Kaffeemühlen - Relikte aus der guten alten Zeit

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Kaffeemühlen - Relikte aus der guten alten Zeit

Viele kennen die gute alte Handmühle für den Kaffee vor allem von ihren Eltern und Großeltern. Mittlerweile werden die Kaffeebohnen meist in Vollautomaten oder elektrischen Kaffeemühlen gemahlen. Doch die manuelle Mühle ist keineswegs aus der Mode und mit ihr können Sie einfach und zuverlässig Bohnen mahlen. Denn frisch gemahlene Bohnen versprechen ein deutlich besseres Aroma als fertig gemahlener Kaffee. 

Die Geschichte der Kaffeemühle

Um Kaffee zu brühen, wird er in Pulverform benötigt. Doch geerntet wird Kaffee in Bohnenform und deshalb muss er vor der Zubereitung gemahlen werden. Bevor die Vollautomaten mit automatischem Mahlwerk und elektrischen Varianten der Mühlen in Mode kamen, war dazu eine manuelle Kaffeemühle nötig. Es gibt zwar auch schon länger bereits gemahlenen Kaffee zu kaufen, doch das Aroma verflüchtigt sich dabei recht schnell. Wer schon einmal frisch gemahlenen Kaffee gerochen und getrunken hat, weiß, dass das Aroma unvergleichlich ist. Lange Zeit vor der Kultivierung von Kaffee wurden die Bohnen bereits mit entsprechenden Mühlen gemahlen. In Mesopotamien hat man steinerne Handmühlen gefunden, die aus der Zeit von 3700 vor Christus stammen. Diese Exemplare waren Mörsermühlen, für die ein Stößel zur Zerkleinerung verwendet wurde. Die ersten manuellen Kaffeemühlen, wie man sie heute kennt, wurden 1715 entwickelt. Schon damals wurde der gemahlene Kaffee in einem Schubfach aufgefangen. In den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten wurden die Kaffeemühlen dann weiterentwickelt und entwickelten sich auch immer mehr zu einem Schmuck- und Stilobjekt.  

Die Funktionsweise der Kaffeemühle

Früher wurden fast ausschließlich Kegelmühlen verwendet. Das Mahlwerk ist dabei kegelstumpfförmig. Die Bohnen fallen entweder aus einem Vorratsbehälter hinein oder werden immer manuell nachgefüllt. Durch die Kurbel werden die Klingen des Mahlwerks in Bewegung gebracht und die Bohnen zerkleinert. Bei einer Drehzahl von etwa 60 Umdrehungen pro Minute werden die Bohnen gleichmäßig zerkleinert. Das Mahlwerk hat dabei in der Regel eine konische Form. Je nach Mahlgrad, Rotationsgeschwindigkeit und Menge der Bohnen benötigt man dabei bis zu ein paar Minuten, bis alle Bohnen zu Pulver zerkleinert sind. Anschließend wird die Schublade geöffnet und der fertig gemahlene Kaffee kann entnommen werden.  

Vor- und Nachteile der Handmühle gegenüber automatischen Kaffeemühlen

Im Vergleich zu automatischen und elektronischen Mühlen besitzen manuelle Mühlen einige Vorteile. Durch die Bauweise haben die Handmühlen fast keine Räume, in denen sich altes Pulver sammeln kann. Deswegen geht auch die Reinigung viel leichter vonstatten. Handmühlen sind auch sehr leise, elektrische Mühlen dagegen sind meistens ziemlich laut. Das Mahlgut wird durch die geringere Drehzahl nicht so sehr erwärmt. Natürlich benötigen die Handmühlen auch keine Stromversorgung, wodurch sie sich zum Beispiel fürs Camping eignen. Auch die Stellfläche ist im Vergleich zu den großen elektrischen Mühlen deutlich geringer und sie können leicht verstaut werden.

Allerdings haben die manuellen Mühlen auch ein paar Nachteile. So benötigt man zum Mahlen der Bohnen mehr Zeit als bei automatischen Mühlen. Für die Betätigung des Mahlwerks ist dabei ein nicht unerheblicher Kraftaufwand nötig, besonders für ungeübte Arme ist das Mahlen von größeren Mengen oft mit etwas Anstrengung verbunden. Besonders bei älteren Mühlen ist die Wartung eingeschränkt und die Teile lassen sich nicht so ohne Weiteres austauschen. Auch wenn der Mahlgrad einstellbar ist, fehlt oft eine Skaleneinteilung und es ist Augenmaß und Erfahrung nötig, um die richtige Einstellung zu finden.  

Spezielle Mühlen für Espresso, Kaffee oder Mokka

Je nachdem, ob Sie die Bohnen für eine Kaffeemaschine, eine Espressomaschine mit Siebträger oder eine Mokkakanne benötigen, sollten Sie unterschiedlichen Mahlgrad wählen. Espresso wird beispielsweise immer feiner gemahlen als normaler Filterkaffee. Somit gibt es Mühlen, bei denen der Mahlgrad optimal auf einen Verwendungszweck angepasst ist. Bei nicht wenigen Mühlen lässt sich der Mahlgrad jedoch auch regulieren. Unterhalb der Kurbel befindet sich dazu meist eine Stellschraube. Durch Drehen im Uhrzeigersinn wird die Körnung gröber, beim Drehen entgegen dem Uhrzeigersinn dagegen feiner. Wenn Sie nur eine bestimmte Art von Kaffee zubereiten, benötigen Sie diese Regulierung des Mahlgrades nicht zwangsläufig. Doch auch wenn Sie nur Filterkaffee trinken, können Sie je nach Bohnensorte mit einer unterschiedlichen Feinheit des Pulvers veränderten Geschmack erreichen. Auch die Stärke des Kaffees lässt sich so anpassen. Und wenn Sie auch gerne einmal Espresso oder Mokka zubereiten, ist ein einstellbarer Mahlgrad sowieso Pflicht.  

Verschiedene Materialien bei Kaffeemühlen

Bei sehr vielen Kaffeemühlen ist das Gehäuse aus Holz. Das Mahlwerk und meistens auch die Kurbel sind aber aus Metall. Je nach Alter, Preis und Stil ist das Holz auch oft noch verziert und macht die Mühle zu einem schmucken Küchenutensil. Andere Exemplare sind dagegen komplett aus Metall. Hierfür wird häufig Messing oder Blech verwendet. Teilweise werden die Mühlen sogar versilbert und wirken dadurch richtig edel. Bei den metallenen Mühlen kann es sein, dass diese oxidieren oder sich verfärben. Deshalb sollten Sie diese für eine einwandfreie Optik regelmäßig reinigen. Auch aus Keramik oder Porzellan werden manuelle Kaffeemühlen gefertigt. Diese sind oft mit kunstvollen Bemalungen verziert. Vereinzelt wird sogar Glas als Material verwendet. Je nachdem, ob die Mühlen bemalt oder lackiert sind, besitzen sie auch unterschiedliche Farben. So erhalten Sie bei eBay blaue, rote oder auch braune Exemplare. Wählen Sie daher die Mühle, die  am besten in Ihre Küche und zu dem restlichen Geschirr und den sonstigen Utensilien passt.  

Verschiedene Stilrichtungen bei Kaffeemühlen

Wie auch die Möbel und die Kunst entwickelte sich auch das Äußere der Kaffeemühlen der Mode und den Epochen entsprechend. Der Jugendstil beispielsweise ist eine kunstgeschichtliche Epoche aus der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Kennzeichnend dafür ist ein dekorativer Stil mit geschwungenen Verzierungen und stilisierten floralen Elementen. Neben Möbel und Malerei waren auch Gebrauchsgegenstände wie Geschirr von der Epoche geprägt. Auch Kaffeemühlen aus dieser Epoche sind filigran verziert. Bei vielen Sammlern erfreuen sich Gegenstände aus dem Jugendstil großer Beliebtheit und auch Kaffeemühlen aus dieser Zeit sind ein gefragtes Sammler- und Kunstobjekt.

Der Landhausstil ist ein weiteres Beispiel für eine beliebte Einrichtungsart. Dieser Stil ist relativ vielfältig, aber die gesamte Einrichtung strahlt meistens einen behaglichen und gemütlichen Eindruck aus. So erhalten Sie dazu passend auch Kaffeemühlen mit Landhausflair. Zur nostalgischen Einrichtung mit alten Holzmöbeln passt dagegen eine Holzmühle mit optionalen Verzierungen optimal. Ganz gleich, ob Sie Ihre Wohnung in einem bestimmten Stil eingerichtet haben oder nicht – schmuckvolle Kaffeemühlen mit schönem Design sind mehr als nur ein Gebrauchsgegenstand.  

An der Wand montierbare Mühlen

Die standardmäßige Handmühle ist transportabel und das Pulver wird in eine Schublade gemahlen. Darüber hinaus gibt es jedoch auch Kaffeemühlen, die sich an die Wand montieren lassen. Meistens werden die Geräte mit Schrauben an der Wand befestigt, dabei ist die Mühle immer in Griffweite und es wird keine Abstellfläche in der Küche belegt. Zum Auffangen des Pulvers muss dazu dann eine Schale oder ein anderer Behälter untergestellt werden. Manchmal besitzen die Mühlen jedoch auch bereits einen Behälter. Dieser ist dann häufig aus Glas, dadurch können Sie genau sehen, wie viel Pulver Sie bereits gemahlen haben.  

Qualitätsmerkmale bei den Kaffeemühlen

Auch bei Kaffeemühlen gilt: Nicht jedes Exemplar ist gleich gut und Sie sollten bestimmte Dinge beachten, um eine qualitativ hochwertige Kaffeemühle zu erwerben. Das wichtigste Qualitätsmerkmal ist die Güte des Mahlwerks. Wenn die Klingen schlecht oder stumpf sind, wird das gute und gleichmäßige Mahlen von Kaffee sehr erschwert. Am besten sind hierbei geschmiedete Stahlklingen. Diese überzeugen vor allem auch durch Langlebigkeit. Propeller- oder Scheibenmühlen mahlen zwar meist schneller als Kegelmühlen, jedoch ist bei Letzteren das Aroma deutlich besser. Auch eine leichte und stufenlose Einstellung des Mahlgrades trägt zur Qualität der Mühle bei. Der eingestellte Mahlgrad sollte dann auch erhalten bleiben und sich nicht selbst verstellen. Sonst müssen Sie immer wieder nachstellen, was ärgerlich und zeitaufwendig ist. Die Mühlen sollten auch gut in der Hand liegen und das Kurbeln sollte möglichst einfach von der Hand gehen. Die kleineren Exemplare werden in der einen Hand gehalten und mit der anderen Hand wird die Kurbel bedient. Etwas größere Handmühlen werden zwischen die Beine geklemmt, dadurch kann auch beidhändig gekurbelt werden. Besonders wenn Sie viel Kaffee mahlen, sparen Sie dabei etwas Kraft.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist eine gute Kaffeepulverausgabe. Die Schublade sollte gut verarbeitet sein, festsitzen und sich auch leicht herausziehen lassen. Sie sollten auch darauf achten, ob sich der Behälter gut reinigen lässt. Auch das Fassungsvermögen der Ausgaben unterscheidet sich. Bei kleineren Schubladen benötigen Sie eventuell mehrere Durchgänge, bevor Sie die nötige Menge Pulver haben. Für Siebträgermaschinen sind runde Ausgaben, wie sie viele Wandmühlen besitzen, sehr praktisch. So kann das Pulver leicht in den Siebträger gefüllt werden. Besonders bei gebrauchten Mühlen sollten Sie darauf achten, dass das Mahlwerk noch einwandfrei funktioniert und gewartet oder eventuell sogar ausgetauscht wurde.  

Die richtige Reinigung der Kaffeemühle

Frisch gemahlener Kaffee mit Resten von altem Kaffeepulver ist nicht sehr lecker. Auch deshalb sollten Sie Ihre Mühle regelmäßig reinigen und Pulverreste beseitigen. Am leichtesten lassen sich die Mühlen mit einem Pinsel säubern. Da das Mahlwerk in der Regel leicht zugänglich ist, kommen Sie mit dem Pinsel auch leicht in die Ecken der Mühle. Die Kaffeeausgabe lässt sich nach dem Herausnehmen auch meistens sehr einfach von Kaffeeresten befreien. Ein weiteres bewährtes Verfahren zum Säubern der Handmühle ist die Reinigung mit Reis. Einfach eine Portion Reis mahlen und schon ist das Mahlwerk wieder sauber. Diese Methode sollten Sie aber nur bei Kegelmahlwerken anwenden. Bei zu schnellem Mahlen kann die Mühle beschädigt werden, deshalb ist dabei auf langsame Mahlgeschwindigkeit zu achten.

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