Käfigeinstreu: So finden Sie die passende Einstreu für Ihr Kleintier

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Ratgeber Käfigeinstreu: So finden Sie die passende Einstreu für Ihr Kleintier

Wie Sie die richtige Käfigeinstreu für jede Kleintierart finden

Bei der Käfighaltung von Kleintieren ist das Kleintierzubehör, zum Beispiel die Einstreu besonders wichtig, da sie ganz wesentlich über das Wohlbefinden der kleinen Haustiere entscheiden kann. Nicht alle Tiere haben jedoch die gleichen Vorlieben bei der Beschaffenheit des eingestreuten Materials. Aus diesem Grund sollte die Kleintierstreu möglichst gut an die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere angepasst sein. Mäuse, Ratten oder auch Hamster sind recht schnelle und wendige Haustiere, die viel Zeit damit verbringen, Höhlen und Schlafplätze im eingestreuten Material zu bauen. Gerade die besonders kleinen Haustiere brauchen deshalb eine Einstreu, die sie leicht verlagern können und die dennoch ausreichend luftdurchlässig ist. Gleichzeitig muss die Einstreu ungefährlich für die Tiere sein, sodass sie sich beim Graben auf keinen Fall damit verletzen und das Material auch zwischen den Zähnen transportieren können. Etwas größere Käfigtiere wie Meerschweinchen und Kaninchen haben seltener das Bedürfnis, sich unter der Einstreu einzugraben.
Bei der Kaninchen-Einstreu ist in erster Linie die Hygiene und Geruchsbindung von entscheidender Bedeutung. Für Nagetiere gibt es deshalb nicht nur eine, sondern verschiedene verwendbare Arten von Nagereinstreu. Die Exoten unter den Kleintieren, beispielsweise Chinchillas, bevorzugen eine Käfigeinstreu, die ihrer natürlichen Umgebung am ehesten gleicht. Damit ähnelt ihre Einstreu der von Vögeln. Für Letztere gibt es ebenfalls spezielle Einstreu, die vorwiegend aus mineralischem Material besteht. Um Ihrem Haustier einen gemütlichen und sauberen Lebensraum zu schaffen, sollten Sie sich deshalb gut über die Lebensbedingungen ihrer Verwandten in freier Wildbahn informieren und auf die Grundbedürfnisse Ihres Haustieres Rücksicht nehmen. Möglicherweise fällt die Wahl schließlich auf zwei bis drei Einstreuarten, die Sie zum Wohle Ihres kleinen Lieblings auch kombinieren können.

Nebenprodukte mit Wirkung: Holzspäne, Pellets und Weichholzgranulat

Die handelsübliche und damit hauptsächlich verwendete Einstreu besteht zumeist aus Weichholz. Sie ist recht saugfähig und nimmt den Urin von Kleintieren wie Hamstern, Mäusen oder Ratten problemlos auf. Durch ihre Beschaffenheit und Leichtigkeit bietet sie den Nagern außerdem die Möglichkeit, ausgiebig darin wühlen zu können. Das Weichholz sollte von der Rinde befreit sein und ist zumeist fein gehobelt. Sicherheitshalber kann die Einstreu vor der ersten Verwendung etwas genauer auf spitze Stücke untersucht werden. So sehr das Material auch zum Graben anregt, in der Regel ist es sehr luftig, wodurch die Einstreu einem aufliegenden Gewicht nicht standhalten kann. Tunnel und Höhlen, die Nager und Wühlmäuse gerne bauen, kommen aus diesem Grund schnell zum Einsturz. Zudem bindet das eingestreute Holz nur minimal Gerüche, die über einen längeren Zeitraum im Käfig entstehen. Dennoch wird diese Streuart häufig verwendet, weil sie als Abfallprodukt günstig und in großen Mengen anfällt. Weichholz ist selbst relativ geruchsneutral und kaschiert die Ausscheidungen der Kleintiere.
Kleine Nager haben recht festen Kot, sodass dieser aus dem Käfig einfach zu entfernen ist. Die regelmäßige Reinigung des Käfigs ist trotzdem sehr wichtig, auch wenn – anders als bei Heu oder Stroh – für die Kleintiere durch Holzeinstreu keine Gefahr durch Milbenbefall besteht. Neben den konventionellen Holzspänen gibt es zudem unterschiedliche Weichholzeinstreu in Form von Pellets oder Granulat. Diese bestehen aus gepresstem Holz, sodass sie stärker bindend wirken und weniger stauben. Von ihrer Form geht außerdem eine geringere Verletzungsgefahr für besonders kleine Tiere aus, obwohl die Pellets unter Umständen schwer zu begehen sind. Auch starke Wühler werden sich in einem mit Pellets ausgestreuten Käfig auf Dauer kaum rundum wohlfühlen können.

Die Doppelfunktion der Stroh-Einstreu

Eines der im Handel angebotenen Naturprodukte, die Einstreu und Futter zugleich sein können, ist das Stroh. Es ist im Idealfall weich und insbesondere für Kaninchen und Meerschweinchen leicht verdaulich. Stroh-Einstreu muss zwar nicht sparsam verwendet werden, dennoch sollten Sie darauf achten, dass es nicht über längere Zeit im Käfig bleibt und feucht wird. Feuchtes Stroh fängt schnell an zu fermentieren und kann beim Nager zu Durchfallerkrankungen bis hin zu Blähungen mit tödlichem Ausgang führen.
Zudem sollte Stroh nur dann verwendet werden, wenn Sie sich absolut sicher sind, dass es nicht von Milben befallen ist. Als Träger von Krankheitserregern kann das Ungeziefer gesundheitliche Probleme bei Ihrem Tier verursachen. Um ganz sicherzugehen, sollten Sie nur solche Stroh-Einstreu kaufen, die vom Hersteller ausdrücklich als milbenfrei deklariert wurde. Für anderes Stroh gilt, dass es zunächst von Milben befreit werden muss. Dazu reicht die Lagerung der Einstreu bei Temperaturen von -18 Grad Celsius oder weniger, wodurch Milben und Keime abgetötet werden. Zu beachten bleibt, dass Stroh durch starke Staubbildung nur bedingt in Allergiker-Haushalten und bei empfindlichen Tieren verwendbar ist. Hinzu kommt, dass das Material nicht saugfähig ist und nur als Auflage über saugfähigen Einstreuarten benutzt werden sollte. Eine Alternative zum konventionellen Stroh bilden Stroh-Pellets, die auch für Nager eine interessante Abwechslung sein können. Auf der Suche nach Alternativen ist eher davon abzuraten, zu Heu zu greifen. Heufasern stauben in trockenem Zustand noch stärker als Stroh, schon bei geringer Feuchtigkeit hingegen entwickelt sich darauf Schimmel. Es ist deshalb für eine saubere Käfighaltung nicht wirklich geeignet.

Hanfeinstreu für besondere Hygiene bei der Kleintierhaltung

Hanf-Einstreu ist eine geeignete Einstreu sowohl für kleine wie auch größere Käfigtiere. Sie unterscheidet sich von Stroh durch eine deutlich geringere oder gar keine Staubentwicklung und ist aus diesem Grund auch für Allergiker am besten geeignet. Sie ist ähnlich luftig wie Stroh, gleichzeitig kann Hanf aber Feuchtigkeit und damit auch Gerüche besser aufnehmen. Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Pflanzenstoffen ist die Milbenfreiheit. Hanf hält Ungeziefer fern und sorgt so auch für gute Hygiene im Käfig und für Gesundheit beim Tier. Zwar gibt es immer mehr Hersteller, die Hanfeinstreu für den Zoofachhandel produzieren, dennoch ist diese Streuart nicht in jedem Fachhandel erhältlich. Ein Nachteil dieser Einstreu gegenüber anderen Streumaterialien ist ihr verhältnismäßig hoher Preis. Für Ihre Gesundheit und für das Wohlbefinden Ihres Tieres bietet sich zumindest eine Beimischung von Hanfeinstreu an, da alle Kleintiere die Streu problemlos vertragen.

Wählen Sie Baumwolleinstreu, wenn es besonders weich sein soll

Die Vorteile der Baumwolleinstreu liegen vor allem bei der Käfighaltung der kleinsten unter den Nagetieren auf der Hand: Baumwollstreu ist flauschig und weich und wird von Hamster & Co. liebend gern zum Bauen und Auspolstern des Schlafplatzes verwendet. Aber nicht nur Nager sind von der weichen Konsistenz des Einstreumaterials begeistert, auch Vögel nisten vorzugsweise in weichen Baumwollfasern. Vor allem für Wühlmäuse ist Baumwolle gut dazu geeignet, stabile Tunnel zu bauen. Das Material dient als Stabilisator und verhindert auf diese Weise, dass der Unterbau vorschnell einbricht. In aller Regel wird es dem Tier in kleineren Mengen angeboten, zu viel davon sorgt unter Umständen für zu hohe Feuchtigkeitsaufnahme und Geruchsbildung. Legen Sie deshalb die Baumwolleinstreu nicht im gesamten Käfig aus, sondern bringen Sie etwas davon in einer Ecke unter und überlassen Sie dem Tier die Umverteilung. Ihr Kleintier wird sich den gemütlichsten Platz zum Schlafen, der mit den weichen Baumwollflocken ausgelegt wird, selbst aussuchen.

Badesand und Vogelsand für wichtige Grundbedürfnisse Ihrer Kleintiere

Sand ist eine mineralische Einstreu für Kleintiere, die ein individuelles und auf ihre Grundbedürfnisse abgestimmtes Lebensumfeld brauchen. Nager wie Chinchillas, die erst vor kurzer Zeit als Haustiere entdeckt worden sind, sind immer noch stark durch ihre Herkunft und ihre natürlichen Lebensbedingungen geprägt. Chinchillas sind Wühltiere und brauchen ein sandiges Material, das sie leicht wegbuddeln können. Sand hat den Nachteil, dass er Flüssigkeit nicht dauerhaft binden kann, die kleinen Steinchen können lediglich verklumpen. Damit wird Urin kaum oder gar nicht aufgenommen, weshalb Sie immer auch eine zweite Schicht aus saugstarkem Material für die Bodenschicht der Einstreu verwenden sollten. Aggressives Material wie chemisch behandelte Silikate und Katzenstreu sollten schon alleine deshalb nicht zur Verwendung kommen, weil sie den Geruchssinn und die Schleimhäute der Tiere angreifen könnten.
Spezieller Chinchilla-Badesand eignet sich für die aktiven Nager durch seine Konsistenz. Vogelsand ist eine spezielle Einstreu, die für Vögel überlebenswichtig sein kann. Der Sand besteht im Idealfall aus Muschelgrit und wird von Wellensittichen und anderen Vögeln als verdauungsförderndes Mittel aufgenommen. Er ist oft aus hygienischen Gründen mit Anisöl versetzt, das die Geruchsbildung verhindern soll. Denn neben der Funktion als Verdauungsmittel hat Vogelsand auch die Aufgabe, Ausscheidungen der Tiere geruchsfrei aufzunehmen.

Andere Käfigeinstreu-Arten für Kleintiere auf einen Blick

Außer den bereits erwähnten gängigen Einstreuarten gibt es eine Vielzahl spezieller Streutypen, die zum Teil nur im ausgesuchten Zoofachhandel erhältlich sind. Dazu zählt beispielsweise auch die Chipsi-Einstreu. Dabei handelt es sich um eine Weichholzeinstreu, die in verschiedenen Varianten und teilweise auch leicht parfümiert erhältlich ist. Sie bindet laut Hersteller Gerüche so, dass die Einstreu für die Tiere nicht unangenehm riecht. Wie die Einstreu bei Ihrem Tier ankommt, müssen Sie selbst herausfinden. Vorzugsweise sollten Sie stets zu Streusorten greifen, die die geringsten Probleme bei Ihrem Tier verursachen könnten. Es werden vielfältige Produkte auf rein natürlicher Basis angeboten, die den individuellen Bedürfnissen Ihres Tieres gerecht werden. Für lang anhaltende Geruchsbindung eignen sich Einstreumaterialien aus Mais und Reis. Zur Stabilisierung von Tunnelsystemen bei besonderer Baufreudigkeit Ihres Tieres tragen unbedruckte Papierwolle oder Kokosfasern bei. Möchte Ihr Nager zwischendurch nicht auf eine Knabberei verzichten, können Sie außerdem Dinkeleinstreu in den Käfig geben. Flachs hingegen sorgt, ähnlich wie Baumwolle, für kuschelig weiche Verstecke.
Andere natürliche Materialien wie Erde oder die für Terrarium-Einstreu verwendeten Humusziegel dürfen nur dann und nur Vögeln oder Chinchillas in den Käfig gegeben werden, wenn die Einstreu keine Parasiten und Krankheitserreger enthält. Im Zweifel können Sie ohne Bedenken auf die Zugabe solcher Einstreu verzichten.

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