Kalligraphie: Der Umgang mit Petschaft und Siegelwachs

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Siegeln - aber richtig!

Ein Wachsiegel ist eine schöne Möglichkeit, Schriftstücken ein besonderes Flair zu verleihen, sei es nun ein sehr persönlicher Brief, eine Einladung zur Hochzeit oder ein Gutschein. Auch im Liverollenspiel oder bei mittelalterlichen Veranstaltungen hat eine gesiegelte Urkunde oder ein ähnliches Papier eine besondere Wirkung. Ein schönes Wachssiegel kann aber noch mehr: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Siegel auf dem Etikett selbstgemachter Liköre?

Damit man ein schönes Ergebnis erzielt, sollte man einige Dinge beachten:

  • Siegelwachs über einer Kerzenflamme erwärmen, dabei ständig drehen. Kenner benutzen hierfür übrigens einen Spiritusbrenner, um Russbildung und damit unschöne Einschlüsse im Wachs zu vermeiden.
  • Sobald der Lack schmilzt, mit der Stange das Papier betupfen. Dabei können 'Fäden' entstehen, die man nach Erkalten des Wachs abbrechen kann. Den Vorgang wiederholen, bis genügend Wachs aufgetragen ist. Wachs bzw. Lack sollten dabei nicht tropfen, weil sonst wertvolle Bestandteile verbrennen.
  • Die Petschaft (das Siegel) sollte sauber, kalt und trocken sein. Es wird nur kurz in die vorbereitete warme Lackmasse gedrückt.

Übrigens: Man unterscheidet zwischen Siegelwachs und -lack. Letzterer hat einen höheren Anteil an Schellack. Lacksiegel haben einen schöneren Glanz als Wachsiegel und lassen sich durch das härtere Material richtig 'brechen', während Siegel aus Wachs sich eher verbiegen und/oder ablösen. Dagegen ist das Siegelwachs leichter zu verarbeiten und aufzubewahren: Es übersteht auch einen Sturz aus größerer Höhe, während der Lack leicht in viele Einzelteile zersplittern kann.

Mittlerweile sind auch Alternativen auf dem Markt, wie etwa Wachsstangen mit integriertem Docht, so dass man keine Kerze o.ä. zum Schmelzen des Wachs braucht. Leider entstehen bei dieser Methode oft unschöne Einschlüsse. Außerdem gibt es Siegelwachs auch in Granulatform: Die kleinen Kügelchen werden in einem kleinen Messing- oder Kupferlöffel erhitzt. Mit dieser Methode entstehen sehr schöne, regelmäßig geformte Siegel.

Und hier noch ein paar Extra-Tips:

  • Durch Einreiben des Petschafts mit Russ oder feinen Metallicpulvern entstehen schöne Effekte.
  • Um marmorierte Siegel herzustellen, zwei oder mehr verschiedenfarbige Stangen mit Schnur oder Klebeband zusammenbinden und gemeinsam verarbeiten.
  • Verklebte Siegelstempel mit Spiritus oder reinem Alkohol reinigen (nie den Stempel über eine Flamme halten, um das Wachs herauszuschmelzen!)

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