieren atemberaubende Bilder. Für Objektive mit Zoomfunktion werden zwei Brennweiten angegeben: die Ausgangs-Weitwinkelposition und der maximale Zoom. Alle Brennweiten werden unter Bezugnahme auf eine 35-mm-Filmkamera angegeben. Vergessen Sie also nicht, die Brennweiten mit dem jeweiligen Crop-Faktor der Kamera zu multiplizieren.
 
Der Blendenbereich von Objektiven wird als sogenannte F-Zahl angegeben, z. B. f/2,8. Je kleiner die Zahl, desto größer die Blendenöffnung. Mit anderen Worten, eine höhere Menge an Licht passiert das Objektiv. Dies ist nützlich für die Aufnahme schneller Bewegungen sowie für Aufnahmen bei schwachem Licht. Eine größere Blendenöffnung bedeutet, dass ein geringerer Teil des Ausschnitts scharf gestellt ist. Eine hervorragende Möglichkeit, um den Hintergrund bei Porträtaufnahmen absichtlich unscharf wiederzugeben.
 
Kleinere Blendenöffnungen lassen weniger Licht hindurch, d. h., ein größerer Teil des Ausschnitts ist scharf gestellt. Allerdings erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Bewegungsunschärfe. Mit kleineren Blendenöffnungen lassen sich zudem einige hervorragende Effekte erzielen. Beispielsweise können Sie einen Fluss mit langer Belichtungszeit aufnehmen, wodurch das Wasser auf dem Foto einen seidigen Schimmer erhält.
 
Die Entscheidung für einen bestimmten Objektivtyp sollte davon abhängig gemacht werden, was Sie aufnehmen möchten. Als grober Leitfaden sollten Sie sich dabei an den folgenden Punkten orientieren.
 
  • Ein 50-mm-Objektiv mit fester Brennweite eignet sich hervorragend für Porträtaufnahmen
  • Ein Mehrzweckobjektiv (etwa 17–50 mm) ist gut für den Alltag
  • Ein Weitwinkelobjektiv (etwa 10–20 mm) ist perfekt für Landschaftsaufnahmen geeignet
  • Ein Teleobjektiv (etwa 70–300 mm) ist eine ausgezeichnete Wahl für Tieraufnahmen
 
More LensesDie Auswahl an verfügbaren Objektiven ist riesig, sodass wir nicht alle im Detail erörtern können.
 
Üblicherweise ist für DSR-Kameras eine größere Auswahl an Objektiven von einer höheren Zahl unterschiedlicher Hersteller erhältlich. Außerdem stehen mehr Brennweiten zur Auswahl. Der Nachteil ist, dass diese Objektive in der Regel größer und schwerer sind und teurer sind.
 
Für APS-C-Sensoren hergestellte DSR-Objektive sind kostengünstiger als das entsprechende, für Vollformatkameras konzipierte Objektiv. Das liegt daran, dass im ersteren Fall weniger Glas benötigt wird. Vollformatobjektive können aber auch bei APS-C-Kameras zum Einsatz kommen. Umgekehrt gilt das nicht.

 

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Da bei DSR-Kameras Bildkomposition und Fokussierung über das Objektiv erfolgen können, muss der Bildschirm nicht immer eingeschaltet sein. Hinsichtlich der Akkulaufzeit ein bedeutender Vorteil. Bei Kompaktkameras kommt der Bildschirm für alles zum Einsatz. Entsprechend werden Sie feststellen, dass Sie die Kamera häufiger aufladen und am besten immer einen Ersatzakku dabeihaben sollten.
 

Drei Modelle im Vergleich

 
Nikon D3300  
Nikon D3300
 
Das gefällt: Hochauflösender Sensor, großartige Bedienelemente
Worauf Sie achten sollten: Bildrauschen bei schwachem Licht

Das DSR-Modell für Einsteiger von Nikon weist dank seines 24-Megapixel-Sensors eine der höchsten Auflösungen auf. Die raffinierte technische Verarbeitung gewährleistet ausgezeichnete Detaillierung. Dank der hervorragenden manuellen Bedienelemente sowie der großen Auswahl an Objektiven ist die D3300 von Nikon hervorragend als Einsteigermodell geeignet.
Canon EOS 700D  
Canon EOS 700D Das gefällt: Schneller Auto-Fokus, großartige Bildqualität und ausgezeichnete Bedienelemente
Worauf Sie achten sollten: Das Kit-Objektiv ist nicht allzu gut

Die Einsteiger-DSR von Canon hat sämtliche Funktionen vom Vorgängermodell übernommen und diese weiter verbessert. Die EOS 700D produziert die Art von vortrefflichen Bildern, die man von einer Canon-Kamera erwarten würde. Durch die Verbindung des ausgezeichneten und schnellen Auto-Fokus mit der großen Auswahl an Objektiven ist diese Kamera die perfekte DSR-Verbraucherkamera mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Panasonic Lumix GF6  
Panasonic GF6 Das gefällt: Geringe Größe, toller Preis und hervorragende Bildqualität
Worauf Sie achten sollten: Das Kit-Objektiv ist vergleichsweise groß
Diese Kompaktkamera in entsprechend angenehmer Größe ist der Garant für qualitativ hochwertige Bilder und lässt sich problemlos überallhin mitnehmen. Der gelenkige Touchscreen lässt sich ausklappen und anpassen, sodass Aufnahmen aus jedem nur erdenklichen Winkel zum Kinderspiel werden. Dank ausgezeichneter Bildqualität und hervorragendem Videomodus eine gute Wahl.

 

Vergleichstabelle

 
  Nikon D3300 Canon EOS 700D Panasonic GF6
Kameratyp DSR DSR Kompakte Systemkamera (CSC)
Sensorauflösung 24 Megapixel 18 Megapixel 16 Megapixel
Crop-Faktor des Sensors 1,5 x 1,6 x 2 x
Objektivanschluss Nikon F-Mount Canon EF Micro 4/3
LCD-Größe und -Auflösung 3 Zoll (921.000 Pixel) 3 Zoll (1.040.000 Pixel) 3 Zoll (1.040.000 Pixel)
Sucher Ja (optisch) Ja (optisch) Nein
Batterielaufzeit 500 Aufnahmen 440 Aufnahmen 330 Aufnahmen
Gewicht 505 g 785 g 439 g
Größe 96 x 125 x 77 mm 111 x 134 x 151 mm 65 x 112 x 97 mm
 
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