Junge Single Malts aus Schottland: Ratgeber für 0 bis 10 Jahre alte Whiskys

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Junge Single Malts aus Schottland: Ratgeber für 0 bis 10 Jahre alte Whiskys

Whisky ist ein Genussmittel mit langer Tradition

Whisky ist ein alkoholhaltiges Getränk mit einer langen Entstehungsgeschichte. Die genaue Herkunft des Genussmittels bleibt bis zum heutigen Tage jedoch ungelöst. So ist nicht sicher, ob das Getränk in Irland oder in Schottland erfunden wurde. Getränke mit Ähnlichkeit zum Whisky tauchten hingegen schon vor rund 1.500 Jahren in verschiedenen Ländern auf. Die destillierten Flüssigkeiten, die zum Beispiel in Klöstern hergestellt wurden, waren jedoch nicht als Genussmittel, sondern als Arzneimittel bestimmt. Dieses sogenannte Lebenswasser, das aus Getreidesorten wie Gerste, Weizen und Roggen hergestellt wurde, bekam zu Anfang die Bezeichnung Aquavit. Der Begriff Whisky tauchte erst viel später nach der Eröffnung der ersten lizenzierten Brennerei in der nordirischen Grafschaft County Antrim im 17. Jahrhundert auf. Auch in Amerika wurde nach der Besiedlung im 16. Jahrhundert versucht, ein alkoholhaltiges Getränk aus Getreide zu fabrizieren. Brennereien entstanden hier vor allem in Virginia, Maryland und Pennsylvania. Whisky, der in den USA und Irland auch Whiskey genannt wird, wurde seit Aufkommen der lizenzierten Brennereien sehr hoch besteuert, was dazu führte, dass dieses Getränk sehr oft im Zusammenhang mit den Themen Schwarzbrennerei und Schmuggelei stand. Des Weiteren kam es in mehreren Ländern immer wieder zu Widerständen. Im Rahmen der Industrialisierung wurde die Produktion von Whisky ausgeweitet. Die Herstellungsverfahren wurden zum Teil wesentlich verfeinert, um die Qualität zu verbessern und um größere Mengen produzieren zu können.

Die Getreideart und der Reifeprozess entscheiden über den Geschmack eines Whiskys wie dem Single Malt

Whisky gibt es mit den verschiedensten Bezeichnungen. Aus diesem Grund macht es Sinn, wenn Sie sich vor dem Kauf ein wenig mit den verschiedenen Getreidearten zur Whiskyherstellung sowie mit dem Thema Reifeprozess beschäftigen, um einem Fehlkauf vorzubeugen. Zu den bekanntesten Whiskysorten zählen Blended, Grain, Rye, Bourbon, Corn, Scotch und Malt. Unter den sogenannten Blended Whiskys versteht man eine Komposition mehrerer Destillate. Auf diese Weise können Mischungen hergestellt werden, die immer den gleichen Geschmack aufweisen. Grain Whiskys bestehen aus ungemälzter Gerste, Hafer, Mais und Roggen. Sie sind ein beliebtes Ausgangsprodukt für Blended Whiskys. Als Rye wird ein Whisky bezeichnet, bei dem über die Hälfte des Getreideanteils aus Roggen besteht. Bourbon ist hingegen ein Whisky, der überwiegend aus Mais produziert wird. Beim sogenannten Corn besteht der Maisanteil sogar über 80 Prozent. Verwendung finden verschiedene Getreidesorten. Eine weitere sehr bekannte Whiskysorte ist der Malt, den es unter anderem ebenfalls bei eBay gibt. Dieser wird alleinig aus gemälzter Gerste erzeugt. Eine Whiskysorte, die ebenfalls sehr bekannt ist, jedoch nicht die Getreidesorte, sondern die Herkunft beschreibt, ist der sogenannte Scotch Whisky. Bei Scotch Whisky handelt es sich meist um einen Single Malt. Bei eBay gibt es Whiskys mit den unterschiedlichsten Bezeichnungen und verschiedenen Reifegraden. Zum Kennenlernen der einzelnen Whiskysorten eignen sich auch kleinere Flaschen oder Miniaturen.

Die Herstellung von Single Malt ist kein einfaches Unterfangen

Whisky wird aus den Getreidesorten Gerste, Weizen, Mais oder Roggen sowie aus Hefe und Wasser hergestellt.

Getreideverarbeitung

Das Getreide wird entweder gemälzt oder ungemälzt verarbeitet. Dies ist auch schon ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal bei diversen Whiskysorten. Bei Single Malt Whisky, auch kurz Single Malt genannt, wird das Getreide gemälzt. Im Rahmen des Mälzvorgangs wird die Gerste ausgebreitet und leicht befeuchtet. Auf diese Weise kann sie keimen und erhält den typisch süßlichen Geschmack, der durch den aufgespalteten Malzzucker hervorgerufen wird. Der Keimprozess wird im Anschluss durch Hitzeeinwirkung mittels Rauch oder Heißluft unterbrochen.

Rauch

Der Rauch, der durch Torf erzeugt wird, gibt dabei dem Malz und damit dem Whisky den typisch rauchigen Geschmack, der besonders bei den schottischen Single Malts prägnant zum Vorschein kommt. Mit der Intensität des Torffeuers kann die Rauchigkeit des Whiskys gezielt bestimmt werden.

Maischevorgang

Kurz vor dem Maischevorgang wird das Malz verschrotet und mit Wasser vermengt. Besonders viel Wert wird auch auf die Qualität des verwendeten Wassers gelegt.
Das Wasser sollte bestimmten Kriterien in puncto Härte, Mineralien- und Torfgehalt entsprechen. Darüber hinaus bestimmten diverse Mikroorganismen die Qualität des Wassers und damit des Whiskys. Besonders gut geeignet ist in dieser Hinsicht Quellwasser. Aus diesem Grund befindet sich ein großer Teil der Brennereien in der Nähe einer Quelle. Im Rahmen des Maischevorgangs wird die restliche Stärke in Zucker umgewandelt. Des Weiteren wird die Flüssigkeit von den Feststoffen getrennt. Diese Flüssigkeit, die in diesem Zustand auch als Würze Bezeichnung findet, wird nun mit Hefe versetzt. Die Hefe lässt den Zucker zu Kohlendioxid und Alkohol vergären. Die so entstandene Maische weist einen Alkoholgehalt von bis zu 8 Prozent auf.

Destillationsprozess

Diese Maische gilt als Ausgangsbasis für den Destillationsprozess, der in der Regel in einer kupfernen Brennblase stattfindet. In dieser ersten Brennblase wird die Maische zu einer Flüssigkeit mit einem Alkoholgehalt von rund 20 Prozent destilliert. Der Vorgang wird in einer zweiten Brennblase wiederholt, was zur Folge hat, dass der Alkoholgehalt weiter steigt. Der sogenannte Mittellauf des Destillats wird wieder etwas mit Wasser verdünnt und in Fässer aus Eichenholz gefüllt. Auf diese Weise kann der Single Malt besser lagern und reifen. Die Mindestlagerdauer von Whisky liegt bei drei Jahren.

Single Malts gelten als besonders hochwertige Whiskys

Single Malt Whiskys gelten als Produkte mit Prädikat, da diese besonderen Kriterien entsprechen müssen. Zum einen darf ein Single Malt Whisky nur aus gemälzter Gerste hergestellt werden, zum anderen darf der Whisky nur aus einer einzigen Destillerie stammen. Bei vielen anderen Whiskys handelt es sich nämlich um einen Verschnitt aus mehreren Brennereien oder Whiskysorten. Dies ist oftmals sogar bei vielen Markenprodukten der Fall. So kann gewährleistet werden, dass jede Whiskyflasche einer bestimmten Marke den absolut gleichen Geschmack aufweist. Der echte Kenner wünscht sich jedoch meist einen Whisky mit eigenem Charakter, wie es häufig bei der Sorte Single Malt der Fall ist. Aus diesem Grund wird Single Malt in der Regel pur oder mit etwas enthärtetem Wasser verdünnt genossen. Für Mischgetränke wie alkoholhaltige Cocktails ist diese Whisky-Sorte zu schade. Schließlich können die komplexen Aromen so nicht mehr richtig herausgeschmeckt werden. Ein Single Malt muss jedoch nicht nur aus einem Fass stammen. Meist werden Mischungen aus mehreren Fässern angeboten. So wird gewährleistet, dass eine gewisse Aromenvielfalt geboten wird und der Whisky insgesamt harmonischer wird. Wichtig bei der Bezeichnung Single Malt ist nur, dass die Fässer alle aus derselben Brennerei kommen. Die Angabe des Alters auf dem Label der Flasche bezieht sich dabei auf das Fass mit dem jüngsten Abfülldatum. Auf diese Weise können Konflikte mit der Jahresangabe vermieden werden. Zu den bekannten Marken, die Single Malt im Sortiment haben, zählen unter anderem Glenfiddich, Lagavulin oder Laphroaig. Ein Teil der Produzenten bietet dabei auch Single Malts mit einem Alter bis zu 10 Jahren an.

Single Malts können verschiedene geschmackliche Eigenarten aufweisen

Beim Single Malt Whisky gibt es unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Unter der Bezeichnung Light versteht man in der Regel einen Single Malt Whisky, der sehr fruchtige und eher leichte Aromen aufweist. Ein Whisky mit der Bezeichnung Delicate weist einen besonderen Herstellungsprozess auf. Bei dieser Whiskysorte fand die Maischetrocknung nicht mittels Rauch, sondern mit Heißluft oder ähnlichen Methoden statt. Auf diese Weise hat der Whisky einen eher milden Geschmack. Ein Single Malt mit dem Zusatz Smoky hat hingegen sehr rauchige Aromen, die durch das Torffeuer entstehen können. Hinter der Bezeichnung Rich finden sich oftmals sehr kräftige und fruchtige Vanillearomen. Single Malt Whiskys kommen in der Regel aus Schottland, Irland und Japan. Besonders bekannt ist der schottische Single Malt, der auch gerne als Single Malt Scotch bezeichnet wird. Ein berühmter regionaler Scotch ist der Speyside Single Malt. In Irland, einer weiteren Hochburg der Whiskyproduktion, werden ebenfalls beachtliche Mengen an Single Malt produziert. Eine typische Eigenart des irischen Single Malts ist der milde Malzgeschmack. In Irland findet die Trocknung der Maische im Gegensatz zum schottischen Single Malt in der Regel ohne Torfrauch statt.

Der Reifeprozess entscheidet über den Geschmack eines bis zu 10 Jahre alten Single Malt Whiskys

Nicht nur die verwendete Gerste ist entscheidend für den Geschmack eines Single Malts, sondern auch der Prozess der Reifung. Die Reifung kann sogar bis zu 80 Prozent des Geschmacks eines Single Malt Whiskys ausmachen. Im Rahmen der Reifung ist es wichtig, dass bestimmte Holzsorten verwendet werden. In dieser Hinsicht hat sich Eichenholz als sehr vorteilhaft erwiesen. Alte Fässer gelten als besonders prädestiniert für die Lagerung von Whisky. Zu den weiteren Einflussfaktoren, die den Reifeprozesses beeinflussen, zählen das Klima im Bereich des Lagers sowie das Lagerhaus selbst. Ähnlich wie bei vielen Weinsorten verbessert sich der Geschmack des Whiskys mit der Länge der Lagerdauer. Single Malts werden im Gegensatz zu anderen Whiskysorten nicht in alten Sherry- oder Portweinfässern, sondern meist in alten Bourbon-Fässern gelagert. Whiskys erhalten ihren geschmacklichen Höhepunkt erst nach einer gewissen Zeit. Im Falle der malzhaltigen Whiskys wie dem Single Malt kann der Reifeprozess bis zu 10 oder 15 Jahre dauern. Die Reifung der Aromen geschieht jedoch nicht in einer Art und Weise wie beim Wein, bei dem die Substanzen bei der Reife teilweise zerfallen. Bei der Whiskylagerung gehen die Substanzen aus dem Fassholz in die Lösung über. Aus diesem Grund kann der Whisky auch nur im Fass reifen. Eine weitere Lagerung in der abgefüllten Flasche über Jahre hinweg macht aus geschmackstechnischen Gründen keinen Sinn. Single Malts sind prädestiniert für eine lange Lagerung im Fass. Sehr alte Exemplare sind jedoch dementsprechend teuer. Ein 5 bis 10 Jahre alter Single Malt kann ebenfalls schon eine gute Aromenvielfalt bieten. Wenn Ihnen der rauchige Geschmack besonders liegt, kann ein jüngerer Single Malt unter Umständen sogar von Vorteil sein. Manchmal verlieren die rauchigen Aromabestandteile in einem Malt im Rahmen einer langen Reifezeit eher an Intensität.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden