Jungsteinzeitliche Funde im Nahen Osten

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Jungsteinzeitliche Funde im Nahen Osten

Die Jungsteinzeit, auch bekannt als Neolithikum (vom griechischen "neu, jung" und "Stein"), ist entwicklungsmäßig eine der bedeutendsten Epochen der Menschheitsgeschichte. Ihr Beginn wird allgemein mit dem Übergang einiger Jäger- und Sammlerkulturen in der Levante zu Viehzüchtern, Hirten oder Ackerbauern gleichgesetzt; das Ende dieser Epoche mit der beginnenden Verwendung von Kupfer.

Die Umstellung vom ausschließlichen Sammler, Jäger und Fischer auf sesshaften Landwirt mit Viehzucht, markiert einen der fundamentalen Umbrüche in der Geschichte der Menschheit; einen Prozess, der von manchen Wissenschaftlern als "Neolithische Revolution" bezeichnet wird.

Statt umherzuziehen lebten die Menschen nun in Dorfgemeinschaften, wodurch es möglich wurde solide Bauwerke und später sogar monumentale Tempelanlagen zu errichten.

Im Protoneolithikum welches mit 11.500 - 9.500 v. Chr. eingegrenzt wird, schliffen die Menschen Feuerstein noch nicht zu Werkzeugen, sondern schlugen ihn - wie in der Altsteinzeit - mit anderen Steinen in die gewünschte Form. Wichtigste Fundorte sind Jericho und Mureybet I A aber auch die Schubka-Höhle am Natuf Wadi, der im Judäischen Gebirge entspringt.

Aus dem darauffolgenden Präkeramischen Neolithikum sind zahlreiche Idoldarstellungen erhalten, welche Rückschlüsse auf die damalige Glaubensvorstellung zulassen. Die Idole waren aus Ton oder Stein und hatten hauptsächlich Frauen als Motive, deren Köpfe stark abstrahiert dargestellt, die Geschlechtsteile dafür um so deutlicher hervorgehoben sind.

Vorherrschend in der Werkzeugherstellung war nun die geschliffene Steinindustrie. Erste luftgetrocknete Keramikwaren sind aus dieser Zeit bekannt.Wichtigste Fundorte: Mureybet I B, II, III, Tell en Sultan.

Ab 6500 v. Chr., der Zeit des sog. Keramischen Neolithikums, verbreitet sich die Keramikkunst rasant.

Der britische Anthropologe Sir John Lubbock definierte um 1860 den Beginn der Jungsteinzeit mit der Verwendung von geschliffenen Steingeräten (Äxten, Beilen). Später wurde das Auftreten von Keramik als zusätzliches Kriterium benannt, sowie die Züchtung von Pflanzen und der Beginn einer geordneten Viehhaltung - somit der Übergang von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsweise. 

Der Mensch hat es seit der Eiszeit verstanden, die gefundenen Rohmaterialien in neue Werkzeuge zu verwandeln, die sein Lebensniveau hoch über das der Tierwelt erhoben.

jungsteinzeitlicher Bohrer, Fundort: Ein Avdat, Israel

 

Es sind unzählige Steingeräte aus dieser Zeit erhalten geblieben und werden heute nicht nur von Museen angekauft und gesammelt. Die Materialien reichten von Feuerstein und Kalkstein (in erster Linie Alabaster) bis zum seltener verwendeten Obsidian.

Man ist immer wieder erstaunt und beeindruckt, welche Fingerfertigkeit und Exaktheit bei der Herstellung der Klingen, Schaber, Sägen und Spitzen angewendet wurde. Tatsächlich ist jede noch so kleine Kerbe beabsichtigt und hatte eine Funktion - nichts blieb dem Zufall überlassen.

 

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