Jura Impressa - 500 und S90, klasse für Bastler

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Wir haben jetzt seit rund 8 Jahren Jura-Maschinen, erst die 500, dann die S90. Zunächst zu den Pluspunkten der Maschine und auch den Kaufgründen seiner Zeit:
+ das Design ist nach wie vor unübertroffen
+ Kaffee/Espresso schmeckt hervorragend
+ übersichtliches Display

Nun zu den Negativa:
- teuer (Anschaffung und Instandhaltung)
- Wartung aufwendig (Entkalken)
- selbst einfache Reparaturen (Dichtungsring wechseln) nur mit sehr großem Zeitaufwand möglich
- Reinigungstabletten und Entkalkungstabletten teuer
- Milchaufschäumer funktioniert nur mit viel Fummelei
- keine Hilfestellung zu Reparaturen seitens des Herstellers

Im Laufe der letzten Jahre haben wir rund 20 "kleinere" Reparaturen erledigt. Was ständig anfällt, ist das Entkalken. Das zieht sich jedesmal in die Länge, die Maschine erwartet dabei ständige Betreuung, Taste Entkalken drücken, nach ein paar Minuten wieder drücken, Hahn für Wasserbezug umlegen, Kalk drücken, wieder Hahn umlegen, Kalk drücken etc. Die ganze Prozedur läuft nicht automatisch, sondern erfordert viel Tastendrücken. Zudem dauert es gute 40 Minuten. Die ebenfalls regelmäßige nötige Reinigung geht zwar zügiger, braucht aber (spezielle und teure) Jura-Renigungstabletten.

Dann das Nervigste: Das Austauschen der Dichtungsringe. Das ist nötig, wenn die Jura mal wieder den Kaffee nicht vorn rausspuckt, sondern in den Tresterbehälter fließen läßt. Alle paar Monate ist das hier fällig (wir haben so circa 8 Bezüge täglich, bei Besuch auch mal 14).
Wer seine Maschine nicht zum Händler wuchten oder abholen lassen will und dann Tage lang warten will, bis sie wieder zurück ist (das haben wir bei der jura 500 mal in München gemacht und dann drei! Wochen gewartet und dazu seiner Zeit rund 300 Mark gezahlt), der legt selbst Hand an.

Wer die Herausforderung sucht, tauscht einen Dichtungsring der Impressa 500 oder S90 selbst aus: Dafür müssen viele Schrauben vom Gehäuse gelöst werden, dann muß die komplette Brüheinheit (die übrigens nur aus Kunststoff ist, also ein Verschleißteil ist) zerlegt werden, um an den Dichtungsring zu kommen. Ach, das Abziehen diverser Schläuche nicht zu vergessen.
Dann hat man einen Riesenbausatz, den es gilt, wieder zusammenzupuzzlen. Ohne Anleitung gelingt das nur sehr findigen Leuten, wir haben uns seiner Zeit im Internet eine Anleitung heruntergeladen und  dann das Wagnis unternommen. Arbeitszeit rund 3 h!

Die Dichtungsringe gibts übrigens nicht einfach so. Die muß man sich entweder in Ebay suchen oder im Internet. Es gibt mittlerweile Leute, die die Not erkannt haben und sich auf den Verkauf von Veschleißteilen für die Jura-Vollautomaten spezialisiert haben und spezielle Dichtungsringe anbieten, die länger halten sollen.

Bei Jura kostet die Reparatur laut Webseite _ohne_ Komponentenaustausch rund 65 Euro, mit Komponentenaustausch zwischen 145 und 195 Euro.

Übrigens: Stiftung Warentest hat zum Glück nicht nur den Kaffee der Jura bewertet (womit Jura wirbt), sondern auch mal den Kundendienst unter die Lupe genommen. Der Testbericht vom 17.11.2005 findet sich im Web. Fazit: "Der Testsieger patzt", und "zwei Maschinen kaputt repariert". Für uns also Grund genug, die Maschine nicht zur Reparatur abholen zu lassen oder hinzubringen.

Fazit: Wir würden definitiv keine Jura-Maschine mehr kaufen, weil die nötigen Reparaturen von Verschleißteilen der Hammer sind. Angesichts der Tatsache, dass wir seiner Zeit schon 1000 Kröten für die Maschine berappt haben, ist das definitiv zu viel Aufwand. Hier müßte dringend nachgebessert werden, sprich: der Wartungsaufwand müßte deutlich reduziert werden. Aber wir sehen bislang keinen Ansatz bei Jura. Wir hoffen, daß es anderen Hersteller gelingt, erschwingliche und vor allem wartungsfreundliche Vollautomaten für Kaffee herzustellen, die genauso guten Kaffee wie die Jura bereiten. Ach, und ein ansprechendes Design (wie bei der Jura) wäre natürlich auch noch fein.

Nachtrag: Unsere Erfahrung mit speziellen Dichtungsringen, die länger als die einfachen durchhalten, ist gut. Das Wartungsintervall hat sich damit deutlich verlängert. Zudem gibt es auch günstigere Reinigungs- und Entkalkungsmittel von Drittanbietern.

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