Kabel, Dämmung, Bass-Lautsprecher – Ersatzteile, wenn der Subwoofer defekt ist

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Kabel, Dämmung, Bass-Lautsprecher – Ersatzteile, wenn der Subwoofer defekt ist

Sie haben einen defekten Subwoofer? Mit dem folgenden Ratgeber können Sie Fehlerquellen einkreisen und eine Reparatur mit den richtigen Ersatzteilen selbst ausführen.

Äußere Fehlerquellen: Sicherungen, Lautsprecherkabel und Kabelklemmen

Sie sollten bei der Fehlersuche mit den „äußeren Fehlerquellen" beginnen. Einige Störungen resultieren aus recht einfach zu behebenden Ursachen, und eine Öffnung des Subwoofers ist nicht in jedem Fall notwendig.

Bei einem passiven Subwoofer können Sie sich direkt mit den Anschlüssen und Kabeln auseinandersetzen.

Check bei der Stromversorgung

Wenn Sie jedoch einen aktiven Subwoofer einsetzen, ist es ratsam, zuerst die Stromversorgung zu kontrollieren. Schauen Sie im eingeschalteten Zustand auf die Statusleuchten für Netzstrom und Signaleingang. Bleiben die Leuchten bei anliegendem Netzstrom dunkel? Dann kann eine durchgebrannte Sicherung die Ursache sein. Machen Sie anhand der Betriebsanleitung das Sicherungsfach ausfindig und werfen Sie einen Blick hinein. Ziehen Sie die Sicherung vorsichtig aus Ihrer Halterung. Ist der Sicherungsdraht unterbrochen?

Wenn das optisch nicht feststellbar ist, können Sie auch einen Multimeter als Durchgangsprüfer verwenden. Ist die Sicherung tatsächlich defekt, schauen Sie nach, ob sich im Sicherungsfach eine Ersatzsicherung befindet. Hersteller wie die Firma Teufel legen Ihren Geräten eine zweite Sicherung bei – vielleicht ist das bei Ihrem Subwoofer auch der Fall. Wenn keine Ersatzsicherung vorliegt, notieren Sie sich den Sicherungswert und schauen Sie bei eBay nach Ersatz. Am besten erwerben Sie gleich mehrere Sicherungen.

Die Verkabelung prüfen

Bei beiden Subwoofervarianten kann die Verkabelung eine weitere Fehlerquelle sein. Hauptursachen sind hier Kabelbruch, fehlerhafte Stecker und defekte Kabelklemmen. Prüfen Sie zunächst die Kabelenden aller Singalleitungen. Sind Stecker vorhanden? Dann schrauben Sie wenn möglich die Steckerhülsen ab und prüfen Sie die Kontakte. Lötstellen können sich mit der Zeit ablösen und für Fehlkontakte sorgen. Entfernen Sie das Restlot vorsichtig mit einer Lötpumpe und verlöten Sie das Kabelende wieder mit einem geeigneten Lötzinn (gut geeignet ist bleihaltiges Lötzinn SN62PB36AG2). Bei festen Steckern führen Sie eine Durchgangsprüfung aus und tauschen das entsprechende Kabel bei fehlendem Durchgang aus. Hochwertige Lautsprecherkabel der Hersteller Oehlbach, Audiovision sind zu empfehlen. Sind die Lautsprecherkabel nur angeklemmt, ziehen Sie die Kabel ab und schauen Sie sich die Kabelenden an. Wenn die Kabelspitzen nicht verlötet sind, spreizen sich die Einzeldrähte mit der Zeit ab und brechen, die Kontaktfläche wird also immer kleiner. Verlöten Sie die Enden mit dem genannten Lötzinn, danach fällt auch das Einführen in die Kabelklemmen leichter.

Die Lautsprecherklemmen

Als Nächstes sind die Lautsprecherklemmen von Verstärker und Subwoofergehäuse an der Reihe. Werden alle Kabel fest in den Kabelklemmen gehalten bzw. können Sie fest in den Kabelaufnahmen eingewickelt und verschraubt werden? Defekte Lautsprecherklemmen können Sie leicht selbst austauschen, es gibt sie in den verschiedensten Ausführungen.

Fehlersuche im Inneren des Subwoofers

Wenn Sie alle möglichen äußeren Fehlerquellen geprüft haben und Ihr Subwoofer weiterhin streikt, bleibt Ihnen eine Öffnung des Gehäuses nicht erspart. Bei einem aktiven Subwoofer entfernen Sie unbedingt zuerst das Netzkabel, sie haben es schließlich mit 220-V-Netzstrom zu tun. Entfernen Sie dann vorsichtig die entsprechende Rückwand und verschaffen Sie sich einen ersten Überblick über das Innere der Subwoofer-Box. Sollten Sie auf eingefülltes Dämm-Material stoßen, machen Sie sich eine Skizze oder fertigen ein Foto über die gedämmten Stellen an und entfernen Sie es dann vorsichtig. Ist die Dämmung in einem schlechten Zustand, sollten Sie sie austauschen und das Gehäuse gründlich von Rückständen befreien. Dämm-Materialien werden im Lautsprecherbau nicht zur Dämmung, sondern zur Dämpfung verwendet. Hierbei kommen Naturstoffe wie Schafwolle genauso zum Einsatz wie künstliche Schaumstoffmatten. Neben einer lose eingefüllten Dämmung werden auch Filzmatten an den Boxeninnenseiten verklebt. Prüfen Sie den festen Sitz dieser Matten und decken Sie offene Stellen gegebenenfalls neu ab. Versuchen Sie bei der Ersatzbeschaffung dem Originalmaterial möglichst nahezukommen.

Ein Blick auf die Gehäusewände ist zu empfehlen. Es sollten keine großen Risse in den Seitenwänden oder Spalten an der Rückwandführung vorhanden sein – der einwandfreie Gehäusezustand trägt maßgeblich zum Klangbild Ihres Subwoofers bei. Besitzt Ihr Subwoofer ein Schall-Loch mit Basstunnel, sollten beide Bauteile in einwandfreiem Zustand und fest mit dem Gehäuse verbunden sein.

Führen Sie nun die Fehlersuche mit der Überprüfung aller Kabel und Kabelverbindungen wie bereits geschildert weiter. Ist hier alles in Ordnung, befassen Sie sich im nächsten Schritt mit dem Basslautsprecher.

Das Herzstück Ihres Subwoofers: der Bass-Lautsprecher

Welche Schäden können bei einem Basslautsprecher auftreten? Dazu müssen Sie sich mit den Bauteilen eines Lautsprechers vertraut machen. Als Beispiel soll eine sehr verbreitete Bauart für Basslautsprecher dienen, der sogenannte „Tauschspulenlautsprecher". Der Basslautsprecher besteht dabei aus beweglichen und festen Bauteilen. Bewegliche Teile sind Sicke, Membran, Spule und Zentrierspinne. Feste Teile sind der Magnet und der Lautsprecherkorb. Sicke und Membran sind häufig die Ursache für Fehlfunktionen eines Basslautsprechers. Die Sicke ist mit der Membran und dem Lautsprecherkorb verbunden. Sie ist jedoch weit mehr als nur ein Verbindungselement, da sie maßgeblich zum Klangbild beiträgt. Sicken können je nach Material schon nach 10 bis 15 Jahren spröde werden und mikrofeine Risse bekommen. Ein bassbetontes Musikstück reicht hier schon aus, um das Sickenmaterial reißen zu lassen, was dann unangenehme Nebengeräusche zur Folge haben kann.

Bauen Sie den Basslautsprecher mit größter Vorsicht aus. Eventuell müssen Sie vorher die inneren Anschlusskabel von den Lautsprecherkabeln mit Lötkolben und Lötpumpe entfernen, um frei arbeiten zu können. Prüfen Sie nun Sicke und Membran auf sichtbare Schäden. Stellen Sie hier Schäden fest, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie eine Reparatur durchführen wollen oder lieber einen Ersatzlautsprecher einbauen möchten. Für die Ersatzbeschaffung benötigen Sie einige Daten. Ermitteln Sie den Hersteller, den Lautsprecherdurchmesser und die technischen Werte wie Leistung und Widerstand. Halten Sie sich insbesondere bei einem aktiven Subwoofer genau an die Daten, der neue Lautsprecher muss zu der verbauten Endstufe passen. Ein neuer Lautsprecher lässt sich leicht ermitteln, Sie finden im Internet alle erdenklichen Basslautsprecher und Tieftöner bis hin zu 18 Zoll Durchmesser.

Ist kein neuer Ersatzlautsprecher zu bekommen? Dann bleibt Ihnen immer noch der Teilemarkt. Gebrauchte Lautsprecher, komplette Lautsprecherboxen für Bastler und Selbstbausätze werden bei eBay in großer Anzahl angeboten. Informieren Sie sich vor einem Gebrauchtkauf genau über den Zustand und das Alter der betreffenden Bauteile. So macht es wenig Sinn, gleichaltrige Lautsprecher als Ersatz zu verbauen, da diese dem gleichen Alterungsprozess unterliegen.

Ersatzteile und Hilfsmittel für die Reparatur

Haben Sie sich für eine Reparatur entschieden, benötigen Sie nur wenige Ersatzteile und Hilfsmaterialien. Kleine Risse können Sie mit Lautsprecherkleber behandeln, das stellt aber nur eine Notlösung dar. Mit der Zeit werden zwangsläufig weitere Risse hinzukommen. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie eine gerissene Sicke austauschen. Sie benötigen dazu eine Ersatzsicke, einen Pinsel, speziellen Kleber, Reinigungsbenzin und ein scharfes Messer sowie einige Wäscheklammern als Zentrierhilfe. Zuerst entfernen Sie den Zierring. Dann müssen die Sickenreste vom Korbrand und vom Membranrand abgelöst und alle Klebereste entfernt werden. Tragen Sie dann etwas Kleber auf den Membranrand auf und zentrieren sie die neue Sicke auf der Membran. Als Hilfe können Sie den Sickenrand mit Wäscheklammern am Korbrand fixieren. Nach Abtrocknung des Klebers verkleben Sie den Sickenrand am Korbrand. Die Membran kann durch äußere Krafteinwirkung sehr leicht eingedrückt werden. Das passiert häufig, wenn aus optischen Zwecken das Lautsprechergitter der Subwooferbox entfernt wird.

Auch die Membran unterliegt der Materialalterung und kann mit der Zeit Risse bekommen. Eine Rissbildung kann bei der Membran mit Lautsprecherkleber und speziellem Glasfaservlies behandelt werden. Dazu schneiden Sie ein möglichst kleines Reparaturstück zurecht und überkleben den Riss damit. Wichtig ist dabei eine gute Trockenzeit.

Eine weitere Fehlerursache kann ein defektes Lautsprecherchassi bzw. eine defekte Schwingspule sein. Die Funktion können Sie mit Hilfe einer Mignonbatterie prüfen. Schließen Sie die Batterie an das Chassi an. Bewegt sich die Membran nach oben oder unten? Wenn keine Bewegung erfolgt, liegt ein defektes Chassi vor und es muss ersetzt werden. Schwingspulen können schlicht und einfach durchbrennen. Ob die Spule noch Durchgang hat, können Sie mit einem Ohmmeter feststellen. Der Austausch von Chassi, Schwingspule und Sicke wird in einschlägigen Fachkreisen auch „Reconing" genannt, und es gibt Spezialwerkstätten, die das komplett, aber auch einzeln für Sie ausführen. Eine Beauftragung lohnt sich erst ab einem Lautsprecherwert von etwa 200 Euro. Es kann sich also für Sie lohnen, diese Arbeiten genau wie auch den Sickenaustausch mit etwas Geschick und Geduld selbst ausführen.

Klare Grenzen für eigene Reparaturversuche

Aktive Subwoofer verfügen über eine Endstufe, die natürlich auch einen Defekt haben kann. Lässt sich die Endstufe tatsächlich als Fehlerursache einkreisen, sollten Sie einen Kostenvoranschlag für eine Instandsetzung beim Hersteller anfragen oder nach einer Fachwerkstatt suchen. Wie bei der Lautsprecherreparatur rechnet sich ein solcher Reparaturauftrag nur ab einem Wert des Subwoofers.

Von eigenen Reparaturversuchen ist ohne entsprechende Ausbildung dringend abzuraten, es sei denn, Sie erhalten ein komplettes Ersatzgerät und müssen sich nur mit dem Einbau und der Verkabelung auseinandersetzen.

Schönheitsreparaturen und Pflege

Vielleicht haben Sie bei der Reparatur Ihres Subwoofers auch einige optische Fehler entdeckt. Fehlende Standfüße und neue Boxenecken für den Schutz der Kanten können Sie leicht selbst ersetzen. Auch ein defekter Griff als Klappversion oder Trageriemen kann ausgetauscht werden. Ein verbeultes oder verkratztes Lautsprechergitter ist auch nicht gerade eine Augenweide, ein neues Exemplar ist schnell gefunden. Bespannstoff kann mit der Zeit verschmutzen oder Löcher bekommen, eine Neubespannung ist unkompliziert ausgeführt. Risse und Absplitterungen am Gehäuse können Sie mit Holzkitt und Lackstiften ausbessern. Halten Sie Ihren Subwoofer möglichst staubfrei und pflegen Sie unbehandelte Naturholzgehäuse mit entsprechenden Holzpflegemitteln.

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