KORN GUITARS FT-4 mit Vibrato

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So. Da hängt Sie nun. Mein Testobjekt. Direkt vor mir. Natürlich
könnte ich gleich zugreifen, sie mir gleich nehmen,
anstecken und anfangen zu spielen. Aber ich widerstehe.
Schließlich stehe ich ja hier um sie zu testen und dazu gehört
natürlich auch der Eindruck des Anblicks dazu. Also
lasse ich meinen Blick zuerst einmal sanft über die Rundungen
schweifen. Da fällt mir ein - ich habe ja noch gar
nicht erwähnt, um was es hier eigentlich gehen soll. Das will
ich sofort nachholen. FT-4 heißt das gute Stück und ist eine
honigfarbene Gitarre im besten Vintage-Style der neu auf
dem Markt gekommenen Gitarrenreihe von KORN GUITARS.
Nun aber los. Genug der Vorrede – oder nach Goethe: Der
Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten
sehn.

Optik

Mein Blick schweift also über das Instrument. Der honigfarbene
Farbton strahlt eine angenehme Wärme aus, die
Lackierung nimmt das einfallende Licht sehr schön auf und
lässt das Instrument im Scheinwerferlicht strahlen. Die ganze
Farbkomposition ist auf Vintage-Look gestylt. Das Ahorn-
Griffbrett ist antik lackiert und passt sich damit harmonisch
in das Gesamtbild des Instrumentes ein. Die Kopfplatte ist
im selben Farbton wie der Korpus gehalten – alles in Allem
eine sehr stimmige Farbgebung. Das schwarze dreilagige Schlagbrett und die verchromten Knöpfe und Bedienelemente heben
sich davon wohltuend ab. Chrom ist einfach zeitlos passen zu den gedeckten Farbtönen. Was ebenfalls sofort ins Auge fällt ist das
verchromte Tremolo im Bigsby-Stil, das bei dieser Form des Korpus doch nicht alltäglich ist und daher schon mal einen Hingucker
darstellt. Markant ist auch die Form des Schlagbretts und die Kopfplatte ist in der Adlerkopfform gehalten und stellt ein Erkennungszeichen
des Instrumentes dar. Aber: perfekte Optik muss von allen Seiten passen, deshalb werfen wir noch einen Blick auf
die Rückseite. Auch hier perfekter Look. Ein schwarzer Holzstreifen verdeckt die Fräsung des Halsstabes und gibt der Rückseite des
Instrumentes eine typische dynamische Note. Alles passend also!
Zusammenfassend kann man sagen, das die FT-4 einen sehr guten Eindruck hinterlässt und nicht nur auf der Bühne sondern
auch in einer Sammlung eine gute Figur abgeben würde. Schon allein durch die interessante Mischung aus Tremolo im Bigsby-
Style und der klassischen Korpusform hebt sie sich von der Masse der Instrumente optisch ab. Nun stöpsele ich sie aber endlich an.
Mal sehen, wie sie so „in der Hand liegt“.
Verarbeitung und Handling
Was will man erwarten: klassische bekannte Dimensionen. Die FT-4 basiert ja auf einer legendären Korpusform und macht damit
alles richtig. Was zehntausende von Gitarristen auf der ganzen Welt an dieser Form zu schätzen wissen, überträgt sich so auch auf
die FT-4. Da passt schon mal alles. Die Gitarre liegt gut in der Hand und lässt sich hervorragend greifen. Dabei ist sie nicht zu schwer
und nicht zu leicht und hinterlässt ein „griffiges“ Gefühl. Die Gewichtsverteilung ist gut ausgewogen, so dass das Instrument nicht
nur im Sitzen, sondern auch im Stehen gut handelbar ist. Dank der „Shapings“ des Erlenkorpus und des unteren Cutaway lassen
sich auch die hohen Lagen des mit 22 Bünden besetzten Griffbrettes perfekt erreichen und bespielen. Das Schlagbrett in seiner
auffälligen Form ist nicht nur formschön, sondern auch sehr sinnig, denn es schützt auch den oberen Bereich vor ungewollten
Verkratzungen.
Die geschlossenen Mechaniken sind leichtgängig und arbeiten präzise und korrekt. Durch das ölgelagerte gekapselte
System sind die Mechaniken auch sehr lange wartungsfrei. Das Tremolo ist ebenfalls leichtgängig und gut erreichbar und sorgt für
vielfältige klangliche Nuancen.
Klang und Bestückung
Optik und Bedienbarkeit sind ja sehr wichtig. Genauso wichtig - wenn nicht noch bedeutsamer – ist natürlich der Klang des Instrumentes.
Also spitzen wir die Ohren und hören einmal genau hin. Der Körper der FT-4 ist aus Erle gefertigt. Erle ist neben der Esche
das am weitesten verbreitete Klangholz im Musikinstrumentenbau und wird bei vielen „legendären“ Instrumenten verwendet.
So erzeugt schon die unverstärkt angespielte Gitarre ein angenehmes Klangverhalten, noch bevor Tonabnehmer die Verstärkung
übernehmen und in die Klangbildung Einfluss nehmen.
Für den verstärkten Sound sorgen zwei Tonabnehmer, ein Humbucker in Brückenposition und ein einspuliger Singlecoil
in der Halsposition. Der Humbucker sorgt für die typischen mittenreichen Klangaspekte, während der Halspickup für die höhenreichen
und transparenten Klangaspekte zuständig ist. Der Einspuler am Hals besitzt mit der brumm-mindernder Kappe den tyischen pischen optische Aspekt, der dieser Korpusform zugrunde liegt.

Das leichtgängige Vibrato im klassischen Bigsby-Style entfaltet
eine Vielzahl an klanglichen Variationsmöglichkeiten des Originalklanges.
Die Saiten sind nicht in einem Block eingehangen, sondern
werden um eine bewegliche Rolle „auf- und abgewickelt“. Bewegt
man den Hebel, kommt es zu einer Änderung der Saitenspannung,
was wiederum Einflüsse auf die Stimmung des Instrumentes hat.
Möglich ist etwa eine Tonveränderung um eins bis zwei Halbtöne um
den Originalton herum. Aufgrund der legendären Bauweise kann man
so dem reinen Klang das typische „Schimmern“ der Töne hinzufügen,
was sich besonders bei cleanen oder nur leicht angezerrten Sounds
hervorragend einsetzen lässt.
Die FT-4 ist also das klassische Allround-Instrument, das sich sowohl im Jazz, im Country, im Rock-n-Roll, im Rockabilly, im
Blues wie auch im Rock und Pop heimisch fühlen dürfte. Durch die Kombination der Tonabnehmer mit den klanglichen Grundeigenschaften
des Korpus ist das Instrument nicht nur optisch, sondern auch klanglich auf der Höhe der Zeit und bestens für bühnenreife
Auftritte gewappnet.

Fazit

Die FT-4 ist ein Musterbeispiel dafür, dass man für hochwertige Musikinstrumente nicht immer überzogene Preise zahlen muss.
Hier stimmen die Qualität und der Preis. Sehr schönes Design, hochwertige Verarbeitung und natürlich der ausgereifte präsente
Sound sind schlagkräftige Argumente für dieses Instrument. Das Gesamtbild ist also sehr schlüssig. Ganz gleich, ob wir es mit Jazz,
Blues, Rock-n-Roll, Rock, Country oder Rockabilly zu tun haben – überall dürfte die honigfarbene Schönheit ihre Reize entfalten
können und optisch wie klanglich eine sehr gute Figur machen. Zufrieden ziehe ich den Stecker aus dem Instrument und stelle das
„Schätzchen“ vor mich hin.
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